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Batman durch die Jahre (GIF)

Sonntag, 28. November 2010

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Dieses coole GIF zeigt die verschiedenen Inkarnationen des Fledermausmannes und all die Darsteller, die im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zu Batman wurden:

1. Lewis Wilson (Batman und Robin, 1943)
2. Robert Lowery (Batman & Robin, 1949)
3. Adam West (Batman (TV-Serie, 1966-1968)
4. Michael Keaton (Batman, Batmans Rückkehr, 1989 – 1992)
5. Kevin Conroy (Batman: The Animated Series, Batman und das Phantom, Die Liga der Gerechten, Batman Beyond sowie Batman Videospielreihe 1992 – Heute)
6. Val Kilmer (Batman Forever, 1995)
7. George Clooney (Batman & Robin, 1998)
8. Bruce Thomas (Batman Onstar Commercials, Birds Of Prey, 2000-2002)
9. Christian Bale (Batman Begins, The Dark Knight, The Dark Knight Rises, 2005 – 2012)

Gefunden auf Geekologie.

 

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Coole Sache: Bill Murrays wichtigste Charaktere als animiertes GIF

The American (Review)

Sonntag, 19. September 2010

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George Clooneys cooler Killer haucht dem schaurig ruhigen Thriller Leben ein

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Originaltitel: The American
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Anton Corbijn
Drehbuch: Robert Joffe, basierend auf dem Roman „A Very Private Gentleman“ von Martin Booth
Darsteller: George Clooney, Irina Björklund, Paolo Bonacelli, Violante Placido, Thekla Reuten, Lars Hjelm, Johan Leysen

Jack ist ein Profi.

Er hält all seine Termine ein und ist immer korrekt gekleidet. Die Bügelfalten seiner Hosen sind scharf wie Rasierklingen. Er erledigt seine Aufträge rasch und methodisch. Man kann getrost sagen, dass ein Job, wenn er ihn erledigt hat, auch wirklich ein für alle Mal erledigt ist.

Was irgendwie positiv ist – denn Jacks Job ist es, Menschen zu töten.

Er ist außerdem der Antiheld von „The American“, einem neuen und ungewohnt ruhigen Thriller mit George Clooney als Jack und einer Reihe weitgehend unbekannter europäischer Darsteller als seine Ziele und Versuchungen.

Der Film wurde von dem seit Jahrzehnten als Photograph international bekannten Holländer Anton Corbijn inszeniert, dessen exzellentes Joy-Division-Drama „Control“ vor einigen Jahren im Kino zu sehen war. Und genau wie dieser Film ist auch „The American“ äußerst sorgfältig strukturiert und photographiert und darüber hinaus ganz und gar nicht daran interessiert, typische Genre-Versatzstücke zu bieten.

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Falls Sie also einen intelligenten Thriller sehen möchten, der auch reichlich Action zu bieten hat, sollten Sie woanders suchen (möglicherweise werden Sie schon bei „The Town“ fündig, dem Bankräuberfilm von Ben Affleck, der nächste Woche bei uns anläuft).

Dennoch hat „The American“ seine eigenen, teils nicht leicht zu erkennenden Reize – eine Besessenheit von kleinsten Details, ein geduldiges Interesse an Nebenfiguren, eine leichten Hauch von Bedauern.

Der Film macht seine Absichten von Anfang an klar, und zwar mit einer fast unerträglich langsamen Kamerafahrt hin zu einer Hütte in den Bergen. Absolut nichts passiert. Aber unendlich viel könnte passieren.

„The American“ erhält diese vieldeutige Reserviertheit aufrecht, als Jack sich - nach einem kurzen, schockierenden Moment der Gewalt – in Italien untertaucht. Er muss noch einen letzten Job erledigen. Und Killern, die auf ihn angesetzt sind, auszuweichen.

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Und ein plötzlicher, überraschender Gedanke – was, wenn er sich dazu entschlösse, alles für die Liebe einer (nicht so) guten Frau aufzugeben?

