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Neues „Scream 4“ Bild schreit: Er ist hinter Dir!

Mittwoch, 26. Januar 2011

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scream-4-emma-roberts-220x148 Es ist Zeit für ein neues „Scream 4“-Bild. Wenig überraschend darf eine der Neuen im Ensemble, nämlich die so unschuldig wirkende Emma Roberts, einige brenzlige Augenblicke mit Ghostface verbringen. Der Killer kehrt im Windschatten von Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette zurück, um im vierten Teil der „Scream“-Reihe die neueste Teenagerschar zu terrorisieren und aufzuschlitzen.

Zehn Jahre nach dem letzten Scream-Film kehrt Neve Campbells Sydney nach Hause zurück und stößt auf einen weiteren brutalen Ghostface-Killer und einen erstklassigen und an Wendungen reichen neuen Plot.

Ich hoffe ja insgeheim, dass sich am Schluss herausstellt, dass Wes Craven der Mann hinter der Maske ist und es sich bei dem Ganzen um eine Art „New Nightmare“ für das 21. Jahrhundert handelt.

Hier ist das Bild:

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Scream 4: Brandneuer Trailer

Sonntag, 16. Januar 2011

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Dimension Films haben einen brandneuen Trailer für die Horrorfortsetzung „Scream 4“ (oder „Scre4m“) veröffentlicht.

Für den vierten Teil der sehr erfolgreichen parodistischen Slasherreihe nahm einmal mehr Altmeister Wes Craven auf dem Regiestuhl Platz. Neben den aus den vorangegangenen Filmen bekannten Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette sind Emma Roberts, Adam Brody, Hayden Panettiere sowie eine ganze Reihe weiterer Jungstars zu sehen.

Sidney Prescott (Neve Campbell), nun Autorin eines erfolgreichen Selbsthilfebuches, kehrt nach Woodsboro, dem letzten Halt ihrer Lese- und Signiertour, zurück. Hier nimmt sie Verbindung mit Sheriff Dewey (David Arquette) und Gayle (Courteney Cox), die mittlerweile verheiratet sind, sowie ihrer Cousine Jill (Emma Roberts) und ihrer Tante Kate (Mary McDonnell) auf. Unglücklicherweise animiert Sidneys Auftauchen auch Ghostface zur Rückkehr, was Sidney, Dewey, Gayle, aber auch Jill, alle ihre Freunde und überhaupt alle Einwohner von Woodsboro in große Gefahr bringt.

„Scream 4“ kommt am 15. April in die amerikanischen und wenig später in die deutschen Kinos.

Scar 3D (Kurzreview)

Mittwoch, 27. Oktober 2010

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Ein uninspirierter Slasher, der auf der „Saw“-Welle mitschwimmt

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Originaltitel: Scar
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Jed Weintrob
Drehbuch: Zack Ford
Darsteller: Angela Bettis, Kirby Bliss Blanton, Ben Cotton, Devon Graye, Al Sapienza, Monika Mar-Lee, Tegan Moss, Brittney Wilson, Bill Baksa

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„Scar 3D“ ist ein Slasherfilm, der zwar in Kanada gedreht wurde, aber in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Colorado spielt und von einer Frau handelt, die 1992 einen lokalen Serienkiller – einen sadistisch veranlagten Bestattungsunternehmer – unschädlich machen konnte, nachdem er sie und ihre beste Freundin entführt und gefoltert hatte. 15 Jahre später kehrt sie anlässlich des Highschool-Abschlusses ihrer Nichte in ihre Heimatstadt zurück und muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ein weiterer verrückter Vivisezierer am Werk ist. Etliche ultrabrutale Horrorfilme der letzten Jahre haben Bezugnahmen auf Abu Ghraib und den Foltermethoden der amerikanischen Geheimdienste im so genannten „Krieg gegen den Terror“ anklingen lassen, aber „Scar 3D“ sagt es ganz offen: Der Killer vergleicht seine Vorgehensweise mit dem, was die amerikanische Armee im Irak aufführt und tötet sogar eines seiner Opfer durch „Waterboarding“. Ansonsten hat der Film nicht viel zu bieten. Die dritte Dimension macht das Ganze auch nicht erträglicher. Sehen Sie sich lieber einen der „Saw“-Filme nochmals an.

Scream 4: Das erste Bild - Ghostface verfolgt Courteney Cox

Sonntag, 26. September 2010

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scream-4-courteney-cox-small In den ersten drei „Scream“-Filmen wurden jede Menge Menschen – von Drew Barrymore bis Liev Schreiber – auf grausame Weise ermordet, aber es gibt einige Charaktere, die dem Killer mit der von Edvard Munchs „Der Schrei“ inspirierten Maske ein ums andere Mal entkommen konnten. Zu diesen Charakteren zählen natürlich Sydney Prescott (Neve Campbell), Gale Weathers (Courteney Cox) und Dewey Riley (David Arquette). Dem ersten Bild aus dem vierten Teil nach zu urteilen, dürfte diesmal zumindest eine dieser Figuren nicht mehr so viel Glück haben.

