Ich bin auf http://filmundco.com übersiedelt.

Das Neueste

Posts mit dem Label drama werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label drama werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Der erste Trailer für Sleeping Beauty ist ganz anders, als man aufgrund des Titels erwarten würde

Montag, 18. April 2011

Bookmark and Share

 

Emily_Browning_Sleeping_Beauty-450x315

„Düstere Märchen“ sind zur Zeit einer der heißesten Trends in der Filmbranche. Tim Burtons „Alice im Wunderland“ war einer der größten finanziellen Erfolge aller Zeiten und gegenwärtig sind gleich drei „Schneewittchen“-Projekte in Entwicklung sowie zwei potenzielle „Peter Pan“-Filme. Der Begriff „düster“ ist jedoch relativ, und wenn man den ersten Trailer für „Sleeping Beauty“ als Maßstab nimmt, wird er wohl neu definiert werden müssen.

Der von Julia Leigh geschriebene und inszenierte Streifen erzählt eine ganz andere Version der Geschichte, die wir so gut kennen. Wie anders? In dieser Version ist die Hauptfigur eine in einem Bordell tätige Prostituierte, die Schlaftabletten nimmt, die Besinnung verliert und in diesem Zustand als willenloses Objekt den männlichen Kunden zur Verfügung steht, wohl wissend, dass sie sich am Morgen an nichts mehr erinnern wird. In den Hauptrollen sind Emily Browning, Michael Dorman, Mirrah Foulkes und Rachel Blake zu sehen.

Sleeping Beauty from Pollen Digital on Vimeo.

Obwohl es sich ganz offensichtlich um eine andere Art Film handelt, ist es doch merkwürdig, dass dieser Trailer so kurz nach dem Kinostart von „Sucker Punch“ erscheint. Emily Browning muss da wohl eine ganz eigenartige Phase durchgemacht haben. Es handelt sich aber um einen wirklich schönen Trailer. Die Prämisse des Films ist zwar reichlich gestört, aber immerhin ist es gelungen, etwas künstlerisch Interessantes daraus zu machen.

Sean Penn hat im neuen Clip aus This Must Be The Place eine wilde Frisur

Sonntag, 17. April 2011

Bookmark and Share

 

sean_penn_this_must_be_the_place_clip

Vor kurzem hat ein neuer Clip aus dem Musikfilm „This Must Be The Place“ mit Sean Penn den weg ins Internet gefunden. Obwohl ich mich ständig zwinge, traurige Männer, die Make-up tragen, zu hassen, muss ich zugeben, dass es etwas für sich hat, den Schauspieler hier herausgeputzt zu sehen, als wäre er das sechste Mitglied von The Cure. Das neue Bildmaterial, das zum Teil Musikvideo und zum Teil ein Video über Leute, die ein Musikvideo ansehen, ist, ist von einer einsamen, „Magnolia“-artigen Atmosphäre geprägt.

„This Must Be The Place“ folgt dem von Penn gespielten Charakter, einem einst berühmten Rockstar, der sich nach New York aufmacht, um seinen im Sterben liegenden Vater zu besuchen. Leider kommt er ein bisschen zu spät. Er erfährt aber, wie unendlich sein Vater während des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager leiden musste. Zornig, gelangweilt und allein, beschließt er, das Leid, das seinem Vater von einem KZ-Wächter zugefügt wurde, der sich jetzt irgendwo versteckt hält, zu rächen. Der Streifen wurde von Paolo Sorrentino („Il Divo“) inszeniert und wird in Cannes uraufgeführt werden.

„Passion Play“ Trailer: Bill Murray und Mickey Rourke kämpfen um den gefallenen Engel Megan Fox

Donnerstag, 14. April 2011

Bookmark and Share

 

passion-play-trailer-top

Seit John Travoltas „Michael“ war im Kino nicht mehr so viel Engelsex zu sehen. In „Passion Play“ spielt Megan Fox einen waschechten gefallenen Engel (mit flauschigen Flügeln und allem Drum und Dran). Sie wird von dem bösen Bill Murray kontrolliert und von einem sehr zerknautschten Mickey Rourke geliebt.

Ich bin mir nicht sicher, was ich von diesem Film halten soll. Ich liebe den von Drehbuchautor/Regisseur Mitch Glazer mitgeschriebenen Film „Die Geister, die ich rief…“ („Scrooged“), doch sein Regieerstling sieht nach einem ziemlichen Durcheinander aus. Außerdem lösen sich Megan Fox´ Flügel immer wieder in Nichts auf. „Passion Play“ kommt am 6. Mai in einige ausgewählte amerikanische Kinos und wird am 31. Mai auf DVD veröffentlicht.

Hier ist die offizielle Synopsis:

Der von Mitch Glazer (Drehbuchautor von „Scrooged“) geschriebene und inszenierte Streifen wartet mit einer himmlischen Besetzung auf, zu der neben etlichen anderen die vor den Oscar nominierten Mickey Rourke und Bill Murray, Megan Fox, Kelly Lynch, Rhys Ifans und die ehemalige UFC-Sensation Chuck Liddell zählen. Nate Poole (Rourke) ist ein gescheiterter Musiker, der vor dem schießwütigen Gangster Happy Shannon Murray) flieht. Auf seiner Flucht begegnet er einem herumtingelnden Rummel und ist sofort von dessen Attraktion Lily „The Bird Woman“ (Fox) fasziniert. Doch Lily ist kein Fake: ihre Flügel sind echt. Der Musiker auf der Flucht verliebt sich in diese engelsgleiche Kreatur und überredet sie, mit ihm durchzubrennen, was ihren skrupellosen Arbeitgeber (Ifans) gar nicht freut. Die beiden fliehen durch die Wüste, aber… wohin? In ihren Untergang? An einen sicheren Ort?

