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Die schlechtesten Filme des Jahres 2010

Montag, 10. Januar 2011

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nutcracker-3D-john-turturro Manche Filme sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind.

„Showgirls“. Das gesamte Werk von Edward D. Wood. „Das Tal der Puppen“.

Zwei- oder dreihundert John-Carradine-Filme. „Liebe mit Risiko – Gigli“. Alle Filme, in denen Nicolas Cage Haarverlängerungen trägt.

Manche filme sind so schlecht, dass sie einen nur noch deprimieren.

Schlappe Epen wie „Robin Hood“, die garantieren, dass sich mehrere Jahre lang niemand mehr an das Genre heranwagen wird. Komödien wie „How Do You Know“, die alles bieten außer Lacher. Seht-mich-an, seht-mich-an Schauspielübungen wie „Jack Goes Boating“.

Und 2010 gab es Filme, die waren so schlecht, dass sie einfach nur – nun ja – schlecht waren.

Wie „Das A-Team“, ein wer-hat-das-gebraucht Spin-off einer Fernsehserie aus den 1980-er Jahren, das wirkte, als hätte man die Besetzung ausgelost und den Film mit einem Ginsu-Messer geschnitten. Oder „After.Life“, ein existentialistischer Horrorfilm, der so überflüssig ist wie die Interpunktion in seinem Titel. Oder „Kampf der Titanen“, ein riesiger Brocken Feta mit 3D-Effekten von View-Master-Qualität. Und das waren nur die schlechten Liam-Neeson-Filme.

Dann gab es da „R.E.D.“, einen Streifen, in dem weit hinter den Erwartungen zurückbleibende Oscargewinner große Kanonen abfeuerten. Und „Love Ranch“, eine langweilige Gangstergeschichte, in der Joe Pesci als alternder Gangster eine Joe-Pesci-Imitation zum Besten gibt. Und „The Tempest“, eine Shakespeare-Besudelung, in der Ariel in einen glitzernden Toyboy umgewandelt wird, der an David Bowie während dessen Glam-Phase erinnert. Und das waren nur die schlechten Helen-Mirren-Filme.

when-in-rome-duhamel-bell Diese unermüdlichen Veteranen waren jedoch nicht alleine, denn eine ganze Reihe von Schauspielern und Regisseuren schienen 2010 Überstunden zu machen, um uns Hitch-schlock-Thrillern wie „Kiss & Kill“ oder lieblose romantische Komödien wie „When in Rome“ zu bescheren.

Falls Sie Glück hatten - und ich meine Aufgabe richtig erledigte -, wurden Sie rechtzeitig gewarnt, sodass Sie einen großen Bogen um diese Desaster machen konnten.

Aber ich ließ alle davon über mich ergehen, weil ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, sie vor dem schlimmsten Hollywood-Müll zu bewahren. Obwohl das Filmjahr 2010 vor nun bald zwei Wochen zu Ende ging, habe ich einige diese filmischen Verbrechen nach wie vor im Gedächtnis. Diese Schlimmsten der Schlimmsten verdienen wahrlich einen Platz in der Halle der Schande.

Schlechtestes Epos: Nichts ist trauriger als ein großer, sündhaft teurer Film, der herauskommt und dann einfach so daliegt. (Sehen Sie sich zum Beispiel „Kampf der Titanen“ an - oder besser, tun Sie es nicht.) Doch wenige Filme vergeudeten mehr Potenzial als M. Good Night And Good Luck Shyamalans „Die Legende von Aangk“, ein Streifen, der 3D in Migränen und eine coole Fabel in blassen Schrott verwandelte.

Schlechteste Komödie: Möchten Sie einen furchtbaren Film machen? Engagieren Sie Kevin Smith, einen sehr lustigen Drehbuchautor - und lassen Sie ihn ein Skript inszenieren, das ein anderer geschrieben hat. Dann spannen Sie Bruce Willis, einen Schauspieler, der noch immer das Grinsen zur Schau trägt, das er an der Penns Grove High School perfektionierte, mit Tracy Morgan zusammen, der jede Textzeile ausspricht, als würden seine gerade Hoden mit einem Nussknacker malträtiert. Nennen Sie das Ganze dann „Cop Out“, denn „Sell Out“ wäre ein bisschen gar zu offencihtlich.

Schlechtester Kinderfilm: Eines muss gleich einmal klargestellt werden - für die meisten Kinder unter 12 sind Filme keine Filme - sie sind Junk-Food-Verabreichungssysteme. Die meisten Kinder werden sich stundenlange Übertragungen aus dem Parlament ansehen, wenn man ihnen nur genug Eiscreme, Gummibärchen, etc. gibt. Aber das ist keine Entschuldigung für die von Zahnfäule zerfressene „Zahnfee auf Bewährung“, den Film, in dem Dwayne Johnson in glitzernden Flügeln und Tutu herumhüpft.

Schlechtester Horrorfilm: Hier ist ein guter Grund für ein Remake: Niemand hat das Original gesehen. Ein weiterer guter Grund: Sie gewinnen dem Material einen völlig neuen Aspekt ab. Hier ist ein verdammt schlechter Grund: Sie haben die Rechte am Stoff und glauben, ein weiteres Mal daran verdienen zu können. Und deshalb gibt es ein weiteres Mal „A Nightmare On Elm Street“, eine grausame kleine Schwelgerei in Sadismus, die Stil und Erfindungsreichtum des Originals schmerzlich vermissen lässt. Freddy ist tot? Jetzt ganz bestimmt.

charliestcloud-zacefron Schlechtester Liebesfilm: eine Kategorie mit zahllosen Anwärtern. „Valentinstag“, „When in Rome“, „Sex And The City 2“ – was ist das, die Programmtafel im Multiplex des Teufels? Aber so quälend diese Filme auch gewesen sein mögen, sie waren um Klassen besser als „Wie durch ein Wunder“, eine Möchtegern-Nicholas-Sparks-Geschichte, in der Zac Efron einen Teenager spielt, der permanent mit nacktem Oberkörper herumläuft und eine Freundin hat, die fast so gut aussieht wie er selbst. Nehmen Sie reichlich Taschentücher mit. Stopfen sie sich diese in die Ohren.

Schlechteste Comicbuch-Verfilmung: Gerüchten zufolge sollen die Studioverantwortlichen, nachdem sie den Director´s Cut von „Jonah Hex“ gesehen hatten, alle schlechten Szenen herausgeschnitten haben, worauf ein nicht einmal einstündiger Film übrigblieb. Ein paar hinzugefügte, sinnlose Traumsequenzen später war der Film 81 Minuten lang – und jede einzelne davon ein Alptraum. In den Hauptrollen glänzten John „Ist meine Gage schon auf der Bank eingetroffen?“ Malkovich, Megan Fox´ Brüste und Josh Brolin, der sichtlich verärgert war. Mit Recht.

Schlechtestes Drama: Jedes Jahr braucht sein eigenes schreckliches, grell beleuchtetes Selbstmitleid-Melodrama. Aber was soll man tun, wenn alle langweiligen jungen Yuppies mit der Fernsehserie „Gossip Girl“ beschäftigt sind? Nichts einfacher als das – man engagiert einen von ihnen, Chace Crawford, und lässt ihn in „Twelve“ einen schwermütigen (aber sensiblen!) Drogendealer spielen, der durch das Manhattan der reichen Jungendlichen streift, wo es allerorts nicht nur Designerkleider, sondern auch Designerdrogen gibt sowie Partys, die in altrömische Orgien ausarten. So tragisch. So bedeutsam. So was auch immer.

Schlechtestes Musical: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, ginge ich zurück zu dem Moment, da der hohe Camp-Quotient allein – Cher! Xtina! Stanley Tucci! – „Burlesque“ wie einen vergnüglichen Kinospaß aussehen ließ. Stattdessen entpuppte sich der Film als lebendiges Wachsfigurenkabinett, in dem Cher für eine Neuverfilmung von „Sunset Boulevard“ vorzusprechen schien, während all die Tramps, Gypsies und Thieves rund um sie viel Haut zeigten, aber kein Talent erkennen ließen. Wie der Beat ging das Ganze weiter und weiter. Und weiter. Und weiter.

Der schlechteste schlechteste Film: „Der Nussknacker“ hat Generationen mit seiner Musik, seinen Tänzen und seiner Weihnachtsmagie begeistert. Also warum werfen wir nicht den größten Teil der Musik hinaus, lassen das Ballet weg und verwandeln das Ganze in eine $90 Millionen teure Metapher für den Holocaust? Lassen wir doch John Tuturro einen tuntigen Diktator mit Jazzhänden und einer aschblonden Perücke spielen. Und Nathan Lane als Albert Einstein einen Song mit dem Titel „It´s Relative“ zum Besten geben. Und dann fügen wir noch einen jamaikanischen Drummer mit Dreadlocks hinzu sowie einen fetten Clown, der aussieht wie ein Alptraum, denn ich im alter von 6 Jahren hatte. Und – Moment – erwähnte ich schon, dass das Ganze in 3D ist? Nach nicht einmal fünf Minuten betete ich, dass es in 1D wäre. Und hoffte, dass, falls je ein übergroßer Nussknacker lebendig werden sollte, dieser Regisseur Andrej Konchalovskiy einen Besuch abstatten und seinen Kopf mit einer köstlichen Pistazie verwechseln möge.

Knight and Day

Freitag, 23. Juli 2010

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Die Actionszenen wirken unrealistisch, doch Tom Cruises enormes Ego ist nur allzu real

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Originaltitel: Knight and Day
Herstellungsland: USA 2010
Regie: James Mangold
Drehbuch: Patrick O´Neill
Darsteller: Tom Cruise, Cameron Diaz, Peter Sarsgaard, Jordi Molla, Viola Davis, Paul Dano, Marc Blucas, Maggie Grace

Tom Cruise wirkt in „Knight and Day“ über weite Strecken so, als warte er darauf, von irgendjemandem in einen Gussform gesteckt und mit Gips übergossen zu werden, um aus ihm eine Actionfigur zu machen. Wenn er nicht gerade übertrieben gekünstelt grinst, setzt er eine Variation des „Blauer Stahl“-Blicks auf, den Ben Stiller in „Zoolander“ perfektioniert hat. Cameron Diaz, Cruises Co-Star, kommt etwas besser weg, weil ihre Rolle von ihr verlangt, zu kreischen und heftig mit den Armen herumzufuchteln, was sie recht gut kann, und in einem Bikini oder einem gelben Brautjungfernkleid oder in Cowboystiefeln herumzulaufen, also in Kleidungsstücken, die ihre Vorzüge zur Geltung bringen.

Zu dumm nur, dass „Knight and Day“ jedes Mal, wenn die Charaktere für einen Moment stillstehen, um miteinander zu reden, so etwas wie Gehirnlähmung beim Zuschauer auslösen. Und die Actionszenen, die mit voller Absicht absurd und übertrieben und an der Grenze zur Parodie angesiedelt sind, wirken einfach nur lächerlich. Eine Verfolgungsjagd durch die Straßen einer spanischen Stadt während einer Stierhatz ist eine gute Idee. Eine Verfolgungsjagd durch die Straßen einer spanischen Stadt durch Horden computergenerierter Stiere ist hingegen keine gute Idee.

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Eine Szenenfolge recht früh im Film, in der dahinrasende Lkws, Vans, Motorräder und ein Tunnel wichtige Rollen spielen, hätte das Potenzial zum Mini-Klassiker gehabt. Regisseur James Mangold („Walk the Line“, „Girl, Interrupted“) inszeniert die Action so, dass sich Dinge völlig überraschend am Rand des Bildes ereignen, wodurch der Zuschauer ein ums andere Mal erschrocken zusammenfährt – leider sieht das meiste davon aus wie ein Videospiel. Wenn sich Cameron Diaz verbal auf „Grand Theft Auto“ bezieht, dann scherzt sie nicht.

In „Knight and Day“ gibt es dermaßen viele computergenerierte und Greenscreeneffekte, dass der Film fast schon als „Sin City 2“ durchgehen könnte. In einer Szene fahren Tom Cruise und Cameron Diaz in einem Auto und unterhalten sich, doch die Außenwelt, die durch die Scheiben zu sehen ist, wirkt so künstlich, dass man sich unwillkürlich fragt, ob Mangold hier Alfred Hitchcocks legendärer Vorliebe für Rückprojektionen seine Reverenz erweist.

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Er tut es nicht. Das Einzige, dem „Knight and Day“ Reverenz erweist, ist Tom Cruises enormes Ego. Der Schauspieler spielt eine Figur, die im Prinzip unspielbar ist: Roy Miller ist ein supertoller Geheimagent neben dem 007 aussieht wie ein Weichei aus dem Kindergarten. Roy kann computergenerierten Düsenjets davonlaufen. Er kann computergenerierte Flugzeuge pilotieren. Er kann mit einem magischen Trick bewusstlose Menschen aus der Mitte entlegener Weizenfelder direkt in die Sicherheit ihrer Schlafzimmer transportieren. Außerdem kann er jeden Schritt seiner Gegner voraussehen, so dass man glauben möchte, er verfüge über einen sechsten Sinn.

Roy, der möglicherweise verrückt ist, scheint darüber hinaus unsterblich zu sein: In einer Szene wird er von Kugeln durchlöchert und fällt in einen Fluss, doch wenige Szenen später taucht er völlig unverletzt wieder auf, ohne dass je erklärt würde, wie er überleben konnte.

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„Knight and Day“ gehört nicht zu den Filmen, in denen besonderer Wert auf Logik gelegt wird, und das ist auch nicht weiter problematisch. Doch leider stimmt die Chemie zwischen Tom Cruise und Cameron Diaz überhaupt nicht (es hat schon seine Gründe, warum Cameron Crowe die beiden in „Vanilla Sky“ als erbitterte Ex-Bettpartner besetzte). Von Cruises einst nahezu magnetischer Ausstrahlung ist nichts mehr übrig - jeder könnte Roy spielen –, doch ohne Figur, mit der sich der Zuschauer identifizieren oder mitfühlen kann, verkommt der Film zu einer ermüdenden Reise durch eine auf Hochglanz polierte und bisweilen unangenehm laute Leere.

Und ich meine laut. In einer Szene drückt Tom Cruise Cameron Diaz, die eine Autonärrin spielt, die sich auf das Restaurieren alter Fahrzeuge spezialisiert hat, eine Maschinenpistole in die Hand, damit sie sich gegen die Bösen verteidigen kann. Plötzlich beginnt sie ohne Vorwarnung und ohne jeden ersichtlichen Grund zu kreischen, wobei sie den Abzug gedrückt hält und die Waffe wie einen Tambourstock herumwirbelt und die ganze Umgebung mit Kugeln eindeckt. Diaz kann viele Rollen spielen, doch für kreischende Idioten ist sie eindeutig zu intelligent. Sie hat in diesem Machwerk nichts verloren.

Tom Cruise ist mit Sicherheit nicht allein dafür verantwortlich, dass „Knight and Day“ in den USA zu Flop wurde, Drehbuchautor Patrick O´Neill hat ebenfalls großen Anteil daran. Weiß der Kerl denn nicht, dass in einem Film mit so einemTitel die Hauptfiguren Knight und Day heißen müssen?

Fazit: Laut, inhaltsleer, unnötig und zu recht ein Flop. Gute Unterhaltung sieht anders aus.

Plan B für die Liebe - Jennifer Lopez´ grauenhaftes Comeback

Donnerstag, 13. Mai 2010

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Sie ist attraktiv. Er ist attraktiv. Das ist der ganze „Plan“.

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Originaltitel: The Back-Up Plan
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Alan Poul
Drehbuch: Kate Angelo
Darsteller: Jennifer Lopez, Alex O´Loughlin, Michaela Watkins, Eric Christian Olsen, Anthony Anderson, Noureen DeWulf, Melissa McCarthy

Genau wie jene weltberühmten Künstler, die instinktiv spüren, dass ihre bedeutendste Schaffensphase hinter ihnen liegt, aber dennoch verzweifelt versuchen, etwas zu kreieren, das an die großen Errungenschaften ihrer Jugend heranreicht, arbeitet auch Jennifer Lopez immer weiter und kämpft darum, die Welt noch einmal mit etwas so abgrundtief Schlechtem wie „Jersey Girl“ beglücken zu können. Sie spannt jede einzelne Muskelfaser an, weil sie hofft, dem Abfallhaufen des ewigen Vergessens doch noch ein handgefertigtes Stück Dreck entreißen zu können, dass so unglaublich schlecht ist wie „Gigli – Liebe mit Risiko“. Und wer weiß? Vielleicht ist es ihr tatsächlich gelungen. J-Lo ist der Star einer romantischen Komödie, die man nicht „formelhaft“ nennen kann, ohne damit Formeln in aller Welt zu beleidigen. Sie spielt eine vorgeblich intelligente, erotische Karrierefrau, die in Manhattan einen etwas eigenartigen Shop für Tierbedarf betreibt. Auftritt: eigenwillige beste Freundinnen und Vertraute. Nachdem sich die Heldin damit abgefunden hat, dass sie nie den richtigen Partner finden wird, lässt sie sich künstlich befruchten und Plan-B-fuer-die-Liebe-Bild-1 stellt sich auf ein Leben als allein erziehende Mutter ein. Und dann - oh ihr verspielten Götter der Ironie, die ihr uns attraktive Männer zur absolut unpassendsten Zeit schickt – lernt sie einen tollen Kerl kennen, der auf dem Bauernmarkt Ziegenkäse verkauft und Eigentümer einer riesigen Farm in Upstate New York ist, wo wir ihn – selbstverständlich mit nacktem Oberkörper! – beim „Arbeiten“ beobachten können. Sie geht wiederholt mit ihm aus und überlegt dabei verzweifelt, wie sie ihm erklären soll, dass sie sich von einem Reagenzglas hat schwängern lassen. Der Mann wird übrigens von dem gebürtigen Australier Alex O´Loughlin gespielt, der über so wenig Ausstrahlung verfügt, dass verglichen mit ihm ein Pappbecher wirkt wie der junge Marlon Brando. Der Mann spielt keine Figur, er spielt ein Regal.

Fazit: Ein heißer Anwärter auf einige goldene Himbeeren. Wer für diesen Film Eintritt zahlt, ist selber schuld.

 

 

Fall 39 – Schlechte Geschichte, wenig Spannung

Freitag, 12. März 2010

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Originaltitel: Case 39
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Christian Alvart
Drehbuch: Ray Wright
Darsteller: Renee Zellweger, Jodelle Ferland, Ian McShane, Kerry O´Malley, Callum Keith Rennie, Bradley Cooper, Cynthia Stevenson

Es hat schon seine Berechtigung, dass „Fall 39“ seit dem Ende der Dreharbeiten im Jahr 2006 unter Verschluss gehalten wurde - der Streifen ist einfach schlecht. Renee Zellweger hat sich selbst mit der Mitwirkung an diesem mehr als missglückten Werk alles andere als einen Gefallen getan, denn nach dem entsetzlichen „New in Town“ ist dies ein weiterer schwerer Rückschlag für ihre Karriere. Vorhersehbar, unsinnig und verzweifelt sind die Adjektive, die dieses Projekt perfekt beschreiben, aber ein Film, der so schlecht ist, verdient eine so silbenreiche Beschreibung gar nicht. Für dieses alles andere als spannende Desaster ist ein einziges Wort ausreichend: Flop.copyrightjps2010_2

Eine kaum verständliche Vor-Titel-Sequenz sorgt dafür, dass man sich mit der Geschichte von Anfang an nicht recht anfreunden kann. Phasenweise hat man das Gefühl, hastig zusammengefügte Outtakes zu sehen, zwischen denen kein näherer Zusammenhang besteht. Wer glaubt, dass das Ganze mit dem Einsetzen der Haupthandlung besser wird, irrt gewaltig. Erzählt wird die Geschichte der fall_39_bild_35 Sozialarbeiterin Emily (Renee Zellweger), die sich eines zehnjährigen Mädchens namens Lilith (Jodelle Ferland) annimmt, das anscheinend um sein Leben fürchtet. Regisseur Christian „Uwe Boll in Verkleidung“ Alvart, dessen „Pandorum“ vor nicht allzu langer Zeit im Kino zu sehen war, nimmt sich viel Zeit, die Eltern der Kleinen als widerlich und Angst einflössend darzustellen, mit wahnsinnigen Blicken und allem, was sonnst noch dazu gehört. Die beiden werden jedoch schon bald ins Gefängnis verfrachtet, und dann wird schnell – und wenig überraschend klar, dass die kleine Lilith die wirklich böse Figur in dieser Geschichte ist.

Unwissentlich nimmt Emily ein dämonisches Kind bei sich auf – und der Kampf ums Überleben beginnt. Unnötigerweise erhalten Liliths Eltern zu einem Zeitpunkt, da schon längst klar ist, von wem die Bedrohung ausgeht, Besuch von unserer Heldin – und werden auf einmal als sich völlig normal verhaltende, unschuldige Opfer hinter Gittern dargestellt. Dieser nicht nachvollziehbare Wandel beweist das gänzliche Fehlen glaubwürdiger Charaktere, so dass den Schauspielern nichts anderes übrig bleibt, als bloße Funktionen im Plot zu verkörpern.

Ian McShane, der Emilys Boss spielt, schafft es irgendwie, einen ernsthaften fall-39 Gesichtsausdruck beizubehalten, während er unerträglich dumme Dialogtexte von sich geben muss. Bradley Cooper, bekannt aus „Hangover“, macht als Freund unserer Heldin keine gute Figur, obwohl er noch immer überzeugender ist als die computergenerierten Bienen (die anscheinend auf einem Commodore 64 gerendert wurden), denen er in einer überlangen Szene begegnet, die allzu offensichtlich von „Candyman“ inspiriert ist.

Selbst wenn es Renee Zellweger gelungen wäre, die Heldin überzeugend darzustellen, hätte das kaum ausgereicht, um diesen Mist erträglich zu machen. Letztendlich passt ihre wenig beeindruckende Leistung perfekt zum Rest des Filmes. Ihre Versuche, Furcht auszudrücken, führen zu einer Reihe unfreiwillig komischer, ja bisweilen bizarrer Gesichtsverrenkungen, die fast danach aussehen als versuche sie, ein Niesen zu unterdrücken. Auch nimmt man ihr die Sozialarbeiterin nicht ab. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man es hier mit einem schauspielerischen Leichtgewicht zu tun hat.

Fall39_2 Die Versuche, Spannung und Gruseln zu erzeugen, sind einfach nur lachhaft. Wann immer jemand zum Fenster hinausschaut, springt irgendjemand oder irgendetwas direkt vor ihnen hoch, begleitet von einem lauten Kreischen auf der Tonspur. Der absolute Tiefpunkt dieser viel zu gewollt konstruierten Schreckmomente ist erreicht, als sich Emily in Liliths Elternhaus umsieht und einen Wecker aufhebt – und zurückschreckt, als er zu läuten beginnt! Wahrscheinlich gibt es irgendwo eine geschnittene Szene, in der sie irgendwas in der Mikrowelle aufwärmt und in Ohnmacht fällt, als das Gerät piepst.

Christian Alvarts Vertrauen auf abstrakte und ungewöhnliche Kameraperspektiven, besonders sein eigenartiger Fetisch für unnötige Aufnahmen von oben, ist ein weiterer Grund dafür, dass „Fall 39“ kaum zu ertragen ist. Lediglich die Abfolge unfreiwillig komischer Szenen und die unerschrockene und selbstbewusste darstellerische Leistung der jungen Jodelle Ferland in der Rolle der Lilith halten einen davon ab, den Kopf im Popcornkübel zu vergraben und den Moment zu verfluchen, da dieser Schmarren aus dem Archiv geholt wurde.

Fazit: Schlechtes Drehbuch, keine Spannung, kaum überzeugende Darsteller – dieser Film enttäuscht auf der ganzen Linie. Möge er verdientermaßen in der Versenkung verschwinden.

 

Die Film-Enttäuschungen des Jahres 2009

Sonntag, 1. November 2009

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Die folgende Auflistung enthält die Filme, die im nun langsam zur Neige gehenden Jahr 2009 künstlerisch und ästhetisch am meisten enttäuscht haben. Leider sind einige dieser äußerst unzufrieden stellenden Machwerke an den Kinokassen sehr erfolgreich gewesen, weshalb zu befürchten steht, dass uns demnächst Fortsetzungen ins Haus stehen.

1. Transformers – Die Rache

transformers2bw0 Der klare „Sieger“ des bisherigen Kinojahres. Die Fortsetzung einer geistlosen, aber finanziell erfolgreichen Verfilmung von Spielfiguren (!), was ja schon alles sagt. Eine Handlung war kaum auszumachen, dafür der Film laut und grell – und um einiges zu lang. Auf eine Weise pro-amerikanisch, wie es zumindest seit „Independence Day“ nicht mehr auf der Leinwand zu sehen war. Die „Schauspieler“ agieren auf dem Niveau von Nachmittags-Soaps und haben null Ausstrahlung. Megan Fox, die angeblich erotischste Frau der Welt, bringt es fertig, selbst angesichts so einer schwachen Besetzung noch negativ aufzufallen. Nach spätestens fünf Minuten hat man sich an ihr satt gesehen, dann nervt nur noch ihr unsägliches Geplapper. Dreht der Dame bitte in Zukunft das Mikrophon ab! Einzig die gelungenen Verwandlungseffekte der Roboterautos sorgten für optische Höhepunkte. Alles in allem ein Film zum Vergessen.copyrightjps

2. Illuminati

illuminati_2 Tom Hanks zum zweiten Mal auf der Spur finsterer Verschwörer – diesmal im Vatikan. Spannung ist hier ein Fremdwort. Atemlos wird durch Rom gehetzt, zumeist ohne Sinn und Verstand. Obwohl man nie so genau mitbekommt, was eigentlich vor sich geht, sind die Geschehnisse dennoch absolut vorhersehbar, was an und für sich schon eine ziemliche Leistung darstellt. Leider eine schlechte, denn der Film vermag weder schauspielerisch, noch dramaturgisch, noch sonst irgendwie zu überzeugen. Eine dürftige Geschichte, ausgewalzt auf 2 ½ Stunden. Ein Fall für Leute, die zuviel Geld oder absolut nichts Besseres zu tun haben. Nur in der Originalfassung ansatzweise zu ertragen, denn die deutsche Synchronisation ist extrem nervend.

3. Twilight – Biss zum Morgengrauen

twilight_poster_big Die wahrscheinlich dämlichste Geschichte des Jahres. Zwei notgeile Teenager möchten miteinander schlafen, doch leider ist der Jüngling ein Vampir und würde seine Angebetete beim Liebesakt glatt aussaugen. Man kann durchaus nachvollziehen, warum die beiden nicht miteinander ins Bett hüpfen, aber das ist noch lange kein Grund in der Folge zwei Stunden lang darüber zu jammern. Sehr viel mehr passiert in dem überlangen, langweiligen und sehr bemühten Schmachtfetzen leider nicht. Ein Film nur für Pubertierende. Erwachsene fadisieren sich bei dieser Düstervariante der Teenie-Soap „Beverly Hills 90210“ zu Tode. Zwei Fortsetzungen werden bereits gedreht. Freuet euch!

4. Harry Potter und der Halbblutprinz

harry_potter_und_der_halbblutprinz_teaser_harry Der sechste Teil der beliebten Harry-Potter-Reihe ist der mit Abstand schwächste bisher. Allein der Titel ist schon irreführend, denn der Halbblutprinz kommt in den 153 Filmminuten kaum vor. Wer die Bücher nicht gelesen hat, muss aufpassen wie ein Haftelmacher, um die Zusammenhänge auch nur ansatzweise zu verstehen. Die Handlung ist angesichts der beachtlichen Länge des Films recht bescheiden. Spannung kommt so gut wie nie auf, dafür wird man ewig lang mit den kindischen Liebesproblemen der Hauptfiguren genervt. Selbst der Schluss enttäuscht und lässt nichts Gutes für den letzten Teil erwarten.

5. Terminator: Die Erlösung / Terminator 4

terminator_salvation_poster01 Nach dem unbefriedigenden dritten Teil und angesichts der Verpflichtung von McG, dem Regisseur von „Charlie´s Angels“, hätte man sich kaum mehr etwas erwarten dürfen, aber der Trailer weckte dann doch die Hoffnung, dass dieser Film qualitativ zumindest ansatzweise an den Klassiker T2 heranreichen könnte. Doch leider war die Geschichte zu eindimensional und bot keinerlei Überraschungsmomente, die Actionszenen wirkten altbacken und beliebig. Außer einem kurzen Gastauftritt von Arnie blieb wenig übrig vom einstigen Terminator-Flair. Deshalb Daumen nach unten! Bitte keine Fortsetzungen mehr!

6. Public Enemies

public-enemies Der schwächste Film von Michael Mann seit langem. Das groß beworbene Werk wirkt phasenweise wie eine überlange Folge von „Miami Vice“. Vor allem in optischer Hinsicht eine unerwartete Enttäuschung, denn von Michael Mann ist man eindeutig besseres gewohnt. Mit den Charakteren kann sich der Seher auch nicht recht anfreunden, denn sie bleiben so eindimensional, dass sie einem im Laufe des Filmes völlig gleichgültig werden – was dazu führt, dass sich nie die für dieses Genre unabdingbare Spannung einstellen will. Zwar kein ganz schlechtes Werk, aber von der Kombination Bale/Depp/Mann war eindeutig mehr zu erwarten. Trösten sie sich mit “Heat“ über diese Enttäuschung hinweg.

7. Der seltsame Fall des Benjamin Button

Der_seltsame_Fall_des_Benjamin_Button___01 Die lächerliche Geschichte eines Mannes, der als Greis geboren und in der Folge immer jünger wird. Ein überlanges Eitelkeitswerk, das ganz klar gedreht wurde, um Regisseur Fincher und Hauptdarsteller Pitt Oscars einzubringen, eine Absicht, die zu durchschaubar war und zum Glück nicht belohnt wurde. Es geht um die Vergänglichkeit des Lebens und die Liebe, die in der Lage ist, dieses Leben zu überdauern und alle Hürden zu überwinden. Genauso ausgelutscht wie dieses Thema wirkt der ganze Film. Eine klischeebeladene Lovestory, die 160 Minuten lang vor sich hin plätschert. „Der seltsame Fall..“ lebt ausschließlich von der überraschenden Grundgeschichte und der gelungenen Umsetzung von Benjamin Buttons Verjüngungsprozess. Brad Pitt wirkt die meiste Zeit hindurch uninspiriert, lediglich Cate Blanchett lässt phasenweise ihr großes Talent aufblitzen. Wer große Emotionen, Tragik oder gar Humor erwartet, wird hier bitter enttäuscht.

