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Beilight – Biss zum Abendbrot (Review)

Freitag, 10. September 2010

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Genauso blutleer und langweilig wie die Filme, die auf die Schaufel genommen werden

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Originaltitel: Vampires Suck
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Jason Friedberg, Aaron Seltzer
Drehbuch: Jason Friedberg, Aaron Seltzer
Darsteller: Jenn Proske, Matt Lanter, Diedrich Bader, Chris Riggi, Ken Jeong, Anneliese van der Pol, Mike Mayhall, Rett Terrell, Stephanie Fischer

Im Juni 2009 erstellte ein gewitzter YouTube-Nutzer unter Verwendung von Clips aus der nun schon klassischen Fernsehserie „Buffy the Vampire Slayer“ und dem ersten „Twilight“-Film ein unterhaltsames Video, in dem Buffy und Edward zum Liebespaar werden. In dieser sechsminütigen Spielerei steckt weit mehr Kreativität als in den 88 Minuten von „Beilight – Biss zum Abendbrot“.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Jason Friedberg und Aaron Seltzer, das Regie führende und Drehbuch schreibende Duo, das die Welt schon mit einer ganzen Reihe von Genrefilmparodien („Date Movie“, „Meine Frau, die Spartaner und ich“) beglückt hat, das „Twilight“-Filme annehmen. Heraus kam „Beilight – Biss zum Abendbrot“, ein Streifen, der genauso farblos und widerlich ist wie die Vampire, die er durch den Kakao ziehen will.

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Der Plot ist nicht mehr als eine Aneinanderreihung von Sketches, die lose auf Szenen aus den ersten beiden „Twilight“-Filmen basieren, die geradezu prädestiniert scheinen für Slapstick-Einlagen, Missgeschicke aller Art, Witze über Kanadier und peinliche Tanzeinlagen. Becca (Jenn Proske) zieht mit ihrem alleinerziehenden Vater (Diedrich Bader) nach Sporks (Haha!) im US-Bundesstaat Washington, wo sie den funkelnden Vampir Edward Sullen (Matt Lanter, „90210“) und den süßen Werwolf Jacob (Chris Riggi), der immer mit nacktem Oberkörper herumläuft, kennenlernt. Sie verbringt ihre Zeit damit, ausgehungerte Blutsauger und eindimensionale Klassenkameraden abzuwehren, während sie die verzweifelt versucht, ein ideales Date für ihren Abschlussball zu finden, der unter dem Motto „Vampire“ steht.

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Die meisten humoristischen Einlagen, bestehen darin, dass irgendjemandem ins Gesicht geschlagen wird. daneben gibt es Unmengen von Anspielungen auf popkulturelle Phänomene vergangener Jahre (interessiert sich noch jemand für die Kardashians?). Der beste visuelle Gag ist ein riesiger Kaktus, den Becca nach sporks mitbringt („Twilight“-Heldin Bella stammt aus Phoenix, Arizona). Und trotz der ständigen Seitenhiebe auf die Pro-Abstinenz-Einstellung der Originalserie gibt sich „Beilight – Biss zum Abendbrot“ genauso zugeknöpft. Nur eine Figur zieht sich aus – wahrscheinlich eine Vorsichtsmaßnahme, um in den USA die Freigabe ab 13 nicht zu gefährden, die notwendig ist, um das typische „Twilight“-Publikum erreichen zu können.

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Proske liefert eine amüsant treffsichere Nachahmung von Kristen Stewarts schlafwandelnder Bella, komplett mit ausdrucksloser Erzählstimme aus dem Off und schlechter Körperhaltung, aber sie ist gehandikapt durch ihre Fähigkeit, mehr als einen Gesichtsausdruck zur Schau zu stellen. Lanter hat es da leichter – seine Aufgabe als Edward besteht im Wesentlichen darin, zu starren und dafür zu sorgen, dass seine Frisur richtig sitzt. Für die lustigsten Momente sorgt Ken Jeong, der kurz vor Ende auftaucht. Aber selbst in einem scharlachroten Umhang und mit Perücke kann er die vorangegangenen 80 Minuten nicht vergessen machen.