Der Trailer hält einen besonderen Gag bereit: Mickey Rourke wird darin als Oscargewinner (er war für „The Wrestler“ nominiert) bezeichnet, obwohl er gegen Sean Penn („Milk“) verlor. Da war wohl jemand voreilig oder vergesslich.

academy-award-winner-micke-rourke-passion-play

passion-play-megan-fox-bill-murray

passion-play-megan-fox

passion-play-mickey-rourke

Willkommen bei den Rileys (Review)

Dienstag, 12. April 2011

Bookmark and Share

 

Gandolfini und Stewart geben in diesem Drama ein sehr ungleiches Paar ab

willkommen_bei_den_rileys_poster_01b

starslarge_2

Originaltitel: Welcome to the Rileys
Herstellungsland: UK/USA 2010
Regie: Jake Scott
Drehbuch: Ken Hixon
Darsteller: James Gandolfini, Melissa Leo, Kristen Stewart, Joe Chrest, Ally Sheedy, Tiffany Coty, Sharon Landry, Eisa Davis

Haben Sie sich je gefragt, was für ein Film „Taxi Driver“ geworden wäre, wäre Travis Bickle ein netter, verheirateter Mann mittleren Alters aus dem Mittelwesten gewesen, der Klempnerbedarf en gros vertreibt?

Oh, und außerdem, wenn er am Ende nicht völlig durchgedreht und ein ganzes Mietshaus im East Village voller Gangster und Zuhälter niedergemacht, sondern sich damit begnügt hätte, Iris´ Appartement zu reinigen und sie seiner Frau vorzustellen?

Mit Sicherheit nicht. (Ich habe mich das übrigens auch noch nie gefragt.)

Doch es steht zu vermuten, dass Ken Hixon, der Drehbuchautor von „Willkommen bei den Rileys“, sich genau dieses Szenario gründlich überlegt hat, denn seine Geschichte handelt von genau so einem Mann, der während eines geschäftlichen Aufenthalts in New Orleans beschließt, eine minderjährige Prostituierte zu retten.

Sie retten? Verdammt, er zieht sogar bei ihr ein – und reinigt ihre „Trainspotting“-artige Toilette, ohne auch nur einen Kuss von ihr zu verlangen. Sie ist - kann man es ihr verübeln? - misstrauisch.

Sie sollten es auch sein.

WELCOME TO THE RILEYS Gandolfini Stewart

Nicht dass dieser Klempner - von James Gandolfini mit sehr stark wechselndem Akzent gespielt – Böses oder Abartiges im Schilde führen würde. (Er will ehrlich nicht mit Kristen Stewart ins Bett steigen, müssen Sie wissen. Er möchte nur ihre Wäsche waschen.) Es ist nur so, dass diese Charaktere so ganz und gar nicht menschlich wirken.

Und Kristen Stewart - sie bläst einmal mehr Trübsal. Doch die gelegentlichen Zornausbrüche überzeugen. Und physisch - mit blauen Flecken und völlig verwahrlost - tut sie ihr möglichstes, um ja nicht nach Hollywood auszusehen. (Allein ihre Fingernägel sehen nach 10 Staphylokokkeninfektionen aus.) Doch die meiste Zeit ist sie, schauspielerisch gesprochen, einfach da. Allerdings funktioniert dieses Da-sein hier recht gut.

Am überzeugendsten ist Melissa Leo, die Gandolfinis Ehefrau spielt, obwohl diese Rolle die unglaubwürdigste ist. Sie macht von allen Figuren den größten Wandel durch, aber viel zu rasch, um überzeugend zu wirken. Seit dem Tod ihrer Tochter (sie kam bei einem Autounfall ums Leben) hat sie das Haus nicht mehr verlassen, doch kaum kommt ihr Mann von der Geschäftsreise nicht zurück, springt sie auch schon ins Auto und fährt ihm nach. Innerhalb weniger Tage wandelt sie sich von einer neurotischen Frau, die sich vor der Welt verschließt, in eine aufblühende, mütterliche Helferin.

Willkommen_bei_den_Rileys_Welcome_to_the_Rileys_17b

Doch so gekonnt sie diese Metamorphose darstellt, sie ist nicht wirklich glaubwürdig – ebenso wenig wie der Umstand, dass Gandolfini nur die lautersten väterliche Gefühle für Stewart hegt oder dass sich diese nicht bei erster Gelegenheit mit seinen Kreditkarten davonmacht.

Regisseur Jake Scott - übrigens der Sohn von Regiealtmeister Ridley Scott – fängt vor allem New Orleans großartig ein; man kann in manchen Einstellungen die Luftfeuchtigkeit fast körperlich spüren. Die menschlichen Aspekte entgehen ihm jedoch, denn er jagt lieber dem Melodram und den schauspielerischen „Momenten“ nach.

Deshalb ist „Willkommen bei den Rileys“ einer jener Filme, die Darsteller gerne als Herzensprojekt oder ähnlich bezeichnen – und die auf das Publikum nur bemüht wirken.

Lars von Triers „Melancholia“: Kirsten Dunst ist im ersten Trailer traurig und nackt

Samstag, 9. April 2011

Bookmark and Share

 

melancholia-trailer-kirsten-dunst

Hier ist der erste Trailer für den neuesten Film von Frauenhasser Lars von Trier, ein Science-Fiction-artiges Drama über eine unglückliche Braut und das Ende der Welt. Auf der offiziellen Website wird „Melancholia“ tatsächlich als „ein schöner Film über das Ende der Welt“ beschrieben. Da haben Sie es. Und noch dazu gibt es Kirsten Dunst nackt zu sehen.

