Hier ist der erste Teaser Trailer für die x-te Verfilmung von Dumas´ „Die drei Musketiere“, die offensichtlich jemand für eine besonders gute Idee hielt. Dieses Mal gibt es CGI- und „Matrix“-Effekte im Überfluss, dazu noch Schwertkämpfe und Sprünge in Zeitlupe und ähnlichen Unsinn. Auf der Besetzungsliste finden sich u. a. Milla Jovovich und Orlando Bloom, zwei der besten Schauspieler der Gegenwart, sowie Logan Lerman, jener junge Mann, der die Titelrolle in dem wunderschönen Juwel „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ spielte.
Und als wäre das noch nicht genug, wird das Spektakel von dem „Aliens vs. Predators“-Genie Paul W.S. Anderson inszeniert (werfen Sie nur einmal einen Blick auf sein Oeuvre, es ist wirklich sehr gelungen), weshalb man getrost davon ausgehen darf, dass der Film eine schlüssige Geschichte erzählen und darauf verzichten wird, die Logik zugunsten einiger cooler Effekte, die gar nicht so cool sind, über Bord zu werfen. Ganz bestimmt!
Doch eines kann ich bei dem Trailer nicht recht nachvollziehen: dies ist ein „Die drei Musketiere“-Film, doch Chris O´Donnell ist nirgends zu sehen und auch der Bryan-Adams-Song ist nicht zu hören, obwohl der doch das überzeugendste Argument überhaupt ist. Was sich die Macher dabei wohl gedacht haben?
Originaltitel:Gulliver´s Travels Herstellungsland:USA 2010 Regie:Rob Letterman Drehbuch:Joe Stillman, Nicholas Stoller, basierend auf dem Buch von Jonathan Swift Darsteller:Jack Black, Jason Segel, Emily Blunt, Billy Connolly, Amanda Peet, Chris O´Dowd, T.J. Miller, James Corden, Catherine Tate, Richard Laing, David Sterne
Manche Bücher sind zu erwachsen für die Erwachsenen – und deshalb werden sie flugs in Geschichten für Kinder verwandelt.
Schließlich ist es viel sicherer und bequemer, sich vorzustellen, „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ handle nur von einem verrückten Wissenschafter oder „Alice im Wunderland“ erzähle nur von einer verrückten Teeparty, als sich mit der in diesen Büchern zum Ausdruck gebrachten pointierten Kritik von Moral, Geschichte und Gesellschaft auseinanderzusetzen.
Besser kindisch als beißend satirisch – und so wurde Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“ schon vor langer Zeit seiner Kommentare zu religiöser Intoleranz und politischer Idiotie beraubt und zu einem Kinderbuch degradiert, in dem es nur um einen schiffbrüchigen Seefahrer und kleine, auf herzige Weise kriegerische Eingeborene geht.
Dieser vereinfachte, kindische Ansatz wurde auch für die neueste Version gewählt, die die Story modernisiert (Gulliver ist nun nicht mehr Schiffsarzt, sondern ein Faulpelz aus Manhattan), drei Viertel der Abenteuer weglässt und den mageren Rest in 3D präsentiert.
Woran liegt es nur, dass diese neue Version sogar meine Illustrierte Klassiker-Ausgabe wie 4D wirken lässt?
Ein großer Teil dieser Verminderung des Materials geht auf die Kappe von Hauptdarsteller Jack Black. Erstmals offenbarte er eine gewisse exzentrische Anziehungskraft in Filmen wie „High Fidelity“ und wirkte dann in „School of Rock“ mit seiner Bereitschaft, alles für einen guten Gag zu tun, ob das Publikum das nun sehen will oder nicht, kurzfristig wie die neue Komödiensensation.
Unglücklicherweise stellte sich das, was Blacks neuester Charakter zu sein schien – der saloppe Clown mit grotesken Augenbrauen und einer Vorliebe für kitschigen Rock -, bald als sein einziger Charakter heraus. Und seine Bereitschaft, auf Aufforderung (oder auch ohne) alles zu tun, scheint nicht mehr so eine Tugend zu sein.