Es ist ein konventioneller Plot, der auf unkonventionelle Weise ausgespielt wird.

Anstatt sich auf seinen verlässlichen, selbstironischen Charme zu verlassen, spielt George Clooney Jack absolut humorlos (und alles andere als galant).

Die anderen Darsteller – unter ihnen Violante Placido als seine Geliebte und Thekla Reuten als seine Klientin – sind attraktiv, aber wenig mehr als Augenweiden.

Unglücklicherweise gleitet „The American“ bisweilen von der Kunst ins Gekünstelte ab. Es ist ein nicht unwesentlicher Unterschied, ob man auf der minimalistischen Schiene unterwegs ist oder nur das absolute Minimum macht, und das Drehbuch scheint mitunter auf nahezu nichts reduziert worden zu sein.

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Dennoch hat der Film bisweilen einen fast dokumentarischen Reiz, besonders als Jack mehr oder weniger aus dem Nichts eine Waffe zusammenbastelt – in einer Kultur, die das handgefertigte Objekt beinahe vergessen hat, ist es faszinierend zu beobachten, wie ein Mann mit eigenen Händen etwas herstellt, selbst wenn dieses Etwas dazu gedacht ist, Menschen zu töten.

Und „The American“ hat einen ausgeprägten Look, einen Stil, der - wie es sein sollte – den Inhalt widerspiegelt. Aufnahmen von hoch oben zeigen Straßen, die sich, wie die Leute, die sich auf ihnen bewegen, in ungewohnten Winkeln von einander entfernen. Lange Momente der Stille schüren die Befürchtung, dass jederzeit etwas passieren könnte.

Oft passiert gar nichts – „The American“ ist ein Film, der im Wesentlichen aus den Zeiträumen zwischen den Actionsequenzen besteht.

Dennoch ist er auf eine unterkühlte Weise fesselnd. Und – genau wie sein Held – trifft er, wenn er einmal den Abzug betätigt, genau ins Schwarze.

Fazit: Ein unterkühlter, europäischer Thriller, der mitunter ein wenig gekünstelt wirkt, aber dennoch eine angenehme Abwechslung zu der hyperaktiven Hollywood-Action darstellt. George Clooney ist gut wie schon lange nicht mehr.

US-Kinocharts: Machete doch nicht so scharf wie gedacht

Dienstag, 7. September 2010

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machete-lohan Ich… ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Es ist so ungewohnt. Ich bin verängstigt und verwirrt.

Deshalb werde ich es einfach sagen. Es geht um Lindsay Lohan. Sie spielt in einem sehr erfolgreichen Film mit. Seltsam, nicht wahr? Lindsay Lohan ist in einem Film dabei, den Leute freiwillig und gegen Geld sehen wollten. Bizarr, meinen Sie nicht? Lindsay Lohan. Wer hätte das gedacht?

Zum Glück geriet der Film mit Lindsay Lohan nicht zum überragenden Erfolg, denn das wäre zu viel des Guten. Aber „Machete“, der Film mit dem Kurzauftritt von Lindsay Lohan, hat es immerhin unter Top Five der amerikanischen Kinocharts des vergangenen Labour-Day-Wochenendes geschafft und beinahe den neuen George-Clooney-Film „The American“ geschlagen. Aber das spielt eigentlich keine Rolle. Lindsay Lohan hat wieder Erfolg. Und wissen Sie, was das bedeutet? PARTY!! Die Top Ten der amerikanischen Kinocharts gleich nach der Werbung…

1 „The American“ (Mit George Clooney in der Hauptrolle, weshalb der vollständige Titel vermutlich „The American Who Can’t Go More Than Five Seconds Without Advertising Coffee Or Booze Wherever He Goes” lautet.) $13,127,000