„Beilight – Biss zum Abendbrot“ bietet genug erkennbare Anspielungen, dass sich eingefleischte „Twilight“-Fans, die über ein wenig Sinn für Humor verfügen, davon angesprochen fühlen können. Wer hingegen „Twilight“ nicht mag, sollte lieber auf YouTube surfen.

Fazit: Unnötige, weitgehend humorfreie Parodie langweiliger Filme, der wohl nur eingefleischte Fans und ganz einfache Gemüter etwas abgewinnen können.

Kylie Minogue wirkt in einem lesbischen Vampirfilm mit

Donnerstag, 22. Juli 2010

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kylie-minogue Kylie Minogue stößt zur Besetzung eines Filmes über lesbische Vampire. Das wäre eine aufregende Sache, wäre das nicht schon in „Twilight“ thematisiert worden, obwohl ich persönlich der Ansicht bin, dass Edward ein reichlich seltsamer Name für eine Lesbe ist. Der film trägt den Titel „Jack and Diane“ und ursprünglich sollten einmal Olivia Thirlby und Ellen Page die Hauptrollen spielen. Letztendlich wurden zwei weniger bekannte Darstellerinnen engagiert, nämlich Riley Keough (Elvis Presleys Enkelin) und Juno Temple.

Das Ganze ist eine lesbische Liebesgeschichte zwischen einer Werwölfin und einer Vampirin, beide im Teenageralter. Hier eine kurze Inhaltsangabe:

Jack und Diane, zwei lesbische Teenager, treffen in New York City aufeinander und verbringen die Nacht mit leidenschaftlichem Küssen. Dianes gewinnende Unschuld beginnt langsam, Jacks hartes Herz zu erweichen. Aber als Jack erfährt, dass Diane das Land in einer Woche verlassen wird, ersucht sie sich von ihr zu trennen. Diane muss darum kämpfen, ihre junge Liebe am Leben zu erhalten, und gleichzeitig versuchen, ein dunkles Geheimnis zu verbergen – ihr erwachendes sexuelles Verlangen führt bisweilen dazu, dass sie sich in einen Werwolf verwandelt.

Es ist nicht ganz klar, wie und wo Kylie Minogue in diese Geschichte hineinpasst, aber die NY Post bestätigt, dass sie eine „stark tätowierte Lesbe“ spielen wird. Lassen Sie uns hoffen, dass sie auch richtige Vampirzähne haben wird, obwohl das ganze sicher vor zehn Jahren, als sie noch so etwas wie eine Sexbombe war, viel aufregender gewesen wäre. Heutzutage würde ich fast lieber Betty White in so einer Rolle sehen.

Was auch immer „Jack and Diane“ sein wird, es kann nur besser sein als das hier:

 

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Eclipse – Bis(s) zum Abendrot

Freitag, 16. Juli 2010

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Eine Spur besser als die ersten beiden Teile, aber immer noch meilenweit entfernt von einem guten Film

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Originaltitel: The Twilight Saga: Eclipse
Herstellungsland: USA 2010
Regie: David Slade
Drehbuch: Melissa Rosenberg, basierend auf dem Roman von Stephenie Meyer
Darsteller: Robert Pattinson, Kristen Stewart, Taylor Lautner, Bryce Dallas Howard, Anna Kendrick, Michael Welch, Christian Serratos, Jackson Rathbone, Ashley Greene, Peter Facinelli, Kellan Lutz

Und nun geht also die Parabel von der keuschen holden Maid weiter…und weiter. Das Epos der ungeöffneten Dose wird fortgesetzt. Wenn der Abspann des dritten „Twilight“-Filmes zu rollen beginnt, nach mehr als zwei Stunden, hat sich noch immer nichts daran geändert. Im vergleich zu dem jungfräulichen Highschool-Mädchen Bella Swann wirkt Doris Day wie ein betrunkene Nymphomanin aus der Hölle.

