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„Ghost“ goes to Japan (Trailer)

Montag, 4. Oktober 2010

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ghost-japan-remake Die Zeiten haben sich geändert, Hollywood! Es ist nicht länger so, dass Ihr Geistergeschichten über gruselige Mädchen aus Japan stehlt. Jetzt fabriziert Japan Remakes eurer übersinnlichen Filme. Hier ist der Trailer für das japanische Remake (mit vertauschten Rollen!) des Patrick-Swayze-Films „Ghost“, selbstverständlich inklusive der erotischen Töpfer-Szene.

„The Romantics“: Der erste Trailer wirft viele Fragen auf

Dienstag, 10. August 2010

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the-romantics-anna-paquin Der erste Trailer für „The Romantics“ ist dank Apple seit einigen Stunden online. In dem Film mit Katie Holmes, Josh Duhamel, Anna Paquin, Malin Akerman, Candice Bergen und Elijah Wood in den Hauptrollen dreht sich alles um eine Hochzeit, bei der sieben Freunde nach etlichen Jahren wieder aufeinander treffen, bei der aber auch bald ein Konflikt aufbricht, weil sowohl die Braut als auch die Brautjungfer den Bräutigam lieben. Der Trailer scheint jedoch mehr Fragen aufzuwerfen als zu beantworten.

Der Trailer erklärt zwar den Inhalt recht gut, aber es bleibt unklar, ob es sich bei dem Film um eine Komödie oder ein Drama handelt. Die IMDb-Seite suggeriert beides, aber wo sind die lustigen Momente? Außerdem, wenn Sie wissen, dass eine emotionale Beziehung zwischen dem Mann, den Sie heiraten werden, und einer alten Freundin besteht, warum laden Sie diese dann zur Hochzeit ein? Elijah Woods Charakter nennt Anna Paquin den Fluch von Katie Holmes´ Leben. Und wenn das stimmt, warum erscheint dann Holmes überhaupt auf der Hochzeit? Hoffentlich wird der Film mehr licht in diese Angelegenheit bringen…

„The Romantics“ kommt am 10. September in den New York und Los Angeles in die Kinos. Zum Inhalt:

Sieben enge Freunde, alle Mitglieder einer eklektischen College-Clique, kommen wieder zusammen, weil zwei aus ihrer Mitte den Bund fürs Leben schließen wollen. Laura (Katie Holmes) ist die Brautjungfer ihrer besten Freundin, der wunderbaren Lila (Anna Paquin). Die beiden Frauen wetteiferten lange um die Gunst des Bräutigams (Josh Duhamel). Am Abend vor der Hochzeit werden Freundschaften und Bündnisse auf die Probe gestellt und das Liebesdreieck spitzt sich zu, als die angetrunkenen Freunde in der nahen Brandung herumtollen und ans Ufer zurückkehren… ohne den Bräutigam. Basierend auf dem Roman der Produzentin, Schriftstellerin und Regisseurin Galt Niederhoffer ist „The Romantics“ eine Zeitgeist-Liebesgeschichte und eine Generationenkomödie, die das Genre wiederbelebt und die Kameraderie der Jugend einfängt.

Das Leuchten der Stille

Samstag, 8. Mai 2010

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Diese langatmige Bestsellerverfilmung ist arm an echten Gefühlen

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Originaltitel: Dear John
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Lasse Hallström
Drehbuch: Jamie Linden, basierend auf dem Roman von Nicholas Sparks
Darsteller: Amanda Seyfried, Channing Tatum, Richard Jenkins, Henry Thomas, D. J. Cotrona, Cullen Moss

„Das Leuchten der Stille“ möchte eine moderne Version des besonders in der viktorianischen Zeit sehr beliebten Briefromans sein, in dem die Handlung durch lange, zwischen den Protagonisten ausgetauschte Briefe vorangetrieben wird.

Zu dumm, dass das Ganze soviel Substanz hat wie eine Postkarte.

Channing Tatum, der immer den Eindruck erweckt, als würde er- allerdings vergeblich - nach einem besseren Projekt Ausschau halten, das irgendwo in der Ferne auf ihn wartet, spielt John, einen Helden aus einer Spezialeinheit, der sich zwecks Erholung in der Heimat aufhält.

Amanda Seyfried, die aussieht wie ein leicht böser Engel, ist Savannah, eine wahre Traumfrau (ihr einziger Fehler? Sie denkt „schmutzige“ Wörter, wenn sie zornig wird), die die Frühjahrsferien zu Hause verbringt.

Die beiden treffen einander, sie umwerben einander, sie küssen einander auf äußerst photogene Weise.

Und dann ist plötzlich 9/11.

Um dem Film Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, er beutet diese amerikanische Tragödie nicht exzessiv aus. Es gibt keine Szene, die jener in „Pearl Habor“ vergleichbar wäre, in der Kate Beckinsale, nachdem sie sich über die kurz zuvor erfolgte Trennung von ihrem Freund ausgelassen hat, mit großer Geste auf die brennenden Ruinen weist und jammert. „Und dann passierte das!“

Aber als die Türme fallen, meldet sich John sofort wieder zum Dienst. Savannah sitzt allein zu Hause und verzehrt sich nach ihm. Und ihre perfekte Beziehung – nun ja, wenn sie die alten G.I.-Filme kenne, dann wissen sie, was jetzt kommt.

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„Das Leuchten der Stille“ wurde von Lasse Hallström inszeniert, der einst ein interessanter Regisseur war („Mein Leben als Hund“, „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“), ehe er eine Art Liebling von Miramax wurde, als es noch ein Miramax gab und man dort einen gefügigen Filmemacher brauchte, der bereit war, unpersönliche Prestigeprojekte in die Kinos zu bringen.

Das bedeutete für ihn einen Schritt vorwärts in Sachen Ruhm, war aber seinem künstlerischen Schaffen nicht gerade zuträglich. Hallström wurde zur Anlaufstelle für langweilige Filme mit Oscarambitionen – „Gottes Werk & Teufels Beitrag“, „Chocolat“, „Ein ungezähmtes Leben“. Und genau wie die Preise, die sie anstrebten (und bisweilen gewannen), waren sie nur vergoldet.

