Der Werbeaufwand für Catherine Hardwickes „Red Riding Hood“, den ersten einer ganzen Reihe von auf Märchen basierenden Filmen, die im Laufe des Jahres auf uns zukommen, ist beträchtlich, denn ständig erscheinen neue Poster, Trailer, TV-Spots,… Alle, die die bisherigen Werbemittel nicht überzeugen konnten, sollten einen Blick auf die neuesten TV-Spots und das fast religiös anmutende spanische Poster riskieren.
Amanda Seyfried sieht auf dem neuen Poster mehr als nur ein wenig verstört aus, doch es ist schwer zu leugnen, dass sie sehr gut versteht, den schmalen Grad zwischen unschuldig und völlig verrückt entlangzuwandeln. Man denken nur an Atom Egoyans „Chloe“.
„Red Riding Hood“ sieht trotz der offensichtlichen Parallelen zu „Twilight“ recht vielversprechend aus.
Darauf haben vermutlich alle, die jeden Schnipsel der Marketingkampagne für „Red Riding Hood“ sammeln, schon sehnlichst gewartet – das russische Poster für Catherine Hardwickes Film wurde veröffentlicht.
In der Titelrolle ist Amanda Seyfried zu sehen. Neben ihr spielen Virginia Madsen, Billy Burke, Julie Christie, Shiloh Fernandez, Gary Oldman, Michael Shanks und Luke Haas.
Ich bin mir sicher, dass man, hätte man die Muße dazu, etwas sehr Bedeutungsvolles in die für jedes Land speziell kreierte Poster-Variante hineinlesen könnte, etwas über die Rolle der Folklore in der jeweiligen Gesellschaft und darüber, wie Furcht, Unschuld und der spezifische Reiz derselben dargestellt werden, um Tickets für einen Film zu verkaufen, den man wohl am treffendsten als „Twilight mit Umhang“ bezeichnen könnte. Oder auch nicht.
Hier ist das russische Poster. Und morgen folgt das bulgarische.*
*Vielleicht. Ich hoffe jedoch, dass uns das erspart bleibt.
Die Filmwelt ist momentan ganz verrückt nach Trent Reznor. Am letzten Sonntag erhielten er und sein musikalischer Partner Atticus Ross einen Golden Globe für ihre Filmmusik für „The Social Network“ und zu Beginn des Monats wurde bekannt, dass David Fincher das Duo auch die Musik für seinen nächsten Film, das Remake/Reimagining von „The Girl With The Dragon Tattoo“, komponieren lässt. Nun wird Musik von Reznors Band Nine Inch Nails im neuesten Trailer für „Red Riding Hood“ eingesetzt. Zufall?
Bei Apple ist vor kurzem der zweite Trailer für Catherine Hardwickes Neuinterpretation des klassischen Märchens erschienen. In den Hauptrollen sind Amanda Seyfried, Gary Oldman, Billy Burke, Shiloh Fernandez und Max Irons zu sehen. „Red Riding Hood“ handelt von einer jungen Frau, die sich zwischen dem Mann, den sie liebt, und dem Mann, den ihre Eltern für sie auserkoren haben, entscheiden muss. Als sie gerade mit ihrem Liebsten der Kleinstadt entfliehen möchte, wird ihre Schwester von einem Werwolf getötet, was alle Bewohner in Panik versetzt, denn ein geachteter Werwolfjäger erklärt ihnen, dass einer von ihnen das Untier sein muss.
Immerhin erinnert dieser Trailer nicht mehr ganz so stark an „Twilight“ wie der erste…
Gerade eben ist ein neues Poster für Catherine Hardwickes „Red Riding Hood“ erschienen.
Ein vor kurzem ins Netz gestellter Trailer hob besonders das romantische Element hervor,was verständlich ist, da das Studio offensichtlich der Ansicht ist, Hardwickes „Twilight“-Vergangenheit wäre die beste Werbung für diesen Film. Hoffentlich hat „Red Riding Hood“ mehr als bloße Ähnlichkeit mit der allgegenwärtigen Vampirserie zu bieten.