Bella (Kristen Stewart) ist noch immer bis über beide Ohren in ihren Traumprinzen/Vampir Edward Cullen verliebt. Dieser wird von Robert Pattinson gespielt, der unattraktive Koteletten, beige Kontaktlinsen und zunehmend ungepflegtes Haar hat und wie eine Art schüchterner, untoter Elvis wirkt. Aber ihr wird natürlich auch noch von einem attraktiven Werwolf namens Jacob (Taylor Lautner), einem unbekümmerten Individuum, das nie ein Hemd trägt und tiefe Gefühle für sie hegt, der Hof gemacht. Beide, Edward und Jacob, sind ritterlich genug, sie nicht unter Druck zu setzen, denn sie wissen, dass Bella für den Fall, dass die Beziehung körperlich werden sollte, ihre menschliche Identität aufgeben und sich mit Leib und Seele ihrem Zukünftigen überantworten muss. Und ein scheinheiliger Kompromiss, wie der, durch den Ex-Präsident Bill Clinton technisch gesehen „Beziehungen“ mit Monica Lewinsky vermied, ist nicht möglich. Bis jetzt konnte sich Bella nicht überwinden, den folgenschweren Schritt zu tun, aber sie mag Edward auf jeden Fall lieber als Jacob.

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Zu Beginn des dritten Teiles scheint sie die Absicht zu haben, Edward noch warten zu lassen, allerdings nur noch bis zu ihrem Highschool-Abschluss. Aber dann ändern sich die Dinge. Edward macht ihr einen Heiratsantrag, weshalb der Zeitpunkt weiter in die Zukunft verschoben wird. Nun ist er bereit zu warten, bis sie Mr. und Mrs. Cullen sind. Wer weiß schon, ob es nicht noch viel mehr Ausreden geben wird, um einen Aufschub der „bösen“ Stunde zu erreichen? Vielleicht wird sie Edward warten lassen, bis sie mit dem College fertig ist, bis sie ihren Doktor gemacht hat, bis sie Anwältin geworden ist oder bis er seine erste Prostatauntersuchung hinter sich hat. Oder sie wird nachgeben und ihn irgendwann im vierten („Breaking Dawn Teil 1“, voraussichtlich 2011) oder fünften („Breaking Dawn Teil 2“, irgendwann 2012) „Twilight“-Film ranlassen. Ich kann nur hoffen, dass die Erwartungen dieser beiden Leute ans erste Mal bis dahin nicht unrealistisch hoch geworden sind.

Die neueste Krise in Bellas emotionalem und nichtsexuellem Leben fällt mit schlimmen Ereignissen in Seattle zusammen. Ein grotesker Serienmörder ist anscheinend dabei, die lokale Bevölkerung zu dezimieren: Vorkommnisse, die Bellas geschiedener Vater, ein Polizist, müßig in der Zeitung verfolgt, während er vielleicht ein kühles Bier geniest. Man sieht eine leere Dose auf dem Kaffeetisch, was wohl bedeutet, dass er einsam ist, aber nicht allzu sehr.

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Aber wir wissen, dass der Schuldige streng genommen kein Mensch ist. Eine Horde „neugeborener“ Vampire läuft Amok, und zwar unter dem Einfluss der rothaarigen Viktoria (diesmal von Bryce Dallas Howard gespielt), die nur noch auf Rache aus ist, seit Edward ihren Liebsten, James, im letzten Film tötete. Diese schreckliche neue Gruppe von Vampiren dürstet danach, Bella zu vernichten. Deshalb müssen sich die Vampire und die Werwölfe, Team Edward und Team Jacob, zusammenraufen, um die Eindringlinge abzuwehren und Bella zu beschützen.

Es gibt da eine faszinierende Szene, in der, nachdem sie Bellas Geruch genutzt haben, um die Neugeborenen zu einem bestimmten strategisch vorteilhaften Teil des Waldes zu locken, wo der alles entscheidende Kampf stattfinden soll, Jacob sie auf seinen starken Armen durch den Wald tragen muss, um ihren Körpergeruch zu überdecken – glaube ich -, und Bella sich an ihn schmiegt. Dies sieht verdächtig nach einer weiteren Entschuldigung für nichtsexuellen Körperkontakt aus.

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Es ist zu einem Gemeinplatz geworden, festzustellen, dass die Liebesbeziehungen zwischen Vampiren und anderen Kreaturen in „Twilight“-Büchern und –filmen als Metapher für Enthaltsamkeit und Verweigerung dienen. Immer und immer wieder pflanzen sich Edward und Jacob voreinander auf; immer und immer wieder werfen sie einander vernichtende Blicke zu. Irgendwie passiert es, dass sie gemeinsam auf dem abgelegen Berg campieren, noch dazu alle drei in einem Zelt, und während Bella sittsam ein wenig schläft, verhöhnen die beiden Alpha-Männchen einander. „Ich gehe Dir wirklich unter Deine eiskalte Haut, oder etwa nicht?“ stößt Jacob hervor. „Wären wir nicht von Natur aus Feinde, könnte ich dich beinahe mögen“, murmelt Edward.