Eben ist das erste offizielle Photo der Horrorfilm-Fortsetzung „Scream 4“ im Netz aufgetaucht und obwohl es sich um ein ziemlich schlichtes Bild handelt, sieht es für Miss Weathers alles andere als gut aus. Sie scheint nicht zu wissen, dass der berüchtigte Killer hinter ihr steht und jedem Fan ist klar, dass es nichts Gutes zu bedeuten hat, wenn sich Ghostface an einen heranschleicht. Ist dies möglicherweise das Ende von Gale Weathers? Im April 2011 werden wir mehr wissen…

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Hatchet 2: Trailer, Clip und Poster

Mittwoch, 15. September 2010

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Hatchet-2-poster-190x150 Adam Greens „Hatchet II“ erregt in den USA bereits einiges Aufsehen, denn er wird einer von zwei Horrorfilmen sein (der andere ist das Remake von „I Spit On Your Grave“), die im Oktober „unrated“, also ohne Bewertung durch die Filmbehörde, in die Kinos kommen. Zumindest „Hatchet II“ wird auch in rund 60 Sälen einer großen, landesweit vertretenen Kinokette zu sehen sein.

Hier die Synopsis:

Adam Greens „Hatchet II“ macht exakt an der Stelle weiter, an der „Hatchet“ (2006) endet. Marybeth (Danielle Harris, [Anmerkung: im ersten Teil noch von Tamara Feldman gespielt]) sitzt in einem kleinen Boot mitten in den Sümpfen von Louisiana und schreit sich die Seele aus dem Leib, während sie versucht, sich aus den Klauen des deformierten, in den Sümpfen hausenden Killers Victor Crowley (Kane Hodder) zu befreien. Crowley hat kurz zuvor Marybeths Eltern sowie andere Urlauber, die an einem Ausflug in die Sumpflandschaft außerhalb von New Orleans teilgenommen hatten, auf grausamste Weise ermordet.

Marybeth kann Crowley entkommen und sich zurück in die Zivilisation flüchten, wo sie erneut auf Reverend Zombie (Tony Todd), den Inhaber eines Voodoo-Shops, trifft, der geholfen hatte, die auf so fatale Weise in die Hose gegangene Ausflugsfahrt von Marybeth und Company zu arrangieren. Um Marybeth zu helfen und sein eigenes geheimes Anliegen zu fördern, rekrutiert Reverend Zombie einige hartgesottene Jäger, mit denen er in die Sümpfe aufbricht, um an Victor Crowley Rache zu üben.

Der Trailer:

Und hier ein kurzer Clip von MovieWeb mit dem Titel „Victor Crowley Attacks”:

Und zu guter Letzt noch das herrliche, an die Slasher der 80-er Jahre erinnernde Poster:

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Wes Cravens „My Soul to Take“ – Der erste Trailer

Mittwoch, 18. August 2010

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Wes Craven ist unbestritten ein großer Meister des Horrorkinos. Schließlich erschreckt er das Publikum seit 1972 mit Klassikern wie „Last House on the Left“, „The Hills Have Eyes“, „A Nightmare on Elm Street“ und „Scream“. Sein nächster Film – ja, er arbeitet zurzeit nicht nur an „Scream 4“ – mit dem Titel „My Soul to Take“ wird im Oktober in den USA in die Kinos kommen, aber der Trailer verheißt nichts Gutes.

„My Soul to Take“ ist keine Fortsetzung, aber der Streifen hält sich peinlich genau an das für Craven typische Muster: Teenager befinden sich dank eines bösen Vermächtnisses, das ihre Stadt in Bann hält, in Todesgefahr.

Leider handelt es sich dabei wieder nur um einen typischen Highschool-Slasher mit übernatürlichem Einschlag. Es gibt zwar einige wenige interessante Momente im Trailer (wie obiges Bild – was zum Teufel soll das sein?), aber das Ganze wirkt so, als hätte man Elemente von sechs oder sieben Filmen durcheinander gewürfelt.

Der Inhalt:

In der verschlafenen Kleinstadt Riverton hält sich die Legende von dem Serienkiller, der geschworen hat, er werde zurückkehren und die sieben Kinder töten, die in der Nacht seines Todes geboren wurden. Nun, sechzehn Jahre später, verschwinden wiederum Leute. Wurde der Psychopath als eines der sieben Kinder wiedergeboren oder überlebte er die Nacht, in der er als tot zurückgelassen wurde? Nur einer der Jugendlichen kennt die Antwort. Adam „Bug“ Heller sollte in der Nacht, da sein Vater durchdrehte, sterben. Obwohl er von den grausamen Verbrechen seines Vorfahren nicht die geringste Ahnung hat, wird er von Alpträumen heimgesucht, seit er ein Baby war. Aber falls Bug verhindern will, dass seine Freunde dem zurückgekehrten Monster in die Hände fallen, muss er sich einem Bösen stellen, das niemals schläft… bis es den Job beendet hat.