8. Der Vorleser

dervorleser_poster Der Beweis dafür, dass aus einem Roman-Bestseller nicht automatisch ein guter Film werden muss. Obwohl mit der normalerweise großartigen Kate Winslet in der Hauptrolle, die sich noch dazu häufig nackt zu bewundern ist, kann das Werk nicht überzeugen. „Der Vorleser“ ist ein extrem langatmiger und zäher Filmschinken, der einen im wahrsten Sinne des Wortes kalt lässt. Die Charaktere wirken distanziert und unterkühlt, ihre Handlungsweisen sind oftmals nur sehr schwer nachvollziehbar. Das Ganze kumuliert in einer von Pathos nur so triefenden Gerichtsverhandlung, die sich in leerem Geschwafel erschöpft. Öde, langweilig und völlig überbewertet. Wahrscheinlich Kate Winslets schwächster Film.

9. X-Men Origins: Wolverine

x-men_origins_wolverine_poster_01 Warum? Wer hat nach den von Folge zu Folge schlechter werdenden X-Men-Filmen diesen Ableger gebraucht? Die Vorgeschichte bietet keinerlei Tiefgang, der ethisch-moralische Unterton der Trilogie blieb auf der Strecke. Was bleibt ist eine One-Man-Show von Hugh Jackman mit einigen gelungenen Action-Sequenzen. Ein durchschnittliches B-Movie, das besser gleich auf DVD erschienen wäre. Nur für Fans der X-Men-Reihe zu empfehlen.

10. Freitag der 13. (Remake)

Druck Das Remake des Kult-Slashers „Freitag der 13.“ Ist völlig unnötig, da überhaupt nichts Neues geboten wird. Spannung kommt kaum auf, die jungen Leute sind so nervtötend, dass man sich als Zuschauer richtig freut, wenn sie endlich das Zeitliche segnen, die Mordszenen wirken wenig inspiriert. Lediglich in punkto nackter Haut hat man „aufgerüstet“ – pralle Busen (Vorsicht Silikon!) wogen immer wieder mehr oder weniger ästhetisch über die Leinwand. Jason Vorhees ist agiler als je zuvor. Das Remake hätte man „Jason rennt“ nennen sollen. Angesichts dieses Machwerks lernt man fast noch „Jason X“ zu schätzen.

Weitere Kandidaten:

Chéri – Kostümschinken um den Sohn einer Kurtisane, der sich, nachdem er gezwungen wird, sich von seiner älteren Geliebten zu trennen, in eine Fantasiewelt flüchtet. Die Mitwirkung von Regisseur Stephen Frears („Gefährliche Liebschaften“) und Michelle Pfeiffer („Zeit der Unschuld“) ließ einiges mehr erwarten als diesen uninspirierten und langatmigen Käse. Nicht einmal die recht mutigen Nacktszenen von Michelle Pfeiffer vermögen einen über diesen Flop hinwegzutrösten.

My Bloody Valentine 3D – Völlig unnötiges Remake eines schwachen Horrorstreifens aus den 80-er Jahren, mit Darstellern, die vor allem aus dem TV bekannt sind und zumeist gelangweilt herumstehen und – laufen. Die 3-D-Effekte können auch nicht wirklich überzeugen.

Crank 2 - Plausible Handlung? Fehlanzeige. Interessante Charaktere? Gibt es nicht. Dafür prasselt ein Feuerwerk an Schnitten und absurd übersteigerten Action-Szenen auf den Zuschauer ein, vermengt mit geistesschwachen Dialogen und einer deftigen Prise Frauenfeindlichkeit. Nur für Gangsta-Rapper zu empfehlen (und alle, die Frauen prinzipiell als „Bitches“ bezeichnen).

Bad Lieutenant – Ein weiteres unnötiges Remake, diesmal eines Klassikers von Abel Ferrara. Von der Trostlosigkeit, Wut und kompromisslosen Gewalt des Originals ist wenig geblieben – und Nicolas Cage beweist, dass er als Schauspieler nicht annähernd an Harvey Keitel heranreicht.

Zu Hause ist der Zauber los – Der neueste Komödien-„streich“ von Eddie Murphy. Streng genommen keine Enttäuschung, da schlecht wie alle seine Filme der jüngeren Vergangenheit. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum dieser Herr nach den filmischen Katastrophen „Norbit“ und „Meet Dave“ noch vor die Kamera gelassen wird.


Und welcher Film hat Sie 2009 am meisten enttäuscht?


Dieser Beitrag erschien zuerst in leicht geänderter Form auf „Der Querdenker“.