Oh, mein Gott, die Spannung zwischen den beiden könnte man mit einem Messer schneiden. Später findet Jacob heraus, dass Edward mit Bella verlobt ist, was ihn verständlicherweise die Fassung verlieren lässt. Das Publikum darf sich fragen, ob seine Gefühlslage nicht doch ein wenig verworrener ist. Hätte jemand wie E Annie Proulx oder Larry McMurtry diese Geschichte ersonnen, müsste Jacob wahrscheinlich nach seiner Rückkehr von dem Berg irgendeinen wenig erfüllenden Viehtreiberjob annehmen, während Edward im Landmaschinenhandel von Bellas Vater arbeitet. Hier kämpfen sie weiter mit den Rollen, die ihnen die Gesellschaft aufgezwungen hat. Diese Vampirgeschichte war im ersten Teil erfrischend neuartig: jetzt, da die Filme vier und fünf gedreht werden, scheint es an der Zeit, den Holzpflock zu schärfen.

Fazit: Es wird viel über Gefühle geredet, aber wenigstens gibt es dank der „neugeborenen“ Vampire diesmal auch ein wenig Action, so dass man nicht ganz ins Koma fällt.

 

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Wolfman (2010) – Mittelprächtiges Remake eines Klassikers

Freitag, 12. Februar 2010

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Originaltitel: The Wolfman
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: Andrew Kevin Walker, David Self (basierend auf dem Drehbuch von Curt Siodmak aus dem Jahre 1941)
Darsteller: Benicio del Toro, Anthony Hopkins, Emily Blunt, Hugo Weaving, Simon Merrells

Selbst ein Film, der hohe künstlerische Ambitionen hat und dessen Voraufführungen – dem Thema entsprechend - mitten in der Nacht stattfinden, kann zum Problem werden, wenn sich die Fans beschweren und das Studio kalte Füße bekommt.

Das zumindest ist die Lehre, die aus dem Remake des Klassikers „The Wolf Man“ (Universal Studios 1941) gezogen werden muss, einem Film, der mehr Verwandlungen durchgemacht hat als Lon Chaney Jr.

Der Regisseur wurde kurz vor Drehbeginn ausgetauscht. Das Drehbuch wurde umgeschrieben. Dann, nach ersten enttäuschenden Voraufführungen, wurden kostspielige Nachdrehs angeordnet. Unterschiedlichste Angaben zu Filmlänge, Musik - ja selbst zum Make-up - machten die Runde.copyrightjps2010_2

Das ist mit Sicherheit nicht die Publicity, die sich ein Studio erhofft. Und bei Universal, wo man hofft, die verschiedenen Monsterklassiker wiederzubeleben, war man ob der Spekulationen in unzähligen Blogs alles andere als erfreut. Aber das Lustige an der Sache ist, dass all die schlechte Presse geholfen hat, die hochgesteckten Erwartungen ein wenig zu dämpfen.

Falls Sie nun in der Erwartung eines mittleren Desasters ins Kino gehen, könnte es tatsächlich passieren, dass sie positiv überrascht werden.

wolfman_bdt Solange sich die Macher eng an das Original aus dem Jahre 1941 anlehnen, kann „Wolfman“ mit Fug und Recht als guter film bezeichnet werden. Der verlorene Sohn Lawrence Talbot (Benicio del Toro) kehrt nach jahrelangem Aufenthalt in Amerika in seine englische Heimat zurück, um seinem Vater (Anthony Hopkins) nach einer Familientragödie beizustehen. Eines Nachts wird Lawrence von einem seltsamen, monströsen Tier gebissen.

Um dann, einen Vollmond später, selbst zum Tier zu werden.