Wenn man dem neuen Poster glauben darf, dann ist der Streifen eine atemberaubende Vision des bekannten Märchens. In den Hauptrollen sind Amanda Seyfried, Virginia Madsen, Billy Burke, Julie Christie, Shiloh Fernandez, Gary Oldman, Michael Shanks und Luke Haas zu bewundern.
Ich habe mir wirklich mehr von diesem Film erwartet, aber ich hätte wissen müssen, dass „Twilight“-Regisseurin Catherine Hardwicke bei „Red Riding Hood“ auf das momentan so modische Fantasy/Verbotene-Dreiecksromanze-Ding setzen würde, anstatt die Guillermo-Del-Torro-artige herzlose, schockierende und blutige „ab-18“-Version zu drehen, nach der der altertümliche Stoff verlangt. Ich hatte mir so etwas wie eine amerikanische Version von „Der Pakt der Wölfe“ erhofft.
Diese Version ist dem Trailer nach zu schließen aber eher „The Wolfman“ trifft Rotkäppchen, aber so, als wäre das Ganze von Stephenie Meyers geschrieben worden, und man weiß von der ersten Dialogzeile an, dass der Film allen Nicht-„Twilight“-Fans wenig bis gar nichts zu bieten hat.
„I´m wrong for you“ („Ich bin der Falsche für Dich“), sagt der wahrscheinliche Werwolftyp in einer, so nehme ich zumindest an, emotionalen Schlüsselszene, worauf das von Amanda Seyfried gespielte Rotkäppchen erwidert: „I don´t care“ („Das macht mir nichts aus“).
Ja, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Auch Frau Hardwicke dürfte das nicht neu sein, denn sie inszenierte ja den ersten „Twilight“-Film – und dieses Mal ist es auch nicht besser.
Das einzig Bemerkenswerte an dem Trailer ist der Umstand, dass Gary Oldman ganz offensichtlich nur wegen des Geldes mit von der Partie ist und sich angesichts des schwachen Materials einen Spaß daraus macht, als gottesfürchtiger Werwolfjäger mit möglichst unverständlichem Akzent zu sprechen.
Weitere Rollen werden von Virginia Madsen, Billy Burke, Julie Christie, Shiloh Fernandez, Michael Shanks und Lukas Haas gespielt.
Hier ist die simple Synopsis der in den guten alten Zeiten angesiedelten paranormalen Romanze:
In einem mittelalterlichen Dorf, das von einem Werwolf heimgesucht wird, verliebt sich ein junges Mädchen in einen verwaisten Holzfäller, was ihrer Familie überhaupt nicht gefällt.
Der Trailer:
Und was ist das für Musik? Dieser Film kommt am 11. März in die amerikanischen und am 17. März in die deutschen Kinos, aber ein „Twilight“-Film pro Jahr ist mehr als genug…
Originaltitel:Letters to Juliet Herstellungsland:USA 2010 Regie:Gary Winick Drehbuch:Jose Rivera, Tim Sullivan Darsteller:Amanda Seyfried, Marcia DeBonis, Gael Garcia Bernal, Giordano Formenti, Paolo Arvedi, Dario Conti, Luisa Ranieri, Vanessa Redgrave, Christopher Egan, Franco Nero, Oliver Platt
Können sie sich an einen dieser Werbespots erinnern, in denen ein junges Pärchen irgendwo in einem Park sehnsüchtig einem älteren Paar nachsieht, das an ihnen vorbeigeht? Jemand hat aus genau dieser Szene einen ganzen Spielfilm gemacht – und eine ordentliche Portion „Unter der Sonne der Toskana“ dazugetan, nur um ganz sicher zu gehen -, doch was in einem 30-Sekunden-Clip berührend sein mag, wird zur Tortur, wenn es 105 Minuten dauert.
Das ist nicht ganz fair. Man muss nicht ein 13 Jahre alter romantiker mit einem Tapioka-Hirn sein, um „Briefe an Julia“ zu mögen, aber es würde helfen.