The Collector (2009)

Freitag, 25. Juni 2010

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Dieser brutale Horrorfilm beweist, dass es langweilig wird, Tabus zu brechen

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Originaltitel: The Collector
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Marcus Dunstan
Drehbuch: Patrick Melton, Marcus Dunstan
Darsteller: Josh Stewart, Michael Reilly Burke, Andrea Roth, Juan Fernandez, Karley Scott Collins, Madeline Zima, Daniella Alonso, Alex Feldman

Als ich zum ersten Mal von „The Collector“ hörte, dem neuesten obszön langweiligen Beitrag in Sachen Gewaltporno, fragte ich mich, ob die Erben von John Fowles – Autor des berühmten Romans über einen Durchschnittsangestellten, der von William Wyler im Jahre 1965 verfilmt wurde – da nicht eine Urheberrechtsverletzung geltend machen könnten.

Und dann sah ich den neuen Film. „Saw“ war das Wort, das mir sofort durch den Kopf schoss, denn Regisseur und Drehbuchautor Marcus Dunston sowie sein Co-Autor Patrick Melton waren ab dem vierten Teil maßgeblich an der in Sachen filmische Gewalt wegbereitenden Serie beteiligt. Einfallsreicher Sadismus und animalische Brutalität scheinen den beiden Herren im Blut zu liegen. Offen gesagt, außer demselben Titel hat der neue „Collector“ so gut wie nichts gemein mit dem netten, gruseligen kleinen Film aus den 60-er Jahren, in dem zwar auch es um Kidnapping und Gefangenschaft ging, der aber vor allem die Unterschiede thematisierte, die durch die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Klassen und ungleichen Zugang zu Bildung verursacht werden.

Allerdings ist in Wylers Thriller auch der Ursprung der Plots von „Saw“, „Hostel“ und dem ganzen Rest des Genres zu sehen. Der Unterschied ist nur, dass Terence Stamps geliebter Schmetterling nicht gezwungen, sich die eigenen Beine abzutrennen, um gefüttert zu werden oder sich zu befreien. Während Fowles die Zeit zu philosophischen Gedankengängen über die Bedeutung von Natur und Klassenzugehörigkeit nützte, ziehen es die durch die „Saw“-Schule gegangenen Macher dieses Streifens vor, sich voll und ganz der Demütigung von Menschen zu widmen, vor allem durch das Malträtieren menschlichen Fleisches, was ausführlich und in allen möglichen Variationen zelebriert wird. Dennoch kommt angesichts des spritzenden Blutes und der Schmerzenschreie der Opfer nie wirklich Spannung auf, weshalb „The Collector“ letztendlich nicht viel mehr ist als eine Erwachsenenversion von „Kevin – Allein zu Haus“. Und wissen Sie, was das schlimmste ist? Das Ganze ist todlangweilig.

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Es gab einmal eine Zeit, da wusste man, wo die Grenzen waren; es gab in Sachen Gewalt und Nacktheit eine Grenze, die geradezu danach schrie, überschritten und mit Füßen getreten zu werden. Und als sie dann überschritten wurde, fühlten sich die Filmemacher wie die Entdecker und Eroberer bisher unbekannter Welten; dieser orgasmusgleiche Kugelhagel am Ende von „Bonnie und Clyde“ war sexuell und brutal zugleich – und eine Offenbarung. Die blutspritzenden Kugeleinschläge in „The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz“ und die Gräueltaten in „Das Wiegenlied vom Totschlag“ brachten ein wenig von der Brutalität des Vietnamkrieges in die amerikanischen Kinos und Wohnzimmer. Gewalt war noch ein kraftvolles Ausdrucksmittel – etwas, aus dem man eine Lehre ziehen konnte -, wenn sie den intelligent und in Maßen eingesetzt wurde. Und warum? Weil es eine klare Trennlinie zwischen dem Akzeptablen und dem Tabu gab.

Ich hasse Zensur, und ich bin der letzte, der eine Rückkehr dieser Trennlinie fordern würde; das Beste am Kino der letzten Jahrzehnte war, diese Tabus eines nach dem anderen fallen zu sehen. Aber ihr Fehlen nimmt den modernen Filmemachern die Möglichkeit, sich an ihnen zu messen. Jenseits des Grenzzaunes, der einst klare Richtlinien bot, liegen nun Verstümmelung, Mega-Blutvergießen und unbekümmert einfallsreicher Mord.

Und Langeweile. Wo ist Gaspar Noe, wenn man ihn braucht?

Aber damit zurück zu „The Collector“. Die Eingangsszene, in der Motten in einer Straßenlampe gefangen sind, ist besonders treffend: Wenn das Blut zu fließen beginnt, fühlt sich der Zuschauer genauso wie diese erschöpften Insekten.

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Auftritt Blitz und Donner, sanft klimpernder Luster und zuckende Großaufnahmen. Ein frettchenartiges Faktotum (Josh Stewart) ist gerade dabei, das Haus von Auftraggebern, die auf Urlaub sein sollen, auszurauben, als er einen zweiten Eindringling bemerkt: einen Psychopathen in Ninja-Aufmachung. Mit Hilfe von Rollen und Drähten kunstvoll aufgebaute Guillotinen (ist der Psychopath schon seit Wochen im Haus?) werden ergänzt von säuregetränkten Fußböden (oh weh, arme Katze!) und diversen spitzen Gegenständen.

Konfrontiert mit wörtlichem und ideologischem Mist (zum Beispiel einem Killer, der lediglich aufgrund homophober Beleidigungen durchdreht), entscheidet der Held, dass seine Zähne und Finger unbedeutende Opfer sind, wenn es darum geht, Leben zu retten.

Unter der schwachen Regie von Marcus Dunstan bietet „The Collector“ Quälerei in einem Vakuum, einen Bösewicht ohne Motiv und einen Helden mit mehr persönlichen Problemen als Zeilen Text. Zum Glück hat der Regisseur eine gute Erklärung für die mangelnde Redseligkeit der Hauptfigur.

„Der Film lebt vor allem davon, ihm beim Denken zuzusehen – und das ist Schwerarbeit“, ließ er in den Presseinformationen verlauten. Sie sagten das, Mr. Dunstan, nicht ich.

Nägel im Hirn, Kneifzange an der Zunge und Brüste in der Hand, das ist alles, was der Film zu bieten hat.

Fazit: „Saw“ für Arme. Trotz vieler Gewaltmomente und Unmengen von Kunstblut ein eintöniger Streifen, der nur Leuten zu empfehlen ist, die ausnahmslos jeden Splatterfilm gesehen haben müssen.

Anmerkung: Die deutsche Version ist um circa 2 Minuten gekürzt!! (Allerdings ist die ungekürzte Fassung um nichts besser, nur eben länger.)

 

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A Nightmare on Elm Street 2010

Mittwoch, 19. Mai 2010

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Das Remake ist nicht annähernd so gruselig wie das Original

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Originaltitel: A Nightmare on Elm Street
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Samuel Bayer
Drehbuch: Wesley Strick, Eric Heisserer, basierend auf Charakteren kreiert von Wes Craven
Darsteller: Jackie Earle Haley, Kyle Gallner, Rooney Mara, Katie Cassidy, Thomas Dekker, Kellan Lutz, Clancy Brown, Connie Britton

Als Wes Cravens „A Nightmare on Elm Street” („Nightmare – Tödliche Träume”) 1984 in die Kinos kam, wurde der mit geringem Budget gedrehte Film zu einem Überraschungshit, der das ausgelutschte Slasher-Genre, das durch unzählige „Freitag, der 13.“- und „Halloween“-Verschnitte vorhersehbar geworden war, mit einer surrealen, gespensterhaften Traumwelt kombinierte. Freddy Krueger, ein entstellter Kinderschänder, der mit Vorliebe quergestreifte Pullover trug, einen mit messerscharfen Klingen versehenen Handschuh als Waffe benützte und Teenager tötete, während sie schliefen, war eine gänzlich neue und Schrecken erregende Figur, die zu einem der beliebtesten und unverwechselbarsten Monster des Horrorfilms werden sollte.

Aber im Laufe von sieben Fortsetzungen wandelte sich der Widerling langsam vom Bösewicht zum Antihelden seiner Filme, der seine Opfer mit humorigen Einzeilern ins Jenseits beförderte, zum Gaudium des Publikums, das sich längst nicht mehr vor ihm fürchtete. In dem überraschend wirkungsvollen „Freddy Vs. Jason“ aus dem Jahre 2003, in dem sich Krueger in einem Kampf um Alles oder Nichts ganz im Stile des Wrestling mit Jason Vorhees maß, vollendete der von vielen so geschätzte Charakter seinen umstieg ins Komödienfach. Nach diesem Film schien Freddy Krueger endgültig erledigt zu sein.

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Eines der Hauptprobleme mit dem neuen „A Nightmare on Elm Street“, dem aktuellsten Horror-Remake von Michael Bays Produktionsgesellschaft Platinum Dunes, ist der Umstand, dass Freddy einfach nicht mehr so furchterregend ist wie zu seinen besten Zeiten, obwohl Jackie Earle Haley, der die Rolle von Robert Englund übernommen hat, den Killer ohne Effekthascherei spielt und weitgehend auf Einzeiler verzichtet. Aber dem Schauspieler wird zu wenig Gelegenheit geboten, der Figur seinen Stempel aufzudrücken: jeder X-Beliebige könnte unter der schauerlichen Maske stecken.

Regisseur Samuel Bayer, der bisher vor allem Musikvideos drehte und hier sein Spielfilmdebüt gibt, erweist einigen der berühmtesten Momente des Originals seine Reverenz (etwa der Szene, in der Freddy aus der Wand hervorkommt, um ein Mädchen lüstern anzustarren, oder der Badewannenszene, in der seine Klingenhand langsam aus dem Schaum auftaucht), aber er lässt sich auch einige neue Wendungen einfallen. Das Drehbuch von Wesley Strick und Eric Heisserer folgt im Wesentlichen dem Original, inklusive des von „Psycho“ inspirierten plötzlichen Todes einer Figur, von der man glaubt, dass sie die Heldin sein wird. Aber falls der Film irgendwann Aufklärung darüber gegeben haben sollte, wie genau Freddy Krueger die Fähigkeit erlangte, in die Träume der Menschen einzudringen und sie zu ermorden, während sie schlafen, dann muss mir das entgangen sein.

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Bayer verzichtet bei der Kameraarbeit zum glück auf allzu viel Schnickschnack und nützt das Breitwandformat gekonnt aus. „A Nightmare on Elm Street“ ist nicht so ärgerniserregend schlecht wie das „Neuinterpretation“ von „Freitag, der 13.“, aber das Remake ist überflüssig und schafft es nicht, das Interesse des Publikums zu wecken, weil dem Freddy-Krueger-Mythos nicht das geringste hinzugefügt wird: Im Prinzip ist es derselbe Film wie das Original, nur mit höherem Budget und besseren Effekten. Das Schlimmste jedoch ist, dass es im ganzen Streifen keinen einzigen wirklich gruseligen oder furchterregenden Moment gibt - eine Todsünde für einen Horrorfilm. (Die Szene aus dem Original, in der Johnny Depp durch eine Matratze zu Tode kommt, wird hier nicht einmal annähernd erreicht.)

Mit Ausnahme der Titelfigur gibt es eigentlich gar keine Charaktere, sondern lediglich geschminkte, an Popsänger erinnernde Typen und modelartige Mädchen, die allesamt in modisch knapper Kleidung das Zeitliche segnen.

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Das Genre des Horrorfilms hat zahlreiche Klassiker zu bieten, die dem zahn der Zeit getrotzt haben und zu Meilensteinen der Filmgeschichte geworden sind: „Frankenstein“, „Der Exorzist“, „Rosemary´s Baby“, „Psycho“, „Die Vögel“, „Der weiße Hai“, „Das Schweigen der Lämmer“, „Halloween“, … Heute jedoch hängt das Genre an der Herz-Lungen-Maschine und bringt fast ausschließlich Remakes und Fortsetzungen hervor, die das jugendliche Publikum am ersten Wochenende ins Kino locken sollen, nur um schnell viel Geld zu machen und dann in der Versenkung zu verschwinden. Wes Craven, der den im Sterben liegenden Horrorfilm 1996 mit „Scream“ quasi wiedererweckte, erklärte sich vor kurzem bereit, die Regie bei „Scream 4“ zu übernehmen, der seiner Aussage nach so revolutionär und überraschend werden wird. Lassen Sie uns hoffen, dass er das Versprechen wahr macht: Ein größere Anzahl weiterer langweiliger und auf Hochglanz polierter Remakes in der Art von „A Nightmare on Elm Street“ könnte Horrorfilmen für immer den Garaus machen.

Fazit: Ein weiteres unnötiges und ziemlich missglücktes Remake aus dem Hause Platinum Dunes. Freddy ist endgültig tot!

 

 

Laid To Rest - Unterhaltsamer, sehr brutaler Slasher

Mittwoch, 10. Februar 2010

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Originaltitel: Laid To Rest
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Robert Hall
Drehbuch: Robert Hall
Darsteller: Bobbi Sue Luther, Kevin Gage, Sean Whalen, Lena Headey, Johnathon Schaech, Nick Principe, Thomas Dekker

Wir leben in einer Zeit, in der der Markt mit Slasherfilmen nur so überschwemmt und von jedem behauptet wird, das nächste große Ding zu sein. Doch leider stellen sich die Meisten dieser Streifen als uninspirierte und schlecht gemachte Imitate heraus, denn die Formel des Schlitzerfilms mag zwar simpel erscheinen, ist aber durchaus komplex. „Hatchet“ von Adam Green mit seinem monströsen Killer Victor Crowley vermochte vom Stil her noch am ehesten an die guten alten Tage anzuknüpfen, da Blut und Eingeweide nur so über die Leinwand spritzten. Und jetzt überrascht uns Robert Hall mit seiner dritten Regiearbeit „Laid To Rest“. Ein neuer Film mit einem neuen originellen Killer, dem kompromisslos brutalen Crome Skull (Nick Principe).copyrightjps2010_2

Die Geschichte beginnt damit, dass eine völlig verwirrte junge Frau (Bobbi Sue Luther) in einem Sarg aufwacht und sich an rein gar nichts mehr erinnern kann. Sie weiß weder, wer sie ist, noch wo sie ist oder warum man sie in einen Sarg gesteckt hat. Ihr Körper gehorcht ihr nicht nach Wunsch, nicht einmal richtig sprechen kann sie. Ihr wird rasch klar, dass irgendetwas so ganz und gar nicht stimmt. Umgeben von Leichen, Särgen und dem Gestank des Todes versucht sie, einen Weg aus dem alten Bestattungsinstitut zu finden, in dem ihr Leben sozusagen gerade von neuem begonnen hat.

Plötzlich nimmt sie aus den Augenwinkeln eine schattenhafte, dunkel gekleidete Gestalt wahr, die sich an einigen Leichen zu schaffen macht. Der Mann in clip_image001[7]Schwarz versteckt sein Gesicht hinter einer chromglänzenden Maske in Form eines Totenkopfes. Die auf der Schulter montierte Videokamera lässt ebenfalls nichts Gutes erahnen. Er merkt, dass sie ihn entdeckt hat - und die Jagd beginnt. Von diesem Moment an hat Chrome Skull nur noch ein Ziel: die mysteriöse junge Frau zur Strecke zu bringen, und jeder der ihm dabei in die Quere kommt, wird gnadenlos beseitigt. Von da an ist „Laid To Rest“ mehr oder weniger eine 90-minütige Verfolgungsjagd, in der Blut und Eingeweide nur so spritzen, und genau das macht den Reiz dieses schnörkellosen Slashers aus.

Auf ihrer Flucht begegnet unsere Heldin einem ortsansässigen Pärchen (gespielt von Kevin Gage und Lena Heady) sowie einem introvertierten Streber (Sean Whalen), der noch unter dem Tod seiner Mutter leidet und nicht den Eindruck macht, als ob er den Nachstellungen von Chrome Skull irgendetwas entgegenzusetzen hätte. Letztlich ist es – wie in Filmen dieses Genres allgemein üblich – an dem mysteriösen Mädchen, den Killer zur Strecke zu bringen, bevor sie selbst als Teil der „Schlachtplatte“ endet.

Obwohl „Laid To Rest“ eine ziemlich große Besetzung hat, darunter einige recht clip_image001[9]witzige Cameos, ist es eindeutig Bobbi Sue Luthers Film. Der Zuschauer begleitet sie auf einer Achterbahnfahrt des Grauens und es wird bald klar, dass sie den Film mehr oder weniger allein zu tragen hat. Obwohl sie zu Beginn ein bisschen unsicher wirkt (als Schauspielerin, nicht die Figur), steigert sie sich rasch und ist ab dem zweiten Akt eine richtig heiße „Horrorbraut“, die nicht davor zurückschreckt, sich durch Schmutz und Blut zu wühlen. Ihre Figur durchläuft die ganze Bandbreite an Gefühlen von Erstarrung über völlige Hysterie bis hin zu eiskalter Entschlossenheit – und Bobbi Sue Luther versteht es, all das ohne großes Getue auszudrücken. Starke Leistung.

Chrome Skull, gespielt von Nick Principe, ist ein gewieft, rücksichtslos und ein wahrer Sadist. Einen killer muss man jedoch an den Morden messen, die er begeht, und in dieser Beziehung lässt sich „Laid To Rest“ wahrlich nicht lumpen. Der Streifen präsentiert einige der verrücktesten und brutalsten Morde der letzten clip_image001[11]Jahre. (Sie gehen so ins Detail, dass ein paar Sequenzen für den deutschen Markt geschnitten werden mussten.) Die Tötungsszenen sind brillant in ihrer Brutalität, und selbst hartgesottene Fans werden sich in ihren Sitzen winden, wenn etwa gezeigt wird, wie sich ein Augapfel bewegt, wenn eine Messerspitze von hinten dagegen drückt. Doch glücklicherweise gleitet man dabei nie in die Niederungen des „Torture Porn“ ab. Im Hinblick auf die künftige Entwicklung des Slasher-Genres ist dieser Film nach „Hatchet“ ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

Obwohl in höchstem Maße unterhaltsam, ist auch „Laid To Rest“ vor den typischen schwächen von Billigproduktionen nicht ganz gefeit. So tauchen einige Figuren auf, deren einige Existenzberechtigung darin besteht, auf möglichst clip_image001[13]erfinderische Weise ins Jenseits befördert zu werden. Einige Darsteller sind nicht auf der Höhe ihrer Kunst, manche Dialogzeile wäre besser gestrichen worden und hie und da tun sich Löcher im Plot auf. Doch über diese kleinen Schwächen sieht man gerne hinweg, denn der fertige Film bietet alles, was das Herz des Horrorfans begehrt: fast schon verrückte Brutalität, hohes Tempo und gute Unterhaltung. Und das ist etwas, das die teuren und unnötigen Remakes wie „Freitag, der 13.“ nicht zuwege bringen.

Fazit: „Laid To Rest“ bietet zwar nichts großartig Neues, doch Regisseur Robert Hall spielt genüsslich mit den Regeln des Slasher-Films und präsentiert einen der coolsten Killer des Genres. Die ersten 30 Minuten mögen manchem vielleicht etwas zu langatmig sein, aber dann nimmt der Film gehörig Fahrt auf und hält den Zuschauer bis zum blutigen Ende in Atem. Mr. Hall, wann kommt die Fortsetzung?

Die Special Features bieten unter anderem einen höchst unterhaltsamen und bisweilen sehr lustigen Audiokommentar von Regisseur Robert Hall und Hauptdarstellerin Bobbi Sue Luther. Dazu kommen ein 30-minütiges „Making Of“ und ein 12-Minuten-Beitrag über die Spezialeffekte, der deutlich macht, warum Almost Human, das Unternehmen von Regisseur Hall und Effektmann Eric Porn (ja, der heißt wirklich so!) zu den besten im Bereich des Horrorfilms zählt. Geschnittene und verpatzte Szenen sowie einige Trailer runden das Angebot ab.

Anmerkung: Britische Fassung ist ungeschnitten (Ca. 18 Sekunden länger).

Special Features (beziehen sich auf die englische DVD)

 Audiokommentar mit Autor/Regisseur Rob Hall, and Schauspielerin/Produzentin Bobbie Sue Luther

Post Mortem: Das Making-of Laid to Rest Featurette

Torture Porn: Das SFX of Laid to Rest Featurette

 Geschnittene Szenen

 Verpatzte Szenen

 Trailer

The Hills Run Red

Mittwoch, 2. Dezember 2009

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Originaltitel: The Hills Run Red
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Dave Parker
Drehbuch: John Carchietta (Story), John Dombrow, David J. Schow
Darsteller: Tad Hilgenbrink, Sophie Monk, William Sadler, Janet Montgomery

Mit Ausnahme von „Wrong Turn 2: Dead End“, „Hatchet“ und „Laid to Rest“ gab es in letzter Zeit kaum gute Horrorfilme, die als DVD-Premieren das Licht der Welt erblickten. Wenn man noch dazu in Betracht zieht, dass „The Hills Run Red“ von Dark Castle produziert wurde, einem unternehmen, dass für Schwachsinn wie „Ghost Ship“ und „Return to House on Haunted Hill“ verantwortlich zeichnet, dann lässt dies nichts Gutes erwarten. Ein Regisseur verfügt dann über wahres Talent, wenn es ihm gelingt, an den Studiobossen und deren „Wie kann ich mehr Umsatz machen“-Mentalität vorbei mit minimalem Budget einen Film zu drehen, den die Zuschauer nicht sobald vergessen werden. Dave Parker hat mit „The Hills Run Red“ dieses Kunststück zuwege gebracht und uns ein herrlich böses kleines Meisterwerk beschert, ein Hohelied auf den klassischen Slasher-Film, das reichlich Lacher, Schockelemente und jede Menge Blut für die Fans bereithält.copyrightjps

In „The Hills Run Red“ geht es um Tyler (Tad Hilgenbrink), einen Filmstudenten, der davon besessen ist, eine vollständige Version des titelgebenden Films in die Hände zu bekommen. Dabei handelt es sich um einen obskuren Horrorfilm, der gleich nach seiner Premiere wegen übermäßiger Brutalität aus den Kinos verbannt wurde. Gerüchten zufolge sollen Darsteller und technischer Stab tatsächlich ermordet worden sein, als Regisseur Wilson Wyler Concannon bei seinen Versuchen, total realistische Gewalt auf die Leinwand zu bringen, zu weit ging. Concannon selbst verschwand wenige Jahre nach der Veröffentlichung des Films spurlos. Allgemein wird er für tot gehalten. Tyler überredet seine Freundin Serina (Janet Montgomery) und seinen besten Freund Lalo (Alex Wyndham), ihm dabei zu helfen, eine Dokumentation über die wahren Hintergründe des Films zu drehen und eine vollständige Kopie desselben zu finden.

Da werden Erinnerungen an John Carpenters Kurzfilm „Cigarette Burns“ wach, den die Protagonisten von „The Hills Run Red“ leider nicht gesehen haben dürften, denn sonst wüssten sie, dass es eine schlechte Idee ist, nach berüchtigten verlorenen Filmen zu suchen. Als Tyler erfährt, wo sich Concannons Tochter hillsrunred04 Alexa (Sophie Monk) aufhält, die einzige Überlebende der Dreharbeiten, macht er sich sofort auf den Weg. Sie arbeitet in einem miesen Stripschuppen und ist drogenabhängig. Er sperrt sie in ihrem Motelzimmer ein und zwingt sie zum Entzug. Als sie wieder klar denken kann, bietet sie ihm – wohl auch aus Dankbarkeit – an, ihn als Führerin zu begleiten.

Die kleine Gruppe macht sich auf in den Wald und zu dem Haus, die seinerzeit sie Schauplätze für den Film abgaben. Keiner von ihnen ahnt, welchen Gefahren sie sich damit aussetzen. Die Dreharbeiten zu „The Hills Run Red“ wurden nämlich nie abgeschlossen – und irgendjemand streift da draußen herum und versucht noch immer, echte Angst, brutale Gewalt und möglichst realistische Todesszenen auf Zelluloid zu bannen…

the-hills-run-red-babyface „The Hills Run Red“ ist ein Film, auf den man sich voll und ganz einlassen muss. Das soll nicht bedeuten, dass er langatmig ist, sondern lediglich, dass durch etliche Wendungen systematisch Spannung aufgebaut wird, die sich in einer finalen Überraschung entlädt. Bis dahin versteht es Regisseur Parker gekonnt, mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen, indem er so ziemlich alle Klischees des Slasher-Films aufgreift und ins Gegenteil verkehrt. Diese Anspielungen ermöglichen es den Machern auch, immer wieder komische Momente einzubauen, so dass die Balance zwischen Humor und Morden stets gewahrt bleibt.

Nach den ersten 40 oder 45 Minuten werden sie sich vielleicht fragen, was es mit dem ganzen Getue um „The Hills Run Red“ auf sich hat. Bis dahin ist es ein typischer „Junge Leute werden im Wald verfolgt“-Film, der außer einigen Lachern, ein paar Morden, einer Menge nackter Haut (Dank an Sophie Monk) und einem Grindhouse-artigen Trailer für „Hills“ wenig zu bieten hat. Aber ab dem Moment, the_hills_run_red01_hr da Wilson Wyler Concannon (William Sandler) auf der Bildfläche erscheint – ja er lebt und erfreut sich bester Gesundheit -, bekommt der Film eine ganz andere Dynamik und zwingt den Zuschauer, alle Erwartungen und Vermutungen über Bord zu werfen. Es scheint fast so, als wollte Dave Parker sagen: „Vergesst, was ihr zu wissen glaubt – es wird in meinem Film nicht passieren.“ Mehr über den weiteren Inhalt zu verraten, würde das Filmvergnügen allzu sehr trüben.

Unter den Darstellern ragt William Sandler in der - zugegeben dankbaren - Rolle des besessenen Regisseurs heraus, aber auch Sophie Monk, die seine Tochter spielt, liefert eine überraschend gute Leistung ab. Häufig fällt es schwer, Schauspielerinnen, die sich in Low-Budget-Filmen ausziehen, ernst zu nehmen, aber sie versteht es, neben den Nacktszenen auch eine komplexe Charakterentwicklung - von lasziver Schlampe, über völlig erledigte Drogenabhängige, verlässliche Freundin bis hin zum verängstigten kleinen TheHillsRunRed2 Mädchen (und noch einiges mehr) – glaubhaft darzustellen. Janet Montgomery als um Aufmerksamkeit buhlende Freundin des Helden und Alex Wyndham in der Rolle seines besten Freundes bieten solide Leistungen. Einer der wenigen Schwachpunkte des Films ist die (Fehl)Besetzung von Tad Hilgenbrink als Tyler. Er ist sicher kein schlechter Schauspieler, auch hier ist er zumindest erträglich, aber er sieht einfach nicht aus wie ein Horrorfilm-versessener Streber; er ist zu attraktiv für die Rolle (und wirkt viel überzeugender gegen Ende des Films, wenn er verschmutzt und blutig ist).

„The Hills Run Red“, der gleichnamige Film im Film ist - auch das eine kleine Enttäuschung - blutiger als der eigentliche Film selbst. Irgendwie hat man das Gefühl, dass ein richtig brutaler Mord mehr das Ganze noch um die entscheidende Spur besser gemacht hätte. Darüber hinaus gibt es einige Momente, die einen vor Schreck aus dem Sessel springen lassen, besonders eine Szene, in der eine junge Frau zerrissen wird (diese Szene bekommt man sogar zweimal zu sehen!). Die kleinen Hommagen, die sich wie ein roter Faden durch den Film ziehen, sind Beweis für Dave Parkers Liebe zum Genre und werden jeden Fan freuen. Der Trailer für den Film im Film ist perfekt gemacht und macht die Geschichte zusammen mit den Postern in Tylers Zimmer noch glaubwürdiger. Die Effekte während der Tötungsszenen können bisweilen nicht ganz überzeugen, aber dieser technische Mangel wird mehr als aufgewogen durch den Einfallsreichtum, mit dem diese Szenen gestalten wurden.

The_Hills_Run_Red_DVD_cover Das Beste an „The Hills Run Red“ ist jedoch der Killer – der grandiose Babyface. Diese brutale und einfältige Tötungsmaschine hat das Zeug zur Ikone; das Design der Maske ist vollauf gelungen, zugleich ästhetisch und grausig, und dann gibt es auch noch die „Todesrassel“ - wer sie hört, ist schon so gut wie tot. Die Eröffnungssequenz, in der die Anfänge von Babyface gezeigt werden, ist ein unmittelbarer Angriff auf die Sinne, eine Mischung aus blutigem Grauen, atmosphärischer Beleuchtung und lautem Donnern, die in einem markerschütternden Schrei gipfelt.
Diese Szene allein genügt, um den Zuschauer zu überzeugen, dass „The Hills Run Red“ der Konkurrenz um Längen voraus ist.

Seit seiner Fertigstellung fragten sich viele besorgte Horrorfans, ob der Film wohl genauso von der Bildfläche verschwinden würde wie der fiktive, um den es darin geht. Zum Glück hat sich diese Befürchtung nicht bewahrheitet, denn „The Hills Run Red“ ist seit kurzem auf DVD erhältlich. Wenn Sie ein Fan von Slasher-Filmen sind, oder auch nur innovativen Horror mit vielen Wendungen mögen, dann sollten Sie sich dieses kleine Meisterwerk nicht entgehen lassen.