2 „Machete“ („Machete“ erblickte als witziger Trailer das Licht der Welt und wurde nicht zuletzt aufgrund begeisterter Fanreaktionen zu einem Spielfilm ausgebaut. Wenn das die neue Masche ist, dann kann es nicht mehr lang dauern, bis die Langspielfassung des „Mary Poppins“-Horrortrailers in die Kinos kommt…) $11,425,000

3„Takers“ (Ich habe den Film nicht gesehen, aber da Chris Brown mitspielt, geht es vermutlich um einen Bankräuber, der dämliche Fliegen trägt und Frauen verprügelt. Das würde jedenfalls Sinn machen.) $10,900,000

4 „The Last Exorcism“ (Eli Roth, Du Narr. Wie erfolgreich er auch sein mag, man kann niemals eine Fortsetzung zu einem Film mit dem Titel „The Last Exorcism“ drehen. Schnell, benenne ihn inPossibly But Probably Not The Last Exorcism At All Really“ [„Möglicherweise, aber wahrscheinlich überhaupt nicht der letzte Exorzismus“] um, solange noch die Chance besteht.) $7,410,000

5„Going The Distance“ [dt. „Verrückt nach Dir“] (Ein Film, den Drew Barrymore mit einem Mann drehte, mit dem sie immer wieder einmal liiert ist. Die Judd-Apatow-Komödien der letzten Jahre lassen grüßen, wenn auch dieser Streifen mehr Herz hat. Ob das nun ein Vor- oder ein Nachteil ist, müssen Sie selbst entscheiden.) $6,900,000

6 „The Expendables“ $6,650,000

7„The Other Guys“ [dt. „Die etwas anderen Cops“] $5,300,000

8 „Eat Pray Love“ $4,800,000

9„Inception“ $4,550,000

10„Nanny McPhee Returns“ $3,507,000

 

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Der fantastische Mr. Fox

Mittwoch, 12. Mai 2010

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Wes Anderson adaptiert mit viel Liebe zum Detail Roald Dahls Fuchsfamilie für die große Leinwand

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Originaltitel: Fantastic Mr. Fox
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Wes Anderson
Drehbuch: Wes Anderson, Noah Baumbach, basierend auf der Erzählung von Roald Dahl
Darsteller (Sprechrollen): George Clooney, Meryl Streep, Jason Schwartzman, Bill Murray, Michael Gambon, Willem Dafoe, Owen Wilson, Jarvis Cocker

Mit seinen gut sitzenden Cordanzügen, seinem umfassenden Wissen über britische Popmusik und seiner höflichen, aber besessenen Faible für die exzentrischen und gestörten Reichen ist Regisseur Wes Anderson seit seinem Debüt „Bottle Rocket“ (1996) eine fixe, wenn auch schrullige Größe in der amerikanischen Filmlandschaft.

Sein neuer, in Stop-Motion-Technik gedrehter Film „Der fantastische Mr. Fox“ ist dazu angetan, sowohl der Schrulligkeit als auch Mr. Anderson den guten Namen zurückzugeben.

Wahre Wes-Anderson-Fans haben nie den Glauben an ihren Meister verloren. „Bottle Rocket“ gab zu großen Hoffnungen Anlass, die nachfolgenden Werke „Rushmore“ und „Die Royal Tennenbaums“ wussten mit feinem Humor bestens zu unterhalten.

Aber „Die Tiefseetaucher“ war ein schwächliches, selbstverliebtes und zum Untergang verdammtes Durcheinander. Und „Darjeeling Limited“ mag zwar über weite Strecken recht charmant gewesen sein, aber es hat auch etwas Geschmackloses an sich, das uralte Indien als bloßen Hintergrund zu benützten, vor dem drei gelangweilte reiche Jünglinge ihre Vaterkomplexe ergründen.

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Da ist es durchaus passend, dass Wes Andersons unschuldiger Charme ausgerechnet durch eine von Roald Dahls Kindergeschichten wiederhergestellt wird.

Bekanntlich versuchte Roald Dahl - und das macht die besondere Qualität seiner Erzählungen aus – nie, die Kinder von oben herab zu belehren. „Jetzt, da Mami und Papi weg sind“, scheinen seine Bücher zu sagen, „wird Euch der liebe Onkel Roald eine Geschichte erzählen.“ Seine Erzählung „Der fantastische Mr. Fox“ aus dem Jahre 1970 handelt von diebischen Tieren, die über Geflügelfarmen herfallen, und Menschen, die versuchen, sie daran zu hindern; sie beschreibt mit viel Liebe zum Detail schlechte Körperhygiene und noch schlechtere Manieren.

In der durchwegs gelungenen Adaption verbindet sich Dahls erwachsene Annäherung an Kinder mit Andersons kindlicher Sichtweise auf die Welt der Erwachsenen.

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Mr. Fox (im Original gesprochen von George Clooney) ist – wie so viele Väter in Anderson-Filmen – ein wenig aufgeblasen, lächerlich und distanziert; Mrs. Fox (gesprochen von Meryl Streep) ist – wie viele Mütter bei Anderson – cool, gefasst und eher schrecklich. Die Kinder haben selbstverständlich mit Problemen zu kämpfen, die für sie todernst, in den Augen der Erwachsenen jedoch lächerlich sind. Die Lage wird jedoch für alle ernst, als ihr Bau von dem Bauern belagert wird, den Mr. Fox mit Vorliebe bestohlen hat, und noch dazu alle anderen Tiere des Waldes bei ihnen als Flüchtlinge Unterschlupf suchen.

Anderson und sein Mitautor Noah Baumbach sind sehr geschickt darin, Dahls Geschichte je nach Bedarf zu komprimieren oder zu erweitern, indem sie zum Beispiel die Fuchsjungen auf einen einzigen widerspenstigen Jugendlichen reduzieren, aber andererseits auf subtile Weise typische Ängste und Befürchtungen der Oberschicht einfließen lassen.

Anderson ist die brillante Entscheidung zu verdanken, den Film in Stop-Motion-Technik zu drehen, wobei dieselbe Art handgemachter und von Hand bewegter Figuren zum Einsatz kamen wie im allerersten „King Kong“. (Obwohl die Präsenz von Burl Ives auf dem Soundtrack eher eine andere Inspirationsquelle nahe legt: den TV-Film „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ aus dem Jahre 1964.)

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Der Einsatz dieser Technik harmoniert perfekt mit Andersons Liebe zu Detail und seinem altmodischen Feingefühl und verleiht der Geschichte zusätzlich eine Spur naiven Charme; es ist fast so, als wären wir zurück bei den Puppenspielen unserer Jugend und sähen wieder Kasperl und Petzi, wie sie dem Krokodil oder einem Räuber den Garaus machen.

Zugegeben, obwohl der Film nicht einmal ganz eineinhalb Stunden lang ist, findet sich an ein oder zwei Stellen nutz- und sinnloses Füllwerk. Darüber hinaus fehlt manchen Totalen – in denen, nebenbei erwähnt, auch herkömmlichere Methoden der Animation zum Einsatz gekommen sein dürften – der Charme der Großaufnahmen. Außerdem gibt es keinen erkennbaren Grund dafür, dass auf dem Soundtrack „Street Fighting Man“ und ein alberner Song von Jarvis Cocker (Pulp) zu hören sind.

Dennoch ist „Der fantastische Mr. Fox“ ein herzlicher und charmanter Film über Familie, Erwachsenwerden, Abenteuer und - nicht von ungefähr – Handwerkskunst. Suchen Sie sich ein Kind, das mit Ihnen geht; es wird fast ebensoviel Spaß haben wie Sie.

Fazit: Ein Familienfilm im besten Sinne des Wortes. Mit viel Liebe zum Detail wird eine spannende Geschichte erzählt, aus denen vor allem die Kleinen einiges lernen können.

 

 

 

Männer, die auf Ziegen starren – Große Stars, zu wenig Handlung

Samstag, 6. März 2010

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Originaltitel: The Men Who Stare at Goats
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Grant Heslov
Drehbuch: Peter Straughan, basierend auf dem Buch von Jon Ronson
Darsteller: George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang, Robert Patrick, Waleed Zuaiter

George Clooney scheint nicht in der Lage zu sein, das Soldatendasein in der Golfregion ernst zu nehmen. In David O. Russells absurdem Film „Three Kings“ aus dem Jahre 1999 war Archie Gates, der von ihm verkörperte Charakter, mehr an dem Diebstahl von Gold interessiert als an der Befreiung von Kuwait. In „Männer, die auf Ziegen starren“, dessen Vorspann uns davon in Kenntnis setzt, dass „Vieles an dieser Geschichte wahrer ist, als Sie glauben würden“, spielt er Lyn Cassady, einen Mann, der behauptet, Mitglied einer geheimen Militäreinheit zu sein, in der Männer dazu ausgebildet werden, ihre psychischen Kräfte einzusetzen, um Kriege zu gewinnen.copyrightjps2010_2

MaennerDieAufZiegenStarren_scene_2b Die Einrichtung dieser im Experimentalstadium befindlichen Einheit von „Kriegermönchen“ wurde von einem gewissen Bill Django angeregt (Jeff Bridges wiederholt hier die Rolle des unsteten Hippies, die er mit so großem Erfolg in „The Big Lebowski“ spielte). In der lustigsten Sequenz des Filmes sehen wir, wie Billy die Psychotechniken über Jahre hinweg bei verschiedenen New-Age-Veranstaltungen, unter anderem einem schmerzhaft aussehenden Darmspülungskurs, entwickelt. Sein Buch „New Earth Army Manual“ wird zur Bibel für eine Gruppe von Parapsychologen, die von der US Army trainiert werden.

„Männer, die auf Ziegen starren“ basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch-Bestseller von Jon Ronson, der unterhaltsame Einblicke in die oft äußerst seltsamen Versuche der amerikanischen Regierung bietet, paranormale Fähigkeiten für den Kampfeinsatz zu nutzen. Angesichts der großen Menge sorgfältig recherchierten Materials und der sich daraus ergebenden Vielzahl an Möglichkeiten verwundert es, dass der Film so wenig wirklich lustige Momente zu bieten hat.

Das Hauptproblem besteht darin, dass die Aktivitäten der exzentrischen Gruppe nicht im Mittelpunkt des Films stehen. Stattdessen konzentriert er sich auf den Reporter Bob Wilton (gespielt von Ewan McGregor, der bisweilen Schwierigkeiten mit dem amerikanischen Akzent hat), der im Jahr 2002 einen Job bei den Ann Arbor News antritt.

Sein Leben verläuft in geregelten Bahnen, bis er eines Tages einen Mann im Radio hört, der behauptet, Insiderinformationen über paranormale militärische Versuche zu haben. Kurz nachdem er mit diesem Mann Kontakt aufgenommen hat, gerät Bobs Leben aus dem Gleichgewicht. Im Laufe seiner Erzählung, die die Handlung während des ganzen Films immer wieder unterbricht, erfahren wir, dass ihn seine Frau verlassen hat. Deshalb macht er, „was alle Männer tun, wenn sie ein gebrochenes Herz haben“ – er zieht in den Krieg.

maenner-die-auf-ziegen_01 Nach einem zufälligen Treffen mit Lyn in Kuwait City lässt sich Bob dazu überreden, den Parapsychologen bei dessen nächsten mysteriösen Auftrag, der ihn in den Irak führt, zu begleiten. Der Aufhänger des Films, zugleich Hauptelement der Erzählung, ist Bobs Versuch, durch diese Reise so etwas wie Sinn in seinem Leben zu finden.

Glücklicherweise springt „Männer, die auf Ziegen starren“ immer wider zurück zu den Geschehnissen rund um das paranormale Programm der US Armee. Wir erfahren, dass Lyn der Musterschüler des Programms ist, wodurch er sich den Hass des neuesten Mitglieds der Truppe, des Löffel biegenden Larry Hooper (Kevin Spacey) zuzieht, der Ambitionen hegt, ein eigenes Bataillon auf die Beine zu stellen. Vorhang auf für noch mehr exzentrische Aktivitäten.

Ewan McGregor ist der anständige, der zuverlässige Mann des Duos; was passiert, passiert den anderen, nicht ihm. Er zählt nicht gerade zu den neugierigen Journalisten und bleibt ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Obwohl seine Stimme dem Film quasi einen Rahmen bietet, schafft es McGregor nicht, maenner_die_auf_ziegen_starren_1 des Zuschauers Sympathie für Bob zu wecken. George Clooney (mit Stolz zur Schau gestelltem Schnurbart) spielt den Lyn nicht ganz ernsthaft, aber auch nicht wirklich lustig. Eine seltsame darstellerische Leistung von einem Mann, der fast ausschließlich in Filmen der Coen-Brüder komödiantisch zu überzeugen wusste. Er hat einige gute Momente, vor allem wenn er versucht, McGregor seine Superkräfte zu demonstrieren, aber die sind leider viel zu selten.

Da Clooney und McGregor außerstande sind, mit ihrer Darstellung des ungleichen Paares das intersse des Publikums aufrecht zu erhalten, manövriert sich „Männer, die auf Ziegen starren“ unerwartet rasch in eine Sackgasse, vor allem auch deshalb, weil es so gut wie keinen Plot gibt. Regisseur Grant Heslov und Drehbuchautor Peter Straughan lösen dieses Problem auf ziemlich vorhersehbare Weise, indem sie die beiden Wanderer in der Wüste auf die vormaligen Mitglieder der Parapsychologentruppe treffen lassen.

Hier wird das Geheimnis des Titels endlich gelüftet, doch ist diese Geschichte ebenso enttäuschend wie der Rest des Films.

Fazit: „Männer, die auf Ziegen starren“ leidet von Anfang bis Ende unter dem Fehlen einer echten Handlung. Dazu kommt noch, dass sich Regisseur Henslov nicht recht zwischen ernsthafter Abhandlung und Militärposse entscheiden kann und nicht über das Talent verfügt, um diesen Spagat zu bewältigen. Ein enttäuschender Fall von „hätte-werden-können“. Die Moral der Geschichte sollte man sich jedoch zu herzen nehmen: Befreie deine Ziegen, und dein Geist – und dein Land – wird folgen.

 

Up In The Air – George Clooney in Hochform

Freitag, 5. Februar 2010

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Originaltitel: Up in the Air
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Jason Reitman, Sheldon Turner
Darsteller: George Clooney, Vera Farmiga, Jason Bateman, Anna Kendrick, Melanie Lynskey, Danny McBride, J.K. Simmons

-”Never get behind old people. Their bodies are littered with hidden metal and they never seem to appreciate how little time they have left. Bingo, Asians. They pack light, travel efficiently, and they have a thing for slip on shoes. Gotta love ‘em.”
-”That’s racist.”
-”I’m like my mother, I stereotype. It’s faster.”

George Clooney spielt vielleicht die Rolle seines Lebens in dieser einzigartigen und bisweilen brillanten Mischung aus Drama, romantischer Komödie und Wirtschaftssatire.

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Jeden Morgen steht Ryan Bingham (Clooney entwaffnend charmant und unsicher wie nie zuvor) auf, nimmt eine Dusche und zieht sich an, verlässt sein anonymes Hotelzimmer und begibt sich in irgendein Bürogebäude, wo er das tut, wofür er gut bezahlt wird: Mitarbeiter entlassen.

Den Job erledigt er routiniert und unter Verwendung von weithin bekannten und gefürchteten Floskeln. Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen. „Gesundschrumpfen“. Sehen Sie es als Gelegenheit. Würden Sie bitte Ihre Zugangskarte hier lassen. Bitte sehen Sie sich diese Informationsbroschüre an. Danke für Ihre Zeit.

