Ich nehme einmal an, dass eine der beiden das erste Opfer im vierten Teil der beliebten Horror-Reihe sein wird. (Die andere Lady wird wohl auch nicht lange am Leben bleiben…)
Wes Cravens „Scream 4“ kommt am 15. April 2011 in die Kinos. In den Hauptrollen sind Neve Campbell, Courteney Cox, David Arquette, Hayden Panettiere, Rory Culkin, Emma Roberts, Ashley Greene und Nico Tortorella zu sehen. Darüber hianus haben viele bekannte Gesichter (siehe oben) Gastauftritte.
„Burlesque“ verspricht, der beste schlechte Film zu werden, der uns seit einiger Zeit untergekommen ist. In diesem Clip ist X-Tina schwer beschäftigt: sie buchstabiert, zeigt von Bob Fosse abgekupferte Tanzbewegungen und wackelt mit dem Hintern, während Kristen Bellfinster dreinschaut. Das sollte die Kassen klingeln lassen!
Nicht alles an dieser Komödie ist schlecht – manches ist noch schlechter
Originaltitel:You Again Herstellungsland:USA 2010 Regie:Andy Fickman Drehbuch:Moe Jelline Darsteller:Kristen Bell, Jamie Lee Curtis, Sigourney Weaver, Odette Yustman, Betty White, Victor Garber, Kristin Chenoweth, Sean Wing, Kyle Bornheimer, Billy Unger, Christine Lakin, Patrick Duffy
Sie haben diesen Film schon gesehen. Es handelt sich wieder einmal um eine Variation von „Das Hässliche Entlein“, nur mit Menschen anstelle von Enten und einer Highschool anstelle eines Ententeichs. Das besagte Entlein ist eine gewisse Marni Olivia Olsen (Kristen Bell spielt eine weiße „Ugly Betty“ [„Alles Betty!“]), die anlässlich der Hochzeit ihres Bruders nach Hause kommt und feststellen muss, dass es sich bei der Braut um Joana handelt, jenes Mädchen dass ihr an der Highschool die Tampons stahl und sie ständig tyrannisierte (das mit dem Stehlen der Tampons passiert nicht wirklich, hätte aber vorkommen können). Doch Joanna kann sich nicht daran erinnern, welches Leid sie Marni zugefügt hat – oder doch? Der Plot verdichtet sich/gerinnt, als Joannas weltgewandte Tante Mona (Sigourney Weaver) Marnis Haus anlässlich eines Abendessens eine Besuch abstattet und Marnis Mutter (Jamie Lee Curtis), selbst früher eine Tamponstehlerin, schockiert erkennen muss, dass Mona niemand andrer als ihre alte Highschoolfreundin Ramona ist, mit der sie sich vor ewigen Zeiten zerstritten hat. (Daher der Titel „Du schon wieder“.)
Sobald alle notwendigen Charaktere etabliert sind, läuft der Film ab wie jeder andere Streifen, in dem sich die Handlung um eine Hochzeit dreht. Unausweichlich müssen wir uns fragen – wird die Trauung stattfinden? Vergeben und vergessen? Und viel wichtiger: Wen kümmert es? „Du schon wieder“ hätte nicht mehr sein sollen als eine schlechte Folge (umbenannt in „Leck mich!“) einer beliebigen familienorientierten Sitcom aus den 1990-er Jahren. Warum sonst sollten die Macher Carl Winslow und den geilen Vater aus „Eine starke Familie“ besetzt haben, wenn nicht, um diese direkte Verbindung herzustellen?
Aber der Film ist nicht nur einfach durchgehend schlecht. Eine Szene ist noch viel schlechter. In ihr versuchen unsere vier Rivalinnen einander bei der Probe für die Hochzeit tänzerisch auszustechen, wobei folgende Bewegungen zum Einsatz kommen: Arschwackeln, stripperartige Verrenkungen, wildes Fuchteln mit den Armen und Gymnastik. Jamie Lee Curtis dabei zuzusehen, wie sie sich an ihrem Filmehemann reibt, ist so unappetitlich, dass man sich am liebsten übergeben möchte, weil man sich dermaßen beschmutzt fühlt.