„Briefe an Julia“ ist der zweite Herz-Schmerz-Streifen innerhalb weniger Monate, in dem Amanda Seyfried („Das Leuchten der Stille“) die Hauptrolle spielt, jene Naive, die zum neuen Nachwuchsstar erklärt wurde. Ehrlich, an „Briefe an Julia“ ist nichts verkehrt, was eine bessere, tiefgründigere Schauspielerin nicht hinbiegen würde. (Und ein Drehbuch. Ein Drehbuch wäre nett.) Mit ihrem platinblonden Wasserfall von Haaren und den Tweety-Bird-Augen bietet Seyfried eine Vision jugendlicher Unschuld, die sich in dem Moment verflüchtigt, da sie den Mund aufmacht und ihren Text mit der emotionslosen Stimme einer Wetteransagerin zum Besten gibt.
Sie spielt Sophie, eine junge Frau, die bei einer fadenscheinigen Hollywoodversion von The New Yorker Fakten überprüft (Oliver Platt ist ihr kritischer Chef) und mit ihrem verlobten eine Vor-Hochzeitsreise nach Verona unternimmt, wo sie prompt von einer interessanten Story abgelenkt wird. Angezogen von den Mitteilungen, die einsame Herzen an der Wand des Innenhofes der Casa di Giulietta - angeblich das Wohnhaus der echten Julia Capulet aus Shakespeares „Romeo und Julia“ – anbringen, entdeckt Sophie einen 50 Jahre alten Brief hinter einem Ziegelstein und entschließt sich, ihn zu beantworten.
Besagter Brief wurde von einer jungen Engländerin namens Claire geschrieben, die todunglücklich war, weil sie ihre einzig wahre Liebe, einen Italiener, verlassen musste. Als sie Sophias Antwort erhält, fällt Claire in de Person von Vanessa Redgrave in Verona ein. Die große englische Schauspielerin strahlt so viel Anmut, Talent und Klasse aus, dass Seyfried sofort zur winzigen Schauspielschülerin degradiert wird. Wirklich, der Film erholt sich davon bis zum Ende nicht.
Claire hat ihren skeptischen Enkelsohn Charlie (Christopher Egan) mitgebracht, und zu dritt durchstreift man auf der Suche nach ihrer verlorenen Liebe, einem gewissen Lorenzo Bartolini, die Toskana. Es stellt sich heraus, dass es in der Gegend viele Lorenzo Bartolini gibt; der beste Gag des Films besteht darin, dass jeder von ihnen nur allzu gerne bereit ist, mit Claire dort weiterzumachen, wo er nie angefangen hat.
Sophie und Charlie hassen einander selbstverständlich, was nur bedeuten kann, dass sie einander eigentlich lieben. „Briefe an Julia“ rattert auf den Schienen der für romantische Komödien so typischen Gefühlsverwirrung mit wild entschlossener Vorhersehbarkeit dahin: Der Mond ist immer voll und die italienischen Schauplätze sind hinreißend – oder sie wären es, wären sie nicht so übertrieben ausgeleuchtet wie ein Trattoria-Poster. Aber wahrscheinlich ist es falsch, europäische Nuanciertheit von einem Film zu verlangen, der mit einem Song von Taylor Swift endet.
Das wesentlich größere Problem ist, dass die zentralen Figuren schlicht und ergreifend langweilig sind. Egans Charlie ist ein hölzerner Engländer und Sophie ist eine linkische, zu wenig charakterisierte Figur, die höchstens eine Anne Hathaway hätte ausgestalten können (vielleicht, vielleicht). Wenn Claire ihren Enkelsohn fragt: „Was glaubst Du, wie viele Sophies gibt es wohl auf dieser Welt?“, dann fällt es einem schwer, nicht zu denken: So um die 6 Millionen allein an der amerikanischen Ostküste. Deshalb wird der Film wahrscheinlich auch einiges an Geld einspielen.
Zu der generell absurden Atmosphäre trägt nicht unwesentlich bei, dass der Verlobte - ein reizbarer, egozentrischer Koch namens Victor – von dem mexikanischen Schönling Gael Garcia Bernal gespielt wird. Wir sollen also allen Ernstes glauben, dass eine geistig gesunde Frau diesen Mann für einen Langweiler wie Egan verlassen würde?! Victor liebt Wein, Käse, Trüffel, das Leben – und dafür wird er von dem Film bestraft.
Das Publikum bestraft er mit Dialogen, bei denen jeder Nicholas-Sparks-Fan zusammenzucken würde („Wenn wir von der Liebe reden, ist es nie zu spät…“) und Gary Winicks mechanischer, einfallsloser Regie. Gegen Ende gibt es die Wiedervereinigung von Redgrave und Franco Nero, dem Lancelot zu ihrer Guinevere aus „Camelot“ (1967), und die Leichtigkeit, mit der die beiden reife Leidenschaft darstellen, ist wirklich berührend. Wenn sich denn der Film dafür interessierte. „Briefe für Julia“ liefert den Beweis dafür, dass selbst langweilige junge Trottel Liebe verdienen. Für alle anderen gibt es immer noch die Toskana.
Fazit: Einer der langweiligsten Filme des Jahres. Da sehnt man sich fast nach einem Rosamunde-Pilcher-Fernsehfilm. Männer und überhaupt alle, die nicht frisch verliebt sind, sollten einen Riesenbogen um diesen misslungenen Kitsch machen.
Diese langatmige Bestsellerverfilmung ist arm an echten Gefühlen
Originaltitel:Dear John Herstellungsland:USA 2010 Regie:Lasse Hallström Drehbuch:Jamie Linden, basierend auf dem Roman von Nicholas Sparks Darsteller:Amanda Seyfried, Channing Tatum, Richard Jenkins, Henry Thomas, D. J. Cotrona, Cullen Moss
„Das Leuchten der Stille“ möchte eine moderne Version des besonders in der viktorianischen Zeit sehr beliebten Briefromans sein, in dem die Handlung durch lange, zwischen den Protagonisten ausgetauschte Briefe vorangetrieben wird.
Zu dumm, dass das Ganze soviel Substanz hat wie eine Postkarte.
Channing Tatum, der immer den Eindruck erweckt, als würde er- allerdings vergeblich - nach einem besseren Projekt Ausschau halten, das irgendwo in der Ferne auf ihn wartet, spielt John, einen Helden aus einer Spezialeinheit, der sich zwecks Erholung in der Heimat aufhält.
Amanda Seyfried, die aussieht wie ein leicht böser Engel, ist Savannah, eine wahre Traumfrau (ihr einziger Fehler? Sie denkt „schmutzige“ Wörter, wenn sie zornig wird), die die Frühjahrsferien zu Hause verbringt.
Die beiden treffen einander, sie umwerben einander, sie küssen einander auf äußerst photogene Weise.
Und dann ist plötzlich 9/11.
Um dem Film Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, er beutet diese amerikanische Tragödie nicht exzessiv aus. Es gibt keine Szene, die jener in „Pearl Habor“ vergleichbar wäre, in der Kate Beckinsale, nachdem sie sich über die kurz zuvor erfolgte Trennung von ihrem Freund ausgelassen hat, mit großer Geste auf die brennenden Ruinen weist und jammert. „Und dann passierte das!“
Aber als die Türme fallen, meldet sich John sofort wieder zum Dienst. Savannah sitzt allein zu Hause und verzehrt sich nach ihm. Und ihre perfekte Beziehung – nun ja, wenn sie die alten G.I.-Filme kenne, dann wissen sie, was jetzt kommt.
„Das Leuchten der Stille“ wurde von Lasse Hallström inszeniert, der einst ein interessanter Regisseur war („Mein Leben als Hund“, „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“), ehe er eine Art Liebling von Miramax wurde, als es noch ein Miramax gab und man dort einen gefügigen Filmemacher brauchte, der bereit war, unpersönliche Prestigeprojekte in die Kinos zu bringen.
Das bedeutete für ihn einen Schritt vorwärts in Sachen Ruhm, war aber seinem künstlerischen Schaffen nicht gerade zuträglich. Hallström wurde zur Anlaufstelle für langweilige Filme mit Oscarambitionen – „Gottes Werk & Teufels Beitrag“, „Chocolat“, „Ein ungezähmtes Leben“. Und genau wie die Preise, die sie anstrebten (und bisweilen gewannen), waren sie nur vergoldet.
Zuletzt war seine Karriere ins Stocken geraten, aber nun meldet er sich zurück mit dieser zuckersüßen Romanze, die - wie auch der jüngst angelaufene Film „Mit Dir an meiner Seite“ mit Miley Cyrus - auf einem Roman von Nicholas Sparks basiert. Und Regisseur Hallström wendet wieder seine alten, längst schon langweilig gewordenen Tricks an. Alles ist präzise in Szene gesetzt, nett ausgeleuchtet, perfekt gefilmt und unglaublich künstlich.
Obwohl es hie und da so etwas wie Anzeichen von Leben gibt, sind diese ausschließlich zwei Nebendarstellern zu verdanken.
Der eine ist Richard Jenkins, der sehr begabte alte Hase, der im vergangenen Jahr einen wunderbaren und hochverdienten Moment im Rampenlicht genießen durfte, als seine Leistung in „Ein Sommer in New York – The Visitor“ mit einer Oscarnominierung bedacht wurde. Hier spielt er Johns Vater, einen zurückgezogen lebenden Münzsammler, der an einer leichten Form von Autismus leidet. Jenkins versteht es, mit minimalem Aufwand – in einer Szene sind nur sein Hinterkopf und eine hand zu sehen – sehr viel zu vermitteln.
Der andere ist Henry Thomas, der sich, obwohl er immer als der kleine Junge in „E.T.“ in Erinnerung bleiben wird, im Laufe der Jahre zu einem hervorragenden Charakterdarsteller mit bisweilen verstörender Präsenz und einer Vorliebe für eigenwillige Figuren entwickelt hat. Leider wurde ihm hier eine weniger interessante Rolle übertragen, aber auch er macht das Beste daraus und besonders in einer Szene gegen Ende spielt er mit einer Intensität, die der Film ansonsten schmerzlich vermissen lässt.
Aber diese beiden Darsteller sind die einzigen Höhepunkte in einem Streifen, der sein Möglichstes tut, um sie auf sein Niveau hinunterzuziehen.
Die von Henry Thomas verkörperte Figur dient letztendlich nur dazu, die Handlung voranzutreiben; der von Richard Jenkins gespielte Vater ist die Inspiration für den mit Abstand erbärmlichsten Satz des ganzen Filmes, wenn Savannah ihrem John so etwas ähnliches sagt wie: „Weißt Du, ich interessiere mich jetzt wirklich für das Unterrichten von Behinderten, seit ich so viel Zeit mit Deinem Vater verbracht habe!“ Na dann, vielen Dank.
All die verschiedenen Handlungsstränge werden schließlich in einer Reihe von schönen Vollmonden und weit hergeholten Seifenopernmomenten zusammengeführt. Aber leider nicht früh genug, als dass es einen noch interessieren könnte – zu diesem Zeitpunkt möchte man den Film längst nur noch an den Absender zurückschicken.
Fazit: Eine weitere kitschige und langweilige Nicholas-Sparks-Verfilmung. Reine Zeitverschwendung.
Originaltitel:Chloe Herstellungsland:USA/CDN 2009 Regie:Atom Egoyan Drehbuch:Erin Cressida Wilson, basierend auf dem Drehbuch zu „Natalie“ von Anne Fontaine Darsteller:Julianne Moore, Liam Neeson, Amanda Seyfried, Max Thieriot, Nina Dobrev
Wohl kaum jemand möchte den Film verreißen, den Liam Neeson gerade drehte, als seine Ehefrau Natasha Richardson beim Schifahren auf so tragische Weise ums Leben kam. Unglücklicherweise handelt es sich bei diesem Film um Atom Egoyans „Chloe“, und der kann nicht einmal denen ruhigen Gewissens empfohlen werden, die in erster Linie Amanda Seyfried nackt sehen möchten.
Inspiriert von dem französischen Streifen „Natalie“ aus dem Jahre 2003, ist „Chloe“ ein gestylter, dümmlicher Erotikthriller. Das Drehbuch schrieb Erin Cressida Wilson („Secretary“), Regie führte der Kanadier Atom Egoyan („Exotica“, „The Sweet Hereafter“, „Adoration“).
In dem inferioren Remake spielt Julianne Moore Catherine, eine prüde Akademikerin, die mit einem eifrig flirtenden Professor (Liam Neeson) verheiratet ist, dessen emotionale Distanziertheit ihre Ängste in Bezug auf das Altern und die männliche Treue noch verstärkt. Als Catherine eine verfängliche Nachricht einer äußerst attraktiven Studentin auf dem Handy ihres Mannes entdeckt, tut sie, was vermutlich jede intelligente Frau tun würde: in der Hoffnung, seine wahren Wünsche zu ergründen und einen Beweis für seine Treue zu erhalten, engagiert sie ein Callgirl namens Chloe (Amanda Seyfried), das ihn verführen soll. Die Prostituierte berichtet danach der Ehefrau über diese Zusammenkünfte, inklusive ausführlicher Beschreibungen der Liebesspiele.
So geht es eine ganze Weile, und der Plot wird dabei immer dümmer und perverser. Falls sie Angst haben, dass ich Ihnen zu viel verraten könnte, hören sie jetzt bitte zu lesen auf; ich traue mich zu wetten, dass Sie dennoch ohne größere Probleme das Melodrama a la „Poison Ivy“ trifft „Eine verhängnisvolle Affäre“ vorauszusagen, dass sich im letzten Akt abspielt.
Chloes Besessenheit von Catherine ist von Anfang an offensichtlich. Im französischen Original mit Fanny Ardant, Gerard Depardieu und Emmanuelle Beart in den Hauptrollen ist die Beziehung der beiden Frauen subtil, mehrschichtig und damit offen für Interpretation. Egoyans eindimensionales Remake setzt mehr auf schöne Bilder und lesbische Spiele.
Das ist eine Schande. Die Charaktere in „Chloe“ sind durchwegs gut gespielt, obwohl sie alles andere als vielschichtig geschrieben sind. Catherine hat einen musikalisch begabten Sohn (Max Thieriot), der aus Gründen, die dem Zuschauer verborgen bleiben, nicht sonderlich gut mit ihr auskommt. Normalerweise liebt es Atom Egoyan, familiäre Abgründe und Konflikte zu ergründen; diesmal enthüllen die Kameras reichlich wenig, obwohl die unzähligen Glaswände in dem modernen Heim der Familie in Toronto geradezu prädestiniert scheint, tiefe Einblicke zu gewähren.
Wenn dann (endlich!) infolge der großen finalen Wendung Chloes dunkle Seite zum Vorschein kommt, kennt der Zuschauer sie zu wenig, um das Ausmaß ihre Beweggründe und ihre psychischen Probleme verstehen zu können. Wir erfahren allerdings, dass sie Mode liebt. Im Laufe einer unabsichtlich komischen sexuellen Begegnung in Catherines Schlafzimmer (die Identität des Mannes soll an dieser Stelle nicht verraten werden), blickt Chloe hinüber zu einem Wandschrank voller Designerschuhe und hat einen „Schuhgasmus“.
Hätte Atom Egoyan doch bloß mehr Augenmerk auf diese Verspieltheit gelegt und einen Film im Stile von „Secretary“ gedreht, was wohl auch beabsichtigt gewesen sein dürfte, da ja Erin Cressida Wilson als Autorin angeheuert wurde.
Hätte man doch bloß Liam Neeson nicht besetzt, dessen Darstellung des Ehemannes verständlicherweise unausgegoren und lustlos wirkt. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, als er wäre mit den Gedanken woanders.
Hätte doch bloß „Natalie“ nie ihren Namen gewechselt.
Fazit: Stylisches, aber emotional unterkühltes und letztendlich überflüssiges Remake eines typisch französischen Liebesthrillers. Einzig die Darsteller können überzeugen.
Originaltitel:Jennifer´s Body Herstellungsland:USA 2009 Regie:Karyn Kusama Drehbuch:Diablo Cody Darsteller:Megan Fox, Amanda Seyfried, Johnny Simmons, Adam Brody, Chris Pratt, Cynthia Stevenson, J. K. Simmons
„Jennifer´s Body“ hat ziemlich hochgesteckte Erwartungen zu erfüllen, was angesichts der beteiligten Personen kaum eine Überraschung sein dürfte. Diablo Cody legt mit diesem Drehbuch ihr erstes Werk seit dem Oscar-prämierten „Juno“ vor und die Titelfigur wird von der momentan allgegenwärtigen Megan Fox verkörpert, ihre erste Hauptrolle nach den „Transformers“-Filmen , wo sie nicht viel mehr zu tun hatte, als verschwitzt herumzustehen, ihre Marker zu treffen und einfach schön auszusehen. Es ist offensichtlich, dass Diablo Cody, die in den 90-er Jahren aufwuchs, von Klassikern wie „Reservoir Dogs“ und „Clueless“ nachhaltig beeinflusst wurde.
Sind Codys vor Jugendslang nur so strotzende Dialoge auf Dauer ermüdend? Ist Megan Fox in der Lage, glaubwürdig Emotionen auszudrücken? Karyn Kusamas Film ist als Meilenstein in den Karrieren der beiden jungen Damen, die möglicherweise begnadet sind und wichtige Rollen in der Zukunft der Filmindustrie spielen könnten, von mindestens ebenso großem Interesse wie als Unterhaltung für Liebhaber gediegener Horrorunterhaltung.
Das ist gut so, denn der Film selbst lässt einiges zu wünschen übrig. Megan Fox spielt Jennifer Check, das It-Girl der „Devil´s Kettle High School“. Sie ist die Bienenkönigin in einem Haufen von Verlierern, Möchtegerns und Typen ohne jede Zukunft. Sie fühlt sich eingeengt und wünscht sich nichts sehnlicher, als der tristen Atmosphäre der typischen amerikanischen Kleinstadt zu entfliehen. Wie fast alle Teenager sehnt sie sich nach Zerstreuung und permanenter Unterhaltung, weshalb sie mit ihrer besten Freundin Needy (Amanda Seyfried) einen lokalen Club (eigentlich nur eine heruntergekommene Bar) besucht, um eine Emo-Band aus der Großstadt zu hören. Jennifer hat einen ganz einfachen Plan – sie möchte den Sänger der Band flachlegen. Wie in einem Horrorfilm nicht anders zu erwarten, geht dabei etwas schief. In dem Club bricht Feuer aus, gut ein dutzend Menschen verbrennen. Jennifer und Needy können dem Inferno unverletzt entkommen, aber während sie noch unter Schock stehen, wird Jennifer vor den Augen der entsetzten Freundin von der Band gekidnappt. Einige Zeit später taucht unsere Heldin wieder auf, blutüberströmt, hungrig und schwarzen teerartigen Schleim spuckend. Infolge eines satanischen Rituals hat ein Succubus-artiger Dämon von ihr Besitz ergriffen. Jennifer ist jetzt böse, so richtig böse, ich möchte euch auffressen böse. Sie hat nur ein Ziel: die männliche Jugend der Stadt mit haut und Haaren zu verzehren. Neely ist die einzige, die weiß, was mit ihrer Freundin los ist und wie man sie stoppen kann…
Es wäre großartig, wenn man sagen könnte, dass „Jennifer´s Body“ ein stimmiger und wirklich gelungener Film ist. Es wäre wunderbar, wenn Diablo Codys smarte Dialoge einem größeren Ganzen dienten, wie es bei ihrem Meisterwerk „Juno“ der Fall war. Aber die traurige Wahrheit ist, dass dieser Film aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Sehern missfallen als gefallen wird. „Jennifer´s Body“ ist eine seltsame Mischung, die einfach kein stimmiges Ganzes ergeben will. Andererseits finden sich immer wieder brillante Highlights, die um Klassen besser sind als ein Gros dessen, was man in diesem Genre sonst gewohnt ist. „Jennifer´s Body“ ist zu langatmig, selten bis gar nicht gruselig, aber es finden sich dann doch eine Handvoll Szenen, die von der Spannung her mit großen Klassikern des Horrorkinos mithalten können – oder zumindest mit den filmen, die die großen Klassiker zitieren.
