Zu Wochenbeginn gibt es eine nette Überraschung: fünf neue Clips aus Komödie „Willkommen in Cedar Rapids“. Der Film wurde von Miguel Arteta mit Ed Helms, John C. Reilly, Anne Heche, Sigourney Weaver und Isiah Whitlock Jr in den Hauptrollen inszeniert.
Synopsis: Den Versicherungsmakler Tim Lippe (Ed Helms) „naiv” zu nennen, ist reichlich untertrieben. Er hat seine heimatliche Kleinstadt nie verlassen. Er hat nie in einem Hotel übernachtet. Und er hat noch nie etwas wie Cedar Rapids, Iowa erlebt. Er wurde als Repräsentant seines Unternehmens zur alljährlichen Tagung der Versicherungsbranche entsandt. Tim wird sehr bald von drei Tagungsveteranen (John C. Reilly, Anne Heche, Isiah Whitlock Jr) abgelenkt, die ihm die Tricks der Branche beibringen und seinen Horizont erweitern. Für den jungen Mann, der alles genau nach Vorschrift macht, verläuft diese Tagung alles andere als normal.
„Willkommen in Cedar Rapids“ läuft am 2. Juni in den deutschen Kinos an.
Der Komödie über einen außerirdischen Kiffer fehlen die guten Gags
Originaltitel:Paul Herstellungsland: USA/UK 2011 Regie:Greg Mottola Drehbuch:Nick Frost, Simon Pegg Darsteller:Simon Pegg, Nick Frost, Seth Rogen (Stimme), Jane Lynch, Jason Bateman, Bill Hader, Jeremy Owen, Jeffrey Tambor, Blythe Danner
Seit vielen Jahren suchen Wissenschafter das Weltall intelligentem Leben ab. Und wie Monthy Python einst so treffend feststellten, kann man nur hoffen, dass sie bald welches finden, denn auf Erden gibt es reichlich wenig davon.
Als Beispiel dafür kann „Paul“ dienen.
„Paul“ – schrecklicher Titel – wurde von Simon Pegg und Nick Frost geschrieben, den britischen Schauspielern, die auch in den Hauptrollen zu sehen sind. Greg Mottola, der mit „Superbad“ und „Adventureland“ einen Höhenflug zu haben schien, inszenierte.
Diese drei Herrschaften scheinen über keinerlei Ideen zu verfügen - zumindest aber über keine guten.
Pegg und Frost konnten mit „Shaun of the Dead“ einen Hit landen und verfügen als Darsteller über einen gewissen Kleingarten-Charme (Pegg ist ein eher hasenartiger Typ, Frost erinnert mehr an einen Maulwurf). Doch die Komödie, die sie geschrieben haben, bräuchte ungefähr dreimal so viele Pointen.
Mottola wiederum scheint zumindest die Hälfte von dem, was er über richtiges Timing und visuellen Stil gelernt hat, vergessen zu haben.
Die große „Überraschung“ - ein Gaststar, dessen überraschendes Auftauchen im dritten Akt ein riesiger Gag sein soll – ist offensichtlich, sobald man zum ersten Mal seine Stimme hört. Ein abgedroschener Gag – eine schockierte Person wird steif wie ein Bügelbrett und fällt nach hinten um – kommt gleich dreimal zum Einsatz.
Außerdem gibt es viele plumpe seht-euch-diese-verdammten-Yankees-an Stereotype – religiös fanatische Bauerntrampel, hinterwäldlerische Jäger, illegal eingewanderte Hilfskellner, stümperhafte, verklemmte FBI-Agenten -, die Autoren , die nie in den USA gelebt haben, viel lustiger vorkommen, als sie in Wahrheit sind.
Pegg und Frost spielen Graeme Willy und Clive Gollings, zwei britische Nerds, die in die USA reisen, um die ComicCon in San Diego zu besuchen, als Ewoks verkleideten Mädchen nachzusteigen, sich zu überlegen, ob sie $1000 teure Samurai-Schwerter kaufen sollen, und Bücher von einem herablassenden Science-Fiction-Autor (Jeffrey Tambor, der erste einer ganzen Reihe von Cameo-Auftritten in dem Film) signieren zu lassen.
Nach der Veranstaltung in San Diego mieten Graeme und Clive, die jeder wegen ihres Akzents für schwul hält, einen Campingwagen, um die Orte der bekanntesten Alien-Sichtungen aufzusuchen: Area 51, die Black Mailbox, Roswell, New Mexico. Während dieser Reise treffen sie einen echten Außerirdischen. Alien Paul (computergeneriert und von Seth Rogen gesprochen) ist nicht nur der Titelheld, sondern auch der große Gag des Films: er trägt Flip-Flops und Shorts, benimmt sich wie ein Verbindungsstudent, flucht wie ein Matrose und versucht, wie so viele auf der Erde gestrandete Aliens vor ihm, nach Hause zu gelangen. Allerdings nicht sofort, denn er ist ein leidenschaftlicher Kiffer, der noch eine Weile diesem „Hobby“ frönen möchte.
Der Charakter ist leidlich lustig, doch die Computeranimation ist sowohl hässlich als auch unsinnig (es wäre besser und billiger gewesen, einen dünnen Typen mit Make-up in den Außerirdischen zu verwandeln). Und die Witze auf Kosten der Amerikaner sind nicht nur ermüdend - sie sind nicht einmal besonders gut.
Pegg bemüht sich sehr (vielleicht liegt das daran, dass alle seine Filme seit „Shaun“ mehr oder weniger floppten). Und es gibt Unmengen an popkulturellen Anspielungen für die Fanboys, wenn man den das Erkennen von Insider-Gags als für wirklich lustig hält (Hey, in dem Kino wird „Duell“ angekündigt!). Manche dieser Anspielungen – „Lorenzos Öl“, wirklich? – sind einfach unerklärlich.
Zugegeben, die Prämisse taugt etwas – zum Beispiel für eine kurze MAD-Geschichte. Für einen Spielfilm gibt es einfach viel zu wenige gute Gags und die Art des Humors (viele unangemessene Flüche und Slapstick-Gewalt) zeugen von der zunehmenden Verzweiflung der Macher.
Beam uns hoch Scotty. Hier gibt es kein intelligentes Leben.
Sigourney Weaver war vor kurzem in der Graham Norton Show zu Gast. Im Laufe der Show kam Norton auf die grandiose Idee, die berühmte Szene aus „Alien“ nachzustellen, in der John Hurts Brust aufplatzt. Die Komikerin Sandi Toksvig hat überraschenderweise den Kultfilm noch nie gesehen, weshalb sie perfekt geeignet ist, John Hurts Platz einzunehmen. Das Ganze ist sowohl wegen des Blutes als auch wegen Sigourney Weavers entsetztem Blick sehenswert.
Nicht alles an dieser Komödie ist schlecht – manches ist noch schlechter
Originaltitel:You Again Herstellungsland:USA 2010 Regie:Andy Fickman Drehbuch:Moe Jelline Darsteller:Kristen Bell, Jamie Lee Curtis, Sigourney Weaver, Odette Yustman, Betty White, Victor Garber, Kristin Chenoweth, Sean Wing, Kyle Bornheimer, Billy Unger, Christine Lakin, Patrick Duffy
Sie haben diesen Film schon gesehen. Es handelt sich wieder einmal um eine Variation von „Das Hässliche Entlein“, nur mit Menschen anstelle von Enten und einer Highschool anstelle eines Ententeichs. Das besagte Entlein ist eine gewisse Marni Olivia Olsen (Kristen Bell spielt eine weiße „Ugly Betty“ [„Alles Betty!“]), die anlässlich der Hochzeit ihres Bruders nach Hause kommt und feststellen muss, dass es sich bei der Braut um Joana handelt, jenes Mädchen dass ihr an der Highschool die Tampons stahl und sie ständig tyrannisierte (das mit dem Stehlen der Tampons passiert nicht wirklich, hätte aber vorkommen können). Doch Joanna kann sich nicht daran erinnern, welches Leid sie Marni zugefügt hat – oder doch? Der Plot verdichtet sich/gerinnt, als Joannas weltgewandte Tante Mona (Sigourney Weaver) Marnis Haus anlässlich eines Abendessens eine Besuch abstattet und Marnis Mutter (Jamie Lee Curtis), selbst früher eine Tamponstehlerin, schockiert erkennen muss, dass Mona niemand andrer als ihre alte Highschoolfreundin Ramona ist, mit der sie sich vor ewigen Zeiten zerstritten hat. (Daher der Titel „Du schon wieder“.)
Sobald alle notwendigen Charaktere etabliert sind, läuft der Film ab wie jeder andere Streifen, in dem sich die Handlung um eine Hochzeit dreht. Unausweichlich müssen wir uns fragen – wird die Trauung stattfinden? Vergeben und vergessen? Und viel wichtiger: Wen kümmert es? „Du schon wieder“ hätte nicht mehr sein sollen als eine schlechte Folge (umbenannt in „Leck mich!“) einer beliebigen familienorientierten Sitcom aus den 1990-er Jahren. Warum sonst sollten die Macher Carl Winslow und den geilen Vater aus „Eine starke Familie“ besetzt haben, wenn nicht, um diese direkte Verbindung herzustellen?
Aber der Film ist nicht nur einfach durchgehend schlecht. Eine Szene ist noch viel schlechter. In ihr versuchen unsere vier Rivalinnen einander bei der Probe für die Hochzeit tänzerisch auszustechen, wobei folgende Bewegungen zum Einsatz kommen: Arschwackeln, stripperartige Verrenkungen, wildes Fuchteln mit den Armen und Gymnastik. Jamie Lee Curtis dabei zuzusehen, wie sie sich an ihrem Filmehemann reibt, ist so unappetitlich, dass man sich am liebsten übergeben möchte, weil man sich dermaßen beschmutzt fühlt.
Fazit:„Du schon wieder“ ist eine der schlechtesten Komödien in einem an schlechten Komödien reichen Jahr. Unbedingt meiden.