Ja, würde „Kevin – Allein zu Haus“ heutzutage veröffentlicht, müsste sich Kevin McCallister vermutlich gegen die Zombies aus „I Am Legend“ zur Wehr setzen. Hier fehlt nur noch, dass Kevin ruft: „Ich esse Gehirne und sehe mir Schrott im Fernsehen an! Versucht nur, mich aufzuhalten!“
Originaltitel:Skyline Herstellungsland:USA 2010 Regie:Colin Strause, Greg Strause Drehbuch:Joshua Cordes, Liam O´Donnell Darsteller:Eric Balfour, Scottie Thompson, Brittany Daniel, Crystal Reed, Neil Hopkins, David Zayas, Donald Faison, Robin Gammell
1. Die filmische Erzählstruktur wurde zerstört. Die Drehbuchautoren bemühen sich, das Publikum für die Charaktere zu interessieren, indem sie diese Charaktere mit aufgeblähten Vorgeschichten und langweiligen Monologen überladen. Was schlechte Filmemacherei anbelangt - womit ich meine, was Skyline anbelangt -, müssen die Drehbuchautoren kapieren, dass das moderne Publikum nicht sechs offensichtliche Hinweise im Dialog benötigt, um zu erkennen, dass ein Charakter schwanger ist; wir haben unser Leben lang Filme gesehen und verstehen, dass eine junge weibliche Hauptfigur schwanger ist, wenn sie sich am Morgen übergibt. Wir verstehen es; fahrt mit der Geschichte fort. Wir haben diese Art Film schon tausend Mal zuvor gesehen, weshalb eure Aufgabe nicht darin bestehen kann, stur bei denselben vier Basisinformationen zu verweilen. Eure Aufgabe besteht darin, uns mit Informationen zu überschütten, uns wesentlich mehr zu bieten, als wir sofort verstehen können.
2. Ein guter Science-Fiction-Film (und damit meine ich auch einen guten schlechten Science-Fiction-Film) kann nicht nur auf einer einzigen Prämisse basieren. Ein guter Science-Fiction-Film muss eine Welt außerhalb des Bildschirmes beziehungsweise der Leinwand andeuten. Er muss ungefähr alle 10 Minuten eine neue gute Idee präsentieren. Ich spreche nicht von Wendungen. Ich spreche von erkunden, Erforschen, Untersuchen. In Science-Fiction-Filmen dreht sich alles ums Erkunden, ums entdecken von neuen Dingen, Rassen, Waffen... Man kann sich nicht fast zwei stunden lang auf dieselben zehn Quadratmeter unfruchtbaren Bodens– Aliens greifen an und sie sind sehr gefährlich und stark! – beschränken. Bietet uns mehr.
3.„Skyline“ ist im Wesentlichen eine Episode einer Sitcom – „Seinfeld“, wenn man großzügig ist, „Friends“, wenn man es nicht ist -, doch leider ohne die komischen Momente. Etliche Idioten befinden sich in einem Appartement und streiten darüber, ob sie es verlassen sollen oder nicht. Ein intelligentes Drehbuch würde uns überzeugen, dass wir mit diesen Idioten mitfühlen und mitfiebern sollten, aber hier werden uns stattdessen nur eine Reihe rekursiver Argumente über die Sinnhaftigkeit des Verlassens des Appartements geboten. In der Sitcom wie in „Skyline“ bleiben die Darsteller zumeist im Appartement, in erster Linie aus budgetären Gründen.
4. Die Spezialeffekte in „Skyline“ sind sehr gut. Das liegt daran, dass die Regisseure für die visuellen Effekte von Filmen wie „Avatar“, „Iron Man 2“ und „2012“ zuständig waren. (Merkwürdigerweise sind auch einige der Charaktere Special-Effects-Leute, aber das schwache Drehbuch bringt nicht einen einzigen halbwegs brauchbaren Witz darüber zustande. Das ist praktisch eine kriminelle Verletzung grundlegendster Regeln des Drehbuchschreibens.) Unglücklicherweise werden die Spezialeffekte aufgrund des unter Punkt 3 geschilderten Problems – das Unvermögen unserer Charaktere, das Appartement zu verlassen – fast ausschließlich als Tableaus gezeigt, die man nur ohne emotionale Einbindung bestaunen kann. Sie sind nicht interaktiv. Die Charaktere spähen durch ein Teleskop und dann sehen wir 45 Sekunden von etwas, das eine phänomenale Zwischensequenz in einem Videospiel abgäbe. Und dann sind wir zurück in diesem verdammten Appartement.
5. Der besch****** Film endet genau dort, wo der zweite Akt, eines halbwegs anständigen Science-Fiction-Thrillers begonnen hätte. Das ist unentschuldbar und der mit Abstand größte von „Skyline“s vielen Mängeln.
Fazit: Außer einigen gelungenen Spezialeffekten wird hier überhaupt nichts geboten. Reine Geld- und Zeitverschwendung.
Auf Yahoo ist ein neues, gelungenes Featurette erschienen, das uns genau zeigt, wie „Rango“ gemacht wurde. Inszeniert wurde der Animationsspaß von Gore Verbinski, dem Regisseur der ersten drei „Fluch der Karibik“-Filme. Als Sprecher sind Johnny Depp, Isla Fisher, Bill Nighy, Ray Winstone, Timothy Olyphant, Abigail Breslin und Alfred Molina im Einsatz.
Ich schrieb zwar eben, dass bei dem Film Sprecher zum Einsatz kamen, aber die Sprecher mussten auch ziemlich viel schauspielerische Arbeit verrichten, denn dieses Featurette zeigt, dass Verbinski alle Schauspieler gemeinsam im Studio versammelte, um sie ihre Rollen sprechen zu lassen, und von ihnen verlangte, dass sie diese auch verkörpern müssen. Dies ist wahrscheinlich das beste Behind-the-Scenes-Featurette über die Arbeit der Sprecher bei einem Animationsfilm, das ich bisher gesehen habe. Ich hoffe, es gefällt auch Ihnen.
„Rango“ kommt am 3. März 2011 in die deutschen Kinos. In Österreich läuft der Streifen am 17. März an.
Sind Sie bereit, sich daran erinnern zu lassen, dass man manche Dinge am besten in Ruhe lässt? „Unearthed“, ein neuer Horrorfilm, der auf einem fremden Planeten spielt, macht den Eindruck, als könne er den außerirdischen Schrecken zurückbringen. Lassen Sie uns hoffen, dass er dem unheimlichen Trailer gerecht wird.
Ernsthaft, lassen Sie uns hoffen, dass die „Alien“-Prequels, der neue Riddick-Film und dieser kleine Independent-Streifen es schaffen, alle daran zu erinnern, dass Monster auf fremden Planten furchteinflößend und toll sein können. Sie sind wie Zombies und Vampire, nur nicht von dieser Welt - was könnte besser sein?
Sehen Sie hier den Trailer für „Unearthed“, den von Lindsay Harris und Stuart Leach geschriebenen und inszenierten Space-Horror-Film.
Und hier ist die Synopsis:
Die nahe Zukunft… Die Erde versinkt im Chaos. Die Atmosphäre ist völlig verschmutzt und die natürlichen Ressourcen gehen rapide dem Ende entgegen.
Die Staaten verzweifeln und viele sind bereit, mit anderen um das Wenige zu kämpfen. Die Situation gerät rasch außer Kontrolle.
In einem letzten eiligen Versuch, das Problem zu lösen, werden Raumschiffe ausgesandt, um das Weltall nach Planeten zu durchforsten, die alternative Energiequellen bereithalten könnten.
Am äußersten Rande des Weltalls stößt eines der Raumschiffe, die Ezekiel, auf einen nicht verzeichneten Planeten, der über Erdölvorkommen verfügen könnte. Zwei Mitglieder der Besatzung werden auf den unwirtlichen Felsen hinuntergeschickt, um Proben zu nehmen und die Oberfläche zwecks späterer Analyse zu erforschen.
Die Mission verläuft planmäßig, bis sie bei Referenzpunkt 3894 unerwartet in eine Welt abtauchen, die schlimmer ist als alle ihre Alpträume und in der sie eine dunkle und furchterregende Wahrheit zutage fördern.