Vor einiger Zeit konnten Sie hier den ersten Trailer für „Death Race 2“ sehen, das gleich auf DVD erscheinende Prequel zu dem einfältigen Action-Spektakel mit Jason Statham.
Für alle, die Appetit auf mehr haben, sind nun via Bloody Disgusting einige neue Clips ins Netz gelangt. Der Film macht weder einen sonderlich stilvollen, noch einen anspruchsvollen Eindruck, er verspricht aber, leidlich unterhaltsam zu werden.
„Death Race 2“ ist ab Jänner auf DVD und Blu-ray sowie als Download erhältlich. Bis dahin wünsche ich viel Vergnügen mit den folgenden Clips!
Mögen Sie „Mean Girls“ („Girls Club – Vorsicht bissig!“)? Wer nicht, schließlich ist es eine wunderbare Komödie und Lindsay Lohans bester Film. Sieh haben Glück, denn „Mean Girls 2“ ist genauso wie das Original. (Nur mit einem idiotischen Plot, Witzen übers Erbrechen und Darstellern, von denen Sie noch nie gehört haben.) In anderen Worten, es ist die unnötigste und unschönste direkt auf DVD erscheinende Fortsetzung seit langem. Kein Wunder, kommt doch dieses „Meisterwerk“ aus dem Hause Paramount Famous Productions, also von den Produzenten von „Van Wilder: Freshman Year“ und „Wrong Turn at Tahoe“.
Originaltitel: Outlander Herstellungsland: USA 2008 Regie: Howard McCain Drehbuch: Dirk Blackman, Howard McCain Darsteller: James Caviezel, Sophia Myles, Jack Huston, John Hurt, Patrick Stevenson, Ron Perlman, Cliff Saunders, John Beale, Katie Bergin
Man nehme James Camerons„Aliens“, werfe den Film mitten in die Welt von „Herr der Ringe“, lasse das Ganze dann von Uwe Boll umschreiben – und heraus kommt „Outlander“. An sich keine schlechte Idee, bis auf den Teil mit Uwe Boll. In dem von „Outlander“ präsentierten Universum ist die Erde eine vergessene Kolonie einer in der Evolution weit vorangeschrittenen Rasse. James Caviezel spielt Kainan, einen außerirdischen Reisenden, dessen Raumschiff in Norwegen in einen See stürzt – und zwar im Jahr 709 nach Christus. Er war mit den Leichnamen von Angehörigen seines Volkes unterwegs zu einer unbekannten Destination, als das Schiff von einem Moorwhen angegriffen wurde, einem Monster, das alles, was ihm in den Weg kommt, auffrisst oder zerstört.
Dem Helden kommen mir nichts, dir nichts seine Hightech-Waffen abhanden, mit denen er das Monster hätte töten können, und ist auf die Hilfe der ortsansässigen Wikinger, die ihn erst einmal gefangen nehmen, angewiesen, um das Untier zu besiegen, bevor es das ganze Dorf ausrottet. So weit, so gut. Wäre da nicht…
In diesen Kampf ums Überleben sind eingeflochten: eine Fehde mit dem Nachbardorf, das von Gunnar (Ron Perlman) beherrscht wird, einem Emporkömmling, der König werden möchte, aber erst einmal lernen muss, sein Temperament zu zügeln; eine starrköpfige Prinzessin (Sophia Myles), die diesen Emporkömmling heiraten soll, aber lieber selbständig denken und selbst über ihre Zukunft entscheiden möchte; und eine beunruhigende Vorgeschichte, die erklärt, warum Kainan das Monster mit durchs Weltall schleppt. Das Zusammenführen dieser verschiedenen Handlungsstränge erklärt zumindest teilweise die Spieldauer von fast zwei Stunden. Das Weglassen oder die Kürzung einiger davon hätte „Outlander“ zu einem wesentlich besseren Film gemacht. (Nur weil es einen Charakter mit Namen Boromir (Cliff Saunders) gibt, heißt das noch lange nicht, dass man „Herr der Ringe“ in Sachen Komplexität der Handlung Konkurrenz machen muss.)
Das Problem von „Outlander“ ist nicht das relativ geringe Budget. Regisseur Howard McCain macht zumindest optisch das Maximum aus den begrenzten Mitteln. Der Welt es Films ist überraschend stimmig, das Monster sieht toll aus (wenn man es den zu sehen bekommt) und die Welt der Wikinger wirkt nicht nur real, sondern auch historisch korrekt.
Das Design des Monsters Moorwhen ist wirklich gelungen. Zum Glück wird es auch häufig gezeigt…wenn denn Szenen etwas mit dem Untier zu tun haben, was leider viel zu selten der Fall ist.
Nicht das Budget, nicht das Design, auch nicht das Konzept, das für einen reinen Unterhaltungsfilm recht interessant ist, sorgt für Probleme. Diese werden durch alles übrige verursacht. Das Drehbuch scheint nicht ganz ausgereift, voll von unnotwendigen Rückblenden, die, anstatt die Geschichte spannender zu machen, nur verwirren. Die Hauptdarsteller sind ziemliche Fehlbesetzungen, und obwohl sie sich redlich bemühen und rein schauspielerisch durchaus überzeugen können, nimmt man ihnen die blutrünstigen Barbaren nicht recht ab. James Caviezels Rolle hätte von einem Mann mit Arnold-Schwarzenegger-Statur gespielt werden müssen. Die Wikinger sollten größer und brutaler sein, blut- und schweißverschmiert und hart zuschlagend. Angesichts der Prämisse hätte „Outlander“ ein mörderischer Actionfilm werden müssen, eine Art „Conan, der Barbar“ im Weltraum – ja, das wäre ein Film gewesen!
Noch dazu passt das Erzähltempo nicht, der Streifen ist einfach viel zu laaaaang. Es hat den Anschein, als hätte niemand den Mut gehabt, irgendetwas wegzulassen, aus lauter Angst, das Publikum zu verwirren. So wird das Publikum durch die vielen Handlungsstränge verwirrt und langweilt sich schon halb zu Tode, bevor es endlich mit der Action losgeht.
Der Zuschauer erwartet sich eine unterhaltsame Geschichte über jemanden aus einer anderen Zeit und einer anderen Gegend des Weltalls, der sich mit Menschen aus dem finstersten Mittelalter zusammenraufen muss, um ein scheinbar unüberwindbares Monster zur Strecke zu bringen; stattdessen bekommt man ein wenig davon vermischt mit Unmengen unnötigen Dramas. Zeigt uns kämpfende Wikinger! Zeigt uns kämpfende Wikinger!
Fazit: Aliens, Wikinger und Jesus im selben Film. Die hochgesteckten Erwartungen werden nie erfüllt. Statt eines unterhaltsamen Action-Spektakels bekommt man viel Drama serviert. Das langsame Erzähltempo erstickt jede Spur von Spannung. Wenn „Outlander“ endlich in die Gänge kommt, ist es leider schon zu spät. Angepriesen als eine Mischung aus „Predator“ und „Braveheart“ erinnert das Ergebnis mehr an eine Kreuzung aus „Der 13. Krieger“ und „Aliens vs. Predator“.
Extras (bei beiden identisch): - Audiokommentar mit Regisseur Howard McCain - Making of - Trailer - geschnittene Szenen (40 Minuten. Doch wer braucht die, wenn schon der Film zu lang ist?) - animiertes Storyboard - Special-Effects-Tests
Die Blu Ray ist optisch natürlich besser, überzeugt aber vor allem in klanglicher Hinsicht. Am besten leihen Sie sich die Blu Ray.
Originaltitel: Across the Hall Herstellungsland: USA 2009 Regie: Alex Merkin Drehbuch: Jesse Mittelstadt, Julien Schwab Darsteller: Mike Vogel, Brittany Murphy, Danny Pino, Brad Greenquist
„Across the Hall“ wartet mit so vielen Wendungen auf, dass einem davon schwindlig werden kann, aber die Atmosphäre stimmt und – zumindest phasenweise – kommt echte Spannung auf. Zu Beginn des Films sehen wir, wie sich der Portier (Brad Greenquist) mit größter Sorgfalt auf seine Nachtschicht am Empfang des Hotels „Riverview“ vorbereitet, einer zweitklassigen Absteige, die gerne von gescheiterten Existenzen und zwielichtigen Figuren frequentiert wird. Ein wenig verstaubt, mehr als nur ein wenig heruntergekommen, ist das „Riverview“ ein Haus, das – so wie sein treuester Angestellter – darum kämpft, am Leben zu bleiben. Und der Tod hat gerade eingecheckt.
Die Hauptfiguren der Geschichte, die sich immer mehr zu einem Dreiertanz in die Katastrophe entwickelt, werden aus äußerst unterschiedlichen und, wie sich zeigt, verstörenden Perspektiven gezeigt. June (Brittany Murphy), die das nüchterne Gebaren des Hotelpagen extrem amüsant findet, ist unterwegs zu einem Rendezvous, von dem sie sich Ablenkung und Spaß erhofft. Julian (Mike Vogel) sitzt in der Badewanne, presst Eis auf sein geschwollenes Knie und nippt an seinem Whiskey. Er wird von seinem Freund Terry (Danny Pino) angerufen, der kurz davor steht, Selbstmord zu verüben oder aber einen Mord; auf jeden Fall ist er drauf und dran, irgendjemandem eine böse Überraschung zu bereiten. Was genau die drei verbindet, wie und warum sie aufeinander treffen und wo sie sich aufhalten, das sind Fragen, die im Laufe des Filmes beantwortet werden – allerdings in eher gemächlichem Tempo.
Die Herausforderung bei dem Unterfangen, aus einem guten und soliden Kurzfilm einen hervorragenden Spielfilm zu machen, liegt darin, Handlung und Charaktere ausführlicher zu präsentieren und mehr in die Tiefe zu gehen, ohne das Werk mit Nebensächlichkeiten voll zu stopfen. Das ist den Drehbuchautoren Mittelstadt und Schwab leider nur ansatzweise gelungen, denn das Erzähltempo ist mitunter doch recht gemächlich und kann nicht mit der von Regisseur Merkin geschaffenen düsteren und konfliktgeladenen Atmosphäre mithalten: Junes Fröhlichkeit, Julians besessene Energie und Terrys aufgestauter Zorn bilden einen interessanten und einnehmenden Kontrast zu den komisch/tragischen Resten ehemaliger Größe und Wichtigkeit, die man überall im Hotel ausmachen kann. Überhaupt ist das „Riverview“ so etwas wie der stille Held des Films, was einerseits gut ist, andererseits aber auch auf gewisse dramaturgische Schwächen schließen lässt. Man wird gleich in die Handlung hineingezogen, die Ausgangssituation ist verwirrend und spannungsgeladen, doch leider kann dieses hohe Niveau nicht gehalten werden, da sich die Geschichte und die Charaktere dann kaum mehr entwickeln. „Across the Hall“ bewegt sich im Zeitlupentempo und passt sich somit dem schleichenden Verfall des Schauplatzes an.
Es stellt sich die Frage, ob „Across the Hall“ ein besserer Film geworden wäre, wenn Alex Menkin und die Autoren die Geschichte linear erzählt hätten. Wahrscheinlich nicht, aber in dem Fall wäre zumindest die Enttäuschung nicht so groß gewesen. Denn schlussendlich ist dieser Thriller nicht mehr als eine recht einfach gestrickte Geschichte von Freundschaft und Verrat. Aber anstatt diese Geschichte ohne große Schnörkel zu erzählen, wird sie in lauter winzige Teile zerschnitten und das durcheinander gewürfelte Resultat als Lehrstück in Sachen Spannung präsentiert. Der Film ist auch tatsächlich über weite Strecken spannend, wenn auch nur deshalb, weil dem Zuschauer ein klein wenig an Information vorenthalten wird. In dem Moment, da dieses Puzzlestückchen an seinem Platz ist, erklärt sich alles wie von selbst. Es gibt keine doppelten Böden, keine Zweideutigkeiten, nichts worüber es lohnen würde nachzudenken, während die letzten Minuten des Filmes nach sehr vorhersehbarem Muster ablaufen.
Die darstellerischen Leistungen sind nicht überwältigend, aber durchwegs in Ordnung; man ist fast versucht zu sagen, die Schauspieler haben sich dem Niveau des Materials angepasst. Mike Vogel und Danny Pino harmonieren recht gut als beste Freunde. Sie scheinen einander ähnlich genug, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, dass sie einander gut leiden können, aber sie sind doch unterschiedlich genug, um auch den zwischen ihnen aufbrechenden Konflikt glaubhaft zu machen. Leider stimmt die Chemie zwischen den beiden und Brittany Murphy so ganz und gar nicht. Trotzdem, und obwohl ihre Rolle die am wenigsten ausgearbeitete scheint, ist ihre Darbietung die unterhaltsamste des Films. Sie ist geziert und posiert ständig, aber das passt perfekt zu ihrer Funktion als quasi Mittelpunkt des Film-Noir-artigen Liebesdreiecks. Es ist kein sonderlich anspruchsvoller Part, aber sie spielt ihn mit großer Freude.
Während man als Zuschauer darauf wartet, dass “Across the Hall” endlich die Extraportion Spannung liefert, die sich nicht und nicht einstellen will, ist es das gelungene Sound Design, das immer wieder für steigenden Puls und Nervenkitzel sorgt: Von den seltsamen Echos, die durch die Gänge des „Riverview“ hallen, bis hin zu dem Knirschen, das das Zertreten einer Küchenschabe verursacht, ist die Tonspur des Films ein Paradebeispiel für das gekonnte Spiel mit und den gezielten Einsatz von Effekten.
Fazit: “Across the Hall” hat einige gute Momente. Aber solide darstellerische Leistungen und eine interessante Prämisse sind zu wenig, um diesen attraktiv photographierten Film über die Zeit zu retten. Die Handlung entwickelt sich zu langsam, die gewollten Sprünge zwischen den Figuren verwirren mehr, als sie Spannung erzeugen, und irgendwie fühlt man sich am Ende ein wenig betrogen. Manchmal ist ein linearer Storyverlauf ohne überraschende Schlusswendung nicht das Schlimmste, was einem passieren kann…
Originaltitel: Pontypool Herstellungsland: USA/Kanada 2008 Regie: Bruce McDonald Drehbuch: Tony Burgess Darsteller: Stephen McHattie, Lisa Houle, Hrant Alianak, Georgina Reilly
Zombies sind momentan wieder groß im Kommen. In allen Größen und Formen, von frisch dem Grab entstiegen bis zu durch Virenbefall verwandelt, in immer mehr Filmen – vom blutrünstigen Horrorstreifen bis hin zur seichten Komödie (siehe „Zombieland“) – erfreuen diese Untoten die Fans. Und gerade wenn man glaubt, alles gesehen zu haben, tritt ein Filmemacher auf den Plan, der den Zuschauern tatsächlich etwas Neues zu bieten versteht, und das in einem Subgenre, das zuweilen schon recht verstaubt wirkt. Bruce McDonalds„Pontypool“ ist ein sehr unterhaltsames Werk. Eines, das dem Zuschauer in einem Moment den Atem stocken und ihn im nächsten Moment vor Schreck zusammenfahren lässt.
Wir lernen Radiomoderator Grant Mazzy kennen (gespielt von dem großartigen Stephen McHattie, der hier eine echte Talentprobe ablegt). Er ist unterwegs zu seinem neuen Job bei einem lokalen Radiosender in Pontypool, Ontario, Kanada, und äußerst schlecht gelaunt, denn für seinen Geschmack ist es viel zu früh am Morgen, es ist eisig kalt und den job empfindet er als Abstieg. Aber was bleibt ihm übrig, irgendwie muss man die Rechnungen ja bezahlen. Außerdem, wie schwer kann es sein, eine geistlose Unterhaltungssendung bei einem Radiosender in einem Provinzstädtchen zu moderieren? Was kann da schon schief gehen? Leider eine ganze Menge.
Sein Arbeitstag beginnt unspektakulär, nichts deutet auf die kommenden Ereignisse hin. Irgendein Musiker, der Sachen für Kinder schreibt, wird für einen Kurzauftritt im studio erwartet, der Nachrichtenhelikopter (in Wirklichkeit ein Typ in einem Auto mit Geräuscheffekten im Hintergrund) bringt seine gewohnten Berichte, und das kalte Wetter ist die wichtigste Nachricht des Tages. Plötzlich und unerwartet passiert etwas Außergewöhnliches. Während er die Wettervorhersage aus dem Helikopter zum Besten gibt, bemerkt der Meteorologe, dass sich ganze Horden gewalttätiger Leute vor dem und im örtlichen Krankenhaus zusammenrotten. Ehe man sich versieht, bricht ein richtiger Aufstand aus. Mauern werden niedergerissen, Menschen werden niedergetrampelt, und viel noch schlimmer – unschuldige Opfer werden…gegessen. All dies wird via Satellit ins Studio übertragen und von dort live in alle Haushalte ausgestrahlt. Innerhalb weniger Augenblicke verwandelt sich die gemütliche Kleinstadtidylle in totales Chaos, und nichts wird je wieder so sein, wie Mazzy und seine Zuhörer es bis dato gekannt haben.
Aber was passiert eigentlich? Warum gebärden sich diese Menschen wie Verrückte? Ist vielleicht eine Verseuchung mit Chemikalien dafür verantwortlich, oder etwa der Ausbruch einer neuen und besonders tödlichen Form der Grippe? Nein. So einfach ist die Sache nicht. Im Laufe des Films wird nach und nach klar, dass gewisse Wörter der englischen Sprache infiziert wurden, was zur Folge hat, dass sich die Menschen, die diese infizierten Wörter hören oder aussprechen in mörderische Kannibalen verwandeln. Stellen Sie sich vor, was für Auswirkungen infizierte Sprache auf einen Radiomoderator haben kann. Kurz…ein origineller, ein großartiger Einfall.
Das Geniale an „Pontypool“ ist, dass sich die Handlung ausschließlich in den beengten Räumlichkeiten des Radiosenders abspielt; dennoch schafft es der Film, den Ernst und die Intensität der Lage mit unglaublicher Eindringlichkeit zu vermitteln und die Spannungsschraube stets weiter anzuziehen. Die Action und der Horror werden durch die Berichte der Reporter vermittelt und entfalten ihre volle Wirkung erst in der Phantasie des Zuschauers. Glauben Sie mir: das Gemetzel zu hören kann genauso schockierend und effektvoll sein wie alles mit eigenen Augen zu sehen. Regisseur Bruce McDonald hat mit viel Geschick einen der schreckenerregendsten Filme der letzten Jahre inszeniert.
Falls Sie sich fragen…ja, die Schreckensszenen sind nicht nur zu hören. Schlussendlich arbeiten sich die zombieartigen Wesen zu Mazzy und seinen Kollegen vor und belagern die Radiostation. Nur gegen Ende gleitet das Ganze ein wenig ab. Es ist deutlich zu erkennen, wie es hätte weitergehen sollen, aber leider wurde dann der Film zu überladen und unübersichtlich, worunter die Spannung ein wenig leidet, weshalb es „Pontypool“ nicht mehr schafft, den Zuschauer voll und ganz in seinen Bann zu ziehen. Aber das ist eine verzeihbare Schwäche, die dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch tut. „Pontypool“ ist beste Horrorkost und versteht es, den Zuschauer über weite Strecken zu fesseln. Sehen Sie sich den Film auf jeden Fall bis ganz zum Schluss an, denn am Ende des Abspanns gibt es noch eine nette kleine Überraschung!
Fazit: Selten hat in letzter Zeit ein Film mit so geringem Aufwand ähnlich viel Spannung und Gruseln erzeugt wie „Pontypool“. Trotz kleiner Schwächen mit Sicherheit einer der besten Horrorfilme des Jahres. Lassen Sie sich von diesem bösartigen kleinen Film anstecken! „Pontypool“ ist Gänsehaut pur.