Zuletzt war seine Karriere ins Stocken geraten, aber nun meldet er sich zurück mit dieser zuckersüßen Romanze, die - wie auch der jüngst angelaufene Film „Mit Dir an meiner Seite“ mit Miley Cyrus - auf einem Roman von Nicholas Sparks basiert. Und Regisseur Hallström wendet wieder seine alten, längst schon langweilig gewordenen Tricks an. Alles ist präzise in Szene gesetzt, nett ausgeleuchtet, perfekt gefilmt und unglaublich künstlich.

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Obwohl es hie und da so etwas wie Anzeichen von Leben gibt, sind diese ausschließlich zwei Nebendarstellern zu verdanken.

Der eine ist Richard Jenkins, der sehr begabte alte Hase, der im vergangenen Jahr einen wunderbaren und hochverdienten Moment im Rampenlicht genießen durfte, als seine Leistung in „Ein Sommer in New York – The Visitor“ mit einer Oscarnominierung bedacht wurde. Hier spielt er Johns Vater, einen zurückgezogen lebenden Münzsammler, der an einer leichten Form von Autismus leidet. Jenkins versteht es, mit minimalem Aufwand – in einer Szene sind nur sein Hinterkopf und eine hand zu sehen – sehr viel zu vermitteln.

Der andere ist Henry Thomas, der sich, obwohl er immer als der kleine Junge in „E.T.“ in Erinnerung bleiben wird, im Laufe der Jahre zu einem hervorragenden Charakterdarsteller mit bisweilen verstörender Präsenz und einer Vorliebe für eigenwillige Figuren entwickelt hat. Leider wurde ihm hier eine weniger interessante Rolle übertragen, aber auch er macht das Beste daraus und besonders in einer Szene gegen Ende spielt er mit einer Intensität, die der Film ansonsten schmerzlich vermissen lässt.

Aber diese beiden Darsteller sind die einzigen Höhepunkte in einem Streifen, der sein Möglichstes tut, um sie auf sein Niveau hinunterzuziehen.

Die von Henry Thomas verkörperte Figur dient letztendlich nur dazu, die Handlung voranzutreiben; der von Richard Jenkins gespielte Vater ist die Inspiration für den mit Abstand erbärmlichsten Satz des ganzen Filmes, wenn Savannah ihrem John so etwas ähnliches sagt wie: „Weißt Du, ich interessiere mich jetzt wirklich für das Unterrichten von Behinderten, seit ich so viel Zeit mit Deinem Vater verbracht habe!“ Na dann, vielen Dank.

All die verschiedenen Handlungsstränge werden schließlich in einer Reihe von schönen Vollmonden und weit hergeholten Seifenopernmomenten zusammengeführt. Aber leider nicht früh genug, als dass es einen noch interessieren könnte – zu diesem Zeitpunkt möchte man den Film längst nur noch an den Absender zurückschicken.

Fazit: Eine weitere kitschige und langweilige Nicholas-Sparks-Verfilmung. Reine Zeitverschwendung.

 

 

Mit Dir an meiner Seite – The Last Song

Samstag, 1. Mai 2010

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Wirklich traurige Angelegenheit, und zwar nicht nur die Geschichte

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Originaltitel: The Last Song
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Julie Anne Robinson
Drehbuch: Nicholas Sparks, Jeff Van Wie, basierend auf dem Roman von Nicholas Sparks
Darsteller: Miley Cyrus, Greg Kinnear, Bobby Coleman, Liam Hemsworth, Kelly Preston, Kate Vernon, Hallock Beals

Falls Sie sich gefragt haben sollten: Junge Mädchen kreischen noch immer beim Anblick von Miley Cyrus. Sie selbst werden wahrscheinlich auch das Bedürfnis zu kreischen empfinden, wenn auch aus anderen Gründen, sofern Sie das Pech haben sollten, einige von ihnen ins Kino begleiten zu müssen, um „Mit Dir an meiner Seite“ anzusehen, eine weitere rührselige Adaption eines Bestsellers von Nicholas Sparks.

Wie fast alle anderen Filme, die auf Büchern von Nicholas Sparks basieren – etwa „Nur mit Dir“, „Wie ein einziger Tag“ oder „Das Leuchten der Stille“ -, drückt auch „Mit Dir an meiner Seite“, wie unschwer aus dem Originaltitel zu ersehen, ziemlich auf die Tränendrüsen. Sofern Sie mitverfolgen, wie oft Wörter wie „Doktor“ und „Medikamente“ vorkommen, werden sie sehr schnell heraußen haben, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Sparks, der auch „Message in a Bottle – Der Beginn einer großen Liebe“ und „Das Lächeln der Sterne“ geschrieben hat, ist offenbar nicht zufrieden, solange sein Publikum nicht schluchzt.

„Mit Dir an meiner Seite“ ist ein geringfügiger Fortschritt gegenüber „Hannah Montana – Der Film“, in dem Miley Cyrus damit ringt, ob sie die Hannah hinter sich lassen soll, von der sie so prächtig lebt. Diese Mal lassen das Herumschwenken der Arme, die Glupschaugen und die gekünstelte Wildheit darauf schließen, dass sich Miley noch keineswegs von der Kunstfigur Hannah Montana gelöst hat. Sie spielt Veronica „Ronnie“ Miller, eine mürrische 17-jährige New Yorkerin, die den Sommer im malerischen Strandhaus ihres komponierenden Vaters (Greg Kinnear) verbringen muss. Begleitet wird sie von ihrem jüngeren Bruder (gespielt von dem erbarmungslos lebhaften Bobby Coleman).

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Ronnie lässt keine Gelegenheit aus, ihrem Vater Vorwürfe wegen seiner Trennung von ihrer Mutter (Kelly Preston) zu machen. Sie ist so gehässig, dass sie sich aufführt wie eine Dreizehnjährige und allen das Leben zur Hölle macht. Aber sie trinkt nicht, nimmt keine Drogen und hat keinen Sex. Sie ist lediglich so unerträglich, dass man sich schon nach wenigen Minuten wünscht, sie möge diejenige sein, die dem Tod geweiht ist.