Und dann, nachdem er all diese armen Menschen im Auftrag ihrer Vorgesetzten, die zu feige sind, dies selbst zu tun, gefeuert hat, kehrt er in sein Hotelzimmer zurück, packt seine Siebensachen und fliegt in die nächste Stadt.

Wie kann dieser Mann des Nachts nur schlafen?copyrightjps2010_2

Selten allein, so viel wird schnell klar. Und ohne groß darüber nachzudenken, was er tut oder wird diese anderen Menschen waren.

Bis ihn schließlich einige Ereignisse zwingen, diesen seinen raubtierartigen Lebenswandel zu überdenken. Seine jüngere Schwester (von Melanie Lynskey mit herzergreifender Unschuld gespielt) steht kurz vor der Eheschließung – ein Umstand, der ihm schmerzlich vor Augen führt, wie sehr er sich von seiner Familie entfremdet hat.

Er trifft eine faszinierende Frau, die gleich ihm von Flughafen zu Flughafen und von Hotel zu Hotel hetzt. Alex (Vera Farminga) ist genauso raffiniert, materialistisch und erpicht darauf, das „ganze Verantwortungsding“ zu vermeiden, wie er.

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Sie treffen einander zu unverbindlichem Sex, wann immer es ihre Terminpläne zulassen. Ryan kann sich sogar vorstellen, diese Nicht-Beziehung in etwas Dauerhafteres zu verwandeln.

Und Ryans Arbeitgeber Craig Gregory (Jason Bateman) – ein Kotzbrocken, der die Wirtschaftskrise mit einem erfreuten „Das ist unser großer Moment“ begrüßt – scheint die Absicht zu haben, sein unternehmen zu verkleinern.

Unser Held nimmt sich der aufdringlichen College-Absolventin Natalie (Anna Kendrick) an, die der Meinung ist, Ryans Job effizienter erledigen zu können, indem sie die Leute via Internet feuert.

Hier tut sich ein riesiges Loch im Plot auf. Mr. Gregorys Unternehmen wird von Arbeitgebern beauftragt, die es nicht übers Herz bringen, ihre Arbeitnehmer von Angesicht zu Angesicht zu kündigen, was durchaus verständlich erscheint. Doch warum sollten sie ihn dafür bezahlen, die armen Mitarbeiter übers Internet zu feuern, wenn sie dies genauso gut selbst tun könnten?

Als Zuschauer muss man sich fragen, warum Ryan, der alles so genau kalkuliert, nicht auf diesen Umstand hinweist. Aber schließlich ist das nur ein Film.

Jedenfalls führt diese Entwicklung der Handlung dazu, dass Natalie Ryan auf seiner letzten Tour begleitet - quasi als auszubildender „Engel des Todes“.

Entgegen beider Erwartungen wird sie durch diese Erfahrung ein wenig menschlicher, während er zumindest ansatzweise seinen lange unterdrückten Vaterinstinkt wiederentdeckt.

All das ist lustig, gut beobachtet und hervorragend gespielt. Anna Kendrick übertrifft sich selbst als eiskalte Prinzessin, die sich langsam für ihre Mitmenschen erwärmt.

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Clooney war nie subtiler als in diesem Film, in dem seine Figur einen Wandel vom absoluten Anti-Helden zum Beinahe-Geläuterten vollzieht.

Wenn man Vera Farminga und George Clooney zusammen sieht, wird einem erst bewusst, wie viel Zeit der liebe George in seinen Filmen ohne adäquate Partnerin an seiner Seite verbringt. Es sagt einiges über den Mangel an starken weiblichen Stars im amerikanischen Film aus, dass er seit Jennifer Lopez in „Out Of Sight“ nicht mehr so gut mit einer Frau harmoniert hat. Leider greift Regisseur Jason Reitman ein wenig zu tief in den Schmalztopf. Wenn man Vera Farminga und George Clooney gemeinsam vor der Kamera hat, dann braucht man dazu keine „emotionale“ Schnulzenmelodie auf der Tonspur.