Die Qualität lässt in dem Moment nach, da man sich einbildet, den Klassiker „verbessern“ zu müssen. Die Handlung ins viktorianische Zeitalter zurückzuversetzen, ist keine schlechte Idee; einen waschechten Inspektor von Scotland Yard (Hugo Weaving) einzuführen (dieselbe historische Figur, die schon durch „From Hell“ mit Johnny Depp stolperte) hingegen schon.

Auch der Ausbau des Werwolfmythos ist nicht gerade gelungen, geschweige denn notwendig. Die Zigeunerkarawanen gibt es nach wie vor, aber diesmal scheint der Fluch seinen Ursprung irgendwo auf dem Subkontinent zu haben, und zwar im Biss eines „seltsamen wilden Kindes“ – eines gnomartigen kleines Kerls, der wie Gollums hässlicher Bruder aussieht.

Das kann nicht gerade als Verbesserung der Originalgeschichte bezeichnet werden. Und der gesamte zweite Akt macht die Sache nicht besser. Da wird der verfluchte Lawrence Talbot nach London gebracht, wo man in psychiatrisch „heilen“ (und ihm Elektroschocks versetzen) will. Ihm gelingt jedoch die Flucht über die Dächer, woraufhin er mehrere hundert Meilen nach Hause wandert.

wolfman1b Aber Rick Bakers Design des Werwolfs - eine gelungene Mischung aus seinen eigenen für „American Werewolf“ kreierten Verwandlungseffekten und Roy Ashtons Make-up für Oliver Reed in „Der Fluch von Siniestro“ – ist einfach grandios. Dasselbe gilt für Rick Heinrichs´ Produktionsdesign, das ähnlich wie seine Bauten für Tim Burtons „Sleepy Hollow“ gekonnt de Atmosphäre der großen Horrorklassiker beschwört.

Benicio del Toro in der Rolle des gepeinigten und getriebenen Lawrence Talbot liefert, wie gewohnt, eine hervorragende Leistung ab. Allfällige Schwächen in der Charakterisierung der Hauptfigur sind zweifelsohne dem Drehbuch anzulasten. Emily Blunt ist hinreißend als seine schöne Beute. Den meisten Spaß hat, wie üblich Anthony Hopkins, der in der Rolle des strengen Oberhaupts der Familie Talbot das Maximum aus seinen Auftritten herausholt.

Weniger überzeugend ist die Regiearbeit von Joe Johnston, einem altgedienten Gestalter visueller Effekte (er begann seine Karriere mit der Arbeit am allerersten „Krieg der Sterne“-Film). Obwohl er schon seit vielen Jahren eigene Filme dreht (zum Beispiel den etwas altmodischen, aber gelungenen „Rocketeer“), scheint er noch immer mehr auf Effekte und technische Spielereien zu vertrauen als auf die Kraft seiner Bilder. In „Wolfman“ sieht man dutzende Aufnahmen von computergenerierten Nebelschwaden, aber die Bildsprache ist geradezu altbacken.

wolfman_eblunt Auch von Dramatik ist wenig zu bemerken; die Familienkonflikte, die das Herz der Geschichte bilden, werden nie richtig thematisiert. „Wolfman“ ist nicht Tennessee Williams oder Eugene O´Neill, aber die Anspielungen auf Alpha-Männchen-Dominanz, unterdrückte sexuelle Spannungen, zwanghaftes Verhalten und Vater-Sohn-Fehden waren immer vorhanden. Johnston läuft so rasch von all dem davon, dass man meinen könnte der Werwolf sei hinter ihm her.

Die meisten Fans von Monsterfilmen wird das selbstverständlich nicht weiter stören und sie werden vielleicht nach den negativen Presseberichten auch gar nichts anderes erwarten. Sie werden sich einfach freuen, wieder nebelige Wälder, murmelnde Zigeuner, gefletschte Zähne und herausgerissene Eingeweide zu sehen. Und einen neuen Wolfmenschen. Wenigstens sein Haar ist perfekt geworden...

Fazit: Großartige Darsteller in einem mittelprächtigen Remake eines der großen Klassiker des Horrorkinos. Die Dramatik und Tragik der Geschichte kommen neben den gelungenen Effekten ein bisschen zu kurz. immerhin um Klassen besser als “Twilight”. 