Es ist doch sie, die sich da nackt auf dem Hügel liegt, oder nicht? Und auch zusammengesackt neben der Badewanne. Kirsten Dunst scheint sich als ernsthafte Schauspielerin neu zu erfinden, denn dies ist ihr zweiter anspruchsvoller Film binnen weniger Monate, denn erst im Dezember letzten Jahres glänzte sie in dem leider viel zu wenig beachteten „All Good Things“. Und es ist wirklich mutig von ihr – und auch von den anderen Darstellerinnen in diesem Streifen (allen voran den Charlottes Rampling und Gainsbourg) -, sich den Launen eines so berüchtigt fiesen Regisseurs wie von Trier zu unterwerfen.

Irgendwie kann ich verstehen, warum sich die Damen von diesem Projekt angezogen fühlten. Es sieht faszinierend aus, nicht wahr? Die Bedrohung aus dem All, verträumte Musik und schlichte Bilder. Und erst diese Textzeile „Life is only on Earth, and not for long“! Klingt ein wenig nach Čechov, oder nicht? Kann man nicht beinahe hören, wie dieser Satz von einer verrückten Nina am Ende von „Die Möwe“ gesprochen wird? Das gefällt mir! Ich bin mir sicher, dass der fertige Film zusammenhangsloser mist sein wird, aber für den Moment bin ich fasziniert. Terrence Malick trifft „Donnie Darko“ trifft Sofia Coppola, das Ganze verpackt von dem Kerl der „Dogville“ drehte, jenen hochgelobten Film, den kaum jemand gesehen hat.

Lassen Sie uns melancholisch werden…

The Fighter (Review)

Freitag, 8. April 2011

Bookmark and Share

 

Die Darsteller sind das Beste an dieser Verfilmung der wahren Geschichte des Underdog-Faustkämpfers Micky Ward

The-Fighter-movie-poster-01

starslarge_2einhalb

Originaltitel: The Fighter
Herstellungsland: USA 2010
Regie: David O. Russell
Drehbuch: Scott Silver, Paul Tamasy, Eric Johnson, nach einer Story von Paul Tamasy, Eric Johnson und Keith Dorrington
Darsteller: Mark Wahlberg, Christian Bale, Amy Adams, Melissa Leo, Mickey O´Keefe, Jack McGee, Melissa McMeekin, Bianca Hunter, Erica McDermott, Jill Quigg

Schon lange bevor er zum ersten Mal Boxhandschuhe überstreifte, stand Micky Ward immer wieder auf und steckte Schläge ein.

Diese Kämpfe - nicht immer physischer Natur – ereigneten sich bei ihm zu Hause und in seiner Heimatstadt Lowell, Massachusetts, wo er im Schatten seines größeren, leichtsinnigeren Bruders in einer riesigen, zänkischen Familie aufwuchs.

Bis er sich schließlich wehrte – und auch selbst in den Ring stieg.

Das ist die Geschichte von „The Fighter“, einem toll gespielten Drama mit Mark Wahlberg, Christian Bale, Amy Adams und Melissa Leo.

Doch während die Darsteller größtenteils hervorragend sind, bereitet das Set-up Filmemacher David O. Russell ziemliche Probleme.

Das Hauptproblem ist Micky Ward selbst. So wie er im Film dargestellt wird, ist er ein passiver Mensch, der von seiner aufdringlichen Familie beherrscht wird, die drauf und dran ist, dafür zu sorgen, dass seine Karriere den Bach hinunter geht – während Micky sich zurücklehnt und nur ein ganz klein wenig verärgert zu sein scheint.

The-Fighter-Wahlberg-Adams

Es fällt schwer, so jemandem die Daumen zu drücken. Und obwohl Micky sich letztendlich aus den Klauen dieser Tyrannen befreien kann, gelingt im das nur dank einer resoluten und hübschen Barkeeperin, die genauso ich-weiß-was-gut-für-dich-ist ist wie seine Mutter. Hier kommt der neue Boss, hübscher als der alte Boss.

Zugegeben, am Ende des Films ist Micky für sich selbst eingetreten, zumindest ein wenig. Er ist aber noch immer zu unterwürfig, um als Aufhänger für ein Drama zu dienen. Und falls es einen tieferen Sinn gibt – war zum Beispiel Wards behäbiger Boxstil, dieses geduldige Einstecken von Schlägen, etwas, worauf ihn sein ganzes Leben vorbereitete? -, dann vergisst Russell darauf, dies deutlich zu machen.

Am Ende bleibt es den Schauspielern überlassen, den Film über die Runden zu bringen.

Und diese Aufgabe meistern sie über weite Strecken recht gut. Obwohl Bale die mit Abstand meiste Aufmerksamkeit zuteil wurde, ist seine Darstellung von Mickys Bruder Dickie – einem herumkaspernden Cracksüchtigen – die offensichtlichste, eine auffällige Aneinanderreihung von Mienen und Gesten. Übertrieben und exzentrisch - und somit genau jene Art Schauspielerei, die den Oscarjuroren gefällt.

The-Fighter-007

Subtiler ist die zugleich harte und kitschige Arbeit von Amy Adams als Mickys Mädchen, eine eiserne Faust in einem Netzhandschuh. Und Melissa Leo liefert in der Rolle der Mutter der beiden Brüder eine weitere großartige Leistung ab und wurde dafür zu Recht mit einem Oscar belohnt.

Selbstverständlich ist Mark Wahlberg der Star des Films, und er war es auch, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass dieses Projekt überhaupt zustande kam. Er ist äußerst solide im Ring und wirklich bewegend in den ruhigeren Momenten des Streifens - wenn er etwa stumm auf der Couch sitzt, während seine Schwestern und seine neue Freundin ihn beschimpfen.

Aber ist das der wahre Micky Ward? Schwer zu sagen. Das Drehbuch kehrt sowohl Beschämendes (etwa Dickies Rückfall in die Kriminalität) als auch Wesentliches (Wards drei erstaunliche Kämpfe gegen Arturo Gatti) unter den Tisch. Das wird wahrscheinlich den einen oder anderen Fans (falls es in unseren Breiten überhaupt welche gibt) enttäuschen.

Fans von soliden darstellerischen Leistungen und stilvoller Regiearbeit werden zufriedener aus dem Kino kommen. Die Schauspieler landen einige gute Gerade. Und Russells Beinarbeit – er verpasst den Kampfszenen den Look von billigen alten Videoaufnahmen und unterlegt sie mit Power Rock – ist beeindruckend.

Doch der eine dramatische K.O.-Schlag? Auf den wartet man vergeblich. Als Film ist „The Fighter“ ein kräftiger, solider Schläger – aber kein wahrer Champion.

Wie man „An Invisible Sign Of My Own“ ruiniert

Bookmark and Share

 

Schritt eins: Man verfilme das Buch.

Es gibt keinen zweiten Schritt. Leute, ehrlich: Ich finde Aimee Benders Roman „An Invisible Sign Of My Own“ großartig. Es ist ein Buch, das mich sehr berührt hat und das ich nahezu jedem empfehlen kann. Es handelt vom Innenleben einer sehr fragilen Person, die erkennt, dass sie bei weitem nicht so schwach und zerbrechlich ist, wie sie angenommen hat. Obwohl ich prinzipiell daran zweifle, dass irgendjemand daraus einen guten Film machen könnte (Ich wiederhole: Es geht um das Innenleben), erweckt dieser generische Indie-Trailer (un der Umstand, dass der Titel ohne zwingenden Grund auf „An Invisible Sign“ verkürzt wurde), in mir kaum Hoffnung, das diese spezielle Produktion uns angenehm überraschen wird. Lesen Sie lieber das Buch.

Beastly - Schau in sein wahres Gesicht (Review)

Donnerstag, 7. April 2011

Bookmark and Share

 

Dieser „Schöne und das Biest“-Verschnitt ist einfach nur dämlich

Beastly-Movie-Poster-01

starslarge_1

Originaltitel: Beastly
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Daniel Barnz
Drehbuch: Daniel Barnz, basierend auf dem Roman von Alex Flinn
Darsteller: Alex Pettyfer, Vanessa Hudgens, Neil Patrick Harris, Lisa Gay Hamilton, Peter Krause, Mary-Kate Olsen

Du bist jung. Du hast noch Dein ganzes Leben vor Dir. Du warst in ein paar „High School Musical“-Filmen. In „Beastly“ hast Du all Dein Geld für eine Klassenreise nach Machu Picchu zusammengelegt. Doch Dein Vater ist ein Drogenabhängiger, der einen Kriminellen erschossen hat, dessen Bruder droht, Dich unschuldiges kleines Wesen zu töten. Vielleicht weil er noch immer zugedröhnt ist, vermietet Dein alter Herr Dich an einen unter einer Kapuze verborgenen Fremden, der die Schießerei beobachtet hat und ihn mehr oder weniger zwingt, Dich ihm zu überlassen. Nicht dass Deines Vaters Lage Dich je sonderlich gekümmert hätte. Die meisten Abende und Nächte verbringst Du damit, durch die Clubs und die Straßen eines Manhattan zu ziehen, das immer wie Kanada aussieht, und eine Schachtel Süßigkeiten mit Dir herumzuschleppen. Die Charakterisierung könnte nicht offensichtlicher sein, wenn dazu auf der Tonspur ein Oldie eines gewissen Popquintetts aus früheren Zeiten liefe: „You´re a candy girl“.

Doch lass uns über Deine missliche Lage reden. Der attraktive junge Mann, mit dem du verkuppelt - ich meine, dem Du überantwortet - wurdest, ist ein unglaublich reicher, arisch aussehender Kerl. Vor nicht allzu langer Zeit beherrschte er Deine vornehme Privatschule mit jener Art grenzwertiger eugenischer eiserner Faust, die im Laufe der Geschichte schon oft zu Kriegen und Randalen geführt hat. Doch nachdem er sich mit der falschen hochmodischen Hexe angelegt hatte, wurde er in einen Couture-Caliban verwandelt – bleiche Haut, Narben mit metallischem Rand, Tätowierungen mit Waldsymbolik. Deine Klassenkameraden denken, er hätte sich, weil es gerade in ist, in eine mondäne Entzugsklinik begeben. In Wahrheit wurde ihm ein Jahr Zeit gegeben, jemanden zu finden, der mitfühlend genug ist, ihm gegenüber die den Fluch aufhebenden Worte „Ich liebe Dich“ auszusprechen.

beastly-pettyfer-hudgens-01

Dieser jemand bist selbstverständlich Du. Und das ist das Problem. Dieses ganze Durcheinander hat Dich Deine Klassenfahrt, Deine Ausbildung, Deine Zukunft und Deinen Vater gekostet. Doch nachdem Caliban ( er möchte „Hunter“ genannt werden) Schachteln mit Süßigkeiten vor der Tür Deines Bereiches in seiner riesigen vorübergehenden Bleibe, die er mit seiner jamaikanischen Haushälterin mit dem üblen Akzent und seinem blinden Hauslehrer teilt, abgestellt hat, nehmen den Kichern, Dein Nägelkauen sowie Dein Knabbern an der

Unterlippe nur noch zu. Als Ihr in dem Gewächshaus, das er extra für Dich gebaut hat, gemeinsam Frank O´Hare lest und dann auch noch in den Carroll Gardens Zoo einbrecht, bist Du offiziell sein.

beastly-02b

Ich weiß, ich weiß. Wenn Bella Edward haben kann, warum solltest Du dann nicht diese billigere, fettfreie Kopie haben können? So oder so ähnlich denkst Du wohl. Es ist möglich, dass Du eine kleine Auszeit von der schmutzigen Phantasie von „Twilight“ brauchst. Doch warum sich stattdessen mit einem völlig phantasielosen, zweitklassigen „Die Schöne und das Biest“-Abklatsch begnügen? Bella würde dich daran erinnern, dass ihr Leben kein After School Special über innere Schönheit ist. Es ist eine Seifenoper über ein urkomisches Leben ohne Sex. (In „Twilight“ könnte jemand sterben, falls sie „es“ tun. Was ist Deine Entschuldigung?)

Die Phantasie, die „Beastly“ verkaufen möchte, ist nicht unähnlich. Ein hübscher Junge braucht Dich und Du möchtest ihm so gerne helfen, dass Du nicht bemerken kannst, dass er nur die blasse Fahrradkurier-Version des gebräunten reichen Typen ist. Sein Ego braucht Dich, nicht er. Das muss auch der Grund sein, warum es ihn nicht stört, dass Du nur über einen Gesichtsausdruck verfügst, der noch dazu ständig halb von Deinem Pony verdeckt wird. Du bekommst von dem Anflug von Rassismus, dem gewissen Chauvinismus, der grassierenden Unlogik oder dem Umstand, dass er darauf vertraut, dass ein Mädchen so einfältig und berechenbar ist, wie du es letztendlich bist, nichts mit. Du bemerkst nur die Süßigkeiten, die nach nichts schmecken.

Fazit: Ein langweiliger, extrem dummer Film im Fahrwasser von „Twilight“, der es nicht verdient, geliebt zu werden.

Winter´s Bone (Review)

Samstag, 2. April 2011

Bookmark and Share

 

Debra Graniks düsterer kleiner Film ist ebenso hart, unerschrocken und faszinierend wie die Charaktere, die sich in diesen kalten, grauen Hügeln durchs Leben kämpfen

winters-bone-movie-poster

starslarge_3

Originaltitel: Winter´s Bone
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Debra Granik
Drehbuch: Debra Granik, Anne Rosellini, basierend auf dem Roman von Daniel Woodrell
Darsteller: Jennifer Lawrence, Isaiah Stone, Ashlee Thompson, Valerie Richards, Shelley Waggener, Garret Dillahunt, John Hawkes, Dale Dickey, Sheryl Lee

Es ist eine Welt voller zerbrochener Dinge.

In den Vorgärten wimmelt es von rostigen alten Autos auf Blöcken und dreibeinigen Hunden. Die Veranden neigen sich unter der Last ausgedienter Kühlschränke und moosbedeckter Sofas. Schlafzimmer sind Irrgärten voller zersprungener Puppen und zerrissener Kleider.

Aber nichts ist kaputter als die Menschen, die nur noch von Drogen, Missgunst und Erinnerungen am Leben erhalten werden.

Das war die Welt von Debra Graniks erstem Spielfilm „Down to the Bone“, jenem Junkie-Drama, das Vera Farminga ihre erste große Rolle bescherte. Und in diese Welt kehrt die Regisseurin mit „Winter´s Bone“ zurück.

Die beiden Filme haben nicht nur den Knochen im Titel gemein, sondern auch dies starken weiblichen Hauptfiguren, die alles versuchen, ihre alles andere als glücklichen Familien über die Runden zu bringen. Doch der erste Streifen spielte im nördlichen Teil des Bundesstaates New York; dieser hat die Hügel und Täler des südlichen Missouri zum Schauplatz.

winters-bone-movie-review-jennifer-lawrence Und in diesem Film steht nicht eine abgebrühte Frau mit einem Drogenproblem im Mittelpunkt, sondern ein stures Mädchen im Teenageralter.

Ihr Vater, der Crystal Meth herstellt, verpfändete die winzige Hütte der Familie, um Kaution stellen zu können. Nun ist er verschwunden und Ree - und ihre beiden jüngeren Geschwister - sind kurz davor, alles zu verlieren. Unsere junge Heldin muss ihren Daddy finden, selbst wenn es bedeutete, dafür durch die Feuer der Hölle zu marschieren.

Und in diesem Teil des Ozark-Plateaus, bedeutet es das beinahe.

Die Haupthandlung – ein beherztes Mädchen versucht, ihr einfaches Heim zu retten – hätte einem D.W. Griffiths gefallen, doch Granik steht, genau wie den Charakteren, der Sinn nicht nach Sentimentalitäten. Diese Männer sind hart. Diese Frauen sind noch härter. (Sie müssen es sein, um diese Männer zu überleben.)

Doch finden sich selbst hier einige Lichtblicke – etwa den Nachbarn, der ungefragt etwas Hirschfleisch herüberbringt, um bei der Verpflegung von Ree Dollys langsam verhungerten Verwandten (neben den Geschwistern gibt es noch die Mutter, die emotional und geistig völlig leer ist) zu helfen. Oder den Volksmusikabend, der ein Haus mit traditioneller Musik erfüllt. Oder den Anwerber der Armee, der der verzweifelten Teenagerin einen kleinen Gefallen erweist.

Denn am Ende des Tages sind dies Menschen, die sich um einander kümmern. Weil es sonst niemand tut.

Es gibt einen offensichtlichen „künstlerischen“ Moment im Film - einen in verkrampftem Schwarzweiß gedrehten Traum voller herumhüpfender Eichhörnchen -, doch ansonsten sorgt Granik zumeist dafür, dass sich Film und Kamera so unermüdlich und forsch voranbewegen wie die Heldin. Selbst wenn die Frames mit Details vollgestopft sind, verweilt die Kamera nicht.

winters-bone-11b Doch auch die Darsteller vergeuden keinen Moment. Als Ree ist Jennifer Lawrence eine freimütige Heldin, die die Zähne zusammenbeißt und jedem vormachen kann, wie man Holz hackt oder ein Eichhörnchen häutet, aber keine Ahnung hat, was Selbstmitleid bedeutet. Man könnte diese Heranwachsende ins Jahr 1720 zurückversetzen und sie würde sich vermutlich problemlos zurechtfinden.

Und die anderen Schauspieler, allen voran John Hawkes als ihr ekliger Onkel Teardrop, ein gefährlich unberechenbarer, von Drogen gezeichneter Mann, der wissen und nicht wissen will, was mit seinem Bruder passiert ist, stehen ihr kaum nach. Die Nebenrollen sind mit interessanten Darstellern besetzt, die die äußerst unabhängige Charaktere verkörpern, die es zuwege bringen, abwechselnd bewundernswert und abstoßend zu sein (manchmal auch beides zugleich).

Oberflächlich betrachtet, ist „Winter´s Bone“ – der Film lief beim Sundance Festival - fast ein Park City-Filmklischee: ländlicher Schauplatz, eine Heldin, Charaktere aus der Unterschicht, Zyklen von Missbrauch und Überleben. Dennoch macht Granik daraus etwas sehr Reales. Und sogar etwas Hoffnungsvolles.

Denn, ja, dies ist ein unerbittliches und steiniges Land. Aber das Leben, das dort Wurzeln schlägt, schafft es zumeist, über die Runden zu kommen.

Fazit: „Winter´s Bone“ ist ein unerbittlicher, kalter Film, der es dennoch schafft, so etwas wie Hoffnung zu vermitteln. Über kleine schwächen trösten die interessanten Charaktere und die durchwegs guten darstellerischen Leistungen hinweg.

The Roommate (Review)

Mittwoch, 30. März 2011

Bookmark and Share

 

Dieser frauenfeindliche Film ist in jeder Beziehung eine Schande

The-Roommate-poster-1b

starslarge_1

Originaltitel: The Roommate
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Christian E. Christiansen
Drehbuch: Sonny Mallhi
Darsteller: Leighton Meester, Minka Kelly, Cam Gigandet, Alyson Michalka, Dannell Ackles, Frances Fisher, Tomas Arana, Billy Zane, Nina Dobrev, Matt Lantner

In „The Roommate“ spielt Minka Kelly Sara, eine aus Iowa stammende Studienanfängerin, die die fiktive Los Angeles University besucht. Falls Ihnen Kelly (sie war drei Staffeln lang in der Fernsehserie „Friday Night Lights“ zu sehen) und Leighton Meester (sie ist das Beste an „Gossip Girl“) nicht sondelich bekannt vorkommen sollten, könnte es passieren, dass Sie eine Zeit lang nicht genau wissen, wer wer ist.

Beide haben lange, eher eckige Gesichter. Kellys löst nur zufällig das Rätsel, was passieren würde, wenn Jennifer Beals Jennifer Lopez´ Baby bekäme. Sarah muss aus demselben Kaff in Iowa stammen, das auch den von Christina Aguilera in „Burlesque“ gespielten Charakter hervorbrachte.)

the_roommate_movie_still_2010

Minka von Meester unterscheiden zu können, ist jedoch nicht notwendig, um erahnen zu können, dass „The Roommate“ nichts Interessantes bietet und die beiden jungen Damen kaum etwas zu spielen haben. Der Film ist der neueste Beitrag zum _-aus-der-Hölle-Genre, in dem Frauenfeindlichkeit und Unterhaltung gleichbedeutend zu sein scheinen und der oder die _ jemandem so lange das Leben zur Hölle macht, bis derjenige/diejenige zurückschlägt.

Meester spielt Sarahs Mitbewohnerin (engl. Roommate) Rebecca, eine Kunststudentin, die von Richard Princes blutenden „Nurse“-Gemälden besessen ist und jeden attackiert, der ihre Beziehung zu Sarah gefährden könnte. Das bedeutet Schnitte, blaue Flecken und möglicherweise Exitus für Sarahs neue Partyfreundin, ihren Ex-Freund, ihren derzeitigen Freund (gespielt von dem unheimlichen, aber zunehmend interessanter werdenden Cam Gigandet, der in „Burlesque“ Christina Aguilera fragte, ob sie bei ihm einziehen wolle), ihren Modelehrer (Billy Zane gibt eine schmierige Version des Designers und Filmemachers Tom Ford) und Cuddles, ihre Katze.

Sogar Sarahs beste Freundin, eine Mode-Stylistin, bekommt Ärger. Drehbuchautor Sonny Mallhi lässt eine Szene quasi als sexuelles, filmisches und psychologisches Kürzel (Psycho!) unter der Dusche spielen und macht die beste Freundin zur Lesbe, damit die Zuschauer wissen, dass Sarah weiß, was eine glückliche Lesbe ist, und das Rebeccas Verhalten, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, nichts Sexuelles an sich hat.

„The Roommate“, inszeniert von dem Dänen Christian E. Christiansen, stellt sich sowohl in Sachen Psychologie als auch Suspense äußerst dämlich an. Sarah findet Rebeccas verschreibungspflichtiges antipsychotisches Medikament Zyprexa, aber sie kann niemanden davon in Kenntnis setzen, damit der Film nicht schon vor dem finalen und brutalen Höhepunkt zu Ende ist. Noch dazu macht sich die falsche Person durch ein weit geöffnetes Fenster vom Acker. Im Vergleich dazu ist ja selbst der x-te Teil von „Freitag der 13.“ Noch ein Meisterwerk.

Fazit: Ein lieblos zusammengeschusterter Thriller ohne jede Spannung, den man tunlichst meiden sollte.

The Silent House (La Casa Muda): Britischer Trailer

Montag, 28. März 2011

Bookmark and Share

 

the-silent-house-la-casa-muda-220x150 Die Leute von Optimum Releasing haben den ersten britischen Trailer für das gefeierte Horror-Drama „The Silent House“ („La Casa Muda“) aus Uruguay veröffentlicht.

Der Regieneuling Gustavo Hernández inszenierte den Streifen, der mit einer HD-Digitalkamera angeblich in einem einzigen, 78 Minuten langen Take aufgenommen wurde. In den Hauptrollen sind Florencia Colucci, Abel Tripaldi, Gustavo Alonso und María Salazar zu sehen.

Der Plot von La Casa Muda basiert auf einer wahren Geschichte, die sich in den 1940-er Jahren in einem Dorf in Uruguay zutrug. Im Mittelpunkt steht Laura (Colucci), die ein Haus, das ein Geheimnis birgt, verlassen möchte. Laura und ihr Vater kommen in ein kleines Dorf, um ein verfallendes Haus zu renovieren. Alles läuft problemlos ab, bis Laura plötzlich ein immer lauter werdendes Geräusch wahrnimmt, das aus dem Obergeschoß zu kommen scheint. Ihr Vater geht hinauf - und kommt nicht wieder…

Ein amerikanisches Remake mit Elizabeth Olsen in der Hauptrolle wurde bereits abgedreht, angeblich ebenfalls in einem Take.

Betty Anne Waters (Review)

Dienstag, 22. März 2011

Bookmark and Share

 

Ein gut gemeinter, ernster Film, der leider viel zu vorhersehbar ist

betty-anne-waters-poster-01

starslarge_1einhalb

Originaltitel: Conviction
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Tony Goldwyn
Drehbuch: Pamela Gray
Darsteller: Hilary Swank, Sam Rockwell, Minnie Driver, Melissa Leo, Juliette Lewis, Loren Dean, Clea DuVall, Talia Balsam, Peter Gallagher

Dieser gut gemeinte Film beginnt mit der klickenden Doppelbedeutung des (Original-)Titels (Überzeugung und Verurteilung) und müht sich redlich und ohne allzu viel aufzudecken durch das reale Drama eines Mannes, der 1983 zu Unrecht wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf Bewährung verurteilt wurde, und den Kampf seiner Schwester, die sich, unerschütterlich von seiner Unschuld überzeugt, für die Aufhebung des Urteils einsetzt und dafür sogar extra ein Jusstudium absolviert. Sam Rockwell spielt Kenny Waters, einen Durchschnittstypen, der leicht in Rage gerät und zu Gewaltausbrüchen neigt. Hilary Swank spielt seine Schwester Betty Anne, die ihm sehr nahe steht und einst ähnlich unbeherrscht und rauflüstern war wie er. Melissa Leo spielt Nancy Taylor, die ehrgeizige Polizistin, die es auf den unverschämten Kenny abgesehen hat.

Conviction-Hilary-Swank-Sam-Rockwell-004

Als eine alte Frau brutal ermordet wird, bringt Officer Taylor eine Reihe von Zeugen bei, die aussagen, Kenny hätte mit diesem Mord geprahlt. Diese Hörensagen-Indizien reichen aus, um ihn lebenslänglich hinter Gitter zu bringen. Doch in den 1990-er Jahren werden plötzlich DNA-Analysen von Tatortspuren möglich und Betty Anne erkennt, dass sie Kenny möglicherweise freibekommen kann – doch hat die Polizei die Beweise aufgehoben? Und so steuert der Film auf ein vorhersehbares Ende zu: Rockwells Kenny ist nicht sonderlich interessant und Swank lässt nicht einmal ansatzweise jene Intensität erkennen, die Julia Roberts´ Erin Brockovich zu einem Liebling des Publikums machte.

Der Film flirtet gelegentlich mit der Idee von Zweideutigkeit und Suspense – könnte Kenny vielleicht doch der Täter sein? Obwohl dies dem Streifen viel mehr Substanz verliehen und das, was im Wesentlichen ein Fernsehdrama ist, vielleicht in einen mitreißenden Thriller verwandelt hätte, muss „Betty Anne Waters“ die Vorstellung von Kennys Unschuld in jedem Moment aufrechterhalten. Ein viel interessanterer Film hätte über Officer Taylor gedreht werden können: Leo erscheint leider viel zu kurz auf der Leinwand. Die Methoden und Motive dieser Polizistin, deren Machenschaften schlussendlich zu Kennys Verurteilung führen, werden in Frage gestellt – aber ist sie die Böse oder nicht? Dieser ernsthafte und langweilige Film möchte darauf keine Antwort geben.

Fazit: Ein glorifiziertes Fernsehdrama, das auf wahren Tatsachen beruht, bei dem jedoch nie Spannung aufkommen will. Einzig einige Darstellerinnen – Melissa Leo, Juliette Lewis, Minnie Driver - vermögen zu überzeugen.

The Rite – Das Ritual (Review)

Sonntag, 20. März 2011

Bookmark and Share

 

Ein langweiliger und sich wiederholender Exorzismusfilm

The-Rite-movie-poster-01b

starslarge_1

Originaltitel: The Rite
Herstellungsland: USA 2011
Regie: Mikael Håfström
Drehbuch: Michael Petroni, angeregt durch das gleichnamige Buch von Matt Baglio
Darsteller: Anthony Hopkins, Colin O´Donoghue, Alice Braga, Ciarán Hinds, Toby Jones, Rutger Hauer, Marta Gastini, Maria Grazia Cucinotta, Arianna Veronesi

Der Nachwuchsexorzist hat etwas vom ungläubigen Thomas an sich, weshalb ihn die angeblich unirdischen Manifestationen der ersten von ihm zu behandelnden – wild rollende Augen und ein paar gefährlich aussehende Verkrümmungen - nicht sonderlich beeindrucken.