Clooney wird ältere Kinogeher mit Sicherheit an Cary Grant in Hochform erinnern, während Farminga starke Ähnlichkeit mit Barbara Stanwyk in ihren hintergründigsten Rollen hat. Gemeinsam sind sie großartig.

Seltsamerweise erfährt man nie, was Farmingas Alex eigentlich beruflich macht. Und es ist unfair, geradezu ein Anfall von Machismo in dem ansonsten so feinfühligen Film, dass nur sie sich in der Liebesszene entblättern muss.

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Regisseur und Co-Autor Jason Reitman, 32, hat ein feines Gespür für unternehmerischen Zynismus, was er schon in „Thank You For Smoking“ unter Beweis gestellt hat, und ein geschultes Auge für die seelenlose Architektur von Flughäfen und modernen Hotels.

Wohl um den Spaßfaktor zu erhöhen, ist Kendricks kindliche Taktlosigkeit gegenüber Älteren von derselben Schärfe, die schon in Reitmans letztem Film „Juno“ evident war.

Das Drehbuch vermeidet gekonnt eine allzu einfache Handlungskurve. Gerade wenn man glaubt, dass „Up In The Air“ einem für romantische Komödien typischen behaglichen Happy End entgegensteuert, versetzt eine unerwartete Turbulenz dem Publikum einen gut getimten Schock.

Der Trailer deutet auf eine romantische Komödie hin, in der Clooney sich zwischen zwei Frauen entscheiden muss; doch tatsächlich handelt es sich um eine bitterböse Moralgeschichte, die stark an die toughen und düsteren Hollywood-Komödien gemahnt, wie sie einst von Preston Sturgess oder auch Billy Wilder gedreht wurden.

Clooneys Ryan wird zu einer Symbolfigur – zu einem Gordon Gekko („Wall Street“, gespielt von Michael Douglas) für das 21. Jahrhundert, wenn man so will -, wenn er verspätet und schmerzhaft erkennen muss, was er alles versäumt hat. Besonders angenehm überrascht, dass die Frauen als interessante, abgerundete Charaktere präsentiert werden und nicht als Anhängsel, die um ein Alpha-Männchen kreisen.

Jason Reitmans Film, geschrieben in Kollaboration mit Sheldon Turner, basiert auf einem 2001 - also vor der Rezession - veröffentlichten Roman von Walter Kim, könnte aber kaum zeitgemäßer sein.

Trotz seiner relativen Jugend versteht Reitman das Leid von Arbeitslosen und nutzt gekonnt Aussagen von Entlassenen - die Reaktionen reichen Verzweiflung bis Wut, von Resignation bis Panik -, um der Problematik noch mehr Dramatik zu verleihen.

Im Grunde hat „Up In The Air“ eine sehr einfache Aussage, nämlich die, dass Karriere nicht alles ist, dass es viel Wichtigeres im Leben gibt. Aber nur weil eine Botschaft einfach ist, bedeutet es noch lange nicht, dass sie nicht wahr ist oder nicht zum Ausdruck gebracht werden sollte. Wenige Filme haben so überzeugend für den Wert der Familie plädiert.

Hollywood hat in letzter Zeit wenige intelligente, an ein erwachseneres Publikum gerichtete Filme produziert, weshalb „Up In The Air“ gute Chancen bei der Oscarverleihung haben dürfte. (Obwohl da wahrscheinlich das Getöse von „Avatar“ alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.)

Dieser Film ist viel mehr als die oberflächliche Komödie, die sich vielleicht so mancher erwartet. Er fängt beunruhigende Strömungen unserer Zeit ein.

Fazit: Großartige Schauspieler in einem intelligenten, leisen Film, der gekonnt und mit Humor die Nichtigkeit des Karrierestrebens in unserer Zeit entlarvt.