Überraschenderweise sind es nicht einmal Diablo Codys ständig die Aufmerksamkeit auf sich ziehenden Dialoge, die dem Film die Spannung rauben und das Aufkommen von Angst und Schrecken verhindern, nein, das ist viel mehr dem Umstand zu verdanken, dass sich der Film zwar etlicher Versatzstücke des klassischen Horrorkinos bedient – Grundidee, Dämon, spießiges Kleinstadtmilieu, Bauten und Makeup - , ohne aber den mehr technischen Aspekten des Genres genügend Aufmerksamkeit zu widmen. Es fehlen Szenen, bei denen man vor Schrecken aus dem Sessel springen möchte, aber auch Szenen, in denen etwa durch Schatten unter der Tür oder vor dem Fenster Spannung aufgebaut wird. „Jennifer´s Body“ gibt vor, ein Horrorfilm zu sein, aber leider ist es keiner. Er möchte lustig und erschreckend sein – und diese Mischung klappt selten. Hier wurden Blut und Gemetzel dem Humor geopfert.
Das ist mehr als schade. Denn unter all den Dingen, die nicht so recht zusammenpassen wollen, ist ein Film über zwei Teenager-Freundinnen vergraben, der großes Potenzial gehabt hätte. Das Verhältnis von Neely und Jennifer zueinander wirkt wie aus dem realen Leben gegriffen – selbst dann noch, als das Morden losgeht - und ist mit Abstand das Beste an dem Film.
Die schauspielerischen Leistungen sind ausgezeichnet: Megan Fox hat nach den „Transformers“-Filmen, in denen sie selbst von den Robotern mühelos an die Wand gespielt wurde, scheinbar ihre Bestimmung gefunden – als Alphaweib aus der Hölle. Sie überzeugt als Sexbombe, die Männlein wie Weiblein mit einem einzigen Augenaufschlag verführen kann, und niemand zweifelt lange daran, dass sie in der Lage ist, eine ganze Stadt nur mit einem Lächeln und scharfen Zähnen bewaffnet ausrotten kann.
Amanda Seyfried ist als Neely ein Ausbund an Liebenswürdigkeit, so dass Diablo Cody einiges an Geschick aufwenden muss, um zu erklären, wie es überhaupt möglich sein kann, dass diese beiden so gegensätzlichen überhaupt befreundet sind. Es ist interessant zu bemerken, dass Jennifer – zumindest unbewusst – all das begehrt, was die gutmütige Neely hat. Ein Subtext, wie er sich sonst nur ganz, ganz selten in Horrorfilmen findet. „Jennifer´s Body“ wird wohl wenig für den Starruhm und das schauspielerische Ansehen von Megan Fox bewirken, aber der Film sollte Amanda Seyfried zum Durchbruch verhelfen. Verdient hätte sie es, denn es ist ihre Show. Obwohl, beim Durchsehen des Promo-Materials käme man nie auf den Gedanken, dass sie überhaupt mitspielt.
Sowohl von Diablo Cody, als auch von Megan Fox und Amanda Seyfried wird in Zukunft noch einiges zu sehen sein, sie werden vermutlich Karriere machen, aber diese Kollaboration wird in die Geschichte eingehen als Film, dessen eigenwillige Mischung von Genres und Stilen zwar einige bemerkenswerte Momente und Szenen hervorgebracht hat, aber letztendlich nicht so recht zu überzeugen vermag.