„Was hast Du Dir erwartet?“ fragt schnauzt ihn sein ältlicher Mentor an. „Sich drehende Köpfe? Erbsensuppe?“

Eigentlich schon. Das wäre ganz nett.

Es wäre zumindest um einiges höllischer als die eher zahmen Schrecken, die in „The Rite –Das Ritual“ zu sehen sind, jenem Exorzismusfilm, der uns mit ein paar Fröschen und einem großen, übellaunigen Maultier Angst machen möchte.

Zeichen des Teufels? Verdammt, in manchen französischen Kleinstädten nennt man so etwas das Tagesmenü.

the-rite-anthony-hopkins-02

Was „The Rite“ wirklich dringend bräuchte, sind ein paar Blut-und-Donner-Schreckmomente, die das Publikum wirklich zusammenfahren lassen. Stattdessen präsentiert uns der Streifen Leute, die an den Stühlen kratzen, an die man sie gefesselt hat, und gelegentlich ein wenig fleckig aussehen.

Aaaaah. Gruselig.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Horrorfilm mit den erschreckenden Dingen umgehen kann. Er kann grausig sein und alles detailliert zeigen (wie etwa „Der Exorzist“ aus dem Jahre 1973). Er kann sich aber auch weigern, irgendetwas zu zeigen und so das Publikum dazu bringen, sich etwas noch viel Grauenvolleres vorzustellen (wie zum Beispiel „Paranormal Activity“).

Was selten bis gar nicht funktioniert, ist das Einschlagen des sicheren Mittelweges – die Dinge beim Namen zu nennen, aber nichts zu Schreckliches zu zeigen. Und genau das ist der langweilige Kompromiss, auf den „The Rite“ von der ersten Minute an setzt.

Das ist wirklich schade, denn Regisseur Mikael Håfström hat – obwohl nie ein sonderlich begabter Geschichtenerzähler – stets einen guten Sinn für das Optische und eine Vorliebe für das Ausgefallene bewiesen. Sein „Entgleist“ war ein netter moderner, außerehelicher Noir-Thriller und „Zimmer 1408“ war ein sträflich unterbewerteter surrealer Horrorfilm.

„The Rite“ ist jedoch ein ganz typischer, sehr durchschnittlicher religiöser Horrorschinken, der Pater vs. die bösen Dämonen, in dem einmal mehr ein Mann seine Glaubenskrise ironischerweise gerade durch die Machenschaften des Teufels überwindet. (Man sollte meinen, dass der Herr der Unterwelt mittlerweile bemerkt hat, dass ihm das Erscheinen auf Erden mehr schadet als nützt.)

The-Rite-ODonoghue-Hinds-03

Colin O´Donoghue, der hier sein Filmdebüt gibt, hinterlässt als hin- und hergerissener Seminarist keinen bleibenden Eindruck, doch der Film wartet mit einigen hervorragenden Nebendarstellern auf, die allerdings viel zu wenig zu tun bekommen. So schleichen etwa Rutger Hauer, Ciarán Hinds und Toby Jones herum.

Am besten ist noch Anthony Hopkins in der Rolle des älteren Exorzisten. Zwar ist von Erbsensuppe weit und breit keine Spur, doch er findet jede Menge Gelegenheiten, maßlos zu übertreiben, und scheint so viel Spaß am Spielen zu haben wie schon lange nicht mehr, wobei er seinen starren Hannibal-Lector-Blick mit einem so exzentrischen Vortrag verschmilzt, dass man meinen könnte, er hätte bei Nicolas Cage Unterricht genommen.

Es ist eine unterhaltsame Performance voller kleiner Tricks und Kniffe, die an jemanden erinnert, der hinter der Tür hervorspringt und Buh ruft. Und dafür erhält der altgediente Darsteller einen speziellen Dispens.

Doch der Rest von „The Rite“? Ein Riesenflop.

Beastly: Neuer Trailer, neues Poster und jede Menge Bilder für die Romanze mit Alex Pettyfer und Vanessa Hudgens

Samstag, 5. März 2011

Bookmark and Share

 

Beastly-UKQuad-220x150 Die Marketingabteilung von Paramount stellte vor kurzem en brandneues britisches Quad-Poster, einen neuen Trailer so wie jede Menge toller Photos für die Romanze „Beastly“ ins Netz, mit der man anscheinend alle Fans von „Twilight“ und „High School Musical“ zu ködern hofft.

„Beastly“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alex Flinn aus dem Jahre 2007 und ist eine Teenager-Romanze über falsche Äußerlichkeit und innere Schönheit. Erzählt wird die Geschichte des Highschool-Angebers Kyle Kingson (Alex Pettyfer), der sich n ur für Äußerlichkeiten interessiert und deshalb Kendra (Mary-Kate Olsen), die Goth-Queen der Schule, meidet. Deshalb belegt sie ihn mit einem Fluch, durch den er entstellt wird. Die einzige Möglichkeit, den Fluch loszuwerden, besteht ihren Angaben zu folge darin, jemanden zu finden, der ihn so liebt, wie er jetzt ist. Aber wird Kyle je in der Lage sein, über seine Oberflächlichkeit hinwegzukommen?

Man füge noch einen blinden Lehrer (Neil Patrick Harris) und eine Angebetete (Vanessa Hudgens) hinzu - und schon hat man eine moderne Version der klassischen „Die Schöne und das Biest“-Geschichte.

„Beastly“ wurde von Daniel Barnz („Phoebe in Wonderland“) adaptiert und inszeniert und kommt am 4. März in die amerikanischen und am 14. April in die deutschen Kinos.

Beastly-UKQuad-1b


beastly-1-alex

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

Beastly

beastly-16

beastly-17-marykate

Beastly

beastly-19-neilpatrickharris

beastly-20-vanessa-1b

Beastly

Beastly