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The Silent House (La Casa Muda): Britischer Trailer

Montag, 28. März 2011

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the-silent-house-la-casa-muda-220x150 Die Leute von Optimum Releasing haben den ersten britischen Trailer für das gefeierte Horror-Drama „The Silent House“ („La Casa Muda“) aus Uruguay veröffentlicht.

Der Regieneuling Gustavo Hernández inszenierte den Streifen, der mit einer HD-Digitalkamera angeblich in einem einzigen, 78 Minuten langen Take aufgenommen wurde. In den Hauptrollen sind Florencia Colucci, Abel Tripaldi, Gustavo Alonso und María Salazar zu sehen.

Der Plot von La Casa Muda basiert auf einer wahren Geschichte, die sich in den 1940-er Jahren in einem Dorf in Uruguay zutrug. Im Mittelpunkt steht Laura (Colucci), die ein Haus, das ein Geheimnis birgt, verlassen möchte. Laura und ihr Vater kommen in ein kleines Dorf, um ein verfallendes Haus zu renovieren. Alles läuft problemlos ab, bis Laura plötzlich ein immer lauter werdendes Geräusch wahrnimmt, das aus dem Obergeschoß zu kommen scheint. Ihr Vater geht hinauf - und kommt nicht wieder…

Ein amerikanisches Remake mit Elizabeth Olsen in der Hauptrolle wurde bereits abgedreht, angeblich ebenfalls in einem Take.

127 Hours (Review)

Freitag, 18. Februar 2011

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Wahre Geschichte, die von Danny Boyles exzessivem visuellem Stil erdrückt wird

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Originaltitel: 127 Hours
Herstellungsland: USA/GB 2010
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Danny Boyle, Simon Beaufoy, basierend auf dem Buch „Between a Rock and a Hard Place“ von Aron Ralston
Darsteller: James Franco, Kate Mara, Amber Tamblyn, Sean Bott, Treat Williams, John Lawrence, Kate Burton, Bailee Michelle Johnson, Rebecca Olson, Parker Hadley

Ich denke wirklich, dass sich Danny Boyle endlich wieder beruhigen sollte. Wenn man an dem Punkt anlagt, dass man nicht einmal mehr jemanden zeigen kann, der Wasser aus einer Flasche trinkt, ohne eine Kamera in den Trinkhalm zu stecken, sollte man ein wenig Abstand nehmen und sich selbst und die eigene Arbeit kritisch überprüfen.

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Falls Sie die ganze Geschichte von „127 Hours“ noch immer nicht kennen sollten, müssen Sie die letzten Jahre unter einem Felsen gelebt haben, ha ha ha. Deshalb ist es ziemlich unnötig, sich jetzt diesen Film anzusehen, außer man möchte unbedingt den Anblick eines Mannes, (Achtung Spoiler!) der sich mit einem stumpfen Messer den eigenen Arm mit abschneidet, genießen. Sonst findet sich nichts von Substanz in diesem Streifen – keine echten Einblicke in den Charakter des von James Franco gespielten Kletterers, keine aufschlussreiche spirituelle Reise, die er unternehmen könnte, während er in dieser schrecklichen Situation gefangen ist, nicht einmal das Gefühl, dass ihn die Erfahrung, abgesehen davon, dass er nun einige Kilogramm leichter ist, groß verändert hat.

127 hours buch Das trippige Editing, die unzähligen Phantasiesequenzen und protzigen Rückblenden tragen nur dazu bei, dass man ständig daran erinnert wird, das MAN EINEN FILM ANSIEHT, und einen DANNY-BOYLE-FILM noch dazu, wodurch Aron Ralston ein Bärendienst erwiesen wird, jenem Mann, dessen Geschichte in seinem eigenen Buch, auf dem der Film basiert, mehr als angemessen erzählt wurde.

Nachdem dies gesagt ist, soll nicht unerwähnt bleiben, das „127 Hours“ ein leidlich unterhaltsamer und bisweilen (vor allem den Magen) herausfordernder Film ist, doch wenn die Geschichte so stark ge-Boyle-t wurde, wirkt es, als hätte sich das ganze menschliche Drama in Luft aufgelöst. „Buried – Lebend begraben“, einer der besten Filme des letzten Jahres, stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass man nicht an visuellem Tourette-Syndrom leiden muss, um die Geschichte eines Mannes, der in äußerst beengter Lage gefangen ist, gekonnt und höchst spannend zu erzählen. Es braucht nur Vertrauen in sich selbst, Glauben an die Geschichte und Respekt vor dem Publikum. Über all diese Eigenschaften verfügte Danny Boyle zu Beginn seiner Karriere, doch er scheint sie irgendwann amputiert und unter einem Fels von Kassenerfolgen im großen Felsspalt des Kinos zurückgelassen zu haben.

Und das, liebe Leser, ist die schlechteste Metapher, die Sie heute lesen werden.

Fazit: Überbewerteter Film, der vor allem optisch viel zu viel Getue um eine einfache und potenziell fesselnde Geschichte macht.

Ausnahmesituation

Sonntag, 27. Juni 2010

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Schwaches Drama, bei dem der Zuschauer mehr leidet als die kranken Kinder

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Originaltitel: Extraordinary Measures
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Tom Vaughan
Drehbuch: Robert Nelson Jacobs, basierend auf dem Buch von Geeta Anand
Darsteller: Brendan Fraser, Harrsion Ford, Keri Russell, Meredith Droeger, Diego Velazquez, Sam M. Hall, Jared Harris, Patrick Bauchau, Alan Ruck

„Ausnahmesituation“ ist einer jener Filme, die man nur sehr selten zu sehen bekommt. Das liegt vor allem daran, dass sie zumeist n einem Wochentag um 2 Uhr früh im Kabelfernsehen laufen, also zu einer Zeit, da nur jene Taugenichtse vor den Apparaten sitzen, die von den berufstätigen Normalbürgern zugleich verabscheut und beneidet werden.

Der Film ist wenig aufregend, Dauerlächeln von den physisch Behinderten und einzementiertes Stirnrunzeln von den schauspielerisch Behinderten; er hat beinahe Seifenopern-Charakter. Das mag daran liegen, dass es sich bei diesem Projekt um den ersten Ausflug von CBS auf das Gebiet des Kinospielfilms handelt. Und das war ein hinterlistiger Schachzug von den Verantwortlichen: den armen Kinobesuchern wurde die Möglichkeit genommen, den Kanal zu wechseln.

Aber keine Sorge, „Ausnahmesituation“ basiert auf einer herzzerreißenden wahren Geschichte eines Mannes, der verbissen darum kämpft, ein Heilmittel für die tödliche Krankheit seiner Kinder zu finden. Sie werden sich emotional so erpresst fühlen, dass Sie sich selbst einreden werden, der Film sei gut gewesen.

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Harrison Ford ergibt sich endgültig der Mittelmäßigkeit und wirkt während des gesamten Filmes müder und desinteressierter als in den unzähligen Interviews, die er im Laufe seiner Karriere geben musste. Man vergisst fast, dass er einst über so etwas wie Ausstrahlung verfügte – und ein Kinn, das nicht jenem von Foghorn Leghorn ähnelt. Der frühere Superstar spielt Doktor Stonehill, einen Wissenschafter, der glaubt, ein Heilmittel für Morbus Pompe, eine erbliche Stoffwechselerkrankung, gefunden zu haben.

Fords Herausforderer im Kampf um die schlechteste schauspielerische Leistung in „Ausnahmesituation“ ist Brendan Fraser. Es ist schwer zu glauben, dass er vor nicht allzu langer Zeit ein ziemlich attraktiver Schelm war und ein Gesicht hatte, das nicht den Eindruck erweckte, es befinde sich in permanentem Schockzustand. Fraser und Ford stehen herum, blähen ihre Backen auf und lassen Luft aus ihrem Mund entweichen, als stünden sie kurz vor dem Zerplatzen. Fraser macht dabei noch die bessere Figur, er wirkt ernst und erhaben, aber so hat man ihn in den vergangenen Jahren schon allzu oft gesehen, weshalb man nicht recht mit ihm mitfühlen kann und will.

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Die Kinder leiden ungeheuerlich. Allerdings macht ihnen nicht die Pomp´sche Krankheit zu schaffen, sondern das Ärgerliche-Filmkinder-Syndrom. Sie sind ein wenig zu fröhlich, ein wenig zu eigenartig; ein wenig zu viel von der zuckersüßen Kinomagie. Vielleicht sieht Harrison Ford ja deshalb die ganze Zeit so unglücklich aus. Vielleicht sehen die Verantwortlichen der Pharmariesen deshalb auf so sadistische Weise glücklich aus, wenn sie ein ums andere Mal die Hoffnungen, die Leben der kleinen Racker zu retten, zunichte machen.

Immerhin beleuchtet „Ausnahmesituation“ eine interessante und weitgehend übersehene Seite der Heilmittelentwicklung, selbst wenn die großen Bosse der Pharmabranche ausschließlich als Schurken dargestellt werden. Sicher, es ist eine komplizierte Welt, die wir kaum kennen, aber das Unternehmen in diesem Film setzt alles daran, dass die ganze Sache schiefgeht, was völlig unlogisch ist.

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Aber die Logik muss in „Ausnahmesituation“ ohnehin aufrüttelnden Reden weichen. „Ich bin Wissenschafter, mir geht es nicht ums Geld!“ und anderes Geschwafel, dass nur dazu dient, die Guten klar herauszustellen, während sich jeder, der anderer Meinung ist, genauso gut mit Vaseline überschütten könnte, um sein widerlich schleimiges Wesen zu offenbaren.

Dieses allzu offensichtliche Gut-Böse-Schema wirkt rasch ermüdend und es stellt sich nie so etwas wie Spannung, ja nicht einmal Interesse ein. Das schlimmste jedoch ist, dass man nie auch nur für einen Moment Mitgefühl für die leidgeprüfte Familie entwickelt, dass es einen im Grunde kalt lässt, ob die Kinder leben oder sterben. Dies ist ein im wahrsten Sinne des Wortes tödlicher Fehler. Sicher, die Kinder sind ärgerlich und lästig, aber es gibt kaum etwas, womit man Kinogeher leichter zu Tränen rühren kann, als mit sterbenden Kindern, doch „Ausnahmesituation“ funktioniert nicht einmal auf diesem simplen emotionalen Level.

Fazit: Völlig misslungene Verfilmung einer wahren Geschichte, die einen leider völlig kalt lässt. Ein weiterer Beweis dafür, dass Harrison Fords Karriere dem Ende zugeht.