Ich meine – ehrlich -, haben Sie wirklich das brennende Verlangen, Jack Blacks Hinterteil zu sehen? Im Lande Liliput, wo es zwölfmal so groß wie normal aussieht?
Eben.
Der Film zieht auch – eine typische „Wunscherfüllungs“-Besetzung – die arme Amanda Peet als Blacks „heimliche Angebetete“ mit hinein, die sich selbstverständlich am Schluss auch in ihn verliebt (eine Entwicklung, die noch viel unglaubwürdiger ist als die Entdeckung der Westentaschenwelt von Liliput). Und Emily Blunt als winzige Prinzessin, die sich unverständlicherweise in den knollengesichtigen Jason Segel verguckt.
Noch viel krimineller ist das Casting – und die Vergeudung - von echten komödiantischen Talenten wie Billy Connolly, der als winziger König ständig ermüdend schäumt, und Lucy Punch, die immer wie eine zum Leben erwachte „Avenue Q“-Puppe aussieht, aber hier überhaupt nichts zu tun bekommt.
Aber in diesem Film wird sehr viel verschwendet, unter anderem auch die $2 oder $3, die Studio für die furchtbaren Spezialeffekte ausgab. Doch einen scheint das nicht im Geringsten zu stören: Black stolziert grinsend als kolossaler, kolossal unlustiger Clown durch die Kulissen.
Es ist eine Schande, denn Swifts Klassiker hat mehr als genug Scharfsinnigkeit und Witz zu bieten – und echte Weisheit. In seinem letzten Teil – den fast jeder, der das Buch adaptiert, überspringt - findet sich Gulliver in einem Land wieder, das von eleganten, intelligenten Pferden und schmutzigen, ungebildeten menschlichen „Yahoos“ bewohnt wird. Der arme Held endet als müder, verbitterter und misanthropischer Mann.
Und er hat nicht einmal diesen Film gesehen.
Fazit: Pure Geld- und Zeitverschwendung. Jonathan Swifts Klassiker wurde seines Witzes und seiner Weisheit beraubt und zu einer billigen Klamotte degradiert, in der Jack Black absolut nichts Neues zeigt. Und in 3D wirkt das Ganze noch unerträglicher.
Die freundlichen Leute von Icon Film haben drei neue Bilder von der derzeit im Stadium der Post Production befindlichen Verfilmung von Jack Kerouacs berühmtem Roman veröffentlicht.
Walter Salles inszenierte diese Spielfilmadaption (es gab schon eine Fernsehserie) nach einem Drehbuch von Jose Rivera. In den Hauptrollen agieren Sam Riley, Kristen Stewart, Garrett Hedlund, Kirsten Dunst, Amy Adams, Viggo Mortensen, Tom Sturridge, Elisabeth Moss, Steve Buscemi und Alice Braga.
Ein junger Mann reist mit dem Auto und der Bahn kreuz und quer durch die USA.
„On The Road“ soll im Herbst in die Kinos kommen.
Auf den Bildern sind Dean Moriarty (Hedlund), Sal Paradise (Riley) und Mary-Lou (Stewart) zu sehen:
Originaltitel:Howl Herstellungsland:USA 2010 Regie:Rob Epstein, Jeffrey Friedman Drehbuch:Rob Epstein, Jeffrey Friedman Darsteller:James Franco, Jon Hamm, Mary-Louise Parker, Jeff Daniels, Alessandro Nivola, David Strathairn, Treat Williams, Bob Balaban, Aaron Tveit, Jon Prescott
Nachdem ich letztes Jahr das „Vergnügen“ hatte, auf einem Filmfestival (ich glaube es war die Viennale) „Bright Star“ zu sehen, war ich mir sicher, dass der langweiligste Poesie-Film nun endlich gedreht wurde. Als ich gestern eine Vorstellung von „Howl - Das Geheul“ besuchte, musste ich zu meinem Leidwesen erkennen, dass ich mich geirrt hatte. „Howl – Das Geheul“ ist eine benahe-aber-doch-nicht-ganz Filmbiographie von Allen Ginsberg und konzentriert sich fast ausschließlich auf die Schaffung, die Darbietung und die Konsequenzen seines bedeutenden Gedichts „Howl“ aus dem Jahre 1955.
Da das Gedicht aus vier Teilen besteht und dies ein Independent-Kunstfilm ist, in dem KNVENTIONELLE ERZÄHLSTRUKTUREN SCHLECHT sind, ist der Film ebenfalls in vier Teile unterteilt. Jeder davon ist schlecht, aber aus unterschiedlichen Gründen. Hier sind die Gründe:
Das rückblickende Interview
Es ist der älteste Trick im Buch und einer der wenigen Momente, in denen sich der Film entschließt, wirklich biographisch zu sein. Das Problem ist nur, dass es, wenn man 75% der Zeit damit verbringt, die Konventionen der Filmbiographie zu unterlaufen, seltsam wirkt, wenn man sich die restliche Zeit fast sklavisch an ebendiese Konventionen zu halten. Alle Klischees sind vorhanden und werden korrekt eingesetzt: Der Offscreen-Interviewer, der mit gedämpfter Stimme spricht; der Interviewte, der während des Gesprächs eine Zigarette nach der anderen raucht; die endlosen Bilder einen Spulentonbandgeräts.
Die Performance
Hier wird uns ein Rückblick auf die berühmte Lesung in der Six Gallery geboten, wo Allen Ginsberg „Howl“ zum ersten Mal öffentlich vortrug. Diese Szenen spielen in der Vergangenheit, weshalb sie natürlich in Schwarzweiß sein müssen. In der Vergangenheit gab es schließlich, wie wir alle wissen, keine Farben. Es würde mich nicht im Geringsten überraschen, hätte James Franco allein wegen dieser Szenen die Hauptrolle übernommen. Hier darf er viel Zeit damit zubringen, ein kultisch verehrtes Gedicht vorzulesen, noch dazu fast ohne Unterbrechungen. Es ist ein Klassiker, ehe er überhaupt den Mund aufgemacht hat. Was könnte da schon schiefgehen?
Die Gerichtsverhandlung
Diese Szenen, in denen der Prozess eines wegen Obszönität angeklagten Buchhändler, der es gewagt hatte, das Gedicht zu verlegen, aufgerollt wird, sind die einzigen, in denen Franco nicht vorkommt. Wie mutig. Stattdessen bekommen wir eine wahre Parade von Schauspielern (Jon Hamm, David Strathairn, Jeff Daniels, etc.) zu sehen, die allesamt mehr oder weniger gelangweilt ihren Text absondern. Die Genannten porträtieren entweder SCHÄNDLICHE BÖSEWICHTE, die alles zensieren und am liebsten jeden Spaß verbieten möchten, oder FURCHTLOSE HEILIGE ENGEL, die dafür kämpfen, dass das Gedicht auch weiter gedruckt und verkauft werden darf.
Die Animation
Last and most definitely least kommt der animierte Teil des Films. Dieser furchtbare Sub-Vimeo-Schwachsinn, der weite Strecken von Francos Lesung illustriert, aber auch sonst im Film immer wieder einmal eingestreut wird, lässt den gesamten Film aussehen, als wäre er für 10 Cent gedreht worden (selbst wenn das zuträfe, wäre es keine Entschuldigung). Bisweilen sind die Animationen geradezu schmerzhaft wörtlich, bisweilen sind sie auf gehemmte Weise abstrakt, aber sie sind immer schrecklich und ein weiterer Beweis dafür, dass „Howl“ einer der kunstlosesten Kunstfilme ist, die je gedreht wurden.
Fazit: Eine Quasi-Filmbiographie, die „Seht her, ich bin Kunst!“ schreit, aber nur gekünstelt wirkt.
Die meisten Leute sind sich einig, dass „Gulliver´s Travels 3D“ eine Beleidigung von Jonathan Swift darstellt und definitiv grottenschlecht sein wird. (Ich selbst musste an einer Stelle des Trailers ein wenig kichern, weshalb ich mir noch kein endgültiges Urteil gebildet habe.)
Etwas, das mich viel mehr aufregt, ist der Umstand, dass Hollywood allem Anschein nach noch immer glaubt, dass „Markenwitze“ lustig sind. Seit „Shrek 2“ vor einigen Jahren entschied, dass es komisch sei, das Logo der Bekleidungskette ‚Gap’ so umzugestalten, das ‚Gap Queen’ zu lesen ist (ich lache, wenn ich nur daran denke), sind auf Markennamen basierende Witze ein sicherer Shortcut für laute Lacher und kommen in so gut wie allen Komödien und Animationsfilmen vor.
Lassen Sie uns das britische Poster für „Gulliver´s Travels 3D“ etwas genauer betrachten:
Hierbei handelt es sich nicht um Werbung für eine bestimmte Marke; tatsächlich wird nur ganz allgemein für Burger und Getränke geworben. Und was soll der Große sein? Das möchte ich gar nicht so genau wissen.
Nun verstehe ich, was sie da gemacht haben. Der Name der Titelfigur ist Gulliver, weshalb sie das Wort „Lion“ in „The Lion King“ („Der König der Löwen“) durch „Gull“ ersetzt haben, eine Kurzform besagten Namens. Weil das lustig ist. Und dann haben sie „King“ zu „Queer“ (Schwuler) geändert, weil… nun, ja…
Das könnte eine iPod-Parodie sein. Ich hoffe, dass das stimmt, denn die.sind.brillant.
Können Sie sich noch an den Film „Avatar“ erinnern, der letztes Jahr herauskam? Stellen Sie sich vor, wie lustig es wäre, diesen Titel in „Gavatar“ umzuändern (weil der Name des Helden mit einem ‚G’ beginnt – VERSTEHEN SIE ES JETZT?) und Jack Blacks Gesicht in Photoshop zu bearbeiten, damit er wie ein Na´vi aussieht. Das ist Satire, genau.
Siehe oben.
Selbst TV-Shows sind vor der Veralberung durch Gulliver nicht sicher. Was glauben Sie, welchen urkomischen alternativen Titel sich die Macher für „Glee“ einfallen ließen? Was ist das? Glee? Brillant!
Ich habe nicht die geringste Ahnung, was das sein soll.
Vor kurzem wurde ein neuer Clip von der (zumindest in Kunstfilmkreisen) sehnlichst erwarteter Adaption von Shakespeares „The Tempest“ („Der Sturm“) veröffentlicht. Falls Sie bis jetzt nicht davon überzeugt waren, dass es ein Genieblitz war, Prospero in Prospera zu verwandeln und von Helen Mirren spielen zu lassen, dann sollten Sie sich diesen Clip genau ansehen.
Aber auch die übrige Besetzung kann sich durchaus sehen lassen: Alan Cumming, David Strathairn, Djimon Hounsou, Russell Brand, Alfred Molina, Ben Wishaw, Felicity Jones, Reeve Carney, und Chris Cooper.
Im ersten Clip sind Jones und Hounsou gemeinsam mit Frau Mirren zu sehen:
„The Tempest“ kommt am 10. Dezember in die amerikanischen Kinos.
Der Film soll ja nicht so gelungen sein, aber trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) wird heftig für Rowan Joffes Adaption von Graham Greenes Roman „Brighton Rock“ geworben.
Das neue unterscheidet sich nicht großmächtig von dem vorherigen Poster, aber immerhin sind diesmal auch Sam Rileys Co-Stars Helen Mirren und Andrea Riseborough zu sehen. Andy Serkis und John Hurt wirken ebenfalls in dem Film mit, der ab dem 4. Februar 2011 in Großbritannien und ab dem 7. April 2011 in Deutschland zu sehen sein wird.
Falls Sie mehr über den Streifen wissen möchten, sehen Sie sich bitte den folgenden Trailer an:
Das neue Poster für „Brighton Rock“, der meines Wissens zweiten Verfilmung des Romanklassikers von Graham Greene (die übrigens am 7. April 2011 in die deutschen Kinos kommen wird), ist fast so subtil und nuancenreich, wie der Film oberflächlich und verworren ist. Diese Farben! Diese Farbkleckse! Die ganz und gar akzeptable Schrift.
Lassen Sie sich von diesem trügerischen Design nicht zum Narren halten.
Dies ist ein Beitrag für alle Beatniks da draußen. Playlist hat einige in Richtung Kunstphotographie gehende Bilder aus der Filmadaption von Jack Kerouacs enorm einflussreichem Romanklassiker „On The Road“ ins Netz gestellt.
Eine Filmversion dieses bahnbrechenden Buchs war schon einige Zeit in Arbeit, ehe Regisseur Walter Salles („The Motorcycle Diaries“) für das Projekt verpflichtet werden konnte. Der $25 Millionen teure streifen wurde von Francis Ford Coppola produziert (der übrigens vor langer Zeit einmal selbst eine Version inszenieren wollte).
„On The Road“ ist ein weitgehend autobiographisches Werk, das von mehreren Fahrten handelt, die Jack Kerouac in den 1950-er Jahren mit Freunden quer durch die USA unternahm, wobei er Kultur und Leute kommentierte.
Die Hauptfiguren Dean Moriarty und Sal Paradise, Kerouacs Alter Ego, werden von Garrett Hedlund (demnächst in „Tron: Legacy“ zu sehen) beziehungsweise Sam Riley („Control“) gespielt.
Salles hat sein Bestes getan, die Autoreise zu einem besonderen Ereignis zu machen. Kristen Stewart, Viggo Mortensen, Amy Adams, Kirsten Dunst, Steve Buscemi, Terrence Howard, Alice Braga und Elisabeth Moss werden dei beiden Helden auf ihren Reisen begleiten.
Der Film wird derzeit noch gedreht, weshalb mit einem Kinostart nicht vor Herbst nächsten Jahres zu rechnen ist.
Sehen Sie sich diesen furchteinflößenden Clip aus der erschreckenden Live-Action-Adaption von „Der Nussknacker“ an, in dem sich ein böser hölzerner Junge an den Eingeweiden von Santa Claus labt. Oder etwas in der Art. Ich bin mir nicht sicher, denn ich fing an zu weinen und rannte davon. Weihnachten fällt heuer aus, Freunde.
Hier ist der Clip:
Haben Sie es geschafft, sich das Filmchen bis zum Ende anzusehen? Gut. Es wird aber noch viel schlimmer. Hier kommt der erste lange Trailer für den EPISCHEN „Nussknacker“-Film. Darin kommt unter anderem ein rattengesichtiger Bösewicht vor, der kleine Kinder erschreckt. Außerdem sind zu sehen: ein gruseliger alter Mann, der kleine Mädchen auf die andere Seite von Spiegeln zieht; eine Kreatur, die halb Mensch und halb Affe ist; Nathan Lanes Haare; und natürlich diese schreckliche, schreckliche Holzpuppe. Ja, ich bin mir bewusst, dass „Der Nussknacker“ ein wenig schaurig sein soll, aber ich bin mir nicht sicher, ob E.T.A. Hoffmann so einen CGI-Alptraum im Sinn hatte.
Mia Wasikowska hat ein enorm erfolgreiches Jahr: Zuerst spielte sie die Titelrolle in dem Kassenschlager „Alice im Wunderland“, dann war sie auch noch in dem hervorragenden Independent-Film „The Kids Are All Right“ zu sehen. Michael Fassbender hingegen war nicht so viel Glück beschieden. In dem Jahr nach seiner gelobten Leistung in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ drehte er mit „Centurion“ und „Jonah Hex“, die bei Publikum und Kritikern nicht gerade gut ankamen. Nun da sie gemeinsam vor der Kamera stehen, wird sich zeigen, wessen erfolgs- beziehungsweise Misserfolgslauf sich fortsetzen wird.
Der erste Trailer für „Jane Eyre“ wurde vor kurzem auf Yahoo! veröffentlicht, während das dazugehörende Poster auf Facebook das Licht der Welt erblickte. In der neuesten Filmadaption des klassischen Romans von Charlotte Brontë spielt Wasikowska die Titelfigur, ein Mädchen, das von zu Hause weglaufen muss, aber als Gouvernante in Thornfield Hall unterkommt. Die junge Jane verliebt sich in ihren Herren, den kühlen Mr. Rochester (Fassbender), ohne zu ahnen, dass er ein schreckliches Geheimnis hütet.
Das Drama wurde von Cary Fukunaga inszeniert. In den Hauptrollen sind Mia Wasikowska, Michael Fassbender, Judi Dench, Jamie Bell, Sally Hawkins, Imogen Poots und Tamzin Merchant zu sehen.
Vor einigen Wochen wurde bestätigt, dass Julie Taymors Version von Shakespeares „The Tempest“ („Der Sturm“) als Abschlussfilm des 67. Internationalen Filmfestivals von Venedig ausgewählt wurde. Nun gibt es das offizielle Poster für das epische Drama zu bestaunen.
Die Hauptrollen in „The Tempest“ spielen Helen Mirren, Russell Brand, Djimon Hounsou, David Strathairn, Felicity Jones, Chris Cooper, Alfred Molina, Alan Cumming und Ben Wishaw, und es handelt sich dabei um eine moderen, fantastische Neuinterpretation von Shakespeares klassischem Stück, das von Taymor selbst für die Leinwand adaptiert wurde.
Synopsis: In Julie Taymors Version von „The Tempest“ wird Prospero zu Prospera. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Frauen, die die Kunst der Alchemie ausübten, oft wegen Hexerei verurteilt. In Taymors Version wird Prospera (Mirren) von ihrem Bruder überwältigt und zusammen mit ihrer vierjährigen Tochter mit dem Schiff außer Landes gebracht. Sie strandet auf einer Insel, auf der es nichts gibt, also auch keine Gesellschaftsform, weshalb die Mutterfigur für Miranda (Jones) auch zur Vaterfigur wird. Das führt zu einem Machtkampf, und zwar einem Kampf des Intellekts, zwischen Prospera und Caliban (Hounsou).
Das Poster, dass Sie unten sehen können, macht einen spektakulären Eindruck. Darauf sind Helen Mirren und Djimon Hounsou zu sehen, umgeben von Feuer, was auf ein wahrhaft fatastisches, feuriges und episches Drama hindeutet.
„The Tempest” wird am 11. September beim Internationalen Filmfestival in Venedig Premiere feiern und in den USA im Dezember in die Kinos kommen. In Europa dürfte der Film 2011 zu sehen sein.
Wes Anderson adaptiert mit viel Liebe zum Detail Roald Dahls Fuchsfamilie für die große Leinwand
Originaltitel:Fantastic Mr. Fox Herstellungsland:USA 2009 Regie:Wes Anderson Drehbuch:Wes Anderson, Noah Baumbach, basierend auf der Erzählung von Roald Dahl Darsteller (Sprechrollen):George Clooney, Meryl Streep, Jason Schwartzman, Bill Murray, Michael Gambon, Willem Dafoe, Owen Wilson, Jarvis Cocker
Mit seinen gut sitzenden Cordanzügen, seinem umfassenden Wissen über britische Popmusik und seiner höflichen, aber besessenen Faible für die exzentrischen und gestörten Reichen ist Regisseur Wes Anderson seit seinem Debüt „Bottle Rocket“ (1996) eine fixe, wenn auch schrullige Größe in der amerikanischen Filmlandschaft.
Sein neuer, in Stop-Motion-Technik gedrehter Film „Der fantastische Mr. Fox“ ist dazu angetan, sowohl der Schrulligkeit als auch Mr. Anderson den guten Namen zurückzugeben.
Wahre Wes-Anderson-Fans haben nie den Glauben an ihren Meister verloren. „Bottle Rocket“ gab zu großen Hoffnungen Anlass, die nachfolgenden Werke „Rushmore“ und „Die Royal Tennenbaums“ wussten mit feinem Humor bestens zu unterhalten.
Aber „Die Tiefseetaucher“ war ein schwächliches, selbstverliebtes und zum Untergang verdammtes Durcheinander. Und „Darjeeling Limited“ mag zwar über weite Strecken recht charmant gewesen sein, aber es hat auch etwas Geschmackloses an sich, das uralte Indien als bloßen Hintergrund zu benützten, vor dem drei gelangweilte reiche Jünglinge ihre Vaterkomplexe ergründen.
Da ist es durchaus passend, dass Wes Andersons unschuldiger Charme ausgerechnet durch eine von Roald Dahls Kindergeschichten wiederhergestellt wird.
Bekanntlich versuchte Roald Dahl - und das macht die besondere Qualität seiner Erzählungen aus – nie, die Kinder von oben herab zu belehren. „Jetzt, da Mami und Papi weg sind“, scheinen seine Bücher zu sagen, „wird Euch der liebe Onkel Roald eine Geschichte erzählen.“ Seine Erzählung „Der fantastische Mr. Fox“ aus dem Jahre 1970 handelt von diebischen Tieren, die über Geflügelfarmen herfallen, und Menschen, die versuchen, sie daran zu hindern; sie beschreibt mit viel Liebe zum Detail schlechte Körperhygiene und noch schlechtere Manieren.
In der durchwegs gelungenen Adaption verbindet sich Dahls erwachsene Annäherung an Kinder mit Andersons kindlicher Sichtweise auf die Welt der Erwachsenen.
Mr. Fox (im Original gesprochen von George Clooney) ist – wie so viele Väter in Anderson-Filmen – ein wenig aufgeblasen, lächerlich und distanziert; Mrs. Fox (gesprochen von Meryl Streep) ist – wie viele Mütter bei Anderson – cool, gefasst und eher schrecklich. Die Kinder haben selbstverständlich mit Problemen zu kämpfen, die für sie todernst, in den Augen der Erwachsenen jedoch lächerlich sind. Die Lage wird jedoch für alle ernst, als ihr Bau von dem Bauern belagert wird, den Mr. Fox mit Vorliebe bestohlen hat, und noch dazu alle anderen Tiere des Waldes bei ihnen als Flüchtlinge Unterschlupf suchen.
Anderson und sein Mitautor Noah Baumbach sind sehr geschickt darin, Dahls Geschichte je nach Bedarf zu komprimieren oder zu erweitern, indem sie zum Beispiel die Fuchsjungen auf einen einzigen widerspenstigen Jugendlichen reduzieren, aber andererseits auf subtile Weise typische Ängste und Befürchtungen der Oberschicht einfließen lassen.
Anderson ist die brillante Entscheidung zu verdanken, den Film in Stop-Motion-Technik zu drehen, wobei dieselbe Art handgemachter und von Hand bewegter Figuren zum Einsatz kamen wie im allerersten „King Kong“. (Obwohl die Präsenz von Burl Ives auf dem Soundtrack eher eine andere Inspirationsquelle nahe legt: den TV-Film „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ aus dem Jahre 1964.)
Der Einsatz dieser Technik harmoniert perfekt mit Andersons Liebe zu Detail und seinem altmodischen Feingefühl und verleiht der Geschichte zusätzlich eine Spur naiven Charme; es ist fast so, als wären wir zurück bei den Puppenspielen unserer Jugend und sähen wieder Kasperl und Petzi, wie sie dem Krokodil oder einem Räuber den Garaus machen.
Zugegeben, obwohl der Film nicht einmal ganz eineinhalb Stunden lang ist, findet sich an ein oder zwei Stellen nutz- und sinnloses Füllwerk. Darüber hinaus fehlt manchen Totalen – in denen, nebenbei erwähnt, auch herkömmlichere Methoden der Animation zum Einsatz gekommen sein dürften – der Charme der Großaufnahmen. Außerdem gibt es keinen erkennbaren Grund dafür, dass auf dem Soundtrack „Street Fighting Man“ und ein alberner Song von Jarvis Cocker (Pulp) zu hören sind.
Dennoch ist „Der fantastische Mr. Fox“ ein herzlicher und charmanter Film über Familie, Erwachsenwerden, Abenteuer und - nicht von ungefähr – Handwerkskunst. Suchen Sie sich ein Kind, das mit Ihnen geht; es wird fast ebensoviel Spaß haben wie Sie.
Fazit: Ein Familienfilm im besten Sinne des Wortes. Mit viel Liebe zum Detail wird eine spannende Geschichte erzählt, aus denen vor allem die Kleinen einiges lernen können.
Originaltitel:Dorian Gray Herstellungsland:UK 2009 Regie:Oliver Parker Drehbuch:Toby Finlay, basierend auf der Novelle von Oscar Wilde Darsteller:Colin Firth, Ben Barnes, Rebecca Hall, Rachel Hurd-Wood, Emilia Fox, Fiona Shaw, Ben Chaplin, Caroline Goodall, Maryam d´Abo
Oscar Wildes ewig junger Held ist im Laufe der Jahre eine sehr unterschiedliche Behandlung von Seiten der Filmemacher zuteil geworden: War er der unumstrittene Mittelpunkt von „Das Bildnis des Dorian Gray“ (1945), verkam er zum Beispiel in „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ (2003) zu einer Randfigur.
Oliver Parkers neue Adaption von Wildes Novelle aus dem Jahre 1890 liegt irgendwo dazwischen, verdient sich aber immerhin einige Bonuspunkte für das Bemühen, dem Text weitgehend treu zu bleiben.
Wie viele der vorangegangenen Verfilmungen bemüht sich auch diese – leider vergeblich -, aus einer Geschichte, in der es mehr um Ideen als um Taten geht und die mit einem Helden aufwartet, der eigentlich eine einzige riesige Metapher ist, so etwas wie gruselige Spannung herauszuquetschen.
Für alle, die im Englischunterricht geschlafen haben, hier ein kurze Inhaltsangabe: der namengebende Dorian ist ein attraktiver junger Gentleman, der auf wundersame Weise jung und faltenfrei bleibt, während ein Porträtgemälde, das ihn zeigt, auf dem Dachboden, sorgfältig verborgen unter etlichen Tüchern, an seiner Statt altert. Inzwischen gibt sich der Held hedonistischen Vergnügungen ohne Zahl hin, die nach und nach seine Seele verderben, während er selbst weiter so blendend aussieht wie der als Prinz Kaspian aus „Die Chroniken von Narnia“ bekannte Ben Barnes.
Oliver Parker, der mit „Das Bildnis des Dorian Gray“ nach „Ein perfekter Ehemann“ und „Ernst sein ist alles“ seine dritte Adaption eines Oscar-Wilde-Textes vorlegt - das Drehbuch stammt übrigens von Debütant Toby Finlay -, hat sich für eine sehr konservative Inszenierung entschieden. Die Ausstattung spiegelt bis ins kleinste Detail die Zeit König Edwards VII. wider und das Erzähltempo ist eher gemächlich. Einige der Darsteller, allen voran Colin Firth als der Dorian ins Verderben stürzende Henry Wotton, tun ihr Möglichstes, den Regisseur zu unterstützen und für ein wenig Unterhaltung zu sorgen. Aber leider verliert Her Parker nach ungefähr zwei Dritteln des Films das Vertrauen in die Vorlage und fängt an, allen möglichen Wirrwarr einzuführen und nimmt sogar zu einer unfreiwillig komischen Konfrontation in der U-Bahn Zuflucht, ehe das Ganze in einem übertriebenen und mit Effekten überladenen Finale gipfelt.
Ben Barnes, der in „Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia“ von einer Maus an die Wand gespielt wurde, schlägt sich hier besser und stellt halbwegs gekonnt den Wandel des Helden vom leichtgläubigen Naivling zum korrupten Wüstling dar. Aber selbst wenn er mit seiner moralischen Schuld ringt, ist er nicht annähernd so überzeugend wie zum Beispiel Matt Damons Mr.Ripley, was zur Folge hat, dass man sich als Zuschauer nie wirklich dafür interessiert, was er als nächstes anstellt und was aus ihm wird.
Das ist eine enormer Fehler in einem Film, bei dem es darauf ankommt, dass man Mitgefühl für die missliche Lage des Helden entwickelt – ganz abgesehen davon, dass das „Bildnis des Dorian Gray“ mit nahezu zwei Stunden Spieldauer nicht gerade kurz geraten ist. Ein weiterer Fehler ist das Porträt selbst, auf dem der ‚verkommene’ Dorian wie Nanny McPhee aussieht.
Fazit: Nicht schlechter oder besser als Parkers vorangegangene Wilde-Verfilmungen, ist dieser auf Hochglanz polierte Streifen schön anzusehen, aber lässt keine Emotionen aufkommen. Man fragt sich, warum dieser Film überhaupt gedreht wurde – etwa als Möglichkeit für faule Schüler, sich die Lektüre dieses Klassikers zu ersparen?