Originaltitel: The Hills Run Red Herstellungsland: USA 2009 Regie: Dave Parker Drehbuch: John Carchietta (Story), John Dombrow, David J. Schow Darsteller: Tad Hilgenbrink, Sophie Monk, William Sadler, Janet Montgomery
Mit Ausnahme von „Wrong Turn 2: Dead End“, „Hatchet“ und „Laid to Rest“ gab es in letzter Zeit kaum gute Horrorfilme, die als DVD-Premieren das Licht der Welt erblickten. Wenn man noch dazu in Betracht zieht, dass „The Hills Run Red“ von Dark Castle produziert wurde, einem unternehmen, dass für Schwachsinn wie „Ghost Ship“ und „Return to House on Haunted Hill“ verantwortlich zeichnet, dann lässt dies nichts Gutes erwarten. Ein Regisseur verfügt dann über wahres Talent, wenn es ihm gelingt, an den Studiobossen und deren „Wie kann ich mehr Umsatz machen“-Mentalität vorbei mit minimalem Budget einen Film zu drehen, den die Zuschauer nicht sobald vergessen werden. Dave Parker hat mit „The Hills Run Red“ dieses Kunststück zuwege gebracht und uns ein herrlich böses kleines Meisterwerk beschert, ein Hohelied auf den klassischen Slasher-Film, das reichlich Lacher, Schockelemente und jede Menge Blut für die Fans bereithält.
In „The Hills Run Red“ geht es um Tyler (Tad Hilgenbrink), einen Filmstudenten, der davon besessen ist, eine vollständige Version des titelgebenden Films in die Hände zu bekommen. Dabei handelt es sich um einen obskuren Horrorfilm, der gleich nach seiner Premiere wegen übermäßiger Brutalität aus den Kinos verbannt wurde. Gerüchten zufolge sollen Darsteller und technischer Stab tatsächlich ermordet worden sein, als Regisseur Wilson Wyler Concannon bei seinen Versuchen, total realistische Gewalt auf die Leinwand zu bringen, zu weit ging. Concannon selbst verschwand wenige Jahre nach der Veröffentlichung des Films spurlos. Allgemein wird er für tot gehalten. Tyler überredet seine Freundin Serina (Janet Montgomery) und seinen besten Freund Lalo (Alex Wyndham), ihm dabei zu helfen, eine Dokumentation über die wahren Hintergründe des Films zu drehen und eine vollständige Kopie desselben zu finden.
Da werden Erinnerungen an John Carpenters Kurzfilm „Cigarette Burns“ wach, den die Protagonisten von „The Hills Run Red“ leider nicht gesehen haben dürften, denn sonst wüssten sie, dass es eine schlechte Idee ist, nach berüchtigten verlorenen Filmen zu suchen. Als Tyler erfährt, wo sich Concannons Tochter Alexa (Sophie Monk) aufhält, die einzige Überlebende der Dreharbeiten, macht er sich sofort auf den Weg. Sie arbeitet in einem miesen Stripschuppen und ist drogenabhängig. Er sperrt sie in ihrem Motelzimmer ein und zwingt sie zum Entzug. Als sie wieder klar denken kann, bietet sie ihm – wohl auch aus Dankbarkeit – an, ihn als Führerin zu begleiten.
Die kleine Gruppe macht sich auf in den Wald und zu dem Haus, die seinerzeit sie Schauplätze für den Film abgaben. Keiner von ihnen ahnt, welchen Gefahren sie sich damit aussetzen. Die Dreharbeiten zu „The Hills Run Red“ wurden nämlich nie abgeschlossen – und irgendjemand streift da draußen herum und versucht noch immer, echte Angst, brutale Gewalt und möglichst realistische Todesszenen auf Zelluloid zu bannen…
„The Hills Run Red“ ist ein Film, auf den man sich voll und ganz einlassen muss. Das soll nicht bedeuten, dass er langatmig ist, sondern lediglich, dass durch etliche Wendungen systematisch Spannung aufgebaut wird, die sich in einer finalen Überraschung entlädt. Bis dahin versteht es Regisseur Parker gekonnt, mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen, indem er so ziemlich alle Klischees des Slasher-Films aufgreift und ins Gegenteil verkehrt. Diese Anspielungen ermöglichen es den Machern auch, immer wieder komische Momente einzubauen, so dass die Balance zwischen Humor und Morden stets gewahrt bleibt.
Nach den ersten 40 oder 45 Minuten werden sie sich vielleicht fragen, was es mit dem ganzen Getue um „The Hills Run Red“ auf sich hat. Bis dahin ist es ein typischer „Junge Leute werden im Wald verfolgt“-Film, der außer einigen Lachern, ein paar Morden, einer Menge nackter Haut (Dank an Sophie Monk) und einem Grindhouse-artigen Trailer für „Hills“ wenig zu bieten hat. Aber ab dem Moment, da Wilson Wyler Concannon (William Sandler) auf der Bildfläche erscheint – ja er lebt und erfreut sich bester Gesundheit -, bekommt der Film eine ganz andere Dynamik und zwingt den Zuschauer, alle Erwartungen und Vermutungen über Bord zu werfen. Es scheint fast so, als wollte Dave Parker sagen: „Vergesst, was ihr zu wissen glaubt – es wird in meinem Film nicht passieren.“ Mehr über den weiteren Inhalt zu verraten, würde das Filmvergnügen allzu sehr trüben.
Unter den Darstellern ragt William Sandler in der - zugegeben dankbaren - Rolle des besessenen Regisseurs heraus, aber auch Sophie Monk, die seine Tochter spielt, liefert eine überraschend gute Leistung ab. Häufig fällt es schwer, Schauspielerinnen, die sich in Low-Budget-Filmen ausziehen, ernst zu nehmen, aber sie versteht es, neben den Nacktszenen auch eine komplexe Charakterentwicklung - von lasziver Schlampe, über völlig erledigte Drogenabhängige, verlässliche Freundin bis hin zum verängstigten kleinen Mädchen (und noch einiges mehr) – glaubhaft darzustellen. Janet Montgomery als um Aufmerksamkeit buhlende Freundin des Helden und Alex Wyndham in der Rolle seines besten Freundes bieten solide Leistungen. Einer der wenigen Schwachpunkte des Films ist die (Fehl)Besetzung von Tad Hilgenbrink als Tyler. Er ist sicher kein schlechter Schauspieler, auch hier ist er zumindest erträglich, aber er sieht einfach nicht aus wie ein Horrorfilm-versessener Streber; er ist zu attraktiv für die Rolle (und wirkt viel überzeugender gegen Ende des Films, wenn er verschmutzt und blutig ist).
„The Hills Run Red“, der gleichnamige Film im Film ist - auch das eine kleine Enttäuschung - blutiger als der eigentliche Film selbst. Irgendwie hat man das Gefühl, dass ein richtig brutaler Mord mehr das Ganze noch um die entscheidende Spur besser gemacht hätte. Darüber hinaus gibt es einige Momente, die einen vor Schreck aus dem Sessel springen lassen, besonders eine Szene, in der eine junge Frau zerrissen wird (diese Szene bekommt man sogar zweimal zu sehen!). Die kleinen Hommagen, die sich wie ein roter Faden durch den Film ziehen, sind Beweis für Dave Parkers Liebe zum Genre und werden jeden Fan freuen. Der Trailer für den Film im Film ist perfekt gemacht und macht die Geschichte zusammen mit den Postern in Tylers Zimmer noch glaubwürdiger. Die Effekte während der Tötungsszenen können bisweilen nicht ganz überzeugen, aber dieser technische Mangel wird mehr als aufgewogen durch den Einfallsreichtum, mit dem diese Szenen gestalten wurden.
Das Beste an „The Hills Run Red“ ist jedoch der Killer – der grandiose Babyface. Diese brutale und einfältige Tötungsmaschine hat das Zeug zur Ikone; das Design der Maske ist vollauf gelungen, zugleich ästhetisch und grausig, und dann gibt es auch noch die „Todesrassel“ - wer sie hört, ist schon so gut wie tot. Die Eröffnungssequenz, in der die Anfänge von Babyface gezeigt werden, ist ein unmittelbarer Angriff auf die Sinne, eine Mischung aus blutigem Grauen, atmosphärischer Beleuchtung und lautem Donnern, die in einem markerschütternden Schrei gipfelt. Diese Szene allein genügt, um den Zuschauer zu überzeugen, dass „The Hills Run Red“ der Konkurrenz um Längen voraus ist.
Seit seiner Fertigstellung fragten sich viele besorgte Horrorfans, ob der Film wohl genauso von der Bildfläche verschwinden würde wie der fiktive, um den es darin geht. Zum Glück hat sich diese Befürchtung nicht bewahrheitet, denn „The Hills Run Red“ ist seit kurzem auf DVD erhältlich. Wenn Sie ein Fan von Slasher-Filmen sind, oder auch nur innovativen Horror mit vielen Wendungen mögen, dann sollten Sie sich dieses kleine Meisterwerk nicht entgehen lassen.