Das Original:



 

Twilight: New Moon – Biss zur Mittagsstunde

Freitag, 27. November 2009

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Originaltitel: The Twilight Saga: New Moon
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Chris Weitz
Darsteller: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, Ashley Greene, Peter Facinelli, Elizabeth Reaser, Kellan Lutz, Nikki Reed

Gleich vorneweg möchte ich festhalten, dass ich den ersten Teil der „Twilight“-Saga gesehen und als Film recht annehmbar gefunden habe, auf jeden Fall um einiges erträglicher als dieses Machwerk. Dies nur, um zu zeigen, dass ich sehr wohl in der Lage bin, Filme die nicht ganz meinem Geschmack entsprechen, zu verstehen und zu würdigen. Deshalb hoffe ich, dass zumindest einige von Ihnen auf mich hören werden, wenn ich ihnen erzähle, dass „Twilight: New Moon“ ein nachlässig inszenierter, unerträglich melodramatischer und gehirnerweichender Haufen Mist ist, und darauf verzichten, ihr schwer verdientes Geld zum Fenster hinauszuwerfen.

Ich gebe auch gerne zu, dass ich mich wirklich bemüht habe, die Romane von Stephenie Meyers zu lesen, aber nie über die ersten 50 oder 60 Seiten hinausgekommen bin, weil sowohl ihr Stil als auch die Geschichte im besten Fall erträglich ist, über weite Strecken aber stark an den Kitsch erinnert, den man in Groschenromanen findet. Mir war das Gesülze bald zu dumm, weshalb ich die Bücher weitergeschenkt habe, aber ich kann mir gut vorstellen, dass pubertierende pickelgesichtige Mädchen darin etwas von ewig währender, romanischer Magie entdecken mögen. Um „Twilight“-Leser, die die Pubertät schon ein paar Jahre hinter sich gelassen haben, muss man sich allerdings Sorgen machen…copyrightjps

Der erste Film war leidlich unterhaltsam, nicht zuletzt deshalb, weil Regisseurin Catherine Hardwicke es verstanden hat, dem Zuschauer begreiflich zu machen, welch enorme Wirkung die erste große Liebe auf die psychische Verfassung eines Mädchens haben kann. Ihre Interpretation der Beziehung zwischen Bella und Edward ist erfüllt von einer überbordenden, bläulich schimmernden Pracht, die der Romanze einen hypnotischen und fast jenseitigen Touch verleiht. Deshalb ist es mehr als schade, dass Frau Hardwicke nicht auch den zweiten Teil der Saga inszenieren durfte. Und noch mehr zu bedauern ist, dass statt ihr der uninspirierte Handwerker Chris Weitz mit dieser Aufgabe betraut wurde. Da kann es kaum verwundern, dass „New Moon“ über weite Strecken blutleer und langatmig daherkommt und es dem Film an der Kunstfertigkeit mangelt, mit der Catherine Hardwicke den ersten Teil zu einem doch recht ansehnlichen Streifen gemacht hat. Dass auch von ihrem Einfühlungsvermögen in das Seelenleben junger Mädchen nichts übrig geblieben ist, schmerzt ebenfalls.

Twilight_2_New_Moon_Biss_zur_Mittagsstunde_03 Im ersten Teil wurden die blasse Bella (Kristen Stewart) und der unter Beißhemmung leidende Vampir Edward (Robert Pattinson) zu dem Kinoliebespaar des Jahres. Doch schon zu Beginn von „Twilight: New Moon – Biss zur Mittagsstunde“ wird das junge Liebesglück getrübt, denn Bella feiert ihren 18.Geburtstag bei den Cullens, der vampirischen Verwandtschaft ihres Angebeteten. Beim Öffnen eines Geschenkes ritzt sie sich ihren Finger am Papier, das austretende Blut lässt einige der Anwesenden schier ausrasten vor Gier. Im letzten Moment kann Edward dazwischen gehen und seine Geliebte retten, aber ihm ist klar, dass er sie unmöglich rund um die Uhr beschützen kann. Beim überaus melodramatischen Waldspaziergang erklärt er ihr: „Unsere Liebe hat keine Zukunft, dies ist ein Abschied für immer.“ Daraufhin verschwindet er mitsamt seiner Familie nach Italien.

