Es wird Ihnen vermutlich aufgefallen sein, dass in den letzten Wochen ziemlich viel Promotionmaterial für „Thor“ erschienen ist. Die Trailer, Clips und Poster waren ja ganz nett, doch dieser ziemlich gelungene interaktive Guide den Paramount/Marvel vor kurzem veröffentlichten, stellt alles bisherige locker in den Schatten. Eine wirklich nette Spielerei.
Info zum Guide: WILLKOMMEN IM UNIVERSUM VON THOR, das die Wüsten New Mexicos ebenso umfasst wie die neun Welten von Yggdrasil. Dieser interaktive Guide lädt Sie ein, diese Welten zu erforschen und die Charaktere von THOR kennenzulernen, wobei es brandneues Video- und Bildmaterial zu entdecken gibt.
Finden Sie heraus, ob Sie 100% der Inhalte freischalten können. Wenn es Ihnen gelingt, können Sie dieses Ergebnis via Twitter und Facebook an Ihre Freunde weiterleiten und sie einladen, es auch zu probieren.
„Thor“ wurde von Kenneth Branagh mit Chris Hemsworth, Natalie Portman, Anthony Hopkins, Kat Dennings, Idris Elba, Stellan Skarsgård, Ray Stevenson und Rene Russo in den Hauptrollen inszeniert und kommt am 28. April in die hiesigen Kinos.
Synopsis: Thor, ein mächtiger, aber arroganter Krieger, hat einen brutalen Krieg neu angefacht und wird deshalb zur Strafe auf die Erde gesandt. Doch als ein gefährlicher Bösewicht aus seiner Welt die dunkelsten Mächte Asgards ausschickt, die Erde in ihre Gewalt zu bringen, muss Thor lernen, was es heißt, ein echter Held zu sein, um die Erde vor dem Untergang zu bewahren.
Viel Vergnügen beim Herumspielen mit dem interaktiven Guide, der vor allem für diejenigen interessant sein dürfte, die mit Thor nicht so vertraut sind.
Die Marketingabteilung von Paramount Pictures hat sechs brandneue Charakterposter für das Fantasy-Action-Spektakel „Thor“ veröffentlicht. Dies sind nicht einfach nur verschiedene Ansichten von Thors Gesicht (davon haben wir schon genug gesehen), sondern Poster, die Charakteren gewidmet sind, von denen in den Trailern zum Teil nur wenig zu sehen war, die aber im Film eine gewichtigere Rolle spielen werden. Zumindest zwei, der Gott des Verderbens und die Göttin des Krieges, sind völlig neu. Die anderen vier werden Ihnen vermutlich bekannt vorkommen, weil sie schon teilweise in diesem Quadbanner, das vor einiger Zeit herauskam, Verwendung fanden:
Sehen Sie sich die sechs neuen „Thor“-Poster unten an. Wenn man das Poster mit Natalie Portman ein wenig von der Seite betrachtet, sieht es fast so aus, als stünde darauf „The Woman of Thor“. Aus unerfindlichem Grund finde ich das sehr komisch.
Die Poster zeigen Chris Hemsworth als Thor, Anthony Hopkins als Odin, Tom Hiddleston als Loki, Idris Elba als Heimdall, Jaime Alexander als Sif und Natalie Portman als Jane Foster.
Ein langweiliger und sich wiederholender Exorzismusfilm
Originaltitel:The Rite Herstellungsland: USA 2011 Regie:Mikael Håfström Drehbuch:Michael Petroni, angeregt durch das gleichnamige Buch von Matt Baglio Darsteller:Anthony Hopkins, Colin O´Donoghue, Alice Braga, Ciarán Hinds, Toby Jones, Rutger Hauer, Marta Gastini, Maria Grazia Cucinotta, Arianna Veronesi
Der Nachwuchsexorzist hat etwas vom ungläubigen Thomas an sich, weshalb ihn die angeblich unirdischen Manifestationen der ersten von ihm zu behandelnden – wild rollende Augen und ein paar gefährlich aussehende Verkrümmungen - nicht sonderlich beeindrucken.
„Was hast Du Dir erwartet?“ fragt schnauzt ihn sein ältlicher Mentor an. „Sich drehende Köpfe? Erbsensuppe?“
Eigentlich schon. Das wäre ganz nett.
Es wäre zumindest um einiges höllischer als die eher zahmen Schrecken, die in „The Rite –Das Ritual“ zu sehen sind, jenem Exorzismusfilm, der uns mit ein paar Fröschen und einem großen, übellaunigen Maultier Angst machen möchte.
Zeichen des Teufels? Verdammt, in manchen französischen Kleinstädten nennt man so etwas das Tagesmenü.
Was „The Rite“ wirklich dringend bräuchte, sind ein paar Blut-und-Donner-Schreckmomente, die das Publikum wirklich zusammenfahren lassen. Stattdessen präsentiert uns der Streifen Leute, die an den Stühlen kratzen, an die man sie gefesselt hat, und gelegentlich ein wenig fleckig aussehen.
Aaaaah. Gruselig.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Horrorfilm mit den erschreckenden Dingen umgehen kann. Er kann grausig sein und alles detailliert zeigen (wie etwa „Der Exorzist“ aus dem Jahre 1973). Er kann sich aber auch weigern, irgendetwas zu zeigen und so das Publikum dazu bringen, sich etwas noch viel Grauenvolleres vorzustellen (wie zum Beispiel „Paranormal Activity“).
Was selten bis gar nicht funktioniert, ist das Einschlagen des sicheren Mittelweges – die Dinge beim Namen zu nennen, aber nichts zu Schreckliches zu zeigen. Und genau das ist der langweilige Kompromiss, auf den „The Rite“ von der ersten Minute an setzt.
Das ist wirklich schade, denn Regisseur Mikael Håfström hat – obwohl nie ein sonderlich begabter Geschichtenerzähler – stets einen guten Sinn für das Optische und eine Vorliebe für das Ausgefallene bewiesen. Sein „Entgleist“ war ein netter moderner, außerehelicher Noir-Thriller und „Zimmer 1408“ war ein sträflich unterbewerteter surrealer Horrorfilm.
„The Rite“ ist jedoch ein ganz typischer, sehr durchschnittlicher religiöser Horrorschinken, der Pater vs. die bösen Dämonen, in dem einmal mehr ein Mann seine Glaubenskrise ironischerweise gerade durch die Machenschaften des Teufels überwindet. (Man sollte meinen, dass der Herr der Unterwelt mittlerweile bemerkt hat, dass ihm das Erscheinen auf Erden mehr schadet als nützt.)
Colin O´Donoghue, der hier sein Filmdebüt gibt, hinterlässt als hin- und hergerissener Seminarist keinen bleibenden Eindruck, doch der Film wartet mit einigen hervorragenden Nebendarstellern auf, die allerdings viel zu wenig zu tun bekommen. So schleichen etwa Rutger Hauer, Ciarán Hinds und Toby Jones herum.
Am besten ist noch Anthony Hopkins in der Rolle des älteren Exorzisten. Zwar ist von Erbsensuppe weit und breit keine Spur, doch er findet jede Menge Gelegenheiten, maßlos zu übertreiben, und scheint so viel Spaß am Spielen zu haben wie schon lange nicht mehr, wobei er seinen starren Hannibal-Lector-Blick mit einem so exzentrischen Vortrag verschmilzt, dass man meinen könnte, er hätte bei Nicolas Cage Unterricht genommen.
Es ist eine unterhaltsame Performance voller kleiner Tricks und Kniffe, die an jemanden erinnert, der hinter der Tür hervorspringt und Buh ruft. Und dafür erhält der altgediente Darsteller einen speziellen Dispens.
Im Internet sind massenhaft Zeitschriften-Scans aufgetaucht, die uns einen ersten Blick auf viele der Gestalten erlauben, denen wir in „Thor“ begegnen werden. Zu sehen sind etwa Ray Stevenson als Volstagg, Joshua Dallas als Fandrall, Rene Russo als Freya... und ein Frostriese!
Hier finden Sie einige der coolsten Bilder. Den Rest können Sie auf ComingSoon.net in Augenschein nehmen.
Ray Stevenson als Volstagg.
Frostriese! Zumindest glaube ich, dass es einer ist.
Der zweite Trailer für „Thor“ stellt also in Sachen Albernheit und Manieriertheit eine beachtliche Steigerung gegenüber dem ersten dar. Es wurden einige aufwendige CGI-Sequenzen eingebaut und Marvel & Paramount scheinen erpicht darauf, vier oder fünf Filme in einem zu bewerben. Der seltsamste davon ist derjenige, in dem die jungen Damen einen physisch anziehenden und durchtrainierten Spinner finden… aber immerhin ist der Trailer recht unterhaltsam.
Ich erwarte mir nicht sonderlich viel von „Thor“ und habe es, um ehrlich zu sein, schon seit dem Tag nicht getan, an dem bekanntgegeben wurde, dass Kenneth Branagh Regie führen wird, doch hier werden jede Menge Szenen mit dem Hammer geboten und dazu noch viele Monster (obwohl der Film in dieser Beziehung sicherlich nicht mit „Hellboy“ mithalten kann). Außerdem ist das Bestreben spürbar, etwas zu schaffen, dass ein bisschen anders und mehr comicbuchartig ist, anstatt einfach nur einen lahmen Trailer im Stile von „Green Lantern“ herauszubringen. Ich gehöre zu denjenigen, die „Masters of the Universe“ (den Film) liebten, und da „Thor“ in dieselbe Richtung zu gehen scheint, habe ich wenig dagegen einzuwenden.
„Thor“ kommt am 28. April in die deutschen und am 6. Mai in die amerikanischen Kinos.
Originaltitel:You Will Meet a Tall Dark Stranger Herstellungsland:USA/ESP 2010 Regie:Woody Allen Drehbuch:Woody Allen Darsteller:Anthony Hopkins, Naomi Watts, Josh Brolin, Freida Pinto, Lucy Punch, Gemma Jones, Pauline Collins, Antonio Banderas, Rupert Frazier, Kelly Harrison, Eleanor Gecks
Wenn in der Eröffnungsszene von Woody Allens neuem Film eine ältliche Geschiedene (Gemma Jones) ein Medium aufsucht, darf man beunruhigt sein. Die wievielte Hellseherin ist das für ihn? Als ihr Ex-Ehemann Alfie (Anthony Hopkins) seiner Tochter Sally und seinem Schwiegersohn Roy (Naomi Watts und Josh Brolin) seine – natürlich! – sehr viel jüngere Verlobte Charmaine (Lucy Punch) vorstellt, begann mein herz zu sinken. Charmaine trägt hautenge Miniröcke und zeigt viel Dekolleté. Sie sieht aus wie die Russ-Meyer-Version von jemandem in einer bestimmten Popgruppe: Viagra Spice. Erwähnte ich schon, dass sie Prostituierte ist?
„Ich sehe den Mann deiner Träume“, Woody Allens 40. Film, ist abgegriffen bis zum Geht-nicht-mehr. Seine Filme kommunizieren immer miteinander. Aber selbst wenn man an ihn mit derselben Nachsicht herangeht wie an seine anderen Werke der letzten Jahre, etwa den extrem überbewerteten Streifen „Match Point“ oder den sträflich unterbewerteten „Cassandras Traum“, muss man konstatieren, dass dem neuen Film an Motiv und Witz mangelt. Alle Charaktere sind frustriert. Sally wünscht sich ein Baby und ihre eigene Galerie und möchte, dass Roy seine Schreiberei aufgibt und sich wieder der Medizin zuwendet. Außerdem möchte sie von ihrem verheirateten Chef (Antonio Banderas) begehrt werden. Roy verzehrt sich nach der kurz vor der Eheschließung stehenden wunderschönen Musikstudentin (Freida Pinto), die gegenüber wohnt.
Die zentralen Themen des Films sind Vertrauen, Betrug, die Wandelbarkeit des Geschicks und die Sterblichkeit. Leider werden wir alle eines Tages einem großen dunklen Mann begegnen. Aber Allen ist zu gut gelaunt, um den Film in düsterere Gefilde zu führen, wo er vermutlich besser gediehen wäre. Roys sexuelle und literarische Verzweiflung ist nicht akut, aber sie ist auch nicht lustig. Allen enthüllt eine Plotwendung, die den Film in einen schwarzhumorigen Thriller hätte verwandeln können. Er setzt stattdessen auf komische Ironie, die so dezent ist, dass man sie kaum noch als komisch wahrnimmt. Es gibt keinerlei Spannungsmomente. Allens kreatives Gummiband hat sich verheddert.
„Ich sehe den Mann deiner Träume“ ist ein Film, den Allen im Schlaf hätte drehen können; dem Ergebnis nach zu urteilen, hat er es wohl auch getan. Der ausgezeichnete Kameramann Vilmos Zsigmond steuert einen leicht chardonnayfarbenen Glanz bei (der wunderbar mit all der gebräunten Haut harmoniert). Aber er vermag das nachlässige Gebaren des Films nicht aufzuwiegen. Die Stimme aus dem Off, die mit einem Zitat aus „Macbeth“ einsetzt, klingt, als wäre sie in einer Badewanne aufgenommen worden. Selbst in einem Durcheinander wie „Vicky Christina Barcelona“ hatte das Schauspiel Energie. Punch hat hier einige gute Momente, fast alle rein körperlich, und Jones wirft ihre Dialogzeilen weg wie eine Frau, die den Müll mit weißen Handschuhen entfernt, aber niemand bringt es zuwege, den dichten Nebel des Films zu durchdringen, nicht einmal Allen selbst.
Dies ist jedoch nicht dieselbe traurige Schmach wie „Whatever works – Liebe sich wer kann“, sein vorheriger Film. Manches in „Ich sehe den Mann deiner Träume“ funktioniert sogar recht gut, nur leider sind diese Momente zu selten. Allen schwindelt sich hier so durch, er scheint mehr zu skizzieren als wirklich zu kreieren. Die Sinnlosigkeit des Lebens ist schon seit Jahrzehnten ein beherrschender Gedanke in Allens Werk. Dieses Mal jedoch wirkt diese Sinnlosigkeit mehr wie ein Mangel in der Umsetzung denn ein existenzialistisches Statement. Man gewinnt nie den Eindruck, dass dieser Film es verdiente, gemacht zu werden. Es ist viel mehr ein Werk der Gewohnheit als der Inspiration.
Fazit:Woody Allen auf Autopilot. Einige Witze und zwei, drei gute darstellerische Leistungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier in punkto Ideen schmale Kost angesagt ist. Einer der schwächeren Allen-Filme.
Die Marketingleute setzen ganz auf die Augen von Anthony Hopkins, um den wartenden Massen den Film schmackhaft zu machen. Nach allem, was bisher zu sehen und zu lesen war, wird „The Rite“ wohl wieder mit einer „Hopkins als Hopkins“ Performance aufwarten, was nicht unbedingt etwas Schlechtes ist.
Wahre Geschichten und Exorzismen gehören heutzutage zusammen wie Priester und Erbsensuppe, weshalb uns in diesem Trailer gesagt wird, dass der Geschichte tatsächliche Ereignisse zugrunde liegen, was zwar stimmen mag, aber leider strotzt er nur so von „überraschenden“ Schreckmomenten, computergenerierten Dämonen und geistreichen Sagern, die in der realen Welt so selten zu bemerken sind.
Falls Sie jedoch zu denjenigen gehören, die „Der letzte Exorzismus“ glaubwürdig fanden, oder einfach ein Horrorfan sind, dann könnte Ihnen dieser Film gefallen, denn er ist zwar nicht sonderlich originell, aber solide gemacht. Sollten Sie sich gerne erschrecken lassen, dann sehen Sie sich den Trailer ruhig an. Er beinhaltet Katzen und Nonnen.
Und hier ist auch noch eine Synopsis:
Der von wahren Ereignissen inspirierte Streifen „The Rite“ folgt dem skeptischen Seminaristen Michael Kovak (Colin O´Donoghue), der widerstrebend die Exorzismusschule im Vatikan absolviert. In Rom begegnet er dem unorthodoxen Priester Pater Lucas (Anthony Hopkins), der ihn mit den dunkleren Seiten seines Glaubens bekannt macht. „The Rite“, inszeniert von Mikael Hafstroem („1408“) ist ein übernatürlicher Thriller, der zeigt, dass der Teufel selbst an einem der heiligsten Orte der Welt beträchtlichen Einfluss hat.
Gestern veröffentlichte Marvel ein Photo, auf dem Thor (Chris Hemsworth), Odin (Anthony Hopkins) und Loki (Tom Hiddleston) wie drei echt starke Kerle in Asgard posieren. Gute (oder nicht so gute, je nachdem) Nachricht: Sie werden diese drei göttlichen Helden in glorreichem 3D bewundern können.
Ich stelle mir vor, dass die drei ungefähr folgendes sagen könnten:
Odin: Hey Jungs, lasst uns einige Krüge Met mit Baldur leeren, ein paar Walküren aufreißen, Gungnir ein wenig herumschubsen und den einen oder anderen Frostriesen zu Brei schlagen, nur so aus Spaß. Thor, vergiss Mjolnir nicht. Loki, Du kannst Dir Thrudstok ausleihen.
Loki: Mein Vater war ein Frostriese.
Thor: Es ist beschissen, Du zu sein.
„Thor“ wird in dem von „Kampf der Titanen“ und „Alice im Wunderland“ her bekannten Pseudo-3D zu sehen sein. Das bedeutet, er wird ganz herkömmlich in 2D gedreht und dann mit 3D-Effekten „aufgefettet“. Kevin Feige, der Präsident der Marvel Studios, sagt:
„Ich würde sagen, dass niemand viel für nachträgliche Umwandlungen übrig hat, was auf einige Filme zurückzuführen ist, die zwar finanziell erfolgreich waren, aber künstlerisch scharf kritisiert wurden […] Da wir von Anfang an dreidimensional denken und unsere Effekte werden in echtem 3D gerendert, weshalb wir die Möglichkeit haben, alles richtig zu machen […] Wenn man mit einem Regisseur wie Kenneth Branagh zusammenarbeitet, ist einem klar, dass er mit nichts weniger als perfekten Bildern zufrieden sein wird. Er wird sich nicht mit etwas begnügen, das mit der künstlerischen Vollendung aller übrigen Aspekte des Filmes nicht mithalten kann. restlichen […] Er wird nicht aus finanziellen Überlegungen in den letzten 10 oder 12 Wochen der Postproduktion eine Art Überzug über das Material legen.“
„Thor“ kommt am 6.Mai 2011 in die amerikanischen Kinos.
Originaltitel:The Wolfman Herstellungsland:USA 2010 Regie:Joe Johnston Drehbuch:Andrew Kevin Walker, David Self (basierend auf dem Drehbuch von Curt Siodmak aus dem Jahre 1941) Darsteller:Benicio del Toro, Anthony Hopkins, Emily Blunt, Hugo Weaving, Simon Merrells
Selbst ein Film, der hohe künstlerische Ambitionen hat und dessen Voraufführungen – dem Thema entsprechend - mitten in der Nacht stattfinden, kann zum Problem werden, wenn sich die Fans beschweren und das Studio kalte Füße bekommt.
Das zumindest ist die Lehre, die aus dem Remake des Klassikers „The Wolf Man“ (Universal Studios 1941) gezogen werden muss, einem Film, der mehr Verwandlungen durchgemacht hat als Lon Chaney Jr.
Der Regisseur wurde kurz vor Drehbeginn ausgetauscht. Das Drehbuch wurde umgeschrieben. Dann, nach ersten enttäuschenden Voraufführungen, wurden kostspielige Nachdrehs angeordnet. Unterschiedlichste Angaben zu Filmlänge, Musik - ja selbst zum Make-up - machten die Runde.
Das ist mit Sicherheit nicht die Publicity, die sich ein Studio erhofft. Und bei Universal, wo man hofft, die verschiedenen Monsterklassiker wiederzubeleben, war man ob der Spekulationen in unzähligen Blogs alles andere als erfreut. Aber das Lustige an der Sache ist, dass all die schlechte Presse geholfen hat, die hochgesteckten Erwartungen ein wenig zu dämpfen.
Falls Sie nun in der Erwartung eines mittleren Desasters ins Kino gehen, könnte es tatsächlich passieren, dass sie positiv überrascht werden.
Solange sich die Macher eng an das Original aus dem Jahre 1941 anlehnen, kann „Wolfman“ mit Fug und Recht als guter film bezeichnet werden. Der verlorene Sohn Lawrence Talbot (Benicio del Toro) kehrt nach jahrelangem Aufenthalt in Amerika in seine englische Heimat zurück, um seinem Vater (Anthony Hopkins) nach einer Familientragödie beizustehen. Eines Nachts wird Lawrence von einem seltsamen, monströsen Tier gebissen.
Um dann, einen Vollmond später, selbst zum Tier zu werden.
Die Qualität lässt in dem Moment nach, da man sich einbildet, den Klassiker „verbessern“ zu müssen. Die Handlung ins viktorianische Zeitalter zurückzuversetzen, ist keine schlechte Idee; einen waschechten Inspektor von Scotland Yard (Hugo Weaving) einzuführen (dieselbe historische Figur, die schon durch „From Hell“ mit Johnny Depp stolperte) hingegen schon.
Auch der Ausbau des Werwolfmythos ist nicht gerade gelungen, geschweige denn notwendig. Die Zigeunerkarawanen gibt es nach wie vor, aber diesmal scheint der Fluch seinen Ursprung irgendwo auf dem Subkontinent zu haben, und zwar im Biss eines „seltsamen wilden Kindes“ – eines gnomartigen kleines Kerls, der wie Gollums hässlicher Bruder aussieht.
Das kann nicht gerade als Verbesserung der Originalgeschichte bezeichnet werden. Und der gesamte zweite Akt macht die Sache nicht besser. Da wird der verfluchte Lawrence Talbot nach London gebracht, wo man in psychiatrisch „heilen“ (und ihm Elektroschocks versetzen) will. Ihm gelingt jedoch die Flucht über die Dächer, woraufhin er mehrere hundert Meilen nach Hause wandert.
Aber Rick Bakers Design des Werwolfs - eine gelungene Mischung aus seinen eigenen für „American Werewolf“ kreierten Verwandlungseffekten und Roy Ashtons Make-up für Oliver Reed in „Der Fluch von Siniestro“ – ist einfach grandios. Dasselbe gilt für Rick Heinrichs´ Produktionsdesign, das ähnlich wie seine Bauten für Tim Burtons „Sleepy Hollow“ gekonnt de Atmosphäre der großen Horrorklassiker beschwört.
Benicio del Toro in der Rolle des gepeinigten und getriebenen Lawrence Talbot liefert, wie gewohnt, eine hervorragende Leistung ab. Allfällige Schwächen in der Charakterisierung der Hauptfigur sind zweifelsohne dem Drehbuch anzulasten. Emily Blunt ist hinreißend als seine schöne Beute. Den meisten Spaß hat, wie üblich Anthony Hopkins, der in der Rolle des strengen Oberhaupts der Familie Talbot das Maximum aus seinen Auftritten herausholt.
Weniger überzeugend ist die Regiearbeit von Joe Johnston, einem altgedienten Gestalter visueller Effekte (er begann seine Karriere mit der Arbeit am allerersten „Krieg der Sterne“-Film). Obwohl er schon seit vielen Jahren eigene Filme dreht (zum Beispiel den etwas altmodischen, aber gelungenen „Rocketeer“), scheint er noch immer mehr auf Effekte und technische Spielereien zu vertrauen als auf die Kraft seiner Bilder. In „Wolfman“ sieht man dutzende Aufnahmen von computergenerierten Nebelschwaden, aber die Bildsprache ist geradezu altbacken.
Auch von Dramatik ist wenig zu bemerken; die Familienkonflikte, die das Herz der Geschichte bilden, werden nie richtig thematisiert. „Wolfman“ ist nicht Tennessee Williams oder Eugene O´Neill, aber die Anspielungen auf Alpha-Männchen-Dominanz, unterdrückte sexuelle Spannungen, zwanghaftes Verhalten und Vater-Sohn-Fehden waren immer vorhanden. Johnston läuft so rasch von all dem davon, dass man meinen könnte der Werwolf sei hinter ihm her.
Die meisten Fans von Monsterfilmen wird das selbstverständlich nicht weiter stören und sie werden vielleicht nach den negativen Presseberichten auch gar nichts anderes erwarten. Sie werden sich einfach freuen, wieder nebelige Wälder, murmelnde Zigeuner, gefletschte Zähne und herausgerissene Eingeweide zu sehen. Und einen neuen Wolfmenschen. Wenigstens sein Haar ist perfekt geworden...
Fazit: Großartige Darsteller in einem mittelprächtigen Remake eines der großen Klassiker des Horrorkinos. Die Dramatik und Tragik der Geschichte kommen neben den gelungenen Effekten ein bisschen zu kurz. immerhin um Klassen besser als “Twilight”.