Ich nehme einmal an, dass gut 70 Prozent der Filmfreunde die Augen verdrehten, als sie hörten, dass Simon West einen zweiten „Con Air“-Film drehen möchte, aber diese Leute können mir (zumindest für diesen Beitrag) gestohlen bleiben, denn diese Mitteilung ist nicht für sie gedacht. Sie wendet sich an all jene, die mitbekamen, was los ist, und sofort vor Freude ihre mit Handschellen gefesselten Hände in die Höhe rissen. „Con Air“ mag auf viele deutlich zu Tage tretende Arten furchtbar sein, aber das bedeutet nicht, dass der Film nicht zugleich auch großartige Unterhaltung ist. Wann immer man John Malkovich, Steve Buscemi, Nicolas Cage, Ving Rhames, Dave Chappelle, einen Indianer und einen Typen namens Swamp Thing zusammen in ein Flugzeug verfrachten kann, sollte man das auch tun. Man stünde wie ein Idiot da, täte man es nicht.
Ich weiß schon, was sie jetzt sagen werden. Was ist, wenn ich „Con Air“ nicht gesehen habe? Zuerst einmal sollten Sie sich schämen. Waren Sie in den 1990-er Jahren noch nicht auf der Welt? „Titanic“ würde alles dafür geben, die kulturelle Bedeutung von „Con Air“ zu haben. Zweitens sollten Sie sich den Film unbedingt besorgen. Er ist überall für wenige Euro zu haben und läuft auch immer wieder im Fernsehen.
Der folgende Clip ist für die knapp dreißig Prozent, die „Con Air“ zu schätzen wissen. Die Komikertruppe Elephant Larry hat sich einen extrem unanständigen Rap ausgedacht, der den Plot von „Con Air“ in den Grundzügen darlegt. Viel Vergnügen!
Hollywood-Altstars können diesen langweiligen Film nicht retten
Originaltitel:Red Herstellungsland:USA 2010 Regie:Robert Schwentke Drehbuch:Jon Hoeber, Erich Hoeber, basierend auf der Graphic Novel von Warren Ellis und Cully Hamner Darsteller:Bruce Willis, Mary-Louise Parker, Helen Mirren, Morgan Freeman, John Malkovich, Karl Urban, Rebecca Pidgeon, Ernest Borgnine, Emily Kuroda, James Remar, Brian Cox, Richard Dreyfuss, Robert Morse Julian McMahon
Sie sind stahlharte Patrioten, die von Sesselfurzen verraten und verkauft wurden. Aber nun werden diese rot-weiß-und-blauen ehemaligen Agenten ihre überragenden Fähigkeiten nützen, um…
Moment mal.
Hört sich das nicht irgendwie bekannt an?
Das sollte es – denn das war im Prinzip auch schon der Plot der diesjährigen Action-Streifen „The Losers“ und „Das A-Team“. (Und Ähnlichkeiten zu „Knight & Day“ und „Salt“ sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.)
Der einzige echte Unterschied ist, dass dieser Film, der – ebenso wie „The Losers“ – auf einem Comic basiert, „R.E.D.“ heißt und die Hauptrollen von Bruce Willis sowie 4 – zählen Sie sie! – Oscarpreisträgern gespielt werden.
Und dass - trotz all der hervorragenden Darsteller – außer seiner Verschwendungssucht so gut wie nichts für den großen, glänzenden, dämlichen Streifen namens „R.E.D.“ spricht.
Es ist fast so, als hätten die Produzenten einfach einen riesigen Haufen Geld auf dem Studiogelände zusammengetragen, in Brand gesetzt und die Kameras laufen lassen.
Und ich wünschte, sie hätten es getan, denn das Ergebnis wäre mit Sicherheit interessanter anzusehen gewesen als das hier.
Zu Beginn des Filmes lebt Willis, ein pensionierter CIA-Agent, allein mit seinen Erinnerungen und seinem Grinsen. Aber dann dringt ein Team freiberuflicher Killer in sein Heim ein und versucht, ihn zu töten. (Haben Sie es erraten? Es gelingt ihnen nicht.) Und wenig später sind Willis und seine alten Mitstreiter Morgan Freeman, John Malkovich und Helen Mirren wieder vereint und machen sich daran, das Warum zu ergründen.
Die Antwort hat etwas mit Richard Dreyfuss zu tun. Aber um dorthin zu gelangen, sind auch die Reize von Mary-Louise Parker (die in einem anderen Film zu sein scheint und auch sein sollte) sowie den Einsatz von Rebecca Pidgeon (noch unerquicklicher als gewöhnlich in ihrer Rolle als eiskalte CIA-Chefin) und dem noch immer zu allem bereiten Ernest Borgnine.
„R.E.D.“ wäre vielleicht erträglich, hätte er wenigstens ab und zu geistreiche und/oder humorvolle Momente zu bieten oder würde (wie „The Losers“) seine Geistlosigkeit akzeptieren und auf amüsant überzogene Action setzen.
Aber leider ist uns dieses Glück nicht beschieden, denn der Film wird ausschließlich von kleinen Geistern, großen Kanonen und einem Elektro-Bass-und-Bongos-Sountrack, der aus einer alten Polizeiserie zu stammen scheint, vorwärts getrieben. Und was die Handlung betrifft – nun ja, sie ist selbst für einen Bruce-Willis-Film reichlich unlogisch und löchrig.
Warum, nur so als Beispiel, schickt Pidgeon ihren besten Agenten in ein streng geheimes Archiv, um einen ebenfalls streng geheimen Bericht zu besorgen, der, wie sie genau weiß, absolut nichts enthüllt? Warum dringt Willis in irgendjemandes Haus ein und nimmt eine Familie als Geisel – und verschwindet dann, ohne etwas erreicht zu haben? Warum sitze ich nach eineinhalb Stunden noch immer hier und sehe mir den Schwachsinn an?
Oh ja, weil ich darüber schreibe.
Aber Sie tun das vermutlich nicht. Und obwohl es, wenn auch nur sehr flüchtig, Vergnügen bereitet, Helen Mirren dabei zuzusehen, wie sie großkalibrige automatische Waffen abfeuert – ehrlich, sollte MGM die finanziellen Probleme irgendwann in den Griff bekommen, sollte sie der nächste James Bond sein -, hat der Film letztendlich nichts zu bieten, das Ihre Zeit und Ihr Geld wert wäre.
Fazit: Trotz der hervorragenden Besetzung ist „R.E.D.“ ein Rohrkrepierer.