In den folgenden Monaten durchleidet Bella Höllenqualen, denn ohne ihren Edward erscheint ihr alles sinnlos. Am liebsten würde sie ihrem Leben ein Ende setzen. NewMoon_scene_05 Doch da ist ja noch der nette Jacob (Taylor Lautner), der sich nicht ganz uneigennützig um Bella kümmert, wobei er immer wieder seinen athletischen Körper zu präsentieren versteht. Wie nicht anders zu erwarten, hat auch diese sich anbahnende Liebesgeschichte einen Haken, den Jacob ist ein Werwolf, und Werwölfe – hier das „Wolf Pack“ - sind seit Jahrhunderten unversöhnliche Feinde der Vampire. Als dann auch noch Bella durch die Vermittlung von Alice (Ashley Greene), der Schwester ihres Geliebten, wieder mit Edward zusammenfindet, scheint der Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen unvermeidlich. Bella steht zwischen den Fronten. Wird sie dem Vampirclan treu bleiben, oder wird sie für ihre neue Liebe Jacob Partei ergreifen?

„Twilight: New Moon“ wurde wie schon der erste Film von Melissa Rosenberg für die Leinwand adaptiert, die auch die Fernsehserie „Dexter“ als Hauptschreiberin und Executive Producer betreut. Leider stützt sich ihr Drehbuch, wie auch schon das zum ersten Teil, viel zu sehr auf die melodramatischen Elemente von Stephenie Meyers´ Romanen, was wohl verständlich ist, wenn man bedenkt für welches Publikum die Werke in erster Linie gedacht sind. Wenigstens hat sie ein Händchen für die oft unbeholfenen Gespräche zwischen Jugendlichen und verzichtet auf die augenzwinkernden popkulturellen Anspielungen, wie man sie etwa von Diablo Cody („Jennifer´s Body“) gewohnt ist.

Leider, leider übertreibt es Frau Rosenberg mit den melodramatischen Anwandlungen allzu sehr. Offenbar traut sie den Zuschauern nicht zu, die sich entspinnenden Romanzen von sich aus zu verstehen, weshalb sie zu oft zum Holzhammer greift, anstatt es bei Andeutungen bewenden zu lassen. Noch viel schlimmer ist allerdings, dass sie allzu oft zum Hilfsmittel des Erzählers aus dem Off Zuflucht nimmt und Dinge erklärt, die gezeigt werden sollten. Schließlich ist das ein Film...

Die Hauptschuld an dem filmischen Desaster trägt aber ohne Zweifel Regisseur Chris Weitz, dessen Interpretation der Welt von „Twilight“ eindimensional und blutleer erscheint. Irgendwie wirkt „New Moon“ wie ein überlanger Pilotfilm zu einer Fernseh-Soap. Die Bildsprache ist einschläfernd; zwar ist der Film schön anzusehen, aber es ist eine Ästhetik ohne Tiefgang, ohne Gefühl – man hat mehr oder weniger ein filmisches Hochglanzmagazin vor sich. Das blasse Blau von „Twilight“ macht in „New Moon“ leuchtendem Gelb und Gold Platz, und diese in Hochglanz erstrahlende Farbpalette (besonderer „Dank“ gebührt hier Kameramann Javier Aguirresarobe) will so gar nicht zum Inhalt der Geschichte passen.

New_Moon_Biss_zur_Mittagsstunde_01 Eine weitere Schwäche des Films liegt darin, dass Spezialeffekte in den Szenen, in denen sich die jungen Männer in Werwölfe verwandeln, nicht gerade zu überzeugen vermögen, obwohl gerade diese Szenen den Zuschauer in Erstaunen versetzen sollten. Regisseur Chris Weitz gab zu verstehen, dass er und sein Effektteam (angeblich auf Zureden von Stephenie Meyers) entschieden hätten, die Metamorphose der Werwölfe spontan vonstatten gehen zu lassen, aber das wirkt irgendwie billig. Das Design der Werwölfe wirkt, in der kurzen Zeit, die sie zu sehen sind, seltsam uninspiriert, geradezu altbacken – aus „Underworld“ und ähnlichen Filmen ist man besseres gewohnt.