Ronnie hat einen Ruf als musikalisches Wunderkind - sie spielte Klavier, hat es aber seit Jahren nicht mehr angerührt – und hat ein Stipendium für die renommierte Juilliard Akademie bekommen, weigert sich aber, dieses in Anspruch zu nehmen. Warum? Weil es das Drehbuch so will; es gibt keinen wirklichen Grund für ihre Entscheidung. Außerdem muss sie sich für den Schutz von Tieren interessieren und Tolstoi lesen. Sobald „Anna Karenina“ erwähnt wird, möchte man sich am liebsten selbst vor einen Zug werfen.

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Der Kuss eines Jungen veranlasst sie jedoch, diese übellaunige Teenager-Masche bleiben zu lassen. Dieser Junge ist Will (Liam Hemsworth), und er spielt Volleyball. Er hat nur 1% Körperfett. Er repariert Autos in der örtlichen Werkstatt. Er rettet er rettet als ehrenamtlicher Mitarbeiter einer Tierschutzorganisation Meeresschildkröten. Er ist reich. Und auch er wird möglicherweise in New York aufs College gehen.

Ihre Romanze steht unter keinem guten Stern. Eine von Wills Exfreundinnen versucht, Ronnie eifersüchtig zu machen. Der Snobismus seiner Familie schmerzt. Er hält zu viele wichtige Informationen zu lange zurück. Ein normales Mädchen wäre in der Lage, mit all dem vernünftig umzugehen. Ein normaler Junge würde die Beziehung beenden, solange sie noch nicht allzu weit gediehen ist. aber Will ist alles andere als normal.

last-song-miley-cyrus-movie-review Regisseurin Julie Anne Robinson tut ihr Bestes, um zu verhindern, dass alle Szenen, die vielleicht etwas tiefgründiger werden und zu Reflexionen Anlass geben könnten, zu mit kitschiger Musik untermalten Montagen verkommen. Innerhalb von nur 90 Sekunden prügelt sich Will auf einer Hochzeit, gerade geschlüpfte Babyschildkröten watscheln Richtung Meer, und eine Figur bricht plötzlich zusammen. Nicholas Sparks ist wahrlich kein Mann leiser Zwischentöne. Selbst eine nur oberflächliche Bekanntschaft mit seinen Büchern lässt einen glauben, dass er ein rührseliger Todesbesessener ist. Der Originaltitel „The Last Song“ zeugt jedenfalls nicht gerade von Erfindungsreichtum. Wer da sein letztes Liedchen trällert, müssen Sie schon selbst herausfinden. Das Finale lassen jedenfalls darauf schließen, dass der Autor dabei die Duschszenen von Soft-Pornos vor Augen gehabt haben muss.

Indem er den Tod ritualisiert, wird Sparks, dessen altbekannte Formel von Stränden gekoppelt mit schlechten nachrichten hier Schiffbruch erleidet, in zunehmendem Maße banal. Seine Charaktere sterben, weil ihm nichts anderes einfällt, das sie tun könnten. „Mit Dir an meiner Seite“ ist einer von jenen kleinkarierten Filmen, in denen die Protagonisten für ihre Fehler bestraft werden, indem sie an Krankenlagern wachen oder bei opulenten Hochzeitsfeiern servieren müssen. (Ein Mädchen, das von Obdachlosigkeit bedroht ist, könnte einfach ihre $500 Designersandalen verkaufen, um für zumindest einen Monat ein Dach über dem Kopf zu haben.)

Eine etwas überzeugendere Schauspielerin könnte den Film erträglicher machen, allerdings, um Miley Cyrus Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, nur eine Spur. Sie ist niedlich, egal ob sie lacht, weint oder ein lavendelfarbenes Kleid trägt. Es wäre nett, sie auch schauspielern zu sehen, aber dass scheint bei diesem Film von eher untergeordneter Wichtigkeit gewesen zu sein. Angeblich ist das der Film, in dem Miley ganz dramatisch wird. Wenn man unter „dramatisch“ schmollend, mürrisch und niedlich versteht, dann stimmt das sogar. Aber man hat nie das Gefühl, das sich hinter diesen großen braunen Augen eine Tragödie abspielt. Viel eher denkt Miley Cyrus an die nächste Shopping-Tour.

Fazit: „Mit Dir an meiner Seite“ ist so seicht und rührselig, dass wohl nur halbwüchsige Mädchen und eingefleischte Miley-Cyrus-Fans Gefallen daran finden werden.

 

Young Victoria

Montag, 26. April 2010

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Die junge Königin geht ihren eigenen Weg – für sich selbst und die Nation

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Originaltitel: The Young Victoria
Herstellungsland: UK 2009
Regie: Jean-Marc Vallee
Drehbuch: Julian Fellowes
Darsteller: Emily Blunt, Rupert Friend, Paul Bettany, Miranda Richardson, Jim Broadbent, Thomas Kretschmann, Mark Strong, Jeanette Hain

Liebhaber von Prunk, leerem Pomp und extravaganten historischen Details werden von „Young Victoria“ bestens bedient, einem optisch beeindruckenden und auf fast hinterhältige Weise fesselnden Film über das Liebeswerben von Königin Victoria und Prinz Albert. Der Streifen, in dem Emily Blunt die Königin und Rupert Friend ihren zukünftigen Gemahl Albert spielt, bringt zuwege, was die besten Historienromane schaffen: Er führt die Zuschauer so anmutig in Rituale, Gewohnheiten und Sprache einer anderen Ära ein (in diesem Fall das Jahr 1837, als Victoria im alter von 18 Jahren den Thron bestieg und bald darauf heiratete), dass sie gar nicht bemerken, wie viele Fakten sie absorbieren.

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„Young Victoria“ gebührt vor allem Lob für das Bemühen, das landläufige Image von Königin Victoria – das der fettleibigen, matronenhaften Witwe mit dem schwarzen Taschentuch auf dem Kopf – zu zerstreuen und den Zuschauern stattdessen eine verführerische junge Frau zu präsentieren, die über Esprit, Intelligenz und einen wachen Verstand verfügt. Emily Blunt, die bisher in erster Linie durch komödiantische Nebenrollen in Filmen wie „Der Teufel trägt Prada“ auf sich aufmerksam gemacht hat, strahlt in der Rolle der jungen Victoria, die als Erbin des britischen Throns von ihrer Mutter, der Herzogin von Kent (Miranda Richardson), in fast schon paranoid beschützerischer Manier erzogen wurde, wahrlich königliche Würde aus. Nicht einmal als Teenager durfte Victoria ohne Begleitung und Stütze eine Treppe hinuntergehen.

