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Die Nominierungen für die Razzie Awards 2011 wurden bekanntgegeben – jetzt auch mit einer Kategorie für den schlechtesten Einsatz von 3D

Dienstag, 25. Januar 2011

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Die den schlechtesten Filmen gewidmete Preisverleihung hat endlich die lange erwarteten Nominierungen für das Kinojahr 2010 bekanntgegeben. Seit heuer gibt es eine zusätzliche Kategorie: Worts Eye-Gouging Mis-Use of 3D. (Etwa: Schlechtester, die Augen beleidigender Einsatz von 3D.) Meine Prognose: „The Last Airbender“ („Die Legende von Aang“) wird de große Abträumer des Abends.

Hier sind die Nominierungen für die Goldene Himbeere:

Schlechtester Film

Der Kautions-Cop (Columbia Pictures/Relativity Media)
Die Legende von Aang (Paramount/Nickelodeon Movies)
Sex and the City 2 (Warner Bros/New Line/HBO Pictures)
Eclipse: Biss zum Abendrot (Summit Entertainment)
Beilight: Biss zum Abendbrot (20th Century-Fox/Regency Enterprises)

Schlechtester Schauspieler

Jack Black in „Gulliver's Reisen“
Gerald Butler in „Der Kautions-Cop“
Ashton Kutcher in „Kiss & Kill“ und „Valentinstag“
Taylor Lautner in „Eclipse: Biss zum Abendrot“ und „Valentinstag“
Robert Pattinson in „Remember Me“ und „Eclipse: Biss zum Abendrot“

Schlechteste Schauspielerin

Jennifer Aniston in „Der Kautions-Cop“ und „Umständlich verliebt“
Miley Cyrus in „Mit Dir an meiner Seite“
Die vier „Gal Pals“ (Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Kristin Davis & Cynthia Nixon) in „Sex and the City 2“
Megan Fox in „Jonah Hex“
Kristen Stewart in „Eclipse: Biss zum Abendrot“

Schlechtester Nebendarsteller

Billy Ray Cyrus in „The Spy Next Door“
George Lopez in „Marmaduke“, „The Spy Next Door“ und „Valentinstag“
Dev Patel in „Die Legende von Aang“
Jackson Rathbone in „Die Legende von Aang“ und „Eclipse: Biss zum Abendrot“
Rob Schneider in „Kindsköpfe“

Schlechteste Nebendarstellerin

Jessica Alba in „The Killer Inside Me“, „ Meine Frau, unsere Kinder und ich“, „Machete“ und „Valentinstag“
Cher in „Burlesque“
Liza Minnelli in „Sex and the City 2“
Nicola Peltz in „Die Legende von Aan g“
Barbra Streisand in „Meine Frau, unsere Kinder und ich“

Schlechtestes Filmpaar/Ensemble

Jennifer Aniston und Gerald Butler in „Der Kautions-Cop“
Josh Brolins Gesicht und Megan Fox' Akzent in „Jonah Hex“
Das gesamte Ensemble von „Die Legende von Aang“
Das gesamte Ensemble von „Sex and the City 2“
Das gesamte Ensemble von „Eclipse: Biss zum Abendrot“

Schlechtestes Prequel, Remake, Rip-off oder Sequel

Kampf der Titanen
Die Legende von Aang
Sex and the City 2
Eclipse: Biss zum Abendrot
Beilight: Biss zum Abendbrot

Schlechtester Regisseur

Jason Friedberg & Aaron Seltzer für „Beilight: Biss zum Abendbrot“
Michael Patrick King für „Sex and the City 2“
M. Night Shyamalan für „Die Legende von Aang“
David Slade für „Eclipse: Biss zum Abendrot“
Sylvester Stallone für „The Expendables“

Schlechtestes Drehbuch

Die Legende von Aang (geschrieben von M. Night Shyamalan, basierend auf der TV-Serie kreiert von Michael Dante DiMartino und Bryan Konietzko)
Meine Frau, unsere Kinder und ich (geschrieben von John Hamburg und Larry Stuckey, basierend auf Charakteren kreiert von Greg Glienna und Mary Ruth Clarke)
Sex and the City 2 (geschrieben von Michael Patrick King, basierend auf der TV-Serie kreiert von Darren Star)
Eclipse: Biss zum Abendrot (Drehbuch von Melissa Rosenberg, basierend auf dem Roman von Stephenie Meyer)
Beilight: biss zum Abendbrot (geschrieben von Jason Friedberg & Aaron Seltzer)

Schlechtester, die Augen beleidigender Einsatz von 3D

Cats & Dogs 2: Die Rache der Kitty Galore
Kampf der Titanen
Die Legende von Aang
The Nutcracker in 3D
Saw 3D

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Razzies-Website.

“Der Kautions-Cop” - Dieser romantischen Komödie geht unterwegs der Sprit aus

Mittwoch, 31. März 2010

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Jennifer Aniston hat tolles Haar und Gerard Butler verfügt über einen gewissen schurkischen Charme, aber das ist letztendlich zu wenig, um diese romantische Action-Komödie zu retten

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Originaltitel: The Bounty Hunter
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Andy Tennant
Drehbuch: Sarah Thorp
Darsteller: Jennifer Aniston, Gerard Butler, Gio Perez, Joel Garland, Christine Baranski, Carol Kane

Während die amerikanische romantische Komödie ihr Kreisen in der Kloschüssel von Hollywoods Einfallskraft fortsetzt, wirft „Der Kautions-Cop“ mit Jennifer Aniston und Gerard Butler einige Fragen auf. Warum heißt der Film „Der Kautions-Cop“? Sollte ursprünglich Kevin James die Hauptrolle spielen? Wissen die verantwortlichen bei Columbia Pictures, dass es eine Reality-TV-Show gibt, die fast denselben Inhalt hat – und denselben Titel wie diese Komödie im Original? Kann es sein, dass Reality-TV lustiger ist als dieser Film? Rufen Frauen wirklich ihre Mütter an, um zu entscheiden, ob sie mit ihrem Ex ins Bett gehen sollen? „Haben Sie das von den Morgans gehört“?

In „Haben Sie das von den Morgans gehört?“ spielen Sarah Jessica Parker und Hugh Grant ein New Yorker Ehepaar, das kurz vor der Scheidung in das Zeugenschutzprogramm des FBI aufgenommen und nach Wyoming verfrachtet wird, wo sie sich wieder ineinander verlieben. In „Der Kautions-Cop“ sind Aniston und Butler geschieden. Sie ist eine rasende Karrierefrau (beachten Sie nur diesen Minirock, diese gebräunte Haut, diese High Heels). Er sieht aus als hätte er einen Kater. Sie berichtet über einen möglichen Mordfall und erhält einen heißen Tipp, der zur Klärung beitragen könnte, verpasst aber den Gerichtstermin. Der Richter stellt einen Haftbefehl gegen sie aus. Ihr Exmann erhält den Auftrag, sie ausfindig zu machen und ins Gefängnis zu überstellen. Daraus sollen sich angeblich komische Situationen entwickeln.copyrightjps2010_2

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Falls Sie es lustig finden, dass Jennifer Aniston im Kofferraum eines Autos eingesperrt oder Gerard Butler mit dem Taser niedergestreckt wird, dann werden die übrigen Kinobesucher Sie sicherlich beneiden. Wenn ein Star den anderen auf der Pferderennbahn verfolgt, findet es Regisseur Andy Tennant unterhaltsam, ihr Laufen dem der Pferde gegenüberzustellen. Aniston und Butler geben schließlich vor, wieder ein Paar zu sein, während sie versuchen, den Mord zu klären und den Buchmachern zu entkommen, die ihm auf den Fersen sind. Schnecken bewegen sich rascher als dieser Film, der keine Gelegenheit auslässt, das Erzähltempo zu verlangsamen, damit die beiden über ihre einstige Liebe reden können. Außerdem sind Schnecken lustiger.

Aniston und Butler scheinen einander zu mögen, aber für seine Macho-Dummkopf-Masche gibt es (zumindest in diesem Film) keine Möglichkeit, sich zu entwickeln. Er ist am besten, wenn – das weiß niemand so genau. „Der Kautions-Cop“ gibt auch keinen Aufschluss darüber. Außerdem ist der film rar an Szenen, die Ihren Abend unterhaltsamer machen. Hier haben wir zwei Stars in ihren 40ern, von denen verlangt wird, auf Golfplätzen herumzurennen und Zeugen in schmutzigen Teichen zu verhören. (Seit wann sind faule Drehbuchautoren, in diesem Fall Sarah Thorp, verpflichtet, sich sämtliche Werke aus der Goldie Hawn-Chevy Chase Kollektion anzusehen?)

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„Der Kautions-Cop“ bietet immerhin Christine Baranski in der Rolle von Anistons Mutter, einer Entertainerin in Atlantic City, die Gelegenheit, uns mit ihrem Drag-Queen-artigen Auftreten zu erfreuen. Der Film klärt auch die Frage, was aus den talentierten Schauspielerinnen Carol Kane, Cathy Moriarty und Siobhan Fallon Hogan geworden ist. Letztere sorgt sogar für einige Lacher, ein wahres Kunststück angesichts dieses Drehbuchs. Allerdings hat sie einen Vorteil - sie darf lispeln.

Wenn man bedenkt, was heutzutage als romantische Komödie durchgeht, dann sollten wir dankbar sein, dass Jennifer Anistons erfolgreiche Karrierefrau sich nicht genötigt sieht, in einem vollen Stadion Sex zu simulieren (Katherine Heigl hatte in „Die nackte Wahrheit“, ebenfalls mit Gerard Butler, nicht so viel Glück.) Und im Unterschied zu Sandra Bullock in „Selbst ist die Braut“ muss sie sich nicht vor einem attraktiven nackten Mann fürchten, oder wie Sarah Jessica Parker in „Haben Sie das…“ vor einer Kuh, die Milch absondert. Aber es sind wirklich schwere Zeiten für den Film im Allgemeinen und die Komödie im Besonderen, wenn das höchste Kompliment, das man einer lustigen Dame spenden kann, lautet: Wenigstens wurde sie nicht allzu sehr erniedrigt.

Fazit: „Der Kautions-Cop“ ist weder originell noch spannend – und schon gar nicht lustig. Die reinste Zeit- und Geldverschwendung.

 

 

Gamer – Die Kritik

Montag, 11. Januar 2010

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Originaltitel: Gamer
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Drehbuch: Mark Neveldine, Brian Taylor
Darsteller: Gerard Butler, Amber Valletta, Michael C. Hall, Kyra Sedgwick, Alison Lohman, John Leguizamo, Logan Lerman

Eines gleich vorweg: „Gamer“, der neueste Streich der „Crank“-Macher Nevedine und Taylor ist streng genommen gar kein Film, sondern ein als Film getarntes Computerspiel. Ducken, umdrehen, schießen. Wumms, bumms, krach. Alles an diesem Streifen – die Gestaltung, der Sound, die Dynamik, die Kameraführung - ist mit größter Präzision darauf ausgerichtet, die Xbox- und Playstation-Vernarrten anzusprechen.

Da stellt sich nur eine Frage: Warum sollte sich das aus gehemmten Jungendlichen und geistig in der Pubertät stecken gebliebenen Männern bestehende Zielpublikum die Mühe machen, ins Kino zu pilgern, um sich eine nicht interaktive Version dessen anzusehen, was sie sowieso schon zu Hause haben?copyrightjps2010_2

Eigentlich drängen sich noch ein paar weitere Fragen auf: Besteht eine Chance, das Eintrittsgeld zurückzubekommen? Warum nur habe ich mir von diesem hirnlosen Getöse neunzig Minuten meines Lebens stehlen lassen? Worum geht es in „Gamer“?

gamer_gerardbutler_ambervalletta_photo_03 Die Prämisse ist einfach und wenig originell, was vor allem daran liegt, dass man sich diesbezüglich schamlos bei Paul Andersons „Death Race“ aus dem Jahr 2008 bedient hat. Gerard Butler spielt Kable, einen zum Tode verurteilten Sträfling, dem die Möglichkeit geboten wird, der Hinrichtung zu entgehen, falls er sich dazu bereit erklärt, sich einen Chip implantieren zu lassen, um als Avatar in dem interaktiven und ultrabrutalen Todesspiel „Slayers“ mitzuwirken. Darin steuern private User vom heimischen Computer aus diverse Sträflinge, die mit den neuesten Hightech-Waffen ums Überleben kämpfen, wobei dem siegreichen Kämpfer die Freiheit winkt.

Kable ist also im Wesentlichen ein digitaler Sklave. Gesteuert von dem spielverrückten Teenager Simon (Logan Lerman), gelingt es ihm, alle Konkurrenten ins Jenseits zu befördern. Nach diesem Erfolg freut er sich nur noch darauf, endlich aus dem Gefängnis entlassen zu werden und seine Frau Angie (Amber Valletta) wieder in die Arme schließen zu können. Diese verdingt sich während seiner Abwesenheit in dem Online-Spiel „Society“ als Sexsklavin eines fettleibigen Users, um den Unterhalt für die gemeinsame Tochter zu beschaffen.

GAME Gerade noch rechtzeitig erkennt Kable, dass er hintergangen wurde, denn nicht nur Simon spielt mit ihm, sondern, was viel schlimmer ist, auch der Erfinder des Spiels, der Milliardär Ken Castle (Michael C. Hall, bekannt aus den Fernsehserien „Six Feet Under“ und „Dexter“). Castle überträgt „Slayers“ live in alle Welt und sieht ihn als kommenden Superstar und möchte ihn deshalb weiterkämpfen lassen.

Und so handelt der Film, genau wie „Death Race“, von seinen Versuchen, in die Realität zu entkommen, wobei er Unterstützung von einer Untergrundorganisation erhält. In „Death Race“ verstand es Jason Statham, seinem Helden so etwas wie stille Würde zu verleihen, genau dass, was diese Rolle erfordert. Hier bekommen wir Gerard Butler zu sehen: ein ums andere Mal als muskelbepackter harter Kerl besetzt, ob in „300“ oder „Gesetz der Rache“, verfügt er über die Ausstrahlung eines Mistkübels und die Mimik einer Betonwand. Außerdem macht der gute Mann beim Sprechen den Mund immer nur seitlich ein bisschen auf – hat er etwa angst, seine Zähne könnten herausfallen? So stapft und rollt und springt er emotionslos und ohne den geringsten Anflug von Charme durch die Action-Sequenzen und kotzt ab und zu dümmliche Dialoge aus.

Die anderen Darsteller sind nicht viel besser. John Leguizamos Rolle erfordert von ihm wenig mehr, als blödsinnig herumzuquatschen und seine verrottenden gamermoviephoto-6 Zähne zu blecken. Michael C. Hall grinst hämisch, blickt lüstern und fragt Kyra Sedgwick (die eine Talkshow-Moderatorin gibt und, nebenbei bemerkt, fehlbesetzt wirkt), ob er „ihre Firewall überwinden darf“. (oder so ähnlich zu dem  Zeitpunkt war ich schon am Einnicken). Amber Valletta ist hübsch anzusehen, aber im Wesentlichen beschränkt sich ihre schauspielerische Leistung darauf, leicht bekleidet herumzustehen beziehungsweise zu laufen. Der bekannte Rapper Ludacris ist offensichtlich nur mit von der Partie, weil man einen „Quoten-Schwarzen“ (Zitat aus „Nicht noch ein Teenie-Film“) gebraucht hat, um auch die farbige Jugend für dieses Produkt interessieren zu können.

„Gamer“ bedient sich bei so gut wie jedem anderen futuristischen, science-fiction-angehauchten Film, der in den letzten Jahren aus Hollywood gekommen ist – „Matrix“, „Speed Racer“, „Crank“, „Death Race“ – und versucht sogar zeitweise, sich als Mediensatire und Parabel auf das Überhandnehmen des „virtuellen Lebens“ zu verkaufen.

Die meiste Zeit über ist „Gamer“ nicht mehr als eine halbgare Mischung aus lesbischem Getue, schrecklichen Rock-Versionen von Songs der Eurythmics und Hochgeschwindigkeits-Actionszenen, die es jedoch kaum schaffen, den Zuschauer wirklich mitzureißen.

Der einzig gelungene Aspekt des Films ist die farblich-ästhetische Gestaltung der Computerspielwelten. „Society“, deren Bewohner in grelle Kostüme gehüllt sind oder aber pseudo-60-Jahre-Gewand, hat einen gewissen psychedelischen  Charme. Die Welt von „Slayers“ und auch die des Gefängnisses ist auf ganz wenige Farben, zumeist weiß und verschiedene Graustufen, reduziert und erstere erweckt den Eindruck einer postapokalyptischen Wüste.

Gamer movie image (4) Letztlich existiert „Gamer“ nur aus einem einzigen Grund: um extrem laute und hektisch geschnittene Videospielgewalt mit sexistischem Unterton zu zelebrieren.

Fazit: Neveldine und Taylors Film möchte eine neue und aufregende Stufe in der Zusammenführung von Kino und Videospielen repräsentieren, scheitert dabei aber kläglich. Im Endeffekt wird „Gamer“ weder Freunden des Actionfilms noch begeisterten Videogamern gefallen. Viel Lärm um nichts.

 

Gesetz der Rache

Donnerstag, 19. November 2009

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Originaltitel: Law Abiding Citizen
Herstellungsland: USA 2009
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: Kurt Wimmer

Darsteller: Gerard Butler, Jamie Foxx, Leslie Bibb, Colm Meaney

Die Liste der Selbstjustizfilme ist schon recht lang, und mit Gesetz der Rache (Originaltitel: Law Abiding Citizen) kommt nun ein weiterer hinzu, der stark an die Ein Mann sieht rot-Serie mit Charles Bronson und die Comic-Verfilmung The Punisher erinnert.

Clyde Shelton (Gerard Butler) muss mit ansehen, wie seine Frau und seine Tochter von den schmierigen Kleinkriminellen Rupert Ames (Josh Stewart) und Clarence Darby (Christian Stolte) brutal ermordet werden. Nur warum lassen die beiden den lästigen Zeugen? Obwohl es hinreichend DNA-Spuren gibt und Clyde Shelton bereit ist, gegen die beiden Männer auszusagen, geht der ambitionierte und überarbeitete stellvertretende Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) auf Druck von oben einen Deal mit Darby ein, der verspricht, seinen Komplizen ans Messer zu liefern, wenn er dafür mit einer geringen Haftstrafe davonkommt. Für Rice ein akzeptabler Kompromiss, denn so wird wenigstens einer der Täter zum Tode verurteilt. Doch Clyde Shelton will sich verständlicherweise damit nicht zufrieden geben, er möchte erreichen, dass beide Männer für ihr abscheuliches Verbrechen büßen müssen. Er wirft dem jungen Staatsanwalt vor, nur an seinen persönlichen Erfolg zu denken. Der verteidigt sich damit, dass er aufgrund der Beweislage nicht anders vorgehen könne.copyrightjps

10 Jahre später. Bei der Hinrichtung von Rupert Ames geht etwas schief. Jemand hat die Chemikalien ausgetauscht und der Mann stirbt einen grauenvollen, langsamen Tod. Aber das ist noch gnädig im Verhältnis zu der Tortur, die Clarence Darby erleiden muss – sein Körper wird in nicht weniger als 25 Teile zerstückelt (unter anderem wird sein Penis mit einem Stanley-Messer abgeschnitten, oh Graus, oh Graus!), was er - medikamentös ruhig gestellt – bei vollem Bewusstsein miterleben muss. Diese Sequenz nimmt starke Anleihen bei den Saw-Filmen oder auch der Fernsehserie Dexter.

Gesetz_der_Rache_03 Clyde ist er Hauptverdächtige und wird in Haft genommen. Doch er möchte sich an Nick Rice und der gesamten Staatsanwaltschaft und allen Verantwortlichen der Stadt Philadelphia rächen – und so bricht eine Mordserie über Philadelphia herein, die die Stadt in Atem hält, orchestriert von Clyde aus der Gefängniszelle heraus.

Rachethriller appellieren nie an das Gute im Menschen. Sie appellieren immer nur an den niedrigen Instinkt der Vergeltung und stellen Mord als Sieg der Rechtschaffenheit über das Böse dar. Aber diese Art Film lässt einen dermaßen stark an der Menschheit zweifeln, dass man sich fragt, ob es nicht besser wäre, die menschliche Rasse würde aussterben und die Erde den Küchenschaben und Ameisen überlassen.

In diesem Fall funktioniert das Ein-Mann-sieht-rot-artige Selbstjustizszenario überhaupt nicht, es wirkt aufgesetzt und überstrapaziert, denn es fehlt die starke Identifikationsfigur. Zu wem soll der Zuschauer halten? Der junge Staatsanwalt ist arrogant, selbstverliebt und an dem ihm übertragenen Fall kaum interessiert, aber auch als Ehemann und Vater keine sonderliche Leuchte. Nach der brutalen Ermordung seiner Lieben und dem schmählichen Deal der Staatsanwaltschaft hat man Mitleid mit Clyde Shelton, doch dann verwandelt er sich in einen Amok laufenden Verrückten, der all seine Energie und sein Vermögen darauf verwendet, eine spur des Todes quer durch die Stadt zu ziehen. Die Saw-inspirierten Katz-und-Maus-Spielchen wären nur lächerlich, wären sie nicht so hinterhältig und bösartig. Und wozu das Ganze? Will er bis ans Ende seiner Tage alle Staatsanwälte und korrupten Politiker umbringen, in der vagen Hoffnung, dadurch eine Änderung zu bewirken?

Regisseur F. Gary Gray, der übrigens vor einigen Jahren mit Extreme Rage (mit Vin Diesel) schon einmal das Thema Selbstjustiz behandelt hat, versteht es, Filme zu drehen, die an den Kinokassen Erfolg haben (Friday, The Italian Job, Extreme Rage), aber guter Geschmack zählt nicht gerade zu seinen Stärken. Der Film schleppt sich von einem Mordszene zum nächsten, doch wird leider die Art und Weise der Tötung schon lange vorher mit sichtlicher Freude angekündigt, so dass sich im Gegensatz zur Saw-Reihe nie wirkliche Spannung einstellen will. Die Gesetz_der_Rache_28 darstellerischen Leistungen reißen einen auch nicht gerade vom Hocker. Jamie Foxx in der Rolle des jungen Staatanwalts wirkt die ganze Zeit über verärgert, allerdings scheint ihn nur zu stören, dass seine Überlegenheit und Scheinheiligkeit in Frage gestellt werden. Gerard Butler, schwer fehlbesetzt als genialer Planer, spielt den „Helden“ Clyde Shelton als würde er an Tollwut leiden. Vielleicht ließe sich argumentieren, dass es provokativ und subversiv gemeint war, die Grenzen zwischen Gut und Böse aufzuheben und alle Figuren in einem Graubereich agieren zu lassen, aber angesichts der vielen Schwächen und der Oberflächlichkeit des Films will man nicht so recht daran glauben.

Fazit: In diesem Jahr gab es schon viele schlechte Filme zu sehen. Gesetz der Rache befindet sich also in „guter“ Gesellschaft. Unnötig brutal, absurd und voller abgedroschener Dialoge ist dies ein schwacher Genrefilm, der vielleicht für einen Videoabend zu Hause taugt, wenn einmal gar nichts im Fernsehen läuft, aber den Preis einer Kinokarte ist er mit Sicherheit nicht wert.