Die schauspielerischen Leistungen der drei Hauptdarsteller pendeln zwischen schwach und erbärmlich. Besonders Kristen Stewarts Darstellung ist  erschreckend eindimensional. Sie scheint nur drei Gesichtsausdrücke in ihrem Repertoire zu haben: stumpf, verwirrt und ängstlich. Im ersten Teil hat das ausgereicht, zumindest eine Stunde lang. Catherine Hardwicke dürfte es, anders als ihr Kollege Chris Weitz, verstanden haben, die Stewarts irritierenden und zur Wiederholung neigenden Tendenzen in Stewarts Schauspielerei im Zaum New_Moon_Biss_zur_Mittagsstunde_06 zu halten. Tut mir Leid, aber der jungen Dame steht einfach kein ausreichendes schauspielerisches Arsenal zur Verfügung; ihre ärgerlichen Affektiertheiten (wenn mich meine Erinnerung nicht ganz im Stich lässt, gibt es einige Szenen, in denen es aussieht, als würde ihr Haar für sie spielen) erwecken den Eindruck, als fühle sie sich vor der Kamera nicht wohl. Robert Pattinson, der neue Mädchenschwarm, wirkt in so gut wie jeder Szene hölzern und hat nicht die geringste Ausstrahlung. Er hat nur einen einzigen Ausdruck zu spielen - grüblerisch und ernst -, und den hält er bis zum bitteren Ende durch. Lautner ist ebenso flach unterwegs; er verfügt nicht über das schauspielerische Rüstzeug, die Verwandlungen, die die Figur des Jacob durchmacht, auch nur annähernd glaubwürdig darzustellen. Statt der drei Hauptdarteller hätte man phasenweise genauso gut Pappfiguren vor der Kamera platzieren können. Am ehesten vermag noch Michael Sheen als Mitglied der vampirischen „Regierung“ zu überzeugen, doch leider ist ihm nur eine kleine Rolle beschieden.

Viel wurde darüber geredet, dass dieser Film der Anfang eines Liebedreiecks zwischen Bella, Edward und Jacob sein würde, aber leider hat dieses Dreieck lauter stumpfe Ecken. Hier wird nicht einmal ansatzweise die Tiefe und Dramatik des Beziehungsgeflechts zwischen Buffy, Angel und Spike erreicht. Mit besseren Schauspielern in den Hauptrollen hätte vielleicht mehr daraus werden können, aber so weckt das Ganze nur Erinnerungen an einige schlechte Episoden von „Beverly Hills 90210“. Und da die Dynamik zwischen den drei Figuren, die den Aufhänger für „New Moon“ darstellt, nicht funktioniert, fällt der ganze Film in sich zusammen.

Auch wurde darauf hingewiesen, dass in „New Moon“ der Horizont gegenüber dem Vorgänger um einiges weiter gesteckt ist, vor allem, weil etliche Figuren nach Italien reisen. Aber leider hat Regisseur Weitz wenig aus diesem Ortswechsel gemacht. Die Außenaufnahmen wirken so anonym, dass man sie überall hätte filmen können. Die meiste Zeit läuft Bella nur durch irgendwelche europäischen kopfsteingepflasterten Straßen. Solche Szenen muss man mit Leben erfüllen, sonst kann man sie gleich im Studio drehen – das hätte sicher ähnlich ausgesehen.

twilight_new_moon  „New Moon“ ist alles andere als ein Meisterwerk. Allzu gewöhnlich wirkende, lieblos fotografierte Landschaften wechseln sich ab mit zu Recht „talking heads“ (sprechende Köpfe) genannten Großaufnahmen. Diese Art Ästhetik gehört in Seifenopern, nicht auf die große Kinoleinwand. Dazu kommen Dialoge auf Grundschulniveau und unterdurchschnittliche Werwolf-Animationen, die den negativen Eindruck noch verstärken. Pubertierende Mädchen beiderlei Geschlechts werden dennoch in Scharen in diesen vor Kitsch und Klischees nur so triefenden Film strömen und zwei Stunden lang vor Vergnügen weinen und kreischen.

Fazit: Langweilig, blutleer, eine Orgie an Kitsch und Klischees, kurz: ein Film, den man meiden sollte, wie der Vampir das Licht. 13-jährige Mädchen werden ihn trotzdem zu einem Riesenerfolg machen, weshalb noch zwei weitere „Twilight“-Filme auf uns zukommen werden.

 

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