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Um einiges problematischer ist die Palastintrige, der Victoria von ihrer Mutter, einigen Onkeln und sogar ihrer Gouvernante ausgesetzt wird. Drehbuchautor Julian Fellowes („Gosford Park“) entwickelt die Machtspielchen mit anmutiger Sicherheit; aber so faszinierend Victoria und ihre politische Erziehung auch sein mögen, es ist Albert, der sich im Laufe von „Young Victoria“ als die sympathischste Figur herauskristallisiert. Vom Liebeswerben über Schachspiele bis hin zu des Prinzen Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung nach der Eheschließung, immer erweist sich Albert als ungewöhnlich aufgeklärter romantischer Held, der das Herz seiner Angebeteten gewinnt, indem er sie als gleichberechtigt behandelt.

Fazit: „Young Victoria“ mag mit Unmengen an Details über die faszinierenden Protagonisten aufwarten, verkommt aber nie zu einem Lehrstück in Sachen Geschichte: Es ist vielmehr eine optisch beeindruckende, über weite Strecken unterhaltsame Zeitreise. Wer sich fürs englische Königshaus begeistern kann, sollte diesen Film nicht verpassen.

 

 

Chloe – Remake eines französischen Erotikthrillers

Freitag, 23. April 2010

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Eher lächerlich als erotisch knisternd

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Originaltitel: Chloe
Herstellungsland: USA/CDN 2009
Regie: Atom Egoyan
Drehbuch: Erin Cressida Wilson, basierend auf dem Drehbuch zu „Natalie“ von Anne Fontaine
Darsteller: Julianne Moore, Liam Neeson, Amanda Seyfried, Max Thieriot, Nina Dobrev

Wohl kaum jemand möchte den Film verreißen, den Liam Neeson gerade drehte, als seine Ehefrau Natasha Richardson beim Schifahren auf so tragische Weise ums Leben kam. Unglücklicherweise handelt es sich bei diesem Film um Atom Egoyans „Chloe“, und der kann nicht einmal denen ruhigen Gewissens empfohlen werden, die in erster Linie Amanda Seyfried nackt sehen möchten.

Inspiriert von dem französischen Streifen „Natalie“ aus dem Jahre 2003, ist „Chloe“ ein gestylter, dümmlicher Erotikthriller. Das Drehbuch schrieb Erin Cressida Wilson („Secretary“), Regie führte der Kanadier Atom Egoyan („Exotica“, „The Sweet Hereafter“, „Adoration“).

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In dem inferioren Remake spielt Julianne Moore Catherine, eine prüde Akademikerin, die mit einem eifrig flirtenden Professor (Liam Neeson) verheiratet ist, dessen emotionale Distanziertheit ihre Ängste in Bezug auf das Altern und die männliche Treue noch verstärkt. Als Catherine eine verfängliche Nachricht einer äußerst attraktiven Studentin auf dem Handy ihres Mannes entdeckt, tut sie, was vermutlich jede intelligente Frau tun würde: in der Hoffnung, seine wahren Wünsche zu ergründen und einen Beweis für seine Treue zu erhalten, engagiert sie ein Callgirl namens Chloe (Amanda Seyfried), das ihn verführen soll. Die Prostituierte berichtet danach der Ehefrau über diese Zusammenkünfte, inklusive ausführlicher Beschreibungen der Liebesspiele.

So geht es eine ganze Weile, und der Plot wird dabei immer dümmer und perverser. Falls sie Angst haben, dass ich Ihnen zu viel verraten könnte, hören sie jetzt bitte zu lesen auf; ich traue mich zu wetten, dass Sie dennoch ohne größere Probleme das Melodrama a la „Poison Ivy“ trifft „Eine verhängnisvolle Affäre“ vorauszusagen, dass sich im letzten Akt abspielt.

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Chloes Besessenheit von Catherine ist von Anfang an offensichtlich. Im französischen Original mit Fanny Ardant, Gerard Depardieu und Emmanuelle Beart in den Hauptrollen ist die Beziehung der beiden Frauen subtil, mehrschichtig und damit offen für Interpretation. Egoyans eindimensionales Remake setzt mehr auf schöne Bilder und lesbische Spiele.

Das ist eine Schande. Die Charaktere in „Chloe“ sind durchwegs gut gespielt, obwohl sie alles andere als vielschichtig geschrieben sind. Catherine hat einen musikalisch begabten Sohn (Max Thieriot), der aus Gründen, die dem Zuschauer verborgen bleiben, nicht sonderlich gut mit ihr auskommt. Normalerweise liebt es Atom Egoyan, familiäre Abgründe und Konflikte zu ergründen; diesmal enthüllen die Kameras reichlich wenig, obwohl die unzähligen Glaswände in dem modernen Heim der Familie in Toronto geradezu prädestiniert scheint, tiefe Einblicke zu gewähren.

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Wenn dann (endlich!) infolge der großen finalen Wendung Chloes dunkle Seite zum Vorschein kommt, kennt der Zuschauer sie zu wenig, um das Ausmaß ihre Beweggründe und ihre psychischen Probleme verstehen zu können. Wir erfahren allerdings, dass sie Mode liebt. Im Laufe einer unabsichtlich komischen sexuellen Begegnung in Catherines Schlafzimmer (die Identität des Mannes soll an dieser Stelle nicht verraten werden), blickt Chloe hinüber zu einem Wandschrank voller Designerschuhe und hat einen „Schuhgasmus“.

Hätte Atom Egoyan doch bloß mehr Augenmerk auf diese Verspieltheit gelegt und einen Film im Stile von „Secretary“ gedreht, was wohl auch beabsichtigt gewesen sein dürfte, da ja Erin Cressida Wilson als Autorin angeheuert wurde.

Hätte man doch bloß Liam Neeson nicht besetzt, dessen Darstellung des Ehemannes verständlicherweise unausgegoren und lustlos wirkt. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, als er wäre mit den Gedanken woanders.

Hätte doch bloß „Natalie“ nie ihren Namen gewechselt.

Fazit: Stylisches, aber emotional unterkühltes und letztendlich überflüssiges Remake eines typisch französischen Liebesthrillers. Einzig die Darsteller können überzeugen.

 

Neuer “Sex And The City 2”-Trailer: Die 15 schrecklichsten Outfits

Sonntag, 11. April 2010

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satc2small1 Wer ist bereit, vier Frauen mittleren Alters dabei zuzuhören, wie sie ihre sexuellen Probleme geradezu peinlich detailliert besprechen?

Sie sind es? Hurra! Denn gerade eben wurde ein neuer Trailer zu „Sex And The City 2“ veröffentlicht! Aber leider ist „Sex And The City 2“ ein „Sex And The City“-Film, weshalb nichts von dem Sex aus der Fernsehserie darin vorkommen wird. Nur keine Sorge, stattdessen werden Sie mit endlosem Geplapper über Emotionen und Gefühle erfreut – und mehr grauenvollen Outfits, als man in einem einzigen Spielfilm für möglich halten würde. Das ist doch fast dasselbe, oder nicht?

Gleichsam als Vorgeschmack auf all die schrecklichen Outfits im Film ist der neue „Sex And The City 2“ –Trailer randvoll mit unpraktischen, schreiend bunten, dämlich aussehenden Kleidungsstücken. Aber was sind nun die 15 schrecklichsten Outfits, die in „Sex And The City 2“ getragen werden? Ich bin froh, dass Sie das fragen. Lassen Sie es uns gemeinsam herausfinden…

Davor jedoch können Sie sich hier in aller Ruhe den neuen „Sex And The City 2“-Trailer ansehen. Viel Vergnügen, falls Sie auf Filme dieser Art stehen…

Wow! Das war ja eine geradezu unglaubliche Parade von geschmacklichen Entgleisungen! Da scheint es angebracht, die ganze Angelegenheit ein wenig zu verlangsamen und Ihnen die 15 schrecklichsten Outfits aus „Sex And The City 2“ einzeln vorzuführen – nur für den Fall, dass der Trailer zu rasch an Ihnen vorbeigeflitzt ist und Sie nicht die Zeit hatten, angemessen zu würdigen, wie katastrophal gekleidet jeder einzelne der Charaktere darin herumstolpert. Sind Sie bereit? (Warnung: nichts für schwache Nerven!)

„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 1: Der „Nackt, mit vielen unappetitlichen Hautfalten“ Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 2: Der „Darf ich mich vorstellen, ich bin ein ehemaliger Wrestler und Ihr Kellner für den heutigen Abend“ Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 3: Der „Schwuler, zur Glatze neigender Osterhase” Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 4: Der „DreiVersionen von Liza Minelli stellen Beyonces ‚Single Ladies’ Video nach“ Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 5: Der „Kopfbedeckung aus recyceltem Geschenkpapier“ Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 6-9: Der „Nein, nein, nein, definitiv nicht” Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 10: Der „Zippy aus ‘Rainbow’ möchte seinen Kadaver zurück” Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 11: Der „Nach Aufmerksamkeit heischende frisch Geschiedene mit überzogenen Vorstellungen“ Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 12: Der „Chirurgisch bewerkstelligte Miley-Cyrus-Siamesischer-Zwilling“ Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 13: Der „Transsexueller Stormtrooper“ Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 14: Der „Prinzessin Leia, wäre sie zur Hälfte Pferd” Look

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„Sex And The City 2“-Trailer, schreckliches Outfit # 15: Der „Wer auch immer ihre Stylisten sein mögen, bringen Sie sie auf der Stelle um, bringen Sie sie wirklich um, schlagen Sie ihnen mit einem Ziegelstein oder einem Hammer auf den Kopf, rollen Sie sie in einen Teppich ein, verstauen Sie sie im Kofferraum Ihres Wagens, fahren Sie zum Fluss, warten Sie bis Mitternacht und versenken Sie ihre leblosen Körper im Wasser, denn was zum Teufel haben die nur mit Ihnen angestellt“ Look

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Verwandter Beitrag:

Sex and The City 2 – Der Trailer

 

Crazy Heart - Liebenswerter Loser findet spätes (Liebes)Glück

Mittwoch, 10. März 2010

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Originaltitel: Crazy Heart
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Scott Cooper
Drehbuch: Scott Cooper, basierend auf dem Roman von Thomas Cobb
Darsteller: Jeff Bridges, James Keane, Maggie Gyllenhaal, Tom Bower, Beth Grant, Colin Farrell, Robert Duvall

Bad Blake, der von Jeff Bridges in „Crazy Heart“ mit viel Einfühlungsvermögen gespielte abgehalfterte Country-Sänger, hat seinen ersten Auftritt mit der Flasche in der Hand. Daran ist nichts Ungewöhnliches, denn der Alkohol ist schon seit langem Brads Lebenselixier. Die Liebe zu Hochprozentigem hat seine Gesundheit zerstört, seine Ehen ruiniert, und sein Talent, das ihm einst für kurze Zeit Ruhm gebracht, verkümmern lassen. Aber in diesem besonderen Fall handelt es sich nicht um eine Pulle Schnaps, sondern um eine Behälter mit Urin von Brads langer Fahrt – ein Zeichen seiner Erniedrigung, das nach dem Entleeren eine Pfütze gelber Flüssigkeit auf dem Parkplatz der nächsten schäbigen Spelunke bildet, die er auf seiner armseligen Tour bespielt: Es ist das Abfallprodukt eines Mannes, der sein Leben wegpisst. Die Geste ist pathetisch, authentisch, schmutzig.

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Und es ist nur eine von dutzenden, die allesamt von Jeff Bridges mit großer Autorität und Überzeugungskraft gespielt werden – diesem geschätzten Veteranen unzähliger Filme, diesem so gar nicht eitlen Schauspieler, der erst in der Mitte seines Lebens richtig anziehend wurde. Allein Bridges´ arglose darstellerische Leistung macht diese pikante kleine Geschichte von Country-Musik, Wiedergutmachung und der Liebe einer hübschen jüngeren Frau so charmant wie eine stimmige traurige Ballade. Colin Farrells wohlkalkulierter Auftritt schadet selbstverständlich auch nicht. Er spielt den Tommy Sweet, Brads ehemaligen Schützling, der immer beliebter wurde, während die Karriere seines Lehrmeisters den Bach hinunterging, mit angenehmer Zurückhaltung. Beide Stars singen selbst, begleitet von prägnanten Countrymelodien von Verlust und Sehnsucht, die auf das Konto von T-Bone Burnett („Oh Brother, Where Art Thou?“) und Stephen Bruton gehen.

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Wenn es um die hübsche jüngere Frau geht, wird der auf einem Roman von Thomas Cobb basierende erste Film von Regisseur und Drehbuchautor Scott Cooper, der im übrigen auf jede Gefühlsduselei verzichtet, plötzlich weich, ja geradezu kitschig. Als Brad für einen Gig nach Santa Fe kommt, läuft er einer ambitionierten Nachwuchsjournalistin namens Jean (Maggie Gyllenhaal) über den Weg, die natürlich Brads guten Kern erkennt, obwohl der Mann unrasiert, grau, betrunken und in einer Wolke von Zigarettenrauch gehüllt ist. Jean ist eine geschiedene, alleinerziehende Mutter eines entzückenden kleinen Buben, eine Dame in der typischen sinnlichen Gyllenhaal-Manier, die so gewitzt und doch erdverbunden ist, dass ihr Garten in allen Farben des Regenbogens erblüht – und das inmitten der Wüstenlandschaft von New Mexiko. Obwohl sie behauptet, dass sie schon genug Fehler begangen hat, als das sie sich noch einmal mit einem Verlierer einlassen würde, verliert sie dennoch ihr Herz an einen 57 Jahre alten Säufer mit Bierbauch – und vertraut ihm auch noch ihren Sohn an. (Um Brads Hinfälligkeit noch zu verdeutlichen, fängt sie Kamera oft Bridges´ Bauch ein.)

Ich kann mir nur vorstellen, dass Jean dem fremden eine Chance gibt, weil er wie der unwiderstehliche Jeff Bridges aussieht. Welche Frau würde sich nicht mit diesem ‚Dude’ einlassen?copyrightjps2010_2

Fazit: Jeff Bridges spielt in diesem eher durchschnittlichen Drama, das bisweilen allzu kitschig wird, die Rolle seines Lebens und erhielt dafür zu Recht den Oscar. Die Musik ist, wie bei T-Bone Burnett nicht anders zu erwarten, erstklassig, die Darsteller allesamt in guter Form. Zwar nicht der ganz große Wurf, aber ein solides, stellenweise beeindruckendes Werk. Allen Fans von Country-Musik und/oder Jeff Bridges sei dieser kleine Film ausdrücklich empfohlen.

 

Die 5 besten romantischen Komödien

Samstag, 13. Februar 2010

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meg_ryan Ahhh, Valentinstag. In Kürze ist es wieder einmal so weit. Sie werden sie sehen, wie sie an einem romantischen Tisch für zwei in irgendeinem teuren Restaurant sitzen, gedankenverloren ins Leere starren und überlegen, ob sie die Frage aller Fragen stellen sollen, nur um das unerträgliche Schweigen zu beenden.

Dann heiraten sie. Er lässt sich in seiner Rede über ihr wunderschönes Aussehen aus, ohne auch nur für einen Moment das Bedürfnis zu verspüren, sie anzusehen, während sie mit geziertem Lächeln daneben sitzt.copyrightjps2010_2

Danach werden sie vielleicht einmal pro Woche einen „romantischen“ Abend verbringen, der mit unbeholfenen sexuellen Verrenkungen endet, die irgendwann zur Geburt eines Kindes führen. Und dieses Kind wird es dann zu Ruhm und Reichtum bringen, weil es so ein schönes Happy End gibt.

Der Abspann läuft.

Hier nun einige weitere großartige romantische Komödien, die es tatsächlich zu Filmehren gebracht haben…

Und täglich grüßt das Murmeltier

Bill Murray hat einige tolle Filme gedreht. Da ist der eine über Golf, dann noch der, in dem er einen wirklich gelangweilten Schauspieler gibt, der mit sich selbst wettet, ob es ihm gelingen wird, das prätentiöse Mädchen, das auf der Suche nach der inneren Großartigkeit durch Japan streift, zu verführen, indem er einige Zeilen aus „Dawson´s Creek“ zitiert. Dann ist da noch „Ghostbusters“. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ darf in dieser Aufzählung natürlich ebenfalls nicht fehlen. Es ist ein hervorragender Film, in dem Bill Murray denselben Tag immer und immer wieder durchlebt, bis er endlich Andie McDowells volle Brüste begrapschen darf. Es passt zum Inhalt, dass der Film so gut ist, dass man ihn ruhig mehrmals ansehen kann.

Der Prinz aus Zamunda

Die Botschaft dieses Filmes könnte man in etwa mit „Geld ist nicht alles“ oder „Es sind die inneren Werte, die zählen“ umschreiben. Und trotzdem würde Eddie Murphys Scharade – er spielt einen afrikanischen Prinzen, der vorgibt, mittellos zu sein, um eine Dame zu erobern – im realen Leben nicht den gewünschten Erfolg bringen. Denken Sie einmal darüber nach: Wie oft haben Sie schon einen Obdachlosen dabei beobachtet, wie er in einem Hauseingang ein Supermodel küsst? Vielleicht zwei Mal? Drei Mal, wenn Sie ganz scharf nachdenken? So etwas passiert äußerst selten. Dennoch ist „Der Prinz aus Zamunda“ ein berührender Film, und wahrscheinlich der letzte gute Streifen, in dem Eddie Murphy mitgespielt hat. Außer man berücksichtigt den über die fetten Leute, die alle fett sind.

Chasing Amy

Dies ist ein Film für all die unglücklichen Romantiker, die erst beim dritten Date bemerken, dass die bärtige Frau im Arbeitskittel, die ihnen gegenübersitzt, tatsächlich eine Lesbe ist. Es ist immer ein gewaltiger Tritt in die Eier, wenn das passiert. In „Chasing Amy“ ist die Lesbe so etwas wie eine optische Täuschung, denn auf den ersten Blick wirkt sie erstaunlich heterosexuell. Deshalb macht sich Ben Affleck auch Hoffnungen. Sie lesen richtig: „Ben Affleck“. Er spielt mit, und der Film ist bemerkenswert, weil er mitspielt, aber trotzdem verspürt man nie den Wunsch, auf die Straße zu laufen und wahllos Passanten niederzuschlagen. Allein schon aus diesem Grund sollten Sie sich diesen Film anschauen. Jason Lee, der - wie Tom Cruise - glaubt, dass manche Menschen in Wahrheit Echsen sind, ist ebenfalls mit von der Partie.

Der Stadtneurotiker

Niemand kann ernsthaft behaupten, romantische Komödien zu lieben, ohne wenigstens zwanzig Filme von Woody Allen gesehen zu haben. Die Handlung ist eigentlich immer dieselbe – ein Mann, der gerade eine Panikattacke durchmacht, verliebt sich in eine schöne Frau, die Bücher liest, woraufhin die ganze Welt über ihm zusammenstürzt. In „Der Stadtneurotiker“ macht ein kleiner Mann lustige Bemerkungen über sexuelle Unzulänglichkeiten; seine Angebetete verguckt sich in einen Dichter/Musiker aus dem Village; er dreht langsam durch; sie sagt, dass es ihr leid tut, aber sie hat sich weiterentwickelt; er fragt, ob sein ununterbrochenes Fragen dazu geführt hat; sie gesteht ein, dass dies der Fall sein könnte; er fragt sie, was sie damit meint; sie fragt sich, worauf er hinaus will; er weißt sie auf die Schwächen des anderen Kerls hin; sie sagt, dass genau dieses Verhalten seinerseits das Problem ist; er weiß nichts zu erwidern; sie erklärt, dass sie sein ständiges Gejammer nicht länger ertragen kann; er jammert darüber. Das Ende. Brillant.

Harry und Sally

Wenn Sie sich nur einen einzigen Film ansehen, in dem Meg Ryan in einem Restaurant vortäuscht, das weibliche Äquivalent eines männlichen Orgasmus zu haben, ehe eine ältere Dame an einem anderen Tisch recht witzig bemerkt, sie möchte das Gleiche essen, dann sollte dieser Film „Harry und Sally“ sein. In der männlichen Hauptrolle ist Billy Crystal zu sehen, kurz bevor er peinlich wurde, und auch Prinzessin Leia ist mit dabei. In der Geschichte geht es darum, dass Männer und Frauen nicht einfach nur Freunde sein können, ohne früher oder später miteinander ins Bett zu gehen, was ein ziemlicher Schock für all die Frauen im Leben von Philipp Seymour Hoffman sein dürfte. Nur so als Beispiel.

 

Haben Sie das von den Morgans gehört?

Freitag, 8. Januar 2010

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Originaltitel: Did You Hear About the Morgans?
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Marc Lawrence
Drehbuch: Marc Lawrence
Darsteller: Hugh Grant, Sarah Jessica Parker, Natalia Klimas, Vincenzo Amato, Sam Elliott, Mary Steenburgen

Der Jänner scheint immer mehr zum Monat der romantischen Komödien zu werden. Letzte Woche wurden wir mit „Lieber verliebt“ beglückt, nun erfreuen uns also zwei der Lieblinge des Genres, Hugh Grant und Sarah Jessica Parker, mit ihrem neuesten Streich.

„Haben Sie das von den Morgans gehört?“ ist der aktuellste in einer mittlerweile reichlich langen Reihe von Filmen, deren Humor im wesentlichen darauf beruht, dass eine oder mehrere Personen aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen werden und sich in gänzlich ungewohnter Umgebung zurechtfinden oder gar bewähren müssen. Erinnert sei nur an „Crocodile Dundee“, „Coming to America“, „City Slickers“ oder „Miss Undercover“.

Wie „Haben Sie das von den Morgans gehört?“ dem Vergleich mit diesen Klassikern der modernen Komödie standhalten?

haben-sie-das-bild2 Die Prämisse ist gut: Paul (Hugh Grant) und Meryl (Sarah Jessica Parker) sind ein in ihren jeweiligen berufen erfolgreiches Ehepaar, das in einer tiefen Beziehungskrise steckt. Eines Nachts werden sie zufällig Zeugen eines Mordes, in den ein Pate der lokalen Mafia verwickelt ist. Da der Killer sie beide gesehen hat, werden sie in das Zeugenschutzprogramm gesteckt und in eine Kleinstadt im ländlich-beschaulichen Wyoming verfrachtet.

Wird es den Morgans gelingen, ganz ohne Internet zurechtzukommen? Werden sie wieder zueinander finden? Werden sie gar am Rodeo teilnehmen? Oder wird sie der Killer vorher finden?

Die beiden Hauptdarsteller wissen ganz genau, wie sie mit solch unterhaltsamem, aber inhaltsleerem Material umzugehen haben. Wenn es Ehrenmedaillen für romantische Komödien gäbe, dann hätte speziell Hugh Grant schon längst eine verdient, denn „Haben Sie das von den Morgans gehört?“ ist schon sein x-ter Ausflug in dieses lange von ihm dominierte Genre.

Sarah Jessica Parker weiß ebenfalls zu überzeugen, wenn man ihr ein gutes Drehbuch gibt. Doch leider ist das hier nicht der Fall.

Morgans_08 Obwohl die Chemie zwischen den Stars stimmt und sie auch immer wieder ihr zweifellos vorhandenes Talent aufblitzen lassen, verkommen ganze Szenen aufgrund schwacher Dialoge zu lachfreien Zonen. Wirklich zum Lachen bringen einen nur ein paar Slapstick-Momente, darunter ein äußerst witziger, bei dem es um ein Missgeschick mit einem Spray zur Bärenabwehr geht.

Da der Film fast ausschließlich von den Wortgefechten der Ehepartner getragen wird, sind die Nebendarsteller schwer unterfordert. Dabei sind es gerade Sam Elliott und Mary Steenburgen, die als robuste Einheimische etwas Originalität in diese Klischeeromanze bringen.

HabenSieDasVonDenMorgansGehoert_scene_7 Aber auch aus dem Aspekt der Verpflanzung in eine neue und ungewohnte Umgebung wird viel zu wenig gemacht. Die Morgans kommen mit dem ländlichen Leben – abgesehen von der unliebsamen Begegnung mit einem Bären - bestens zurecht. Dieser umstand ist besonders verwunderlich, da Regisseur und Drehbuchautor Marc Lawrence am Skript zu „Miss Undercover“ mitgearbeitet hat, einem wirklich gelungenen Beispiel für diese Art von Komödie.

„Haben Sie das von den Morgans gehört?“ Ja. Aber ich wünschte,es wäre mir erspart geblieben.

Fazit: diese Mischung aus „City Slickers“ und „Sweet Home Alabama“ vermag nie recht zu überzeugen. Das Drehbuch ist uninspiriert, die Dialoge sind dümmlich, die Hauptdarsteller agieren routiniert, ihr komödiantisches Talent blitzt viel zu selten auf. Dass Hugh Grant und Sarah Jessica Parker ein sympathisches Paar abgeben, ist einfach zu wenig für einen romantischen Kinoabend.

 

Lieber verliebt

Sonntag, 3. Januar 2010

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Originaltitel: The Rebound
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Bart Freundlich
Drehbuch: Bart Freundlich
Darsteller: Catherine Zeta-Jones, Justin Bartha, Megan Byrne, Kelly Gould

Catherine Zeta-Jones wird auch nicht jünger. Es ist offensichtlich, dass sie die Grenze überschritten hat, die die jungen von den reifen Frauen trennt – da kann sie Pilatesübungen machen so viel sie will. Deshalb darf es auch nicht verwundern, dass ihre neueste romantische Komödie sich mit genau diesem Thema befasst. „Lieber verliebt“ handelt von einer Frau um die vierzig, die sich auf eine Beziehung mit einem viel, viel jüngeren Mann einlässt. Diese Art von Rollen ist in der Karriere einer jeden Schauspielerin wohl unvermeidlich – es dauert dann meist nicht mehr lange und man bekommt sie nur noch als alte Jungfern und Großmütter zu sehen.

Lieber_Verliebt_11 Um Frau Zeta-Jones Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: sie sieht immer noch verdammt gut aus, sodass es keinen Moment unglaubwürdig wirkt, dass der junge Mann sich in sie verguckt. Catherine Zeta-Jones spielt Sandy, eine liebevolle Ehefrau und Mutter zweier Kinder, die ein beschauliches Leben in der Vorstadt führt. Doch von einem Tag auf den anderen nimmt diese Idylle ein jähes Ende: Sie findet heraus, dass ihr Mann sie mit einer Nachbarin betrügt.

Sie reicht die Scheidung ein und zieht mit den Kindern nach New York, wo sie sich auf die mühsame Suche nach einem geeigneten Job begibt. Da dies eine Menge Zeit in Anspruch nimmt, braucht sie dringend einen Babysitter. Wie der Zufall so spielt, arbeitet in dem Coffeshop unter ihrem Appartement Aram Finklestein (Justin Bartha) – 25, attraktiv, Collegeabsolvent. Der junge Mann ist mit seinem Los äußerst unzufrieden und sehnt sich nach einer Veränderung. Also willigt er ein, sich um die Kinder zu kümmern – und kümmert sich auch bald um die gestresste Mutter.

Wie nicht anders zu erwarten, versucht „Lieber verliebt“ gar nicht, auch nur das Geringste an der aus unzähligen romantischen Komödien bekannten Formel zu ändern, sondern wendet diese konsequent und gekonnt an: Mädchen trifft Jungen; Mädchen sieht Jungen nur als Freund; Junge baut eine enge Beziehung zu Mädchen und ihrer Familie auf; Mädchen erkennt, dass derjenige, nach dem sie die ganze Zeit gesucht hat, ohnehin schon bei ihr ist; junge und Mädchen finden zueinander; irgendein Konflikt treibt sie auseinander; Happy End (oder auch LieberVerliebt_jb nicht). Aber trotz der vorhersehbaren Handlung ist der Film leidlich unterhaltsam, was in erster Linie Justin Bartha zu verdanken ist.

Sein Aram ist ein wirklich liebenswerte, dabei aber nicht übertrieben nette, und leicht tollpatschige Figur, die sich angenehm von den sonst in Filmen dieser Art zu sehenden (und meist von Matthew McConaughey dargestellten) charmanten, aber leicht arroganten Dummköpfe unterscheidet. Justin Bartha könnte, wenn er so weitermacht, irgendwann der nächste Hugh Grant werden.

LieberVerliebt_czj Catherine Zeta-Jones macht als reifere Frau auf der Jagd nach Frischfleisch ebenfalls gute Figur. Sie fühlt sich in der Rolle der Geschäftsfrau im zweiten Liebeshimmel sichtlich wohl. Leider hat es Regisseur und Drehbuchautor Bart Freundlich verabsäumt, Sandy mehr als nur oberflächlich zu charakterisieren, so dass Zeta-Jones wenig hat, womit sie spielen kann. Insgesamt wirkt sie eher kühl und distanziert, von der wärme einer Meg Ryan in ihrer besten Zeit ist wenig zu spüren, doch genau so einer Darstellung hätte es hier bedurft. Aber diese Schwäche ist mit Sicherheit dem Drehbuch anzulasten. Welche Mutter vertraut schon ihre Kinder und ihre Wohnung einem völlig Fremden an, um zu einem Blind Date zu gehen?

Wie in jeder romantischen Komödie gibt es auch hier eine Reihe interessanter Nebenfiguren, von denen leider einige im Laufe der Handlung spurlos verschwinden. Arams Eltern sind echte Pointenbringer, Sandys Kinder dominieren jede Szene, in der sie zu sehen sind. Die Höhepunkte des Films sind sicher die Szenen, in denen Aram sich um die Kinder kümmert und die Momente, in denen Sandy merkt, wie charmant der junge Mann eigentlich ist. Während die Chemie rebound09 zwischen so gut wie allen Darstellern passt, sind es gerade die beiden Hauptdarsteller, die nicht so ganz harmonieren wollen.

„Lieber verliebt“ gewinnt sicherlich keine Preise für Originalität – das Thema ältere Frau und jüngerer Mann wurde etwa schon in den Fernsehserien „Sex and the City“ und „Lipstick Jungle“ auf interessantere und vor allem tiefschürfendere Weise abgehandelt –, auch ist und Schluss, diese vier oder fünf Jahre umspannende Happy-End-Montage, ist viel zu kitschig, aber für eine romantischen Abend zu zweit taugt der Streifen allemal.

Fazit: „Lieber verliebt“ ist eine typische romantische Komödie, die - trotz dramaturgischer Schwächen – mit sympathischen Charakteren und (teils) guten schauspielerischen Leistungen für angenehme, wenn auch seichte Unterhaltung sorgt.