Fazit:„Du schon wieder“ ist eine der schlechtesten Komödien in einem an schlechten Komödien reichen Jahr. Unbedingt meiden.
Das Filmchen erweckt den Eindruck, als hätten sich alle Trailer aller Musicals, in denen die Träume des wagemutigen Mädchens am Ende wahr werden, eine Orgie veranstaltet und dann diesen Bastard eines Trailers herausgeschissen. Ich stolperte letzte Nacht über diesen Clip und ignorierte ihn. Doch im Laufe des Tages kam er mir noch zwei Mal unter, weshalb ich ihn aus einer Art morbider Neugierde noch einmal ansah, hoffend, er wäre nicht so klischeebeladen, wie er nun einmal ist. Sie werden sicher bemerken, was ich meine. Es ist seltsamer Save The Last Dance, Make It Happen, Moulin Rouge, Showgirls, Chicago-artiger Hybrid, der auf kreischende, nasale, hölzerne Weise mit Cher und Christina Aguilera Liebe macht. Cher präsentiert sich in Topform. Aguilera imitiert jemanden, der gerade seine ersten Schauspielstunden nimmt. Außerdem sieht sie mit weniger Make-up und der Perücke um fünf Jahre jünger aus.
Angeblich handelt der Film davon, dass sie ihren Traumprinzen findet, Karriere macht und alle Zweifler Lügen straft. Aber erst nachdem sie ein Ticket nach Hollywood gekauft hat. „Burlesque“ ist ab 24. November in den USA und ab 6. Jänner 2011 in Deutschland zu sehen.
Wann wird dieses widerliche 80-er-Jahre-Revival endlich vorüber sein? Ehrlich. Üble Frisuren, entsetzliche fluoreszierende Ray-Ban-Kopien, androgyner Synthie-Pop, Mitgliedschaften in Fitnessstudios und Cabana_Boy-Schuhe feiern immer und überall fröhliche Urständ´. Es ist fast so, als wäre man in Simon Le Bons Kleiderschrank eingesperrt -und zwar mit einer Pistole ohne Munition.
Da kann man nur noch hoffen, dass man verblutet, nachdem man sich selbst den Kopf eingeschlagen hat.
Aber die Begeisterung für alles, was mit den 80-er Jahren zu tun hat - insbesondere die schamlose Gier, die damals so gefeiert wurde – verbreitet sich wie ein Lauffeuer… und wird vermutlich durch das Wiederauftauchen von Gordon Gekko im zweiten „Wall Street“-Film, der es natürlich auf Platz eins der amerikanischen Kinocharts geschafft hat, noch um einiges angeheizt.
1. Für „Wall Street: Money Never Sleeps“ [„Wall Street: Geld schläft nicht“] oder „Wall Street 2“, falls Ihnen das besser gefällt, rollte der 300 Jahre alte Michael Douglas seinen faltigen Kadaver von seiner walisischen Kindfrau herunter, um uns die schmutzige Geschichte der Hochfinanz in einem Film zu zeigen, der stark an die CNN-Nachrichten erinnert. Oliver Stone war für die Regie verantwortlich, was wohl bedeutet, dass jede Menge filmischer Tricks angewandt wurden, um die gröbsten Risse in einem Film voller Löcher zu übertünchen. Eines muss man den Herrschaften jedoch lassen: Der Film kommt zur richtigen Zeit in die Kinos, denn kaum einmal waren Bankiers so unbeliebt wir jetzt. $19,011,188
2. Sehen Sie! Wieder einmal so ein dämlicher Film mit sprechenden Tieren! Ja, „Legend of the Guardians: The Owls of Ga’Hoole Soren”handelt von einer jungen Schleiereule, die von anderen Eulen gekidnappt wird. Schließlich machen Eulen so etwas. Diese hinterhältigen bösen Eulen entführen kleine Eulen, um aus ihnen mittels Gehirnwäsche idiotische Soldaten zu machen. Dann mischen sich die Hippies von Ga´Hoole ein oder irgendetwas in der Art und es kommt zu einem dieser ärgerlichen Kämpfe der Edlen gegen die Schäbigen. $16,112,211
3.„The Town“ ist der vielleicht vagste Titel der Filmgeschichte. Wäre er eine Farbe, wäre er beige. Dennoch handelt es sich dabei um einen sehr beliebten Film, bei dem Ben Affleck Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Produzent, Editor, Tänzer, etc., etc., in Personalunion war. De Mann ist ja so talentiert! $15,605,171
4. Ooooh! Sie ist eine Hure! Eine echte, verkommene…nun ja…vorgebliche Hure! Oder so ähnlich. „Easy A“ wird auch weiterhin von Leuten angesehen, die einfältig genug sind, mit anderen Leuten ins Kino zu gehen, um dort in einem abgedunkelten Raum voller unappetitlicher Kaugeräusche zu sitzen, während in der letzen Reihe hormongesteuerte Teenager übereinander herfallen. $10,600,497
5. In „You Again“ spielt Kristen Bell die neue Vizepräsidentin einer großen PR-Agentur, was bedeutet, dass wir sie hassen sollen. Sie fährt nach Hause, um einer Hochzeit beizuwohnen, wo sie erfährt, dass jemand, den sie einst hasste, blah blah blah. Sigourney Weaver und Jamie Lee Curtis tauchen ebenfalls auf, um alte Rechnungen zu begleichen, was dazu führt, dass bald überall die Krallen gewetzt werden und sich alle fragen, warum sie so lange am Leben geblieben sind, nur um sich mit anderen Leuten abzugeben. Hier nun eine Geldsumme. $8,407,513
Christina Aguilera ist ein Mädchen aus der Kleinstadt, das als kaum bekleidete Tänzerin Karriere machen möchte. Kann Stanley Tucci ihr dabei helfen?
Eines der schlimmsten Verbrechen, das ein Trailer begehen kann, besteht darin, zuviel über den Film zu verraten, für den er werben soll. Sehen Sie sich nur einmal den Trailer für „Free Willy“ an, der mit Willys Befreiung endet. Oder den Trailer für „Jahr 2022…die überleben wollen“ (Originaltitel: „Soylent Green“), der fragt: „Was ist Soylent Green?“ und uns dann zeigt, wie Charlton Heston gespannt auf eine Menschenfabrik starrt. Oder den Trailer für „The Sixth Sense“, in dem Bruce Willis mit einem Leintuch über dem Kopf vor der Kamera steht und sagt: „Hallo, mein Name ist Bruce Willis und ich bin seit einigen Jahren tot.“
Und nun können wir den Trailer für Christina Aguileras „Burlesque“ zu dieser Liste hinzufügen. Er rasselt schamlos den gesamten Plot von Anfang bis Ende herunter und ruiniert auch noch die große Überraschung, die darin besteht, dass Christina Aguilera ganz annehmbar singen kann. Aber lassen Sie uns für einen Augenblick so tun, als hätten Sie noch nicht erraten, was alles in diesem Film passiert – hier ist die Geschichte von „Burlesque“, wie sie vom dazugehörenden Trailer erzählt wird.
1)Christina Aguilera ist nur ein Kleinstadtmädchen mit großen Träumen und, wie es scheint, einem trägen Auge, mit dem sie nicht viel sieht. Sie ist auf dem weg nach Hollywood, um Karriere zu machen, vermutlich als Tänzerin.
2) An ihrem ersten Abend in der Stadt besucht Christina die berühmte Burlesque Lounge. Manche Leute behaupten, der Club erinnere stark an das legendäre Moulin Rouge, nur dass hier niemand an Tuberkulose stirbt und die Besucher nicht Ewan McGregor dabei zuhören müssen, wie er in einem fort Lieder von Elton John massakriert.
3) Drinnen wird Christina von den erotischen Bewegungen der Tänzerinnen und den unscharf gezeigten Cocktails verführt.
4) Oh, und von den Posaunen. Christina Aguilera wird auch von den Posaunen verführt.
5) Angetan von den schier endlosen Möglichkeiten, gelingt es Christina, Tess (Cher), die Eigentümerin des Burlesque Club ausfindig zu machen. Sie erzählt Tess von ihrem Traum, Tänzerin zu werden und Pete sagt: „Geh zuerst zu Dem Exakt Selben Charakter, Den Stanley Tucci In ‚Der Teufel trägt Prada’ Spielte. Der wird Dir weiterhelfen.“
6) Traurigerweise haut das nicht hin. Der Exakt Selbe Charakter, Den Stanley Tucci In ‚Der Teufel trägt Prada’ Spielte erklärt Christina, dass sie zu wenig elegant sei, um Tänzerin zu werden, und schickt sie weg.
7) Aber Christina Aguilera gelangte nicht dorthin, wo sie heute ist (eine arbeitslose, möglicherweise obdachlose Möchtegern-Stripperin, wenn Sie sich erinnern), indem sie ein Nein akzeptierte. Unbeirrt nimmt sie einen Job als Kellnerin im Club an, um die Tänzerinnen aufmerksam zu beobachten und auf ihre große Chance zu warten.
8) Aber dann – oh nein! – vergeigt Christina ihre große Chance, indem sie fünf Stunden lang im Kreis watschelt und wie eine Ente quakt, anstatt wie vorgesehen einen kurzen Tanz vorzuführen. Es sieht so aus, als wären Christina Aguileras Burlesque-Träume zu Ende, außer…
9) Außer sie kann den Mut aufbringen, auf die Bühne zu gehen und in einem Kostüm, das an einen aufblasbare Sexpuppe erinnert, eine Art von "HUAAAAAAOOOOUGH" Geräusch zu machen, das klingt, als würe ein ack voller Tiere in einen Brunnen geworfen. Nur wenn sie das tut, wird Christina Aguilera sich ihren Traum erfüllen und die Burlesque-Tänzerin werden können, die sie schon immer werden wollte. Ihr Vater wird bestimmt stolz auf sie sein.
10) Und dann nimmt Naboo aus „The Mighty Boosh“ seine Sonnenbrille halb ab. Ende.
Originaltitel:When in Rome Herstellungsland:USA 2010 Regie:Mark Steven Johnson Drehbuch:David Diamond, David Weissman Darsteller:Kristen Bell, Josh Duhamel, Anjelica Huston, Dax Shepard, Will Arnett, Jon Heder, Alexis Dziena, Peggy Lipton, Danny DeVito
Haben sie je von einem kleinen Film mit dem Titel „Drei Münzen im Brunnen“ gehört? Er wurde im Jahre 1954 für den Oscar in der Kategorie „Bester Film“ nominiert, nicht weil besonders gut war (er war es nicht), sondern weil er das amerikanische Publikum, das begierig war, Italien kennenzulernen, verzauberte und via Cinemascope nach Rom transportierte. Außerdem hatte der Film einen eingängigen, von Jule Styne und Sammy Cahn geschriebenen Titelsong zu bieten.
In „When in Rome“ kommen ebenfalls Münzen und ein Brunnen vor. Aber der Film lässt jeglichen Charme vermissen und ist allzu vorhersehbar, weshalb man ihn schon vergessen hat, ehe der Abspann zu Ende ist.
Soviel zur Evolution.
Ein Hauptkritikpunkt gleich einmal vorweg: In „When in Rome“ ist viel zu wenig von Rom zu sehen. In dem von Mark Steven Johnson („Daredevil“, „Ghost Rider“) offensichtlich für wenig Geld gedrehten Film spielt Kristen Bell („Veronica Mars“, „Nie wieder Sex mit der Ex“) die Rolle der Beth, einer jungen Frau, die als Kuratorin für ein Museum in Manhattan arbeitet und in allen Lebenslagen guten Geschmack beweist – außer wenn es um die Liebe geht. Beth reist für zwei Tage nach Italien, um der Hochzeit ihrer Schwester beizuwohnen, und entschließt sich spontan, dass Schicksal herauszufordern, indem sie einige Münzen aus der Fontana D´Amore (Brunnen der Liebe) fischt, weil sie hofft, dass diese über die magische Kraft verfügen, ihr die wahre Liebe zu bringen. Doch die dinge entwickeln sich anders als geplant. Plötzlich wirkt sie unwiderstehlich auf all jene Männer, die die von ihr aufgegriffenen Münzen in den Brunnen zuvor in den Brunnen warfen, und bei ihrer Rückkehr nach New York sieht sich Beth mit einer Gruppe Unbekannter konfrontiert, die ihr den Hof machen.
Zu den Liebeskranken zählen Jon Heder („Napoleon Dynamite“) als geistig verwirrter Straßenmagier, Will Arnett als überdrehter Künstler, Dax Shepard als extrem selbstverliebtes Model und Danny DeVito als Wurstmagnat, weil Wurstwaren ja gar so lustig sind. Es ist ein Ensemble hervorragender Komödianten – besonders Shepard macht jede Szene, in der er auftritt, zu einem amüsanten Genuss -, aber das dümmliche Drehbuch von David Diamond und David Weissman, den Autoren von „Old Dogs – Daddy oder Deal“, bietet den Akteuren viel zu wenig, womit sie arbeiten könnten. Ein Beispiel dafür, was in diesem Film als „humorvoller“ Dialog durchgeht: „Also Du verfolgst mich jetzt?“ „Nein, ich begegne dir nur zufällig mit Vorbedacht.“ (Haha.)
Da ist es leicht zu verstehen, warum Efren Ramirez, einer der Co-Stars von Jon Heder in „Napoleon Dynamite“ für seinen kurzen Cameo-Auftritt einige der größten Lacher einheimst.
Für den romantischen Touch in dem (un)komischen Durcheinander sorgt Josh Duhamel („Las Vegas“, „Transformers“), der einen Reporter namens Nick spielt, der sich auf der Hochzeit in Italien in Beth verliebt hat und nun in Manhattan alles unternimmt, um die Angebetete für sich zu gewinnen. Beth fühlt sich ebenfalls zu Nivk hingezogen, aber sie ist sich unsicher, ob er sie wirklich mag oder nur wie die anderen von dem Liebeszauber getrieben wird. Bell und Duhamel geben ein schönes und schön gestyltes Paar ab, das ganz dafür gemacht scheint, nach der offiziellen Sperrstunde im Guggenheim Museum herumzuspazieren, aber sie sind so vielschichtig und interessant wie die fiktive Fontana D´Amore.
Neben allem anderen Ungemach vergeudet „When in Rome“ auch noch die Zeit und das Talent einiger Schauspielveteranen, darunter Stars wie Anjelica Huston, Don Johnson und Peggy Lipton. Das Resultat ist ein vorhersehbarer Film, der außer einigen wenigen Lachern nichts zu bieten hat.
Fazit: Ein völlig unnötiger Film, dem wohl nur Masochisten etwas abgewinnen können.
Das (zumindest teilweise) ambitionierte Ensemble schafft es nicht, gegen die Schwächen des Drehbuchs und die uninspirierte Regie anzuspielen.
Originaltitel:Couples Retreat Herstellungsland:USA 2009 Regie:Peter Billingsley Drehbuch:John Favreau, Vince Vaughn, Dana Fox Darsteller:Vince Vaughn, Jason Bateman, Faizon Love, Jon Favreau, Kristen Bell, Kristin Davis, Malin Akerman, Kali Hawk, Tasha Smith
Das amerikanische Mainstream-Kino wurde in den letzten Jahren immer wieder zu Recht dafür kritisiert, dass zu wenige Filme für Erwachsene produziert werden – also Filme, die für ein Publikum mit Lebenserfahrung gedacht sind und sich mit Themen befassen, die (auch) für Menschen jenseits der 30 von Interesse sind. Die Verantwortlichen in den Filmstudios gehen vermutlich davon aus, dass Leute, die nicht mehr studieren oder gar noch zur Schule gehen, keine Zeit haben, eines der unzähligen Multiplexe aufzusuchen. Filme für die Altersgruppe der über 30-jährigen sind, abgesehen vielleicht von der gelegentlichen romantischen Komödie, an den Kinokassen einfach nicht so erfolgreich wie die Superhelden- und Vampirfilme, die heutzutage DIE Geldmaschinen der amerikanischen Filmindustrie zu sein scheinen.
Eheleben und Elternschaft sind mit Sicherheit zwei der Themen, die Erwachsene am meisten beschäftigen, wie auch Liebe, Verliebtheit und das Bedürfnis, ein wenig an jugendlicher Spontaneität und Unbeschwertheit aufrechtzuerhalten, wenn das Leben zu alltäglicher Routine zu verkommen droht. Das Leben geht weiter, muss weitergehen, auch wenn der Spaß am Leben längst gewichen ist. Hollywood hat es im Laufe seiner Geschichte immer wieder zuwege gebracht, das Publikum mit großartigen Filmen zu erfreuen, die sich dieser unspektakulären Themen annehmen: Der große Frust, Bob & Carol & Ted & Alice, Zwei auf gleichem Weg, Der Eissturm, und eine ganze Reihe anderer. Allerdings handelt sich bei all diesen Filmen um Dramen. Kein einziger befasste sich mit den leichteren, den lustigeren Seiten von ehelicher Langeweile und Vor-Midlife-Crisis.
All inclusive (Originaltitel: Couples Retreat) hätte ein intelligenterer und erwachsenerer Film sein können, ja müssen, der sich der Behandlung dieser Themen mit größerer Sorgfalt widmet, als es in diesem Fall geschehen ist. Hier wurde einiges an Potenzial verschenkt. Das Drehbuch (von den beiden Stars Vince Vaughn und JonFavreau verfasst) streift alle Themen nur oberflächlich, es wird viel geredet – zu viel! -, doch leider zumeist um den Brei herum. Wie bei so vielen Studiogroßproduktionen in letzter Zeit üblich, sind auch die Macher von All inclusive daraufbedacht, das Publikum nur ja nicht intellektuell zu überfordern. Nachdenken über die Motive, die Wünsche und Sorgen der Figuren, die in dem federleichten Script ohnehin nur angedeutet werden, scheint nicht erwünscht. Dafür wird der Zuschauer mit lahmen Witzen, alten Kalauern und zuckersüßer Sitcom-Romantik eingelullt. All inclusive ist ein Film, der von der ersten bis zur letzten Einstellung auf Nummer sicher geht und nur ja niemanden vor den Kopf stoßen möchte. Zumindest in dieser Hinsicht ist er ein Erfolg. Schon beim Verlassen des Saales weiß man nicht mehr, was man da gerade gesehen hat.
Jason und Cynthia (Jason Bateman und Kristen Bell), ein recht prüdes Ehepaar, haben mit Beziehungsproblemen zu kämpfen, die vor allem daraus resultieren, dass es ihnen nicht und nicht gelingen will, ein Kind zu bekommen. Verzweifelt bemüht, ihre Ehe am Laufen zu halten, und finanziell ziemlich im Eck, versuchen sie, fünf Freunde – zwei Pärchen und ein kürzlich geschiedener Mann (Vaughnund Malin Ackerman, Favreau und Kristin Davis, Faizon Love) – für einen Urlaub in dem tropischen Resort/Zentrum für Paartherapie Eden zu begeistern., da sie sich den „Spaß“ nur mit Gruppenermäßigung leisten können. Die Paare stimmen zu, auch der geschiedene Shane (Love) schließt sich mit seiner 20-jährigen, partyversessenen Freundin Trudy (Kali Hawk) an. Kaum im Resort angekommen, werden jedoch ihre schönen Träume von Sonne, Strand und Party zunichte gemacht, denn die Regeln des tropischen Paradieses schreiben vor, dass alle Gäste an Therapiesitzungen und Programmen zur Verbesserung der Kommunikation teilnehmen müssen.
Es ist mehr als vorhersehbar, dass sich die drei Paare in unterschiedlichen Phasen des Beziehungsstress befinden: Joey und Lucy (Favreau und Davis) tolerieren einander nur noch bis ihre Tochter aufs College geht; Dave und Ronnie (Vaughn und Ackerman) stehen kurz vor der Trennung; Shane und Trudy kennen einander noch kaum. So weit, so gut, doch leider macht jeder der Charaktere aus seinen Problemen ein Riesendrama. Und hier werden die Schwächen des Filmes offensichtlich: bei so vielen Charakteren, die alle wahnsinnig herumlamentieren, wird es für den Zuschauer fast unmöglich, deren Probleme auseinander zu halten, geschweige denn, sich mit ihnen zu identifizieren. Irgendwann einmal – und es dauert gar nicht so lange – werden einem die Figuren gleichgültig und das Gerede nervt nur noch. Alle ringen um Aufmerksamkeit, es wird viel geschrien und das Verhalten der Beziehungsgestressten wird immer kindischer. Was diese Leute verbindet, warum sie überhaupt befreundet sind, wird nie so recht klar.
Regisseur Peter Billingsley sorgt dafür, dass der Film nie wirklich langweilig wird, aber bei so vielen Charakteren ist es unvermeidlich, dass so manche Szene im Sand verläuft. Die meisten Gags sind vorhersehbar und konventionell, bisweilen stimmt das Timing nicht. Und ist es wirklich notwendig, in einen Film über Erwachsene mit Eheproblemen einen Gag mit einem Kind einzubauen, das eine Mustertoilette im Verkaufsraum benutzt? Hier kommt dieser Gag sogar zweimal vor, was einiges über die Qualität des Streifens aussagt.
Die Darsteller zeigen im Großen und Ganzen das, was man von ihnen von anderen Filmen her gewohnt ist: Bateman und Bell sind charmant und gut gelaunt; Favreau und Vaughn sind klugscheißerisch und launenhaft, agieren aber phasenweise, als hätten sie den Autopilot eingeschaltet (in Swingers und Trennung mit Hindernissen waren sie um einiges besser). Davis ist Charlotte York. Malin Ackerman ist charmant und attraktiv, und sie fühlt sich sichtlich wohler als in ihrer letzten großen Rolle in Watchmen. Love ist nicht wirklich schlecht, aber seine eher bedauernswerte Darstellung des traurigen Fettsacks lässt zumindest mich Bernie Mac schmerzhaft vermissen. Jean Reno scheint dieser Tage alles zu spielen, sofern die Gage stimmt. Anders ist seine peinliche Darbietung als Therapieguru, die selbst seine nahezu unerträglichen schauspielerischen Entgleisungen in den Rosaroter-Panther-Neuverfilmungen in den Schatten stellt, kaum zu erklären.
Dieser Film hat viel zu viele Schwächen, als dass man ihn ruhigen Gewissens empfehlen könnte. Wenn überhaupt, gibt nur einen einzigen Grund, sich